• Weltwunder, Wirklichkeit und Wahnsinn

    April 3 in Panama ⋅ ⛅ 27 °C

    Panama startet heute direkt mit einem der beeindruckendsten Bauwerke der Welt: dem Panamakanal. An der Miraflores-Schleuse beobachten wir, wie ein Containerschiff millimetergenau von kleinen Lokomotiven – den sogenannten „Mules“ – in die Schleuse gezogen wird. Dann hebt sich das Schiff scheinbar mühelos durch Millionen Liter Wasser. Ingenieurskunst pur – und live noch einmal beeindruckender als jede Doku.

    Auch die Geschichte dahinter hat es in sich: Der Bau begann unter französischer Leitung, scheiterte jedoch an Krankheiten und organisatorischem Chaos. Erst die USA stellten den Kanal 1914 fertig. Über 25.000 Menschen verloren dabei ihr Leben, vor allem durch Malaria und Gelbfieber. Die Arbeiter waren strikt getrennt in sogenannte „Gold Roll“- und „Silver Roll“-Gruppen: Während die besser bezahlten amerikanischen Ingenieure und Offiziere zur Gold Roll gehörten, arbeiteten die meist karibischen Arbeiter unter deutlich schlechteren Bedingungen in der Silver Roll. Zwei Friedhöfe später wird klar: Der Kanal ist nicht nur ein technisches Wunder, sondern auch ein Ort mit einer schweren Geschichte.

    Im IMAX-Kino bekommen wir anschließend noch einmal die ganze Story auf großer Leinwand – eindrucksvoll und bewegend.

    Danach geht es zurück in die Stadt – mit einem kurzen, intensiven Abstecher durch ein Viertel, das als No-Go-Area gilt. Polizeisperren zeigen uns eine Seite von Panama, die man als Tourist sonst kaum sieht. Echt, roh und Teil der Realität dieser Stadt.

    Und dann der komplette Kontrast: die Altstadt von Panama City, Casco Viejo. Bunte Häuser, Kopfsteinpflaster, eine entspannte lateinamerikanische Atmosphäre. Wir schlendern durch kleine Gassen, entdecken einen Kakaoladen, bewundern feinste Panama-Hüte – die besten Exemplare kosten hier über 35.000 US-Dollar – und besuchen die Kathedrale, in der gerade alles für die Karfreitagsprozession vorbereitet wird.
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