• Idyllisches Container-Dorf

    April 3 in Greenland ⋅ ☁️ -17 °C

    Urlaub in Kangerlussuaq fühlt sich ein bisschen an wie Skiurlaub ohne Ski in einem Container-Dorf. Das „Dorf“ besteht aus breiten Straßen, gesäumt von Unterkünften, die aussehen, als hätten sie eine spannende Karriere im Frachtverkehr hinter sich.

    Allein das Anziehen wie im Skiurlaub: Schicht um Schicht kämpft man sich durch, bis man schließlich fertig geschniegelt und leicht überhitzt wieder vor die Tür tritt. Dort merkt man dann sehr schnell, warum man das alles gemacht hat. Es ist klirrend kalt bei ——- 20 Grad. Ohne passende Kleidung wird selbst ein kurzer Spaziergang zur arktischen Mutprobe.

    Heute allerdings zeigt sich Kangerlussuaq von seiner besten Seite: strahlend blauer Himmel, gleißendes Weiß, das fast schon blendet.
    Nach üppigem Frühstück ziehen wir los, quer durch das charmante Containerdorf, bis wir nach etwa vier Kilometern bei den Schlittenhunden ankommen. Zwölf ausgewachsene Hunde und vier Welpen leben hier – und werden gerade von einem Mitarbeiter mit Ochsenknochen versorgt. Unsere Ankunft interessiert sie ungefähr so sehr wie Steuererklärungen, aber das Essen? Das sorgt für absolute Eskalation. Innerhalb von Sekunden wird aus gemütlicher Arktisidylle ein jaulender Wettbewerb um jeden Knochen.

    Nach gut drei Stunden erreichen wir das Hotel, rechtzeitig um zehn Minuten später schon wieder im Bus zu sitzen. Ziel: ein alter Hafen. Die „Sightseeing-Tour“ entpuppt sich als eine Art Minimalismus-Erlebnis – Stopps an bemalten Steinen und verschiedenen Antennenanlagen, die die Amerikaner hier zur Überwachung der nördlichen Hemisphäre aufgestellt haben. Highlights sehen anders aus, aber irgendwie passt alles zusammen. Alte Schneekettenfahrzeuge wie aus einem 70er Jahre James Bond, Inuits auf ATVs und Expats auf dem Weg zum Eisfischen.
    Wir genießen die endlose weiße Tundra unter diesem absurd blauen Himmel.

    Unterm Strich: ein überraschend großartiger Tag in einem Ort, der sich gar nicht erst bemüht, etwas anderes zu sein als genau das, was er ist.
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