• Hunde müssen kacken

    April 12 in Greenland ⋅ ☁️ -6 °C

    Hunde müssen kacken.
    Klar.
    Aber muss das unbedingt während der Fahrt sein, wenn man entspannt auf dem Schlitten sitzt und einfach nur die Landschaft genießen will?

    Heute sind wir mit Hans-Karl Olsen – Inuit mit erstaunlich dänischem Namen – und seinem Rudel Schlittenhunde durch die Wildnis bei Sisimiut unterwegs. 14 Hunde vor dem Schlitten, und die schalten von null auf Eskalation, sobald es losgeht. Über den zugefrorenen See, steile Anstiege, rasante Abfahrten, immer entlang des Arctic Circle Trail bis zu einem Aussichtspunkt, rund 17 Kilometer entfernt.
    Die Landschaft wirkt fast unwirklich: Berge und gefrorene Seen, so weit das Auge reicht, irgendwo zwischen hier und Kangerlussuaq.

    Huskys sehen ja wirklich niedlich aus, besonders hier in Grönland. Was man nicht sieht: der Geruch. Die Hunde erledigen ihr Geschäft während der Fahrt völlig unbeeindruckt und hinterlassen sofort ihre ganz persönliche Duftnote. Wir haben ehrlich gesagt Glück, dass uns bei dem Tempo nichts trifft. Am Geruch führt trotzdem kein Weg vorbei.
    Am Aussichtspunkt gibt es eine Kaffeepause mit Blick auf einen zugefrorenen See und eine spektakuläre Bergkulisse. Ein paar Snowmobil-Fahrer sind auch da, vermutlich auf Sonntagsausflug. Wir lassen noch einmal die Drohne steigen, dann geht es zurück.
    An besonders steilen Stellen werden schwere Seile mit Ketten vorne an den Kufen befestigt, damit der Schlitten nicht zu schnell wird. Unser Musher steht hinten zusätzlich auf einem Gummiteppich und bremst. Vor uns eine kleine, schwarze Buckelpiste. Alle festhalten, Adrenalin hochfahren. In einem Affenzahn schießt der Schlitten den Hang hinunter – trotz grönländischem „ABS“. Hans-Karl hat das Gespann jederzeit im Griff und bringt uns selbst die steilsten Passagen sicher hinunter.
    Nach gut vier Stunden sind wir zurück in Sleddog City – einer endlosen Ansammlung bunter Hundehütten und ihrer jaulenden Bewohner.

    Gegen 18:30 Uhr erreichen wir das Hotel: leicht durchgefroren, aber glücklich. Und ein bisschen stolz, diese raue Wildnis nicht nur überstanden, sondern wirklich genossen zu haben.
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