Stahlblau. Gleißend Weiß. Still.
April 13 in Greenland ⋅ ⛅ -5 °C
Unser letzter Tag in Sisimiut begann unspektakulär. Keine großen Pläne, keine Erwartungen. Frühstück, vielleicht noch etwas durch den Ort schlendern oder ein bisschen zeichnen. Für den Nachmittag hatten wir eine geführte Wanderung mit anschließendem Essen geplant. Mehr sollte es nicht sein.
Aber es kam natürlich anders.
Ein stahlblauer Himmel, so klar, dass er uns förmlich nach draußen zog. Selbst ein paar Schritte ums Eck fühlten sich plötzlich nach Abenteuer an. Im Café Ulu nahmen wir noch einen Snack – für Stefan musste der Backofen hochgefahren werden, um die Versorgung mit Schokocroissants sicherzustellen. Gut, dass er ein Rezept wegen akuten Blutzuckermangels vorlegen konnte 😜
Um 14 Uhr trafen wir Carolin. Sie führte uns durch gleißend weiße Landschaften hinaus ins Backcountry von Sisimiut. Kaum zu glauben, wie schnell die Stadt hinter einem verschwindet und man in diese großartige Bergwelt eintaucht.
An der Hütte wartete Mette bereits mit dem kulinarischen Teil der Wanderung: Auf dem Grill lagen Kartoffeln, gemischtes Gemüse, Rentiersteaks und Würstchen. Allerdings konnten wir uns zunächst nicht auf das Essen konzentrieren. Vor uns lag ein gefrorener Wasserfall, der – wie in einem Gemälde von Caspar David Friedrich – in Weiß-, Blau- und Grüntönen schimmerte.
Dazu eine Brücke über einen zugefrorenen Fluss und dieses fast unwirkliche Glasiglu – wie aus einer Filmszene, nur besser, weil echt.
Es war magisch. Still. Und gleichzeitig überwältigend.
Noch am Morgen war uns nicht klar, dass wir mit dieser Tour einen echten Volltreffer landen würden. Wir hatten nichts davon erwartet. Weder diese Landschaft noch dieses Essen. Und schon gar nicht diesen Nachtisch, den Stefan geradezu verschlang. Wobei – bei der eher knappen Croissantversorgung am Mittag war das wohl nur konsequent.
Am frühen Abend wanderten wir mit Carolin zurück – durch eine Landschaft, die wie aus Eis geformte Skulpturen wirkte. -5 Grad, und die Sonne stand immer noch hoch, als hätte sie nicht vor, diesen Tag enden zu lassen.
Und natürlich musste dieser Tag gekrönt werden. Mit einem Bier in der Hotelbar. Oder vielleicht auch zwei …
Was in Sisimiut passiert, bleibt in SisimiutRead more









