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April 21 in Poland ⋅ ☀️ 13 °C
20.04.2026
Wer kennt sie nicht: „zu vergessen“-Tage.
Anscheinend ist das so einer. Ich kann mich nicht erinnern. Ausgelöscht von den Erlebnissen der Tage davor und danach. Schon seltsam …
Ah ja: Regen. Schon frühmorgens. Und ab Mittag. Nicht durchgehend, aber immer wieder. Dazu wieder Wind. Unangenehmer, kalter Wind. Das alles bei etwa 9°. Hab für morgen meine Ausrüstung überprüft. Gereinigt. Aufgeladen. Umgeräumt. Es gab kalte Küche. Ich glaube nicht mal einen warmen Kaffee. Bin mir aber nicht sicher.
Aber sonst?
21.04.2026
04:45 Uhr. Null Grad. Elk-Guiding. Gespannt, aufgeregt. Der Guide heißt Oliwier. Sicher. Hab seine Karte, da steht’s drauf. Wir sind mit einem Pajero unterwegs.
Erster Spot. Grandiose Aussicht über das Biebrza-Tal Richtung Sonnenaufgang. Intensiv schön. Der Fluss, als auch die Altarme treten glänzend aus der dunklen Landschaft hervor. Etwas Dunst sorgt für Mystik. Darüber brennt der Himmel. Dieses Feuchtgebiet ist ein Juwel.
Oliwier sucht mit Fernglas, dann mit Wärmebildgerät und Spektiv. „No Elk.“
Mir gerade egal, kann mich an dem Licht nicht sattsehen. Wir steigen ins Auto und fahren noch zu zwei Spots. Unterwegs sehen wir ein Rebhuhn, ein paar Rehe, Limikolen. Der Himmel wechselt langsam Richtung Blau. Von hier aus wäre jeder Elch im Gegenlicht aus drei Kilometern zu sehen. Wie gesagt – wäre. „No Elk.“
Wir wechseln auf die andere Seite der Biebrza. Die Flora verändert sich: von offenem Schilf und Seggen mit Fluss und Altarmen hin zu immer wieder Wald – dominierend Kiefern und Birken –, Strauchwerk und ebenfalls Schilf mit den Füßen im Wasser. Am Rand steht eine Aussichtsplattform.
Gespannte Erwartung lässt uns hinaufsteigen. Die Weite der Sumpf- und Moorflächen ist beeindruckend. Das Schilf scheint bis an den Horizont zu reichen. Wir sehen Limikolen, Goldammern, Feldlerche, Tümpel und Traktorspuren. Aber: „No Elk.“ Deutlich ernüchterter geht es wieder hinunter.
Das wiederholen wir noch zweimal. Fahren. Rauf. Schauen. „No Elk.“ Runter.
Neuer Ansatz. Wir fahren etwa zwei Kilometer in den Nationalpark hinein. Dann einen Kilometer zu Fuß. „No Elk.“ Nichts. Weder nah noch fern.
Dann meint Oliwier: „Last Chance!“ Wir sind lange unterwegs. Wieder außerhalb des Schutzgebietes. Viel Landwirtschaft. In der Ferne die Biebrza. „No Elk.“
Zwanzig Minuten später zurück nach Wiznaport. Oliwier wundert sich. Ist ihm noch nie passiert. Er schlägt vor, den Preis zu halbieren.
„Nichts da.“ Ich gebe ihm 700 Zloty statt der vereinbarten tausend. Erscheint mir fair.
Kurz vor elf wieder bei Pflaume. Koche mein Lieblingsgericht: Eintopf in sämtlichen Variationen. Diesmal mit Baked Beans und viel Chili. Nichts übergekocht, nichts runtergefallen, nichts angebrannt. Bin zufrieden. Grenzwertig scharf, grenzwertig gut. „No Elk“.
22.04.2026
Die Sonne steht schon höher. Heißer Kaffee und Müsli sorgen für das erste Wohlgefühl. Einkaufsliste schreiben.
09:45 Uhr. Einkaufen. Für die nächsten vier bis sechs Tage. Morgen verlasse ich Wiznaport Richtung Nordost. Ziel: Campingplatz „Biebrzańskie Safari“. Der nächste Laden dort ist etwa zehn Kilometer entfernt. Ich muss mit dem klarkommen, was ich heute einkaufe.
Am Nachmittag wird Pflaume ausgeräumt. Gesaugt. Gelüftet. Feucht gewischt. Eingeräumt. Wasser nachgefüllt. Umgeräumt. Faltrad und Hänger verstaut. Fotoequipment entstaubt. Nochmals umgeräumt. Markisen eingeklappt.
Pflaume ist ready. Ich auch.Read more







Mol du an richtiger Hausputz 💪🏻😎😂 [Dagmar]
travel.fragmentsklar doch ...
Wunderschöne Fotos, zwar ‚No Elk‘! Nur wegen der Stummung, hats sich schon rentiert 🤩 [Dagmar]
travel.fragmentsjo ... scho