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  • Day13

    Sisyphos, crabs and sand art!

    November 23, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 31 °C

    Wegen diverser Frevel, sowie dem Verrat an Göttervater Zeus, wurde Sisyphos laut griechischer Mythologie, von Hermes.....( Gott der Päckchen und Pakete.....Sorry, kleiner Schenkelklopfer - der passte einfach zu gut ) in die Unterwelt verbannt. Fortan wurde er dort zur tragischen Figur, da er als Strafe für seine Vergehen gezwungen wurde, bis auf alle Ewigkeit immer wieder einen riesigen Felsbrocken bergauf zu wälzen - nur um festzustellen, daß dieser kurz vor dem Gipfel ebenso regelmäßig wieder zurück ins Tal rollt. Eine schwere, wenig ertragreiche Tätigkeit ohne absehbares Ende, wird deshalb in Anlehnung an diesen Mythos "Sisyphusarbeit" genannt.

    Welche Frevel die Sandkugelkrabben ( Scopimera globosa ) in vergangen Zeiten begannen haben, bleibt wohl ewig ein Geheimnis. Ein ähnliches "Schicksal" wie Sisyphos, bleibt den winzigen Tierchen trotzdem als Bürde.

    Wenn bei fortgeschrittener Ebbe der Strand immer breiter und der Sand trockener wird, regen sich bei genauem Hinsehen, unendlich viele, fleißige Minikrabben. Kaum einen Zentimeter groß, verbringen sie wahre Wunder! Während der Flut im Sand verborgen, erscheinen sie bei Ebbe an der Oberfläche. Unermüdlich wird der Sand, in dem sich während des Hochwassers wieder Nährstoffe angereichert haben, "durchgekaut". Das so verwertete Material wird danach zu winzig kleinen Kügelchen geformt und aus der unterirdischen Behausung gerollt. Nach ca. sechs Stunden kommt die Flut natürlich zurück und die mühsame Nahrungsaufnahme ruht bis zur nächsten Ebbe. Als Nebenprodukt entstehen in jeder "Arbeitsschicht" durch die unzähligen Sandkügelchen wahre Kunstwerke auf dem Sand, die dann durch das steigende Wasser wieder verschwinden - eine wahre Sisyphusarbeit! Fast entsteht der Eindruck, daß die winzigen Künstler ganz verschiedene, kreative Workshops besucht haben. Während an bestimmten Stellen die Kügelchen in Form einer Palme drapiert werden, finden sich schon wenige Meter weiter auffallend viele Fächer- oder Shrimps-Muster. Ab und zu sind unter den "Künstlern" auch Grobmotoriker zu finden, die einfach einen großen, wenig ansprechenden Haufen an Sandkügelchen hinterlassen.

    Jedenfalls bleibt die Erkenntnis, daß Kunst im Auge des Betrachters liegt, auch bei dieser Spezie bestehen.
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