November 2017
  • Day19

    "Kwaheri" Kenia!

    November 29, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 30 °C

    Kurz nach Mitternacht wurden wir von unserem Shuttle Service im Hotel abgeholt - der knapp zweistündige Transfer zum Mombasa "Moi International Airport" führte natürlich wieder durch den Moloch mit seinen über eine Millionen Einwohnern. Vielen Großstädten schmeichelt die "gnädige" Beleuchtung der Straßenlaternen in der Nacht - Mombasa definitiv nicht!

    Bevor der Flug mit "Turkish Airlines" pünktlich um 4.30 Uhr in Richtung Istanbul abhob, konnte ich nach dem "Check In" noch etwas Schlaf auf dem Boden der Wartehalle des Flughafens finden. Während des knapp siebenstündigen Fluges in Richtung Türkei waren weitere kurze Schlafeinheiten möglich, da wir das Glück hatten, zu Zweit eine Dreierreihe in der Boeing 737/900 zu bekommen - eine großzügige Geste des Check In-Mitarbeiters in Mombasa. Vielen Dank dafür!

    Pünktlich setzte unsere Maschine zur Landung am Bosporus auf. Nur etwas mehr als eine Stunde blieb uns heute am Atatürk International Airport für das Erreichen des Anschlussfluges - stressig war das schon, aber wir fanden uns dennoch pünktlich am Gate ein.

    Jetzt gerade sind wir wieder in der Luft und werden wohl planmäßig in ca. zwei Stunden in Frankfurt landen. Noch etwas Zeit, um die schönen letzten Wochen mit ihren vielen Eindrücken Revue passieren zu lassen. Etwas Wehmut kam gestern Abend schon bei uns auf, aber man kann ja wiederkommen. Bis dahin - "Kwaheri" - Good Bye Kenia!
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  • Day18

    A vacation day in Kenya

    November 28, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 31 °C

    Unsere Tage in Kenia neigen sich dem Ende - es wird Zeit für ein kleines Resümee!

    Der traumhafte Blick von meinem Lieblingsplatz ( auf dem ich gerade liege ), die unglaublichen Farben vor mir und der sanfte Wind, der die Palmwedel heute ständig in Bewegung hält - wie könnten meinen Gedanken anders sein als positiv? Was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter - bis auf einen halben Regentag, immer Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen um die 30 Grad ( und das in den Tropen ). Tage in einem Urlaub wie diesem, bei dem die Erholung im Vordergrund steht, entwickeln schnell ihren eigenen Rhythmus. Der Spaziergang am Strand nach dem Frühstück, das erfrischende Bad im Meer oder bei Flut im Hotelpool danach - eine ausgedehnte Ruhephase um die Mittagszeit auf den Strandliegen unter Palmen - es gibt wahrlich "schlimmere Schicksale" im Leben.

    Heute hat mich beim Beach Walk die Begegnung mit einem der zahlreichen Speerfischer am Strand stark beeindruckt. Fröhlich vor sich her singend, hat er uns - die alte Jagdausrüstung tragend - auf dem Weg zu seiner "Arbeit" überholt. In solchen Augenblicken wird mir besonders bewusst, welch ein wunderbares Leben ich habe und das ich unbedingt Momente wie mit diesem Fischer, fest im meinem Gedächtnis verankern muß. Solch eine positive Lebenseinstellung, trotz all der widrigen Umstände ( hier geht es um tägliche Nahrung für die Familie und nicht um irgendeinen Luxus-Schnickschnack ), sollte uns verwöhnten Mitteleuropäer ordentlich zu denken geben. Das ganze Gejammer über Banalitäten, die ewige Unzufriedenheit, das Geplapper von Besser geht Immer, unzählige Gläser die "leider" schon halbleer sind, ich kann es einfach nicht mehr hören ( auch nicht mehr bei mir selbst )! An all die ewig mit ihrem Leben Hardernden, die ständig auf die Frage wie das Befinden ist, "Arabischen Klageweibern" gleich, mit "3+" Antwortenden - glaubt mir, es geht euch wunderbar!

    Zurück zum Tagesrhythmus: Es wird Zeit für einen kurzen Spaziergang durch den Hotelgarten, einen kleinen Plausch mit unserem Housekeeper "Bakar" und ein Nachmittagskäffchen, daß mit den vom Frühstücksbuffet gediebten, besten trockenen Staubkeksen ever, zurück am Strand besonders gut schmeckt. Da erst vor zwei Stunden die Ebbe eingesetzt hat, werden wir heute am frühen Nachmittag im Meer baden. Danach steht noch einmal ein Besuch beim "Schildkröten-Beauftragten" an - heute wird wohl wieder "Geburtshilfe" geleistet! Auch laufen wir sicher - so wie Gestern - nach 17.00 Uhr wieder bei der geführten Strandwanderung mit. Diese wird voraussichtlich bis kurz nach Sonnenuntergang dauern - gutes Timing - denn um 19.30 Uhr öffnet ( wie jeden Abend ) das Buffetrestaurant fürs Dinner. Ein Urlaubstag in Kenia!
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  • Day16

    CSI Kenya - it happened again!

    November 26, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 27 °C

    Das Verbrechen hat wieder zugeschlagen! Erst kürzlich wurde Susi fast zum Opfer eines hinterhältigen Raubüberfalls - diesmal hat es leider mich erwischt! Doch alles der Reihe nach!

    Schon den ganzen Tag über hatte ich heftige Magen/Darmbeschwerden und war froh, wenn bei Bedarf rechtzeitig irgendeine Toilette in der Nähe war. Gegen Nachmittag war ich dann gezwungen, starke Medikamente einzunehmen. Durch die enormen Nebenwirkungen der Retardkapseln, fühlte ich mich sehr geschwächt, benommen und hilflos! Im Nachgang betrachtet, hatte dies der listige Räuber sicherlich bemerkt und seine Chance erkannt. Niemals wäre ich bei guter Gesundheit in diese Opferrolle geraten - ein besonders abscheuliches Verhalten des Täters, meine Hilflosigkeit derart schamlos auszunutzen! Verstärkend kam hinzu, daß auf den Schutz der Dunkelheit gewartet wurde - mein Schicksal war besiegelt!

    Nun zum perfiden Tathergang: Pünktlich um 19.30 Uhr öffnete das Buffetrestaurant für die Gäste. Der von uns favorisierte Tisch war leider schon reserviert und so war es an der Reihe, einen Alternativplatz zu finden. Susi freute sich sehr darüber, daß der Zweiertisch direkt vor dem "Buschbabybaum" noch zur Verfügung stand - "unsere" Wahl war gefallen! Abends waren dort die putzigen Baumbewohner in der letzten Zeit immer wieder zu beobachten, besonders wenn sie mit geschnittenem Obst angefüttert wurden.

    Um 19.51 Uhr kehrte ich mit der zweiten Portion gegrilltem Fisch und Reis, sowie etwas Nachtisch vom Buffet zurück an unseren Tisch. Ich hatte mich heute ganz besonders auf das Dessert gefreut, da es u.a selbstgemachte Schokomousse-Pralinen ( mit Zuckerguss! ) gab.

    Um 19.53 Uhr wurde ich durch Aktivitäten im "Buschbabybaum" direkt neben mir abgelenkt und versuchte die Verursacher der Geräusche im Dunkeln zu entdecken. Genau in diesem Augenblick - so Frau Stoof - kam einer der Halbaffen flink auf unseren Tisch gesprungen und hatte sich eine der leckeren Schokopralinen ( mit Zuckerguss! ) gediebt - einfach unglaublich! Die ganze Aktion ging so schnell von Statten, daß ich überhaupt nichts davon mitbekommen hatte. "Sind wir mal froh", dachte ich etwas einfältig, daß Susi so aufmerksam war - wir beide wären sonst im Dunkeln getappt ob der verlorenen Praline ( mit Zuckerguss! ).

    Um 19.56 Uhr - nach dem ersten Schreck - versuchten wir den Tathergang zu analysieren. Wie hätten wir uns umsichtiger verhalten können? Hätten sogar Vorkehrungen getroffen werden müssen? Ich wurde neugierig und wollte von Susi mehr Details über das Verbrechen erfahren. Ein angeregtes Gespräch nahm seinen Lauf - Frau Stoof wurde immer aufgeregter!

    Um 20.09 Uhr - auf dem Weg zurück in unser Zimmer - dann die überraschende Wende. Susi gestand mir reuig ( sicherlich verunsichert durch den Druck meiner Befragung ), daß sie die leckere Schokopraline ( mit Zuckerguss! ) von meinem Dessertteller gestohlen und sogleich verzehrt hatte. Den flinken, wuscheligen Baumbewohner hatte sie aus Verlegenheit nur vorgeschoben - die Umstände hatten einfach zu gut gepasst! Für mich ein Schicksalsschlag - wie soll ich jetzt nur damit umgehen?
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  • Day15

    A long life begins.....

    November 25, 2017 in Kenya ⋅ 🌙 27 °C

    Irgendwie sollte es bisher nicht sein, daß wir trotz einiger Schildkrötennester ganz in der Nähe unseres Hotels, daß Schlüpfen der kleinen Reptilien miterleben dürfen.

    Nachdem wir gleich zu Beginn unseres Urlaubs einen Schlupf nur wenige hundert Meter von unserem Strandabschnitt entfernt verpasst hatten, fieberten wir die letzten Tage dem 24. November entgegen. Für ein anderes Gelege einige Gehminuten weiter, wurde dieses Datum nach zwei Monaten Brutzeit, als Schlupftag angesetzt. Da natürlich kleine Abweichungen in der Brutzeit vorkommen können, hatten wir uns bereits einen Tag vorher am späten Nachmittag am Gelege eingefunden und den Sonnenuntergang abgewartet.

    Meistens graben sich die Reptilien am frühen Abend aus dem Sand - seltener bei Tageslicht. Ein wichtiger Faktor ist auch der Wasserstand - bei Flut ist der Weg ins Meer deutlich kürzer und somit wesentlich ungefährlicher, da die Chance an den Fressfeinden ( hier am Strand vor allem große Krabben ) vorbeizukommen, steigt. Leider war unser Warten am 23. November vergebens und so fanden wir uns einen Tag später noch einmal zur selben Zeit an besagtem Gelege ein - abermals ohne das erhoffte Erlebnis. Am Morgen danach sagte man uns, als wir während des täglichen Strandspaziergangs wieder an der Stelle vorbei kamen, daß das Gelege tot sei - leider passiert so etwas manchmal!

    Unsere wohl letzte Hoffnung in diesem Urlaub einen Schlupf zu sehen, bot ein weiteres Nest, daß wiederum nicht weit entfernt vom "Leopard Beach Resort" war. Ein Einheimischer, der neben seinem Strandshop, auch auf dieses Gelege achtete, sagte uns, daß er am gleichen Tag spät nachmittags "Geburtshilfe" geben und die kleinen Schildkröten ausgraben würde. Das ist nicht unüblich - die Kleinen können so unter "Aufsicht" ihren gefährlichen Weg ins Lebens antreten und sind, bis sie das Meer erreicht haben, vor den zahlreichen, am Strand lauernden Fressfeinden weitestgehend geschützt.

    Tatsächlich konnten wir dann am gestrigen Spätnachmittag dieses Naturwunder miterleben. Es war schon äußerst beeindruckend, mit welchem Lebenswillen sich die nur knapp 20 Gramm schweren Schildies Richtung Meer kämpften. Als sie dann endlich, nach Minuten der Anstrengung, das erste Mal Wasser unter den kleinen Flossen gespürt hatten, wurden noch einmal die allerletzten Reserven mobilisiert um durch die Brandung zu kommen - ein wirklich berührender Moment! Nur ein ganz geringer Prozentteil der kleinen Schildkröten überlebt die ersten Tage im Meer - die allermeisten bei einem "normalen" Schlupf nicht einmal den gefährlichen Weg dorthin. Die Meisten der ganz Wenigen, die im Alter von ca. 15 Jahren ( so jedenfalls bei den "Unechten Karettschildkröten" von Gestern ) dann ihre Geschlechtsreife erlangen, werden versuchen wieder an den Platz ihrer "Geburt" zurück zu kommen. Alle zwei bis drei Jahre, um am "Diani Beach" oberhalb der Gezeitengrenze, im Schutz der Dunkelheit, in einer Sandgrube bis zu 120 Eier abzulegen.

    Über 50 Jahre können die kleinen "Caretta carettas" von Gestern alt werden. Wir hatten das große Glück und durften in ihren ersten Minuten dabei sei - Alles Gute für ein langes Leben, passt auf euch auf!
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  • Day15

    The gardens of Damascus!

    November 25, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 31 °C

    . Als das formelle Gespräch zu Ende ist und sich die beiden britischen Offiziere nach der höflichen Verabschiedung aufmachen, die Privatgemächer von Prinz Feisal zu verlassen, bittet der arabische Stammesfürst den jungen Leutnant Lawrence noch zu bleiben. "Ich sehne mich nach den Gärten von Damaskus" beginnt der Prinz die Unterhaltung. "Sie sind wunderschön" antwortet der Gegenüber und versetzt damit den Araber ins Staunen. "Waren Sie schon einmal dort"? "Nein", antwortet der Offizier, "aber ich habe gehört das sie es sind"!

    Die Unterhaltung der beiden Männer stammt aus dem Hollywood-Klassiker "Lawrence von Arabien" mit Peter O' Toole und Alec Guinness in einer der Hauptrollen. Als ich diesen Film vor sicherlich dreißig Jahren das erste Mal gesehen habe, fragte ich mich damals als junger Mann, warum diese Gärten so einen Ort der Sehnsucht für Prinz Feisal darstellen. Wenn ich nun jetzt viele, viele Jahre später - man sagt hier in der Landessprache zu einem Mann meines Alters "Mzee Hamekula Chuvi Nyingi" ( Er hat schon sehr viel Salz gegessen ) - durch die wunderschöne Parkanlage im Hotel wandle, kann ich es sehr gut verstehen. Während der Mittagshitze bieten die vielen großen Bäume, durch die am Tag die Affen und in der Nacht die Buschbabys toben, Schatten. Die verschiedenen Grüntöne und exotischen Blüten der üppigen Pflanzen, schaffen einen tollen Kontrast zum stahlblauen Himmel. Es ist wunderbar ruhig im "Hoteldschungel" - eine Wohltat für gestresste Ohren. Einmal treffe ich auf dem Weg zu unserem Zimmer große Ansammlungen von bunten Schmetterlingen, ein anderes Mal streiten sich Eidechsen am Weg. Ein leuchtend gelber Webervogel baut zur Zeit geschickt an seinem Nest. Früh am Morgen trifft sich im Schatten eines alten Baumes meistens der "Affenkindergarten" - zur gleichen Zeit patrollieren die älteren Artgenossen durch die Hotelanlage und "checken" die Lage. Einige Affenmütter haben erst kürzlich Nachwuchs bekommen und mich erstaunt, mit welcher Kraft sich schon jetzt die kleinen Primaten an ihre Mütter klammern.

    Fleißig kümmert sich eine Armada von Gärtnern um die Parklandschaft - gerade vorhin wurden einige große Kokosnusspalmen beschnitten. Eine sehr sportliche Leistung des Landschaftsgärtners, der dazu barfuß und ohne Hilfsmittel die über zehn Meter hohen Palmen hinauf steigt. Es gibt einfach immer etwas Interessantes zu entdecken. Ich bin mir ganz sicher - zurück im Alltag werde ich mich sehnen nach dem Garten vom "Leopard Beach Resort".
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  • Day14

    G'schichten aus'm Paulanergarten

    November 24, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 30 °C

    Im Footprint "Das Helfersyndrom" hatte ich ja bereits das Thema rührseelige Geschichten bedacht. So wie in freier Wildbahn, führen auch bei der "Jagd" auf naive Urlaubsgäste in den Hotels, die unterschiedlichsten Taktiken zum Erfolg - wenn auch nicht immer!

    Eine plumpe Rhetorik wie beispielsweise von "Sandro" ( einem der vielen "Beach Boys" ) erzielt allerdings selten das gewünschte Ergebnis. Während des üblichen Smalltalks am Strand, in dem immer irgendwie die Frage aufkommt, wie es dem Gegenüber so geht, kommt dann natürlich bei einigen Akteuren ( in diesem Beispiel bei Sandro ) eine Antwort, die man eigentlich nicht hören will! Das Business läuft furchtbar schlecht, kein Geld für nix ist da, schon gar nicht für Essen, Sandro hat ganz arg Hunger, Hunger ist nicht gut für Sandro, wäre toll wenn wir aus unserem Restaurant einmal eine Kleinigkeit mitbringen könnten usw, usw! Gehofft wird dabei natürlich weniger auf Lebensmittel, sondern vielmehr, daß aus Mitleid das mitgeführte Sortiment an Schnickschnack, zu weit übertriebenen Preisen einen Abnehmer findet.

    Etwas "feinsinniger" ist da auf jeden Fall die herzerweichende Geschichte von der schwerkranken Mutti, die unbedingt ärztliche Versorgung bräuchte. Gerne wird diese Taktik ab und an auch von Serviceangestellten in den Hotels genutzt, die über viele Tage zu "ausgewählten" Gäste eine lockere Bindung aufgebaut haben. Eines Morgens - sehr oft gegen Ende des Urlaubs - ist dann z.B beim Frühstück, ein auffallend bedrückter Kellner anzutreffen. Da dieser ja sonst immer mit bester Laune unterwegs war, wird nicht selten nachgefragt, ob alles in Ordnung sei. Jetzt kommt die "kranke" Mutti ins Spiel - genauso vor Kurzem geschehen bei "Paul und Petra" - die "Spinne" hat Ihre Beute nun im Netz!

    Geradezu "subtil" - allerdings nur zu Beginn - ist die "G'schichte aus'm Paulanergarten" die uns einer der Kellner kürzlich beim Frühstück erzählt hatte. Auf meine Frage, wie denn Gestern sein freier Tag war, öffnete ich die "Büchse der Pandora". "Thomas" ( nennen wir ihn einfach Mal so ) hatte geradezu Dramatisches erlebt. Nach der Fahrt in einem Tuk Tuk ( ein kleines motorisiertes Dreirad, daß hier als Taxi eingesetzt wird ) hatte er bemerkt, daß während der Fahrt wohl sein Handy aus der Hosentasche gerutscht sein mußte. Vergebens wurde versucht, über die zuständige "Tuk Tuk-Zentrale" den Fahrer des Gefährts ausfindig zu machen. Ohne Erfolg machte sich dann "Thomas" auf den Weg, den Verlust in der nächsten Polizei Station anzuzeigen - soweit so gut!

    So.......und jetzt kommt's: Man musste "Thomas" dort leider mitteilen, daß die Zuständigkeit für derartige Verlustanzeigen outgesourst wurde und zwar......in die Hauptstadt Nairobi ( gefühlt zwei Tagesreisen entfernt )! Dort gäbe es, und nur dort, die landesweit einzig staatlich authorisierte "Ichhabmeinhandyimtuktukverloren" Anzeigenaufnahmestelle. Ist natürlich schon grausam, wenn man(n) dafür von Ukunda durch das ganze Land reisen muß. Bleibt für alle Kenianer zu hoffen, daß die Landesregierung die Dienstleistungen der fernen Behörde gebündelt hat mit - sagen wir Mal - der Anzeigenaufnahmestelle für "Mirwurdemeinhandyvomaffengestohlen". Da "Thomas" aus Zeitgründen nicht nach Nairobi fahren kann ( die genannte Behörde hat wohl bedauerlicherweise auch keinen Telefonanschluss ), muß er den Verlust wohl auf sich beruhen lassen und ist eben fortan leider nicht mehr mobil erreichbar. Man kann sich denken, wohin das Ganze jetzt führt. Sorry "Thomas" - tolle Geschichte - aber manchmal ist Weniger einfach Mehr!

    Ganz wichtig als Nachtrag: Die allermeisten Kenianer denen wir bis jetzt begegnet sind, waren extrem freundlich und hilfsbereit. Leider gibt es überall, so auch hier "Schwarze Schafe" - in diesem Fall trifft die Beschreibung doppelt zu!
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  • Day13

    Sisyphos, crabs and sand art!

    November 23, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 31 °C

    Wegen diverser Frevel, sowie dem Verrat an Göttervater Zeus, wurde Sisyphos laut griechischer Mythologie, von Hermes.....( Gott der Päckchen und Pakete.....Sorry, kleiner Schenkelklopfer - der passte einfach zu gut ) in die Unterwelt verbannt. Fortan wurde er dort zur tragischen Figur, da er als Strafe für seine Vergehen gezwungen wurde, bis auf alle Ewigkeit immer wieder einen riesigen Felsbrocken bergauf zu wälzen - nur um festzustellen, daß dieser kurz vor dem Gipfel ebenso regelmäßig wieder zurück ins Tal rollt. Eine schwere, wenig ertragreiche Tätigkeit ohne absehbares Ende, wird deshalb in Anlehnung an diesen Mythos "Sisyphusarbeit" genannt.

    Welche Frevel die Sandkugelkrabben ( Scopimera globosa ) in vergangen Zeiten begannen haben, bleibt wohl ewig ein Geheimnis. Ein ähnliches "Schicksal" wie Sisyphos, bleibt den winzigen Tierchen trotzdem als Bürde.

    Wenn bei fortgeschrittener Ebbe der Strand immer breiter und der Sand trockener wird, regen sich bei genauem Hinsehen, unendlich viele, fleißige Minikrabben. Kaum einen Zentimeter groß, verbringen sie wahre Wunder! Während der Flut im Sand verborgen, erscheinen sie bei Ebbe an der Oberfläche. Unermüdlich wird der Sand, in dem sich während des Hochwassers wieder Nährstoffe angereichert haben, "durchgekaut". Das so verwertete Material wird danach zu winzig kleinen Kügelchen geformt und aus der unterirdischen Behausung gerollt. Nach ca. sechs Stunden kommt die Flut natürlich zurück und die mühsame Nahrungsaufnahme ruht bis zur nächsten Ebbe. Als Nebenprodukt entstehen in jeder "Arbeitsschicht" durch die unzähligen Sandkügelchen wahre Kunstwerke auf dem Sand, die dann durch das steigende Wasser wieder verschwinden - eine wahre Sisyphusarbeit! Fast entsteht der Eindruck, daß die winzigen Künstler ganz verschiedene, kreative Workshops besucht haben. Während an bestimmten Stellen die Kügelchen in Form einer Palme drapiert werden, finden sich schon wenige Meter weiter auffallend viele Fächer- oder Shrimps-Muster. Ab und zu sind unter den "Künstlern" auch Grobmotoriker zu finden, die einfach einen großen, wenig ansprechenden Haufen an Sandkügelchen hinterlassen.

    Jedenfalls bleibt die Erkenntnis, daß Kunst im Auge des Betrachters liegt, auch bei dieser Spezie bestehen.
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  • Day12

    "Raid" in the afternoon!

    November 22, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 29 °C

    Nachdem wir ( eigentlich eher ich ) nach Tagen des Abwägens aller Eventualitäten, unter Berücksichtigung verhaltensauffälliger Miturlauber und eines wertigen Raum / Aussichtsverhältnisses den für uns ( eigentlich eher für mich ) besten Liegeplatz am Strand gefunden hatten, konnten wir natürlich nicht ahnen, das sich selbiger einmal zum "Tatort" wandeln würde.

    Seit einigen Tagen gehe ich nachmittags einer Gewohnheit nach, die Susi heute fast zum Verhängnis wurde. Während ich mir zu dieser Zeit in unserem Zimmer ein Käffchen zu bereite, mit dem ich dann zurück an den Strand komme, bleibt Frau Stoof immer alleine lesend zurück. Vorab sei allerdings gesagt, die komplette Schuld auf mich zu nehmen, bin ich nicht bereit!

    Susi hatte sich am Frühstücksbuffet wieder einmal für den Nachmittagssnack am Strand Bananen gediebt. In meiner Abwesenheit war es dann für sie an der Zeit, eine der Bananen heimlich aus ihrem Rucksack zu nehmen und zu verspeisen. Wohl wissend, daß der listige "Feind" überall lauert, hatte sie die Südfrucht ganz bewusst mit ihrem Körper während des Verzehrs abgeschirmt. Vergebens, die "Grünen Meerkatzen" wurden auf die List aufmerksam und schickten einen ihrer dominantesten Männchen los, das plötzlich keinen Meter von Susi entfernt, hinter ihr auf derselben Sonnenliege lauernd, auf seine Chance wartete. Mutiges Abwehrverhalten, lautes Schreien und fliegende Flip Flops zeigten keinerlei Wirkung. Im Gegenteil, der selbstbewußte Primate startete eine neue Offensive, drohte und griff sogar Susi an. Wohl wissend, daß sich im Rucksack eine weitere Banane befindet, versuchte er rasch den Reißverschluß zu öffnen. Als dies mißglückte, schnappte sich der Dieb einfach den Rucksack und versuchte, mit seiner Beute zu entkommen.

    Mittlerweile kamen Susi Urlauber zu Hilfe, aber erst das resolute Auftreten des "Affenbeauftragten" am "Tatort", entschärfte die Situation und der kriminelle Affe suchte das Weite. Abenteuer in der Ferne :-)!
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  • Day11

    The "helper syndrome"!

    November 21, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 29 °C

    Das Reisen in Ländern der sogenannten "Dritten Welt", wie z.B auch nach Kenia, löst bei Urlaubern immer wieder - etwas Empathie vorausgesetzt - das Helfersyndrom aus.

    Durch jahrelange Beeinflussung der Medien - ganz besonders in der Vorweihnachtszeit - wird weiterhin mit großem Erfolg für die allgemein bekannten Hilfsorganisationen versucht, uns mit traurigen Bildern für großzügige Spenden zu sensibilisieren. Derart "erzogen", vergessen oder verdrängen wir oft, welche gewaltigen Summen minutenlange Werbeblöcke und riesige Verwaltungsapparate verschlingen - nur ein Bruchteil der Spenden kommt wirklich bei den Bedürftigen an. Viele die helfen möchten, lehnen das Spenden an eine der Organisationen eben aus diesen Gründen ab, oder es ist ihnen einfach zu unpersönlich. Der Wunsch direkt zu helfen und damit zu wissen, an wen und für welchen Zweck die Geldspende geht, ist nachvollziehbar - und damit bin ich jetzt beim Thema!

    Wohl jeder hat schon einmal Geschichten gehört, in denen Leichtgläubigen aufgrund irgendeiner rührseeligen Story, Geld aus den Taschen gezogen wurde. In solchen Momenten fällt es schwer zu glauben, daß erwachsene Menschen derart einfältig sein können. Es ist doch allgemein bekannt, daß es in besagten Ländern eine regelrechte Zunft von Märchenerzählern gibt, die auf Schienen von Mitleid unterwegs sind. Vielleicht sind solch rührseelige Geschichten aber unwahr, oder nur überzogen dargestellt?! An dieser Stelle sei gesagt - das wahre Leben braucht keine Übertreibungen!

    Nennen wir die folgenden Protagonisten einfach mal "Bernd und Beate" - zwei etwas weltfremde Anfangfünfziger aus Thüringen, die Anfang 2017 das erste Mal an den "Diani Beach" gereist sind. Ein Strandboy hat es doch tatsächlich geschafft, den beiden damals bis zum Ende ihres Urlaubs über 3000 € für den "Ausbau" seines Hauses, sowie weitere Geldspenden für diverse Einkäufe im Supermarkt, Kleidung, Schuhe und Schulmaterial für die Kinder aus der Tasche zu ziehen - ganz zu schweigen von einer mehrtätigen Gratissafari, bei der der schlaue Bursche als "Reiseleiter" und "Dolmetscher" mit dabei war und dafür auch noch, nach Meinung der Thüringer, angemessen entlohnt wurde. Zweifelsohne eine rhetorische Meisterleistung des Kenianers - Respekt!

    Nach einem Besuch im "Haus" des Muslimen letztes Jahr, war für Bernd und Beate alles Weitere klar - das Projekt "Safe the World" kam ins Rollen! Man muß sich darüber klar sein, was ein Kenianer ohne Schulbildung im Monat durchschnittlich verdient - keine 100 €! Bei dieser großzügigen Spende, bekam der Glückliche einfach mal kurz über drei Jahresgehälter geschenkt und die Geschichte geht ja noch weiter!

    Zurück in Deutschland wurde in den letzten Monaten weiterhin Geld gesammelt - die Kinderschar der produktiven Eltern hat ja ohne Schulbildung keinerlei Perspektiven, Mutti ist gesundheitlich stark angeschlagen ( kostspielige Behandlungen stehen an ) und weitere wichtige Anschaffungen müssen dringend getätigt werden. Der "Beach Boy" hat wahrhaftig Santa Claus gefunden - und wird diesen sicherlich nicht so schnell verlieren!

    Sprachlos über soviel Naivität, habe ich den Erzählungen der Beiden einfach nur kommentarlos zugehört - anscheinend einer man ganz seltenen Tage! Nicht einmal ansatzweise kam den Thüringern der Gedanke, daß irgendwas an der ganzen Sache unstimmig sein könnte. Im Gegenteil, sie sind sich absolut sicher, daß die Initiative ausschließlich von ihnen ausging. "Wir glauben an das Gute im Menschen" - so der Erklärungsversuch!

    Ein weiteres Pärchen "Paul und Petra", zufälligerweise auch aus Thüringen, die ebenfalls die Geschichte erzählt bekommen hatten, waren wie wir, ganz fassungslos über soviel Einfältigkeit. Aber genau dieses Pärchen, hat dann einen Tag später, einem Hotelangestellten, der dringend Geld für die ebenfalls "kranke" Mutti brauchte, diskret 150 € am Strand zugesteckt. Wohl gemerkt, ohne jeglichen Beleg für die traurige Geschichte - einfach mal so! Ein sehr guter Monat für die "kränkelnde" Mutter - oder doch eher für den "liebevollen" Sohn? Das Leben kann so wundervoll sein - für rhetorisch Begabte! Ohne weiteren Kommentar 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️!
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  • Day11

    Joice, Marinda and their business

    November 21, 2017 in Kenya ⋅ ⛅ 29 °C

    Vorgestern habe ich ja recht ausführlich und ironisch über die Verhaltensweisen der "Beach Boys" berichtet. Das es bei den Strandverkäufern aber auch sehr entspannt zugehen kann, sieht man am Beispiel von Joice und Marinda.

    Der aufmerksame Tourist stellt sehr schnell fest, daß die Frauen die am "Diani Beach" ebenfalls ihren Geschäften nachgehen, eine ganz andere Strategie "verfolgen". Sie sind einfach nur freundlich - die Akquise ist angenehm und zurückhaltend. Von zwei Damen möchte ich stellvertretend erzählen:

    Joice "macht in" Specksteinfiguren - ihren kleinen Shop ( eigentlich mehr eine verfallene Bretterbude mit Vierkanthölzern im Sand als "Regale" ) betreibt sie mittlerweile seit zehn Jahren. Die Mitvierzigerin kauft die hübschen Figuren in Kisii, einer größeren Stadt im Westen Kenias ein. Rund 15000 Menschen leben dort vom traditionellen Handwerk des Specksteinschnitzens. Die Figuren werden dann direkt am Strand ( deutlich günstiger als z.B bei uns im Hotel ) an vorbeilaufende Touristen verkauft. Durch ihr offenes, freundliches Wesen, hat sie zumindest uns als treue Kunden gewinnen können.

    Nur wenige hundert Meter weiter am Strand, finden wir wieder einmal Marinda im Sand sitzen. In mühevoller, geduldiger Handarbeit flechtet sie Kettchen, Armbänder, aber auch - teils aus reinen Naturmaterialien - Taschen in verschiedenen Größen. Die ältere Dame ist einfach nur herzlich und winkt immer überschwänglich wenn wir vorbeilaufen - vollkommen egal, ob wir etwas bei ihr kaufen, oder nur kurz miteinander sprechen.

    Die "Beach Boys" sollten sich an den beiden Frauen ein Beispiel nehmen - so funktioniert Business am Strand!
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