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  • Day15

    A long life begins.....

    November 25, 2017 in Kenya ⋅ 🌙 27 °C

    Irgendwie sollte es bisher nicht sein, daß wir trotz einiger Schildkrötennester ganz in der Nähe unseres Hotels, daß Schlüpfen der kleinen Reptilien miterleben dürfen.

    Nachdem wir gleich zu Beginn unseres Urlaubs einen Schlupf nur wenige hundert Meter von unserem Strandabschnitt entfernt verpasst hatten, fieberten wir die letzten Tage dem 24. November entgegen. Für ein anderes Gelege einige Gehminuten weiter, wurde dieses Datum nach zwei Monaten Brutzeit, als Schlupftag angesetzt. Da natürlich kleine Abweichungen in der Brutzeit vorkommen können, hatten wir uns bereits einen Tag vorher am späten Nachmittag am Gelege eingefunden und den Sonnenuntergang abgewartet.

    Meistens graben sich die Reptilien am frühen Abend aus dem Sand - seltener bei Tageslicht. Ein wichtiger Faktor ist auch der Wasserstand - bei Flut ist der Weg ins Meer deutlich kürzer und somit wesentlich ungefährlicher, da die Chance an den Fressfeinden ( hier am Strand vor allem große Krabben ) vorbeizukommen, steigt. Leider war unser Warten am 23. November vergebens und so fanden wir uns einen Tag später noch einmal zur selben Zeit an besagtem Gelege ein - abermals ohne das erhoffte Erlebnis. Am Morgen danach sagte man uns, als wir während des täglichen Strandspaziergangs wieder an der Stelle vorbei kamen, daß das Gelege tot sei - leider passiert so etwas manchmal!

    Unsere wohl letzte Hoffnung in diesem Urlaub einen Schlupf zu sehen, bot ein weiteres Nest, daß wiederum nicht weit entfernt vom "Leopard Beach Resort" war. Ein Einheimischer, der neben seinem Strandshop, auch auf dieses Gelege achtete, sagte uns, daß er am gleichen Tag spät nachmittags "Geburtshilfe" geben und die kleinen Schildkröten ausgraben würde. Das ist nicht unüblich - die Kleinen können so unter "Aufsicht" ihren gefährlichen Weg ins Lebens antreten und sind, bis sie das Meer erreicht haben, vor den zahlreichen, am Strand lauernden Fressfeinden weitestgehend geschützt.

    Tatsächlich konnten wir dann am gestrigen Spätnachmittag dieses Naturwunder miterleben. Es war schon äußerst beeindruckend, mit welchem Lebenswillen sich die nur knapp 20 Gramm schweren Schildies Richtung Meer kämpften. Als sie dann endlich, nach Minuten der Anstrengung, das erste Mal Wasser unter den kleinen Flossen gespürt hatten, wurden noch einmal die allerletzten Reserven mobilisiert um durch die Brandung zu kommen - ein wirklich berührender Moment! Nur ein ganz geringer Prozentteil der kleinen Schildkröten überlebt die ersten Tage im Meer - die allermeisten bei einem "normalen" Schlupf nicht einmal den gefährlichen Weg dorthin. Die Meisten der ganz Wenigen, die im Alter von ca. 15 Jahren ( so jedenfalls bei den "Unechten Karettschildkröten" von Gestern ) dann ihre Geschlechtsreife erlangen, werden versuchen wieder an den Platz ihrer "Geburt" zurück zu kommen. Alle zwei bis drei Jahre, um am "Diani Beach" oberhalb der Gezeitengrenze, im Schutz der Dunkelheit, in einer Sandgrube bis zu 120 Eier abzulegen.

    Über 50 Jahre können die kleinen "Caretta carettas" von Gestern alt werden. Wir hatten das große Glück und durften in ihren ersten Minuten dabei sei - Alles Gute für ein langes Leben, passt auf euch auf!
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