Durch Regenvorhänge nach Dominica
March 28 in Dominica ⋅ ☁️ 26 °C
Gestern Morgen starteten Richi und Markus mit einer Runde Schnorcheln, während Eva und ich an Bord blieben und das Schiff hüteten wie zwei faule Kapitäne.
Danach hieß es: Anker los für die Fahrt nach Basse-Terre – Rivière Sens. Dort hatten wir einen Hafenplatz reserviert.
Wir durchqueren einen Squall – diese plötzlichen, dunklen Regenschauer, die aus dem Nichts kommen und uns ordentlich nass machen. Mal prasselt es nur leicht, mal werden wir richtig durchgeweicht, als wollte der Atlantik uns persönlich abduschen. Salzwasser von unten, Süßwasser von oben. Karibik-Dusche deluxe.
Nach knapp zwei Stunden segeln legen wir an, vertäuen das Schiff und fühlen uns kurz wie Profis.
Als Erstes steht die Ausklarierung an. Wir wollen morgen weiter nach Dominica – außerhalb Europa – also müssen wir uns offiziell abmelden. Papierkram auf Karibisch.
Dann folgt das volle Programm: Wäsche waschen, einkaufen, Schiff putzen, Wasser bunkern und alles für die nächste Überfahrt vorbereiten. Ein richtiger „Hausputz auf hoher See“-Tag.
Die Nacht wird laut. In einer Hafenbar findet Karaoke statt – und die Sänger meinen es ernst. Mir bluten teilweise die Ohren. Von 1 bis 3 Uhr nachts liege ich wach, lese bei Taschenlampenlicht und habe das Gefühl, die Party findet direkt in unserer Kabine statt. Schlaf? Fehlanzeige.
Morgen früh ist Tagwacht. Wir wollen zeitig los. Etwas müde quäle ich mich aus der Koje, schlüpfe in Shorts und T-Shirt und hole mir als Erstes mein Lebenselixier: Kaffee. Ohne den läuft gar nichts.
Um 8:45 Uhr legen wir ab. Es hat Wind – juhuuu! Wir segeln richtig, die Segel sind prall. Die Wellen sind noch klein und freundlich. Wir kommen gut voran.
Doch sobald wir die Îles des Saintes (Terre de Bas und Terre de Haut) hinter uns lassen, ändert sich das Meer schlagartig. Die Wellen kommen jetzt frontal und werden deutlich größer. Unser Schiff schaukelt auf und ab wie eine Nussschale auf der Achterbahn.
Um 16:00 Uhr erreichen wir Portsmouth auf Dominica. Als Erstes geht’s zum Zoll zum Einchecken. Danach tuckern wir mit dem Dingi an Land, klettern an den Ponton und marschieren los.
Wir sind hier die einzigen Weißen im Umkreis von Kilometern. Aber: Hier lebt die Insel! Musik dröhnte aus Häusern und aus getunten Autos, die mit wummernden Bässen durch die engen Gassen bretterten. Die Häuser strahlten bunt und trotzig – aber man sieht überall die Narben der letzten Hurrikane.
Wir spazieren durch den pulsierenden Ort, melden uns bei der Polizei an und suchen einen Rent-a-Car-Laden. Ganz hinten im Dorf werden wir fündig. Ab morgen sind wir zwei Tage mit dem Auto unterwegs – Freiheit pur.
Zum Abschluss des Tages landen wir in einem Steakhouse, genehmigen uns einen kühlen Apero und bestaunen einen grandiosen Sonnenuntergang über dem Hafen.
Müde, aber zufrieden.
Dominica, wir sind da.
Und morgen geht’s richtig auf Entdeckungstour.Read more





















