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  • Day15

    Tag 12 – Col de la Forclaz

    July 27, 2016 in France ⋅ ⛅ 13 °C

    Frühstück 7:30 Uhr Abmarsch 8:00 Uhr

    Zuerst will ich nach Seythenex zur Grotte und Cascade (Wasserfall). Dort angekommen stelle ich fest, dass die „Attraktion“ erst 1 Stunde später aufmacht. Also – war wohl nichts mit Touristenrummel. Weiter geht es nach Faverges. Dort komme ich zuerst zum Schloss/Burg das aber nicht besucht werden kann. Ist wohl ein Heim oder Sanatorium. Also weiter den Weg hinab in die Stadt. Ich brauche nämlich einen Geldautomaten, meine Barreserven sind alle. Ich nehme die erste Bank an der ich vorbei komme und hebe Geld ab. Aus der Bank heraus, stehe ich auf der Hauptstraße mitten im Marktgeschehen. Heute ist Markttag in Faverges und da wird die ganze lange Hauptstraße dafür benützt.
    Es gibt nichts, was man hier nicht kaufen kann. Schon interessant. Wenn man aber erst gefrühstückt hatte, locken die Köstlichkeiten und Düfte die in die Nase steigen kaum. Ich laufe langsam an den Ständen vorbei und beobachte auch die Leute.

    Aus der Stadt raus geht es einige km auf einem zweispurigen Radweg entlang. Also die Franzosen sind schon fahrradverrückt! Was mir da alles entgegen kommt oder von hinten überholt. Dann biegt mein Weg ab vom Radweg und schwenkt in eine Schlucht ein, die dschungelartig zum Teil wild aussieht.

    Das Wasser des Baches geht wohl öfter über die Ufer, denn es gibt Wegüberschwemmungen und die nötigen Umgehungen dazu. Dann zieht der Weg endlich den Berg hinauf. Irgendwann musste er ja kommen – der Anstieg auf den Col de la Forclaz. 3 1/2 Std. sollte das nun aufwärts gehen. Dann überholt mich ein Mann mit seinem Paraschirm auf dem Rücken. Ich sage Bon Jour aber er erkennt wohl gleich, dass ich Deutscher bin und wir kommen ins Gespräch. Er heißt Peter und ist Schwabe aus Ludwigsburg und hier allein um zu Fliegen.
    Wir laufen eine ganze Weile hintereinander und er hatte viel zu erzählen. Als es dann wieder steiler wird, kann ich sein Tempo nicht mehr halten und er zieht alleine weiter. Nach einiger Zeit dringt das Geräusch von Autos an mein Ohr. Es kann also nicht mehr weit sein. Die Stimmen der Leute werden auch immer lauter und es ist ein riesen Spektakel auf diesem Pass.
    In einer Bar ein paar Meter oberhalb der Passstraße setzt ich mich auf die Terrasse unter einen Sonnenschirm und bestelle mein obligatorisches Cola+Bier.

    Schnell will ich dem Trubel wieder entkommen und verschwinde auch bald wieder nachdem ich noch einige Fotos aufgenommen hatte. Es ist richtig angenehm dem Lautstärkepegel wieder zu entkommen und in die Einsamkeit der Savoischen Hochtäler einzutauchen. Noch einige Höhenmeter, da sagt mein Smartphon „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ und ich stehe vor dem „Refuge de Pre Verel“.

    Diese Hütte hatte ich mir ausgesucht um dort zu übernachten. Dort steht aber auch ein Schild in französisch „Wir machen Pause bis 18 Uhr“. In der Küche ist aber noch jemand beschäftigt und ist so freundlich, mir noch etwas zu trinken zu geben. Ich nutze die Gelegenheit auch gleich Bett, Abendessen und Frühstück zu klären. Denn das Frühstück morgen wird mein Geburtstagsfrühstück sein. Jetzt aber zum Abendessen. Das war der Hammer! Es gab Filetstückchen auf Kartoffelbrei und gedünsteten flachen Bohnen mit einer herrlichen dunklen Soße und danach noch eine feines süßes Dessert. Herrlich! Dazu ein Viertel Rosewein und ein Cafe wie ihn die Franzosen trinken. Ein gelungenes Menü am Vorabend zu meinem Geburtstag.
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