Auf den Spuren meiner hugenottischen Vorfahren überquere ich die französischen Alpen vom Piemont bis nach Genf, quer durchs Queyras.
  • Day18

    Video-Bericht über die Wanderung

    July 30, 2016 in Switzerland ⋅ ☀️ 16 °C

    Nun ist er fertig – der Video-Bericht über meine abgebrochene Wanderung vom Juli 2016. Ich wollte ja 1060km vom Piemont nach Hause marschieren. Dass es nicht klappte, konnte man ja in der Pforzheimer Zeitung lesen.

    Was ich erlebte und wie es mir auf den Alpen-Etappen erging, kann man hier in dieser jetzt fertigen Fotoshow sehen – wenn man 40 Minuten Zeit hat 😉
    Also viel Spaß beim Anschauen.
    https://youtu.be/IuZ5vqqgFAQ
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  • Day18

    Tag 15 - Seléve - Abbruch der Wanderung

    July 30, 2016 in Switzerland ⋅ ☀️ 16 °C

    Aufstehen 6:00 Uhr – Abmarsch 6:45 Uhr

    Es beginnt ein schweißtreibender Marsch zur Seilbahn. Problem ist, dass ich kaum noch Trinkwasser habe und in Croisette keine Bar geöffnet war und auch kein Brunnen vorhanden war. Irgendwann musste ich Wasser abkochen und mir eine Suppe machen, dass ich wenigstens eine Kleinigkeit zu essen hatte und auch Flüssigkeit zu mir nehmen konnte. Noch 1 Stunde bis zur Seilbahn stand am Schild und die Sonne brennt auf den Kopf. Endlich kommt die Bergstation in Sicht – Ein Kiosk kurz vorher wird mir das letzte Cola + Bier auf meiner Tour verkaufen und meine leere Wasserflasche ersetze ich durch eine frische kühle Vittel – Flasche.

    Ich hatte in den letzten Tagen mit mir gekämpft und gerungen aber letztlich doch beschlossen in Genf mein Projekt zu beenden. Der Zustand meines Knöchels ließ keine andere Entscheidung mehr zu.
    Also Runterfahrt mit der Seilbahn. Ein paar Meter über die Schweizer Grenze zur Bushaltestelle laufen. Mit dem Bus zum Genfer Hauptbahnhof.
    Dort eine Fahrkarte gekauft und eine Viertelstunde später saß ich im Zug Richtung Heimat. Über Biel – Basel – Karlsruhe gelangte ich bis abends 18 Uhr nach Pforzheim zurück, wo mich mein Schatz am Bahnhof abholte.

    Im Zug noch in Genf informierte ich meine treuen WhatsApp Mitwanderer über meine Entscheidung.
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    Traveler

    Schade, dass es so enden musste. Aber ich bin mir sicher, ohne diesen Unfall hättest du es geschafft.

    10/5/20Reply
     
  • Day17

    Tag 14 – Allonzier la Caille

    July 29, 2016 in France ⋅ ☀️ 11 °C

    Aufstehen 6:15 Uhr – Abmarsch 7:30 Uhr

    Um die 11. Etappe zu beenden musste ich am heutigen Tag erst noch ein paar Kilometer auf einem zweispurigen Radweg laufen.

    Das würde es in Deutschland nicht geben. Die Bergspur des Radweges wurde an einer besonders steilen Stelle sogar mit einer Serpentine gebaut. Man fasst es nicht! Ab Argonay musste ich mich durch mannshohes Gras durch ein dschungelähnliches Tal den Berg hochkämpfen. Auf einer grünen, sonnenbeschienenen Wiese trockne ich mein T-Shirt und legte das Solarmodul in die volle Sonne. Von dort aus lief ich lieber der Straße nach bis nach Allonzier la Caille. Dort fand ich nach kurzer Suche das Restaurant L’Evidence wo ich mir eine Paste Salmone auswählte und einen grünen Salat dazu. Der Hitze wegen natürlich auch ein kühles C+B

    Von Allonzier stieg die Strecke wieder an, bis eine gewaltige Schlucht per Hängebrücke überwunden werden musste. Die Hängebrücke „Pont de la Caille“ war nur für Fußgänger.

    Für den normalen Autoverkehr hatte man daneben eine moderne Betonbrücke gebaut. Weiter den Berg hinauf nach Le Noiret und schließlich nach Cruseilles, das wohl ein kleines Touristennest ist. Lautsprechermusikbeschallung in der Straße, viel Verkehr. Eine Bar auf der anderen Straßenseite zieht mich an und im Schatten auf der Terrasse genieße ich ein kühles Cola+Bier. Mittlerweile habe ich schon wieder 800 Höhenmeter erreicht, muss aber bis auf 1300 Meter Höhe hinauf. In der Bar spreche ich mit einem Rumänen, der in den neunziger Jahren wohl in Karlsruhe Maxau gelebt und gearbeitet hatte. Deshalb sprach er auch Deutsch. Ich verabschiede mich von ihm und starte meinen Aufstieg. Um 18.30 Uhr stehe ich auf dem höchsten Punkt und genieße eine herrliche Fernsicht nach Osten und Westen.

    Ein paar Meter steige ich danach wieder ab und finde in einem Wald wieder einen Platz für mein Zelt. Die fehlenden Kilometer zur Bergstation der Seilbahn lege ich morgen früh zurück, dann geht es in die Schweiz. Ich weiß eigentlich gar nicht genau wo die Grenze verläuft, aber – das werd ich ja dann schon sehen.
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  • Day16

    Tag 13 – See von Annecy

    July 28, 2016 in France ⋅ ⛅ 14 °C

    Zuerst genieße ich mein Geburtstagsfrühstück, das mir im Korb ins Lager gestellt wurde, da ich früh starten wollte.

    Abmarsch 7:25 Uhr
    Als erstes zum Warmwerden der Anstieg hinauf auf den Pass zum Chalet de l’Aulp.

    Auf einen Punkt am Himmel werde ich recht früh aufmerksam, weil ich diesen Anblick viel öfter genossen habe.

    Ein Heißluftballon schwebte am frühen Morgenhimmel. Ich konnte das Gefühl der Passagiere in Korb sehr gut nachempfinden, weil ich selber 21 Jahre meines Lebens Heißluftballon als Pilot gefahren bin.
    Auf einer kleinen Anhöhe hinter dem Gasthof kann auch ich Fußgänger das Panorama genießen und fotografieren. Dann aber begann er, der längste Abstieg meiner Tour. Anstrengend ohne Ende, immer wieder rauf und runter. Schluchten mussten überwunden werden und man meinte es höre nicht auf. Gottseidank hab ich meinen Weg immer gefunden. Bevor ich Bluffy erreichte, war da vorher noch ein Paraglider-Startplatz über dem See.

    Hier musste der Start wohl angemeldet werden, da so ein riesiger Andrang an Fliegern herrschte. Von Bluffy kam man hinunter an den See, also in die Nähe des Sees. Am See entlang laufen? Weit gefehlt! Alles „PRIVEE!“ also alles privat. Das ganze Seeufer entlang war Privatbesitz. Nur an zwei drei Stellen konnte die Allgemeinheit bis ans Ufer vordringen und dort auch baden. Mitten im Ort gelangte mein Wanderweg bis ans Ufer vor und dort war ein Badestrand angelegt mit Lokalen, wo man auch essen konnte. Auf einer Sitzbank am Ufer stellte ich meinen Rucksack ab, zog meine Schuhe aus und relaxte eine halbe Stunde bevor ich ein paar Meter weiter zog. Beim Jachthafen gab es nämlich ein Restaurant, das eine interessante Speisekarte hatte und dort setzte ich mich in den Schatten und bestellte mir einen Salat und ein Cola, bei der Hitze wollte ich kein Bier trinken.

    Nach dem Essen wanderte ich auf dem Radweg nach Annecy le Vieux um dort wieder auf meine Planstrecke zu kommen, von der ich wegen der Hitze ein wenig abgewichen war. Gegen 16:30 Uhr gings aus dem Ort hinaus und durch einen Hohlweg, in dem es schön kühl war, steuerte ich mein nächstes Übernachtungswäldchen an. Dort fand ich nach kurzer Umschau einen guten Platz und baute mein Zelt dort auf. Ausruhen, Einrichten, Notizen und WhatsApp waren wie immer die Reihe der Tätigkeiten die nun folgten. Heute etwas mehr Arbeit beim Beantworten, wegen der vielen Geburtstagsgratulationen übers Internet.
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  • Day15

    Tag 12 – Col de la Forclaz

    July 27, 2016 in France ⋅ ⛅ 13 °C

    Frühstück 7:30 Uhr Abmarsch 8:00 Uhr

    Zuerst will ich nach Seythenex zur Grotte und Cascade (Wasserfall). Dort angekommen stelle ich fest, dass die „Attraktion“ erst 1 Stunde später aufmacht. Also – war wohl nichts mit Touristenrummel. Weiter geht es nach Faverges. Dort komme ich zuerst zum Schloss/Burg das aber nicht besucht werden kann. Ist wohl ein Heim oder Sanatorium. Also weiter den Weg hinab in die Stadt. Ich brauche nämlich einen Geldautomaten, meine Barreserven sind alle. Ich nehme die erste Bank an der ich vorbei komme und hebe Geld ab. Aus der Bank heraus, stehe ich auf der Hauptstraße mitten im Marktgeschehen. Heute ist Markttag in Faverges und da wird die ganze lange Hauptstraße dafür benützt.
    Es gibt nichts, was man hier nicht kaufen kann. Schon interessant. Wenn man aber erst gefrühstückt hatte, locken die Köstlichkeiten und Düfte die in die Nase steigen kaum. Ich laufe langsam an den Ständen vorbei und beobachte auch die Leute.

    Aus der Stadt raus geht es einige km auf einem zweispurigen Radweg entlang. Also die Franzosen sind schon fahrradverrückt! Was mir da alles entgegen kommt oder von hinten überholt. Dann biegt mein Weg ab vom Radweg und schwenkt in eine Schlucht ein, die dschungelartig zum Teil wild aussieht.

    Das Wasser des Baches geht wohl öfter über die Ufer, denn es gibt Wegüberschwemmungen und die nötigen Umgehungen dazu. Dann zieht der Weg endlich den Berg hinauf. Irgendwann musste er ja kommen – der Anstieg auf den Col de la Forclaz. 3 1/2 Std. sollte das nun aufwärts gehen. Dann überholt mich ein Mann mit seinem Paraschirm auf dem Rücken. Ich sage Bon Jour aber er erkennt wohl gleich, dass ich Deutscher bin und wir kommen ins Gespräch. Er heißt Peter und ist Schwabe aus Ludwigsburg und hier allein um zu Fliegen.
    Wir laufen eine ganze Weile hintereinander und er hatte viel zu erzählen. Als es dann wieder steiler wird, kann ich sein Tempo nicht mehr halten und er zieht alleine weiter. Nach einiger Zeit dringt das Geräusch von Autos an mein Ohr. Es kann also nicht mehr weit sein. Die Stimmen der Leute werden auch immer lauter und es ist ein riesen Spektakel auf diesem Pass.
    In einer Bar ein paar Meter oberhalb der Passstraße setzt ich mich auf die Terrasse unter einen Sonnenschirm und bestelle mein obligatorisches Cola+Bier.

    Schnell will ich dem Trubel wieder entkommen und verschwinde auch bald wieder nachdem ich noch einige Fotos aufgenommen hatte. Es ist richtig angenehm dem Lautstärkepegel wieder zu entkommen und in die Einsamkeit der Savoischen Hochtäler einzutauchen. Noch einige Höhenmeter, da sagt mein Smartphon „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ und ich stehe vor dem „Refuge de Pre Verel“.

    Diese Hütte hatte ich mir ausgesucht um dort zu übernachten. Dort steht aber auch ein Schild in französisch „Wir machen Pause bis 18 Uhr“. In der Küche ist aber noch jemand beschäftigt und ist so freundlich, mir noch etwas zu trinken zu geben. Ich nutze die Gelegenheit auch gleich Bett, Abendessen und Frühstück zu klären. Denn das Frühstück morgen wird mein Geburtstagsfrühstück sein. Jetzt aber zum Abendessen. Das war der Hammer! Es gab Filetstückchen auf Kartoffelbrei und gedünsteten flachen Bohnen mit einer herrlichen dunklen Soße und danach noch eine feines süßes Dessert. Herrlich! Dazu ein Viertel Rosewein und ein Cafe wie ihn die Franzosen trinken. Ein gelungenes Menü am Vorabend zu meinem Geburtstag.
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  • Day14

    Tag 11 - Neuvillard

    July 26, 2016 in France ⋅ ☀️ 15 °C

    Aufstehen 6:30 Uhr Abmarsch 7:35 Uhr

    Heute ging es zuerst mal 3 km den Berg hinauf auf den Col de la Tamié. Einen Pass der Tour de France der mir nicht so geläufig war. Aber die Hinweisschilder je km zeigten es deutlich, dass er dazu gehörte und auch Radfahrer waren wieder zahlreich hier unterwegs. Ich war schon froh als ich oben ankam. Denn Runterlaufen ist deutlich einfacher. Nach einiger Zeit hat mein Weg von der Hauptstraße abgezweigt und ging durch mehrere kleine Dörfer. In einem machte ein Schild darauf aufmerksam, dass es etwas zu essen gibt. Ich bin eingetreten und versuchte erst das Sprachproblem anzusprechen. Der Besitzer bot als Alternative zu französisch „deutsch“ an. Er hatte es früher in der Schule gelernt und hatte dann im Schwarzwald in Baiersbronn bzw. Pfalzgrafenweiler Brieffreundschaften. So klein ist die Welt. Noch vor drei vier Wochen war ich auf meinem Ostweg durch den Schwarzwald auch durch den Ort Pfalzgrafenweiler gewandert.

    Ich hab gesehen, dass hier WiFi angeboten wird und nach dem Password gefragt. Dann kam mir in den Sinn meinen Fuß etwas zu schonen und fragte, ob evtl ein Zimmer frei sei. Nach einer Rücksprache mit seiner Frau in der Küche sagte er mir ein Zimmer für die Nacht zu. BINGO! Also hab ich mir noch ein Sandwich, eine C+B geben lassen um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Dann hab ich geduscht, meine Hose gewaschen und hab mich mit der Regenhose (!!!!!) auf die Veranda gesetzt und begonnen meinen BLOG zu aktualisieren. Die nasse Hose hab ich vor dem Fenster an den Fensterladenhalter gehängt. Später bin ich mal kurz hinters Haus gelaufen, ob die Hose noch da hängt, weil der Wind etwas blies und klar, sie lag am Boden und war aber fast schon trocken. Dann hab ich mir noch etwas Weißwein bringen lassen und 1 Liter Mineralwasser avec Gas getrunken, bevor ich mich für 2 1/2 Std. ins Bett legte, um bis zum Abendessen etwas auszuruhen.

    Pünktlich um 19:30 Uhr saßen alle Gäste auf der Veranda und es gab einen Salat mit Crutons und Schinken und Tomatenstückchen. Putenschnitzel mit Nudeln und Aprikosen waren die nächsten Gänge.
    Das Frühstück nehme ich morgens auf der Veranda ein. Schon lustig was für große Tassen die Franzosen für ihren Cafe au lait benützen.
    Bevor ich dann loslaufe mache ich noch ein Foto mit den Besitzern Emanuelle und Olivier.
    Hier gehts zu ihrer Internet-Seite http://www.annecy-gite.com
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  • Day13

    Tag 10 - Plancherine

    July 25, 2016 in France ⋅ ⛅ 25 °C

    Als ich meine Fotos geschossen und auch das Areal etwas angeschaut hatte, wollte ich etwas essen und es war 14:07 Uhr. Die Hauptessenzeit war gerade vorbei. Aber sie erbarmten sich und so konnte ich noch einen Fleischspieß mit Pommes und Salat bekommen, dazu oder davor C+B. Nach dem Essen ging’s den Berg hinab durchs Zentrum der Stadt, die entweder die Tour-Karawane noch erwartete oder vielleicht war sie auch schon da gewesen und alles war noch dekoriert. Nach dem langen heißen Weg durch die Stadt und die Vororte ging’s wieder mal den Berg hoch bis zum Ort Plancherine. Danach hatte ich keine Lust mehr und wollte mich endlich ausruhen. Irgendwo, wo keine Häuser waren, hab ich mich in den Wald geschlagen, und nach einer kurzen Suche hab ich auch ein Plätzchen gefunden. Alles aufgebaut – das Zelt war ja noch nass – und gemütlich hergerichtet. Wieder zuerst mal ausruhen. Mein rechtes Auge brannte schon seit gestern, das hab ich mit Augentropfen versorgt. Mein linker Fuß tut mit dem Tapeverband nicht ganz so weh, obwohl heute beim Felsabstieg das gleiche wie gestern nochmal passierte. Es hat zwar wieder höllisch gestochen, aber nach 10-20 Schritten hab ich es dann ignoriert.Read more

  • Day13

    Tag 10 - Albertville

    July 25, 2016 in France ⋅ ⛅ 15 °C

    Aufstehen 6:15 Uhr Abmarsch 7:10 Uhr

    Von 1000 m abwärts bis 500 m. Das sollte ein nicht so leichter Abstieg werden. Schon bei meiner Planung hatte ich Schwierigkeiten hier einen Abstieg zu erkennen. In Google Earth sah diese Seite des Berghangs eher aus wie ein senkrechter Felsabbruch. Nur auf einer einzigen Karte konnte man eine Wegführung hier erkennen. Darauf hab ich mich verlassen, als ich am Morgen versuche den Einstieg zu finden. Durch eine kleine Ansiedlung mit ein paar Häusern schleiche ich kurz nach 7 Uhr. Ein älterer Mann schaut mich ungläubig an und fragte sich bestimmt, was ich wohl um diese Zeit hier will. Es beginnt ein Felsenweg der künstlich an dem Hang angelegt wurde und im Zickzack steil hinab führte.
    An einer Weggabelung schon einige Höhenmeter tiefer, erkenne ich eine Absperrung und ein Dokument angeheftet, was wohl die offizielle Sperre des Weges durch die zuständige Behörde ist. Ich ignoriere diese Sperre und arbeite mich weiter vorsichtig nach unten. Der Weg wurde an mehreren Stellen unterbrochen, weil hier ein talwärts führendes Fallrohr in der Wand installiert wurde und immer wenn der Weg das Rohr kreuzte musste ich entweder darüber oder drunter durch klettern.

    Die Baustelle zog sich hin bis zur Talstraße, wo der Zugang zum Weg auch durch eine große Baustellenabsperrung unzugänglich gemacht worden war. Aber wie gesagt von oben nach unten war das so deutlich nicht. Ich war auf jeden Fall froh, unten zu sein und dass ich keinen größeren Umweg in Kauf nehmen musste.

    Jetzt begann ein zermürbender 19 km Straßenmarsch von Notre Dame du Briancon nach Albertville. Die ersten 6 km waren so schlecht nicht. Ich lief auf einer Landstraße ohne viel Verkehr im Isére-Tal. Natürlich hörte man die Fahrgeräusche von Autobahnverkehr, der über, neben oder auch mal unter einem verlief. In La Bathie bin ich in die erste Bar des Ortes eingekehrt und hab meine „Dopingbestellung“ abgegeben. C+B. Als ich meine Zuckerspeicher so wieder aufgefüllt hatte, ging’s weiter bis Tours en Savoie, dort konnte ich die Landstraße verlassen, um auf der anderen Seite der Isére wieder im schattigen Wald zu laufen. So erreiche ich nach 4 1/2 Std. Albertville-Ost, wo ich auch schon die Schilder zum mittelalterlichen Areal oben auf dem Berg fand und mich in brütender Mittagshitze hinaufkämpfte.
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  • Day12

    Tag 9 - Trockenpause

    July 24, 2016 in France ⋅ ⛅ 13 °C

    Aufwachen 6:15 Uhr – Aufstehen 6:30 Uhr.

    Alles nass! Brille angelaufen! Kalt war es auch in der Nacht! Als ich aus dem Zelt hinausschaue, klarer Himmel und ein 3/4-Mond steht oben am Himmel. Nun heißt es das nasse Zeug irgendwie verpacken. Je mehr Feuchtigkeit ich mit einpacke je schwerer wird der Rucksack. Nach 1:10 Std. hab ich alles verstaut. Ein T-Shirt hängt seitlich und meine vollkommen nasse Regenjacke oben am Rucksack. Mal sehen ob das was wird mir dem Trocknen. Die Regenhose ziehe ich an, weil sonst meine Wanderhose durch das hohe nasse Grass in wenigen Sekunden durchnässt wäre. Auf jeden Fall marschiere ich los gerade wird es rot über dem Berghorizont. Der Tag wird scheinbar schön! Jetzt muss ich die gestern abgebrochene Tour fortsetzen. Beim Laufen merke ich, dass mein linkes Fußgelenk schmerzt und ein Band am Knie ist wohl auch angeschlagen. Warten wir es ab was daraus wird. Bei der Gewitterflucht gestern war ich wohl nicht so konzentriert und bin mehrmals daneben getreten. Heute hat der Weg wieder ständiges Auf und Ab für mich. Mindestens 4 mal bin ich falsch gelaufen und musste einige zuviel gelaufene Schritte wieder zurück. Gegen Mittag komm ich an einer Quelle vorbei und ich muss einen Schritt nach oben steigen, um gut an das Wasser zu kommen. Als die Flasche voll ist, will ich den gleichen Schritt rückwärts machen, trete aber etwas in den Graben , kippe um und den Rest macht das Gewicht meines Rucksacks. Ich fliege auf die andere Seite des Weges und lande mit Knie, Oberschenkel und Ellbogen im wassergetränkten Grass bis ich mich wieder hochgerafft hatte, bin ich auf der rechten Seite ziemlich nass. Es sollte nicht der einzige Ausrutscher an diesem Tag sein. Gegen 10:00 Uhr komme ich an einem Rastplatz vorbei mit zwei großen Tischen und Bänken sowie einem Brunnen mit abstellbarem Wasserhahn. Oh Wunder! Das Wasser fließt sogar.
    Ich packe alle nassen Sachen und auch das Zelt aus und lege sie auf Tische, Bänke und Wiese zum Trocknen aus. Dann wasche ich meinen Hüttenschlafsack, ein paar Socken und ein T-Shirt. Das Solarpannel lege ich in die Sonne. Bin gespannt wieviel es mein Handy, das nur noch bei 15% steht, wieder aufpeppeln wird. Ich habe überlegt, nach der vielen Wegsuche heut, ich mach heut keine Experimente mehr und verstecke mich hier in der Nähe des Rastplatzes um hier zu übernachten und das mit der Wegsuche verschiebe ich auf morgen früh, wenn ich ausgeschlafen bin. Meine obligatorische Nudelsuppe habe ich gerade eingenommen als vier Pilzsammler vor, neben und hinter mir ihr Glück versuchen. Einer davon versucht Kommunikation mit mir, so leidlich konnten wir uns unterhalten.
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  • Day11

    Tag 8 - Gewitter - Unfall

    July 23, 2016 in France ⋅ ⛅ 16 °C

    Aber nun hörte man Donnergrollen und die Blitze kamen auch verdächtig näher. Ich eilte mich auf den nassen rutschigen Geröllwegen in tiefere Zonen zu kommen. Alle 10 Sekunden blitze es und ich zählte immer die Sekunden, wie lange es dauerte bis der Donner krachte. Durch den schnellen Abstieg hab ich mir mindestens 3 mal den linken Fuß übertreten, so dass mir ein stechender Schmerz fast bis ins Hirn stieß. Aber die Sorge wegen des Gewitters trieb mich weiter nach unten und ich ignorierte den Fuß. Dann blicke ich hoch an den Himmel und im Moment sehe ich einen riesigen Querblitz und gleichzeitig ein senkrechter Blitz herunter ins Tal, nicht weit weg von mir. Es knallte auch fast zeitgleich. Das war für mich die Warnung jetzt erstmal in die Hocke zu gehen und abzuwarten. Nachdem dann gefühlte 10 Minuten nichts passierte, wagte ich mich wieder weiter nach unten zu marschieren und ich bemerkte auch, dass die Gewitterzelle wohl etwas weiter gezogen war. Im Regen musste ich nun weiter abwärts und auch einen Bach überqueren wo natürlich die großen Steine zum Queren durch den verstärkten Regen überspült waren. Ich verließ mich auf meine Goretex-Schuhe und trat ins Wasser und durch den Bach. Also weiter! Aber wie lange noch? Ich entschloss mich einen Platz für mein Zelt zu suchen. Nach ein paar Minuten fand ich ein Örtchen das mir gefiel. Gerade in diesem Moment ging’s wieder mit Blitz und Donner erneut los. Also beeilte ich mich im strömenden Regen mein Zelt zu errichten und den Rucksack und alles was ich im Zelt brauchte, dort und unter den Apsiden unterzubringen. Dann noch das nasse Regenzeug ausziehen und rein ins trockene Zelt. Ich war ziemlich fertig und legte mich erst mal hin um etwas zu Atem zu kommen. Ein riesen Spektakel wenn der volle Regen aufs Zeltdach prasselt. Ich machte es mir nach und nach gemütlich. Luftmatratze aufblasen, Schlafsack auslegen und dann auf dem Rücken liegend dem Regen lauschen. Manchmal ließ der Regen nach, die Tropfen wurden kleiner, das Spektakel etwas leiser und dann auf einmal ging's wieder laut weiter. Immer hin und her, bis nach einiger Zeit das Gewitter vorüber war und es ruhig wurde im Zelt. Mal sehen wie die Nacht wird!Read more

    Traveler

    Au, weia. Das sieht nicht gut aus.

    10/5/20Reply