Temple Basin Ski Area
January 5 in New Zealand ⋅ ☁️ 10 °C
Der Temple Basin Track führt tatsächlich zu einer Ski Area. Heisst es auf einem Schild an der Parkplatzeinfahrt. Interessant, von unten sieht das nicht so aus. Und eine Gondel oder so sehen wir nicht. Nun, wir sind gespannt und begeben uns auf den Wanderweg.
Der Weg nach oben von einer knappen Stunde führt über einen Trasse mit grobem bis sehr grobem Geröll von 2,5 km und 480 hm. Fahren kann man das unmöglich. Selbst das Laufen auf den mitunter verdammt grossen Steinen ist manchmal eine echte Herausforderung.
Oben angekommen finden wir drei einfache Gebäude, die zugegeben gut in Schuss sind. Es liegt ein Koffer mit einer modernen Hilti rum. In der kargen Landschaft entdecken wir tatsächlich eine Skiliftrasse. Wir müssen lachen - Ihr seht das antike Stück in den Bildern. Es scheint sich um eine Art Tellerlift zu handeln, der im Moment natürlich nicht in Betrieb ist. Etwas weiter weg ist noch einer, sehr viel kürzer. Für Kids wahrscheinlich.
Die Gebäude sehen aus wie Schullandheime oder Clubhäuser. Im Internet heisst es auf div. Seiten etwa "Temple Basin is an amazing ski area …" oder "home of extreme skiing and snowboarding". Wir fragen uns noch immer, wie man hier hochkommt. Und witzeln "gibt es hier auch einen Halbtagesskipass?". Nachdem wir eine Internetpräsenz mit Buchungsoption fanden, hatten wir vor Lachen Tränen in den Augen.
Als wir gehen wollten, kam ein Mann um die Ecke. Der Eigentümer der Hilti offenbar. Dieser gab uns bereitwillig Auskunft und wir konnten nur noch staunen: tatsächlich gibt es dieses Skigebiet bzw. den Skiclub, der diesen Bereich ehrenamtlich betreibt, seit 1929. Es hat drei Schlepplifte, zwei Hütten, zwei Schutzhütten sowie eine Skischule und einen Skiverleih. Präpariert wird hier nichts. Elektrizität ist vorhanden, das Wasser aber kommt direkt aus den Quellen des Berges. Für den Transport von Ausrüstung und Gepäck betreibt der Ski Club seit 1962 einen motorisierten Lastenaufzug, den ein Mitglied wenige Jahre vorher bei einem Besuch in der Schweiz gesehen und für den hiesigen Betrieb als sinnvoll erachtet hatte. Zudem gibt es einen Lawinenbeauftragten, der die Lage an den kritischen Stellen im Blick behält.
Der Skibetrieb läuft je nach Bedingungen rund 3 Monate im Jahr. Die Hütten sind einfach, es gibt Mehrbettenzimmer mit Stockbetten und nur wenige Doppelzimmer. Die Kapazität liegt bei etwa 120 Betten. Einmal waren bei idealen Bedingungen 230 Skifahrende auf dem Berg. Das bringt uns nochmal zum Zugang: man läuft nach oben! Die Lastenbahn ist nur für die Ausrüstung vorgesehen. Liebhaber der Ski Area nennen den Weg hinauf auch „Range-Rover-Filter“, welcher verwöhnte Skihaserln vorab auf natürliche Weise aussortiert. Nun, nur die Harten kommen in den Garten … oder eben nach oben.
Ohne die Freiwilligen läuft hier nichts. Der erwähnte Mann, welcher etwa in Peters Alter sein dürfte, meinte, er selbst und auch seine Kinder hätten hier das Skifahren erlernt. Und das Ziel des Skiclubs und seiner Mitglieder ist nicht der Profit, sondern ausschliesslich das Naturerlebnis und den Skisport für die Bewohner vor Ort und auch Ausserorts möglich zu machen. Und das seit mittlerweile fast 100 Jahren. Ist das nicht grossartig?
Auf der nachfolgenden Website gibt es unter „History“ nette Anekdoten und eines charmanten Gebiets: https://templebasin.co.nz/
Ein bisschen bedauern wir es, dass es hier jetzt nicht Winter ist. Auch wenn der Weg sicherlich im Winter noch beschwerlicher ist, als im Sommer, hätten wir ihn wenigstens einmal gerne auf uns genommen.Read more















TravelerTolle Geschichte 👏 Vielen Dank!
Traveler
Älter als Peter geht doch gar nicht!