• Sokcho- zwischen Ankommen und Aufbrechen

    8. januar, Sydkorea ⋅ ☀️ 0 °C

    Ich kam am Nachmittag in Sokcho an. Das Licht war bereits weicher, das Meer ruhiger, als hätte die Stadt beschlossen, mich nicht zu überfordern 😅 Nach den letzten Stationen meiner Reise fühlte sich Sokcho wie ein Übergang an – kein Ziel, sondern ein Ort zum Einpendeln.

    Mein erster Weg führte mich in die Stadt und zum Fischmarkt. Zwischen den Ständen lagen Berge aus Eis, Fische mit schimmernden Schuppen, Körbe voller Muscheln und Algen und überall Behälter voller Krebse (aktuell ist die Saison). Es roch intensiv nach Meer, nach Arbeit, nach Alltag. Die Verkäufer:innen riefen, lachten, verhandelten – ein lebendiger Kontrast zur stillen Weite des Ozeans nur wenige Schritte entfernt. Ich aß was mir in den Sinn kam, Frisches, direkt vor Ort und natürlich ein kleines Dessert zum Abschluss. Nichts Besonderes, aber genau richtig.

    Am nächsten Morgen zog es mich dann mit einer Busfahrt in den Seoraksan-Nationalpark. Mit jedem Schritt weg wurde die Luft klarer, die Geräusche leiser. Der Weg führte durch Wald, über Steine, vorbei an gefrorenen Wasserläufen. Die Berge wirkten präsent, aber nicht fordernd.

    Beim Wandern wurde mein Kopf leerer. Gedanken lösten sich, ohne sie bewusst loszulassen. Es war dieses einfache Gehen, Schritt für Schritt, das Ordnung schuf. Oben angekommen, mit Blick in die Landschaft, stellte sich kein großes Gefühl ein – nur Ruhe und das reichte vollkommen aus.

    Sokcho war für mich ein Ort des sanften Übergangs. Erst Ankommen, dann Aufbrechen. Meer und Berge, Bewegung und Stillstand. Ein Ort, der nichts festhält, sondern weiterträgt.
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