Leila hilft uns aus der Patsche
January 19 in Turkey ⋅ 🌙 7 °C
Alanya - Gazipasa
Pasa Apart Hotel bei Leila
49 km
Auch Alanya überraschte uns mit einem guten Radweg raus aus der Stadt. Wir standen an keiner Ampel, die Autos neben uns immerzu.
Die Hauptstraße führte meist direkt am Wasser entlang. Am Strand waren jede Menge überdachte Picknickplätze, oft gut besucht. Auch wir hielten an und genossen den Ausblick.
Irgendwann führte die Hauptstraße in die Berge und wir nutzten eine Nebenstrecke auf der Steilküste. Der Asphalt war etwas grob und holprig. Tatsächlich hatte man an einer Seite einen Radweg aufgemalt, der jedoch völlig verdreckt war. Durch Schrauben und Glas wollten wir nun wirklich nicht rollen. Kein Autofahrer wies uns auf die Radspur hin, nicht mal die Jandarmerie. Die Ausblicke waren fantastisch. Wir hielten an einem kleinen Restaurant und bekamen den ersten richtigen türkischen Kaffee. Die Touristen Gebiete endeten hinter Alanya, hier ist die echte Türkei. Der Gegenwind nahm zu und war lausig kalt.
Gazipasa liegt in einer Ebene. Als wir diese erreichten, waren wir dem Wind schutzlos ausgeliefert. Zum Glück tauchte - wieder eine Überraschung - ein supermodernes Einkaufszentrum auf. Wir platzierten die Räder windgeschützt am Eingang und wurden sofort von einer Frau vom Sicherheitsdienst zu dem Parkplätzen im Wind verwiesen. Schöne neue Welt, das passte nicht zur Türkei, aber zur Mall. Der Chef sprintete heran und kommandierte uns wieder zum Eingang. Die Dame bekam anscheinend einen Rüffel.
Werner ließ seine Bauchtasche röntgen, sonst wäre er nicht reingekommen. Sicherheitskontrolle wie auf dem Flughafen. Durch die ganze Mall trabte er bis er die Restaurants fand. Er besorgte Köfte und war die Attraktion des Tages. Gleich zwei Frauen tippten zeitgleich den Betrag in ihre Kassen, jede wollte kassieren. Und Tee bekam er, diese Tradition klappt sogar in der hochmodernen Mall.
Ich hatte mir inzwischen draußen meine dicke Jacke angezogen. Wir setzten uns auf eine kleine Mauer - leider voll im kalten Wind - und futterten Köfte. Den Salat nahmen wir mit, den hätte uns der Wind von der Gabel geweht.
Da zelten am Strand bei dem Wind keine gute Idee war, suchten wir wieder ein Zimmer. Nicht so einfach ohne Touristenhotels. Das erste Hotel war eine Baustelle. Das zweite fanden wir, aber niemand war da. Beim dritten hatten wir Glück, denn es gehört Leila. Sie hat lange in München und Kiel gelebt und war begeistert wieder deutsch zu hören. Für 30 € bekamen wir ein Zimmer. Total abgerockt aber ok. Draußen wackeln die Palmen und die Klimaanlage heizt unsere Bude. Der Herd hat allerdings keine Gasflasche. Aber wir haben ja unseren Campingkocher und ausreichend Gas.
Gerade versprach uns Leila, dass wir länger bleiben können. Das wird nötig sein. Der Wind nimmt zu und kommt aus Osten. Morgen wollten wir durch die Berge fahren, einen anderen Weg gibt es nicht zur nächsten größeren Stadt Anamur. Das heißt Gegenwind und ordentliche Steigungen, teils 17 %. Mindestens drei Tage brauchen wir und es gibt nur ein Hotel auf dem Weg. Nachts müssen wir mit Frost rechnen und ob wir einen ebenen Platz für unser Zelt finden steht in den Sternen. Wir sind nicht lebensmüde und werden morgen mit Leila eine Lösung finden. Ich habe mit Sturm ganz schlechte Erfahrungen, brauche nur an Mexiko denken. Und schon mal krachte unser Zelt in Kroatien beim Bora Sturm zusammen. Brauchen wir das nochmal? Dann doch lieber Leilas abgerockte Bude.
Fast vergessen. Heute früh klebten wir türkische Flaggen an unsere Räder.Read more











Traveler
Traumhaft
TravelerTolle Bilder!
Traveler
Soon Radweg wäre gut die ganze Küste lang
Rad oder RucksackImmer nur in den Städten, dann müssen wir auf die Hauptstraße.