• Das alte Haus mit dem schönen Apartment

    5. februar, Cypern ⋅ ☁️ 13 °C

    Achna - Larnaka
    Apartment
    33 km

    Unser Zelt war heute früh wieder klatschnass. Kein Wunder bei nur 4 Grad. Wir konnten warten, bis die Sonne da war, denn keine Menschenseele weit und breit. Leider hatten wir die Hülse gestern Abend nicht richtig befestigt und die Stange am Eingang drohte sich wieder durch den Kanal zu bohren. Mit Geduld und Spucke bekamen wir sie raus und die OP an der Zeltstange ging von vorn los. Es war windstill, daher hätte die Zelt-trocken-Aktion bis Mittag gedauert. Wie packten die ziemlich feuchte Stoffhütte ein und radelten wieder zu den Kaffee trinkenden und Karten spielenden Männern. Nicht nur um Kaffee zu trinken, da gibt es saubere Toiletten. Der Wirt zeigte uns, in welchem Schrank Klopapier liegt. Als wenn wir zum Inventar gehören. Außerem rief er gleich: " One with sugar, one without sugar, I know!" Und die alten Männer grüßten lachend.

    Wir radelten los nach Larnaka, wieder vorbei an Kartoffelfelder, die inzwischen abgeerntet waren. Eine kleine orthodoxe Kirche stand offen, ein Auto davor. Ich ging hinein. Bisher waren orthodoxe Kirchen immer verschlossen. Aber hier putzte ein Mann, er erwiderte knapp meinen Gruß. So richtig schien ihm unser Besuch nicht zu passen.

    Wir rollten die steile Rampe von gestern runter und kamen ans Meer. Dann ging es vorbei an eine britische Militärkaserne. Oder besser gesagt mitten durch. Links und rechts Zäune oben mit Stacheldraht und am Eingang ein Soldat mit Knarre. Anscheinend hatten wir Glück hier durchfahren zu können. Wir folgten einfach den Autos und der Komootroute. Diese Straße mittendurch kann nämlich durch Tore verschlossen werden. Das erklärt warum die km nach Larnaka auf den Straßenschildern 15 km mehr anzeigen als Komoot. Wenn hier geschlossene Gesellschaft (oder Kaserne) ist, darf man außenrum und vielleicht noch über einen Berg.

    Wir hielten an einer Tankstelle und holten uns kühle Getränke. Ein paar Autofahrer warteten, dass ihr Karossen von Indern blitzblank geputzt wurden. Wir genossen den Blick auf die Berge, über die zum Glück nicht die Straße führte. Ein paar steile Höhenmeter gab es für uns nur an einer Autobahnbrücke.

    Bald waren wir im Stadtgebiet von Larnaka und stoppten bei Lidl. Wir spitzten die Ohren und hörten viel englisch, niederländisch und deutsch.

    Heute früh hatten wir für drei Nächte ein Apartment in Larnaka gebucht, morgen soll es regnen, vielleicht auch übermorgen. Außerdem brauchen wir einen Waschsalon und Werner sieht schon etwas verwahrlost im Gesicht aus, ein Barber muss her.

    Unser Apartment liegt im 4. Stock. Es zu finden, war ein Kunststück für sich. Google Maps zeigte die angegebene Adresse nicht ganz korrekt. Werner wartete bei den Rädern und ich befragte mehrere Leute. Überall Apartments, aber nicht unser. Als ich die richtige Hausnummer fand, sah der Eingang aus wie unbewohnt. Ich fragte schließlich in einem kleinen Restaurant und hier wusste man Bescheid. Tatsächlich war der unbewohnt wirkende Eingang richtig. An der Treppe ein kleines Schild, aber der Name der Apartments war etwas anders. Ich stieg die Treppe hoch. Im zweiten Stock Büroräume, im dritten auch, im vierten an jeder Tür eine Schlüsselbox. Ich fand unsere Zimmernummer und der Code passte. Jetzt hieß es unsere Sieben Sachen nach oben zu befördern. Erstmal ein paar Stufen. Der Fahrstuhl tat zum Glück was er soll. Mein Rad passte hochkant hinein. Sein Rad schleppte Werner die enge Treppe hoch.

    Niemals hätten wir in diesem Haus ein riesiges Apartment mit Dachterrasse vermutet. Sogar ordentlich und mit Küche. Vor Überraschungen ist man sich nie sicher...
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