A Country That Doesn’t Exist
April 9 in Moldova ⋅ ☁️ 7 °C
▪️ 🇩🇪
Die Region, die international als Transnistrien bekannt ist, gehört völkerrechtlich zu Moldawien, funktioniert aber faktisch als eigener Staat, auf den Moldawien keinen Einfluss hat. Die Locals nennen dieses Konstrukt Pridnestrovie - und genau dorthin geht es heute.
Ich werde von einem Fahrer abgeholt, der in einem Höllentempo von Chișinău nach Osten aufbricht. Immerhin ist er gut im Multitasking: Schlaglöchern ausweichen und gleichzeitig WhatsApp-Nachrichten beantworten.
Beim Fort Bender treffe ich meinen privaten Guide, der mich heute begleiten wird. Von hier aus geht es zu Fuss weiter. Die Situation im Fort wirkt etwas seltsam: Die Anlage ist spektakulär, riesig und auf Massen ausgelegt, aber ausser mir ist kein einziger Tourist zu sehen.
Mein Guide hingegen erweist sich als Volltreffer. Selten habe ich jemanden mit einem derart umfassenden Geschichtswissen getroffen, ein perfekter Match für mich als Geschichtsinteressierten. Gemeinsam bewegen wir uns von den Spuren des Mittelalters über die frühe Neuzeit bis hin zu jener Epoche, die die meisten Besucher in diese Region zieht: die Sowjetunion.
Anders als in vielen Teilen Osteuropas ist die sowjetische Vergangenheit hier noch allgegenwärtig – mit Leninstatuen, nach kommunistischen Persönlichkeiten benannten Strassen und zahlreichen Überresten aus dieser Zeit. Was uns aus westeuropäischer Perspektive, geprägt durch die Zeit nach dem Mauerfall, fremd erscheinen mag, vermittelt gleichzeitig eine Ahnung davon, wie das Leben in der Sowjetunion einst ausgesehen haben könnte.
Transnistrien wirkt gewissermassen wie ein Ort, der in der Zeit stehen geblieben ist, und einer, in dem Geschichte nicht nur sichtbar, sondern unmittelbar erlebbar ist.
▪️ 🇬🇧
The region known internationally as Transnistria belongs to Moldova under international law, but effectively functions as a separate state over which Moldova has no influence. The locals call this entity Pridnestrovie – and that is exactly where I'm heading today.
I am picked up by a driver who sets off eastwards from Chișinău at breakneck speed. At least he’s good at multitasking: dodging potholes whilst replying to WhatsApp messages.
At Fort Bender, I meet my private guide, who will be accompanying me today. From here, we continue on foot. The atmosphere at the fort feels a bit odd: the complex is spectacular, huge and designed for crowds, but apart from me, there isn’t a single tourist in sight.
My guide, on the other hand, turns out to be a real gem. Rarely have I met anyone with such extensive historical knowledge – a perfect match for me as someone interested in history. Together, we journey from the traces of the Middle Ages through the early modern period to the era that draws most visitors to this region: the Soviet Union.
Unlike in many parts of Eastern Europe, the Soviet past is still omnipresent here – with statues of Lenin, streets named after communist figures and numerous remnants from that era. What may seem strange to us from a Western European perspective, shaped by the post-Cold War era, simultaneously gives us a glimpse of what life in the Soviet Union might once have been like.
Transnistria feels, in a sense, like a place where time has stood still, and one where history is not only visible but can be experienced first-hand.Read more


















