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- Day 43
- Tuesday, October 1, 2024
- ☀️ 26 °C
- Altitude: 86 m
MoroccoTemara33°54’28” N 6°55’5” W
Erste Reparatur in Rabat
October 1, 2024 in Morocco ⋅ ☀️ 26 °C
Seit kurzem fällt uns bei Rocky ein leichtes Vibrieren auf, vor allem auf Landstraßen. Anfangs führen wir es auf die schlechte Straßenbeschaffenheit zurück, doch mittlerweile ist klar, dass es nicht am Straßenbelag liegt, sondern unser Wagen eine Unwucht im Antriebsstrang hat. Eine erste Sichtprüfung bestätigt ein defektes Kardanwellengelenk. Am nächsten Tag fahren wir nach Rabat zu Mercedes-Benz. Leider ist spontan kein Termin frei, und wir müssten über eine Woche auf einen Diagnosetermin warten – obwohl wir die Diagnose bereits selbst gestellt haben. Das macht für uns wenig Sinn, also versuchen wir das benötigte Ersatzteil zu besorgen. Leider ist es hier nicht erhältlich. Das ist für einen Premium-Fahrzeughersteller, der mit einem weltweiten Servicenetz wirbt, ziemlich enttäuschend. Unsere Recherche zeigt, dass Mercedes-Benz in Deutschland nur komplette Kardanwellen für etwa 1.000 Euro anbietet.
Immerhin kann Jens den etwas langsamen Mitarbeitern eine Werkstattempfehlung entlocken. Wir fahren weiter zur nächsten Station. Der Chef der kleinen Werkstatt und seine Helfer sind freundlich und bemüht. Schnell kommen weitere Personen hinzu, und zack, ist die hintere Hälfte der Kardanwelle mit dem defekten Kreuzgelenk bereits ausgebaut. Der Kostenvoranschlag beläuft sich für drei veranschlagte Arbeitsstunden auf umgerechnet 30 Euro (Bei Mercedes-Benz hätte man uns 27 Euro pro Arbeitsstunde berechnet – vorausgesetzt, sie hätten uns helfen können). Witzig war, dass jede Konversation über den Google Translater immer der Schluss „In schāʾa ʾllāh“ (dt. „so Gott will“) stand.
Während Regina mit Marie im Sprinter bleibt, fährt Jens mit dem Chef und einem Mechaniker, in eine kleine Motorenwerkstatt, die über das nötige Werkzeug zum Auspressen des Kreuzgelenks verfügt. Auch bei dieser Werkstatt arbeiten zeitweise fünf Leute am Problem, obwohl eigentlich immer nur zwei beschäftigt sind, während die anderen zuschauen, Ratschläge geben oder Witze machen. Nachdem das beschädigte Teil ausgebaut ist, fahren wir zu dritt durch die Stadt und suchen bei verschiedenen Ersatzteilhändlern. Schließlich finden wir ein scheinbar passendes Ersatzteil. Jens kauft direkt zwei davon für ca. 36 Euro.
Zurück in der Motorenwerkstatt haben die spezialisierten Schlosser bereits Feierabend, und der Einbau des Ersatzteils gelingt leider nicht mehr. Es passt nicht richtig und rutscht in den Halterungen des Kardanwellengelenks hin und her. Obwohl es laut einer bebilderten deutschen Reparaturanleitung mit Meißelschlägen verpresst werden sollte, versuchen die Mechaniker, es festzuschweißen. Das führt zu Unbehagen bei Jens und endet schließlich mit einem kaputten Ersatzteil. Zum Glück hat Jens zwei Kreuzgelenke gekauft. Jens kommt mit den Mechanikern nach ca. 4 Std. zurück. Unsere Stimmung ist am Abend natürlich schlecht, da wir auf eine funktionierende Kardanwelle angewiesen sind, um weiterzukommen. Also müssen wir hier übernachten und hoffen, dass das Kreuzgelenk am nächsten Tag repariert wird.
Die Einladung des Werkstattchefs, bei ihm zu essen und zu übernachten, lehnen wir freundlich und dankend ab, da wir erschöpft von dem Tag sind. Er begleitet uns jedoch noch zum nahegelegenen Fleischer, wo uns ein Grillteller mit Gemüse serviert wird. Als wir zum Sprinter zurückkehren, spielen viele kleine Kinder mit Rollern und Inlineskates auf der Straße, und Marie gesellt sich zu ihnen. Wenigstens kann sie ein wenig spielen und sich auspowern. Jedoch mag sie nicht mit den Kindern spielen. Sie ist etwas schüchtern.
Am nächsten Morgen geht es weiter. Die Mechaniker sind wieder einsatzbereit, und alle rätseln gemeinsam, wie sie das Teil einbauen sollen. Der Einbau verläuft abenteuerlich, ist aber schließlich erfolgreich. Jens ist die ganze Zeit dabei und gibt mit Google Translate seine Kommentare ab. Es wird auch wieder geschweißt, aber diesmal professioneller als am Vortag. Anschließend geht es zurück zum Sprinter. Vor der kleinen Werkstatt wird die reparierte Kardanwelle noch schwarz lackiert, um sie vor Korrosion zu schützen. Dafür kommt extra ein cool aussehender Mann, der eine regelrechte Spraydosen-Show abzieht.
Mittags, nach weiteren 3 Std., ist die Kardanwelle wieder im Auto verbaut, und die Probefahrt zeigt: Die Arbeit hat sich gelohnt, die Vibrationen sind verschwunden. Nun machen wir uns auf den Weg zum Sightseeing in die Innenstadt der Hauptstadt von Marokko. Wir besichtigen den Hassan-Turm, ein Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert, und die ehemals größte Moschee der Welt, das Mausoleum von König Hassan V., sowie die Altstadt. Die Stadt wirkt auf uns sehr modern und aufstrebend. Wir sehen viele moderne Gebäude, Alstom-Straßenbahnen, grüne Rasenflächen und ein neues, im Bau befindliches Sportstadion.Read more




















