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Transafrika

Wir reisen von Deutschland entlang der Westroute Afrikas nach Südafrika und im Osten von Afrika in Richtung Norden. Read more
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    🇴🇲 Dhofar, Oman

    Ein paar Tage in Dubai

    Jan 24–28 in the United Arab Emirates ⋅ ☁️ 22 °C

    Einen Direktflug von Mombasa nach Salalah gibt es nicht, also fliegen wir über Dubai und entscheiden, dort ein paar Tage zu bleiben. Unser Flug landet abends gegen 22 Uhr. Schon an der Passkontrolle fühlen wir uns willkommen. Männer in traditionellen Gewändern empfangen uns überaus freundlich, alles wirkt sehr sauber, ruhig und gut organisiert.

    Bis wir Gepäck und Kontrollen hinter uns haben, ist es so spät, dass keine Metro-Bahn mehr fährt. Ein freundlicher Polizist schickt uns zum Bus welcher uns in die Innenstadt bringt. Ohne es zu ahnen, machen wir damit fast eine kleine Stadtrundfahrt. Marie schläft unterwegs ein, muss am Ende aber noch ein Stück laufen. Erst gegen ein Uhr nachts kommen wir im Hotel an.

    Das Apartment ist riesig, größer als so manche Berliner Wohnung. Die Sauberkeit ist nicht perfekt, die Küche sehr spärlich ausgestattet, aber wir sind zu müde, um uns lange darüber zu ärgern. Kurz darauf schlafen wir ein.

    Am nächsten Morgen werden wir von der Sonne und von Marie geweckt. Dubai fühlt sich sofort wie ein Kulturschock an. Alles ist extrem sauber, ordentlich und klimatisiert. Wir wohnen nahe einer Mall und müssen sogar durch sie hindurch zur Metro laufen. Westliche Läden gibt es hier überall, Starbucks, bekannte Marken und vertraute Namen. Die Preise sind hoch, ein Kaffee kostet etwa fünf Euro, Essen in der Mall ist aber erschwinglich.

    Unsere Shoppingtour ist erfolgreich. Marie bekommt neue Schuhe, Jens Sandalen, Hosen und Shirts und Regina bekommt tatsächlich nagelneue Birkenstocks, die gleichen wie wir auf der Fähre von Sansibar verloren haben. Alle drei sind zufrieden.

    Am Nachmittag fahren wir in den Zabeel Park mit Blick auf den Dubai Frame. Es ist Sonntag, Familien picknicken, Kinder spielen, überall herrscht Leben. Der Spielplatz ist riesig und Marie sofort begeistert. Nach einem kurzen Regenschauer tobt sie ausgelassen weiter und ist am Ende dreckig, aber glücklich.

    Am nächsten Tag erkunden wir das alte Dubai rund um Al Fahidi. Alles ist restauriert und touristisch aufbereitet. Kleine Läden, Cafés und Gewürzstände prägen das Bild. Marie wird müde, also legen wir eine lange Pause am Kanal ein, bevor wir mit dem Wassertaxi zu den Souks fahren.

    Hier zeigt sich eine andere Seite der Stadt. Engere Gassen, kleine Werkstätten, mehr Verkehr und weniger Glanz. Im Gold Souk funkelt alles, Juwelier reiht sich an Juwelier. Beeindruckend, aber sehr touristisch. Wir schauen nur.

    In den folgenden Tagen erkunden wir weitere Teile Dubais. Die Stadt ist riesig und weitläufig. Die Metro ist sauber und immer voll. Uns fällt auf, dass viele Inder und Asiaten unterwegs sind, deutlich mehr als arabisch aussehende Menschen. Wir sehen verschleierte Frauen, Touristen in kurzen Hose und sehr westlich geprägte Lebensstile nebeneinander. Tradition und Moderne in sichtbarer Koexistenz.

    Besonders gefallen uns die Parks und Spielplätze. Für einen kleinen Eintritt ist alles gepflegt, sauber und ohne Müll. Auch die Marina begeistert uns. Zwischen Hochhäusern schlängelt sich der Kanal, wir laufen bis zum Strand, sehen das große Riesenrad und sind viel zu Fuß unterwegs.

    Natürlich besuchen wir auch die Dubai Mall. Sie ist unfassbar groß. In mehreren Stunden sehen wir nur einen Teil, verlaufen uns sogar und entdecken eine Eisbahn und einen riesigen Wasserfall. Draußen stehen wir schließlich vor dem See und dem höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa.

    Es ist dunkel und obwohl Marie müde ist, warten wir auf die Fontänenshow. Musik setzt ein, Wasser schießt im Takt in die Höhe, der Burj Khalifa leuchtet in wechselnden Farben. Rund um den See haben sich viele Menschen versammelt. Es ist beeindruckend.

    Am Abend fahren wir mit der Metro zurück, kochen im Hotel Nudeln und gehen noch in den Pool auf dem Dach. Regina nutzt spontan die Sauna und das Dampfbad. Müde und zufrieden endet der Tag.

    Dubai hinterlässt bei uns viele Eindrücke. Es ist faszinierend, beeindruckend und gleichzeitig ein wenig unrealistisch. Alles ist groß, sauber und teuer. Günstiger wird es in Malls oder im Supermarkt, sogar Carrefour gibt es hier.

    Dubai ist eine Stadt der Extreme, in der Gegensätze nebeneinander existieren und genau das macht diesen Aufenthalt so intensiv.
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  • Afrika ist toll

    January 24 in Kenya ⋅ ⛅ 25 °C

    Afrika liegt hinter uns und gleichzeitig bleibt es für immer ein Teil von uns.
    Wir waren 16 Monate auf diesem Kontinent unterwegs, fuhren rund 55.000 Kilometer und durchqueren 27 Länder. Jeder einzelne Tag ist intensiv, lehrreich und voller Begegnungen.

    Afrika zeigt sich uns unglaublich spannend und extrem unterschiedlich. Nordafrika, Westafrika, Ostafrika und das südliche Afrika fühlen sich wie unterschiedliche Welten an. Die Menschen begegnen uns offen, neugierig, herzlich und manchmal auch sehr nah und fast distanzlos. Aber immer mit scheinbar echtem Interesse.

    Die Natur ist überwältigend vielfältig. Wir stehen in Wüstenlandschaften und zwischen Felsen, bestaunen Wasserfälle, durchqueren Regenwälder. Es gibt unzählige Naturwunder, aber auch beeindruckende Sehenswürdigkeiten: Städte, Ruinen, historische Gebäude. Jedes Land erzählt seine eigene Geschichte.

    Wir erleben extreme Gegensätze. Von sehr arm bis sehr reich, von kaum entwickelten bis hin zu sehr gut entwickelten Ländern wie Südafrika. Länder wie Malawi zeigen uns, wie wenig Infrastruktur es geben kann und gleichzeitig, wie wenig Geld es braucht, um Lebensfreude auszustrahlen. Wir merken immer wieder: Geld macht nicht glücklich. Viele Menschen besitzen fast nichts und begrüßen uns dennoch mit einem breitem Lächeln, mit Offenheit, mit Wärme, oft ganz ohne Erwartung, ohne nach Geld zu fragen. Wir treffen unglaublich liebe Menschen.

    Natürlich gibt es auch Situationen, in denen wir uns weniger willkommen oder über den Tisch gezogen fühlen. Nicht selten sind wir von fehlender Motivation, mangelndem Qualitätsanspruch und egoistischen Verhalten genervt. Insgesamt erleben wir Afrika aber als außergewöhnlich offen, freundlich und gastfreundlich. Oft viel gastfreundlicher, als wir es aus Europa kennen.

    Ein weiteres großes Geschenk ist die Tierwelt. Wir sehen Tiere, die wir sonst nur aus Zoos kannten. In geschützten Gebieten können sie sich artgerecht bewegen und verhalten. Wir entdecken auf unseren Safaris die Big Five, Büffel, Elefanten, Leoparden, Löwen, Nashörner. Uns begegnen Schlangen und und sogar Gorillas, die frei in ihrer natürlichen Umgebung leben. Das ist etwas ganz Besonderes.

    Danke, Afrika. Danke für all das, was du uns gezeigt hast. Für all die Erfahrungen, die wir machen durften, und für das, was wir mitnehmen dürfen. Wir wollen deine Offenheit, deine Gastfreundschaft und ein offenes Denken mit nach Hause tragen.

    Besonders bei Marie merken wir, wie sehr Afrika sie prägt. Sie wird immer offener, fühlt sich wohl, geht auf Menschen zu. Sie fängt an englisch zu lernen. Sie wächst mit jeder neuen Begegnung. Das erfüllt uns mit großer Freude.

    Vielen Dank, Afrika.
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  • Containerverladung unseres Sprinters

    January 15 in Kenya ⋅ ⛅ 32 °C

    Heute verladen wir unseren Mercedes Sprinter in einem 40 Fuß High Cube Container mit Ziel Oman. Gestern bereiteten wir das Fahrzeug vor und entfernten alle Dachaufbauten. Am Morgen fahren wir gemeinsam mit unseren Freunden Jerome und Leslie zu dem Lagerhaus, in dem die Container beladen werden.
    Zuerst fährt der Landcruiser unserer Freunde problemlos in den Container. Dann sind wir an der Reihe. Da unser Sprinter zu hoch ist, montieren wir spezielle Holzräder, die Jens extra anfertigen ließ. Die Hafenarbeiter bauen Holzschienen, damit das Fahrzeug gerade in den Container rollen kann.
    Der Wechsel der Vorderräder klappt schnell, an der Hinterachse sitzen jedoch die Radbolzen extrem fest. Mit zusätzlichem Werkzeug der Hafenarbeiter bekommen wir sie schließlich gelöst. Beim Absenken kippt der Wagen plötzlich zur Seite und landet auf den Holzrädern. Jerome kann sich im letzten Moment in Sicherheit bringen, wird aber von der zufallenden Hecktür an Kopf und Schulter gestreift. Zum Glück bleibt es bei Kratzern.
    Mit einem großen Gabelstapler richten die Hafenarbeiter den Sprinter wieder aus. Jens fährt ihn anschließend vorsichtig in den Container, während Regina von oben die Höhe kontrolliert. Es ist Millimeterarbeit, doch am Ende passt alles. Dachfensterrahmen und Rückfahrkamera haben nur wenige Millimeter Luft.
    Nachdem die Batterie abgeklemmt ist, klettert Jens durch den Innenraum nach draußen. Auch die Hafenarbeiter müssen das Fahrzeug auf diesem Weg verlassen. Dann ist es geschafft. Der Sprinter steht sicher im Container und wird verplombt. Die Erleichterung ist riesig. Dann wird der Container mit einem Kran hochgehoben und auf anderen Container abgestellt.

    Auf dem Weg nach Diani Beach merken wir, dass Jens seine Brieftasche im Fahrzeug vergessen hat. Da der Container bereits verladen ist, bleibt sie dort. Wir hoffen darauf oft mit dem Handy bezahlen zu können und leihen uns etwas Bargeld bei Jerome und Leslie.

    In Diani erwartet uns gleich die nächste Überraschung. Unser Hotel ist überbucht und kann uns nicht aufnehmen. Für eine Nacht ziehen wir in das Hotel unserer Freunde ein. Am nächsten Tag finden wir eine einfache Unterkunft namens Coconut Village direkt am Strand. Nebenan liegt eine schöne Luxus-Anlage mit Pool, die wir mit einem Day Pass nutzen können. So genießen wir Strand und Sonne, während wir die aufregenden Tage langsam hinter uns lassen.
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  • Strandurlaub in Diani Beach

    Jan 15–24 in Kenya ⋅ ⛅ 29 °C

    Wir verbringen zehn Tage in Diani Beach, südlich von Mombasa, direkt am Indischen Ozean. Schon nach den ersten Schritten im Sand ist klar: Es fühlt sich an wie Sansibar. Eigentlich sieht es auch genauso aus. Feiner, heller Sand, flaches türkisfarbenes Wasser, ein vorgelagertes Riff und dieses besondere Licht, das alles weich wirken lässt. Einfach wunderschön.

    Hier weht fast täglich ein guter Wind zum Kitesurfen. Genau deshalb sind wir hier.

    Der Start ist allerdings holprig. Nach der Verladung unseres Campers sind wir müde und kommen in unserem gebuchten Hotel an nur um zu hören, dass es überbucht ist. Wir buchen schließlich ein Zimmer in dem Hotel unserer Freunde Leslie und Jerome. Da es aber etwa zwei Kilometer vom Strand entfernt ist, entscheiden wir uns für eine andere Unterkunft, die wir vorher schon von r der Verladung unseres Campers besichtigt hatten. Sie ist etwas in die Jahre gekommen, aber liegt direkt am Strand. Für rund 30 Euro pro Nacht bekommen wir ein großes Zimmer mit kleiner Küche. Die afrikanische Reinheit gleicht auch hier nicht unserem europäischen Standards, aber für diesen Preis und diese Lage ist es absolut in Ordnung.

    Wir laufen am Strand entlang und betrachten den richtig guten Kitespot. Gleich nebenan liegt der Beach Club Le Café. Eigentlich wollen wir nur einen Kaffee, doch mit einem Mindestumsatz von ca. 13 Euro pro Person dürfen wir Pool, Sonnenliegen und die ganze Luxus-Ferienanlage nutzen. Wir verbringen dort einige Tage und genießen den Kaffee, das Mittagesse, den Meerblick und den großen Pool.

    Nachts plagen uns einige Mücken, sonst passt alles. Regina gewöhnt sich langsam an die afrikanische Sauberkeit. Die große Spinne vor dem Balkon bleibt für Regina eine tägliche Herausforderung. Wegen der neugierigen und diebischen Affen sind überall Netze gespannt. Einmal kommt tatsächlich einer auf unseren Balkon, turnt über die Wäscheleine und verschwindet wieder. Glück gehabt, nichts erbeutet.

    Im Beach Club lernen wir Astrid und Jürgen kennen, zwei unglaublich liebe Deutsche Afrikaliebhaber. Die Gespräche sind intensiv, herzlich und lang. Marie fasst sofort Vertrauen, Astrid passt auf sie auf, während Jens kiten geht. Zufällig stellen wir fest: Ihre Tochter arbeitet in einer Kite-Schule auf Sansibar und Regina dort sogar schon mit ihr gesprochen. Die Welt ist so klein.

    Zwischendurch fahren wir mit dem Tuk-Tuk in die Stadt, treffen Jerome und Leslie, gehen essen, sitzen im Café. Diani ist stellenweise erstaunlich westlich.

    Dann treffen wir Idris, einen jungen Niederländer der eine ähnliche Reiseroute hinter sich hat. Er hat unser Auto schon zweimal in der Elfenbeinküste gesehen aber wir haben uns nie getroffen. Jetzt begegnen wir uns doch noch an unseren letzten Tagen unserer Afrika-Reise. Ein besonderer Moment.

    Gemeinsam machen wir eine Schnorcheltour zum Riff. Ohne GoPro, aber mit großen Augen. Muräne, bunte Fische, ein Glasbodenboot für Marie. Seesterne, Seeigel, alles darf angefasst werden. Pure Freude.

    Nachmittags kommt fast immer der Wind. Wir wechseln uns mit dem Kiten ab, Marie spielt im Sand und im Pool. Alles fühlt sich leicht an.

    Am letzten Tag lernt Marie Luca, den vierjährigen Niederländer kennen. Sie spielen den ganzen Tag zusammen und kommunizieren ganz selbstverständlich auf englisch. Am Abend heißt es Abschied nehmen – am nächsten Tag verlassen wir nach 16 Monaten den afrikanischen Kontinent und fliegen wir weiter auf die arabische Halbinsel.
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  • Die letzte Grenze Afrikas

    January 13 in Kenya ⋅ ☀️ 29 °C

    Es geht für uns zum letzten Mal in Afrika über eine Grenze. Bevor wir losfahren, essen wir noch zu Mittag. Kurz vor vier Uhr nachmittags rollen wir an die Grenze nach Kenia. Grenze Nummer siebenundzwanzig und unsere letzte auf diesem Kontinent.

    Die tansanische Seite geht schnell. Ein letzter Stempel, dann stehen wir auf der kenianischen Seite. Dort stockt es. Schließlich die Erklärung, Systemausfall! Nichts geht mehr. Wir warten in der Hitze, ohne zu wissen, wie lange.

    Regina geht mit Marie schon einmal vor zum Auto. Marie bekommt ein Eis. Der Nachmittag wird zum Abend. Die Geduld schwindet.

    Wir haben nun die siebenundzwanzigste Grenze in Afrika erreicht – und es ist unsere letzte. Also machen wir das, was uns auf dieser Reise immer wieder geholfen hat. Regina fängt an zu kochen. Kartoffeln, Blumenkohl und Hackfleisch. Mitten an der Grenze. Und tatsächlich: Das Essen wird fertig.

    Gerade als wir uns setzen wollen, kommt der Customs Officer. „Nur noch fünf Minuten“, sagt er. Wir stehen wieder auf. Aus fünf Minuten wird eine halbe Stunde. Am Ende ist es halb acht. Fast vier Stunden sind vergangen. Es ist stockdunkel.

    Die Grenze ist rund um die Uhr geöffnet. Trotzdem bleiben wir hier. Nachts auf unbekannten afrikanischen Straßen zu fahren, fühlt sich falsch an. Unbeleuchtet, schmal, voller Speedbumper. Also stellen wir uns in eine ruhige Ecke, essen endlich und schlafen an der Grenze. Zum letzten Mal im Camper in Afrika.

    Wir schlafen erstaunlich gut. Erst um sechs Uhr morgens weckt uns eine Putzkolonne. Gegen halb sieben stehen wir auf und fahren los. Jetzt sind wir wirklich in Kenia.

    Schon nach wenigen Kilometern wissen wir, dass es gut war, diese Straße nachts nicht zu befahren. Unser Ziel ist Diani Beach. Hier wollen wir ankommen, bevor unser Auto verschifft wird.

    Wir schauen uns Unterkünfte an und merken schnell: Entweder sehr günstig und heruntergekommen – oder wunderschön und sehr teuer. Am Nachmittag fahren wir zu Mario, dem Agenten für die Verschiffung. Er ist ein Schweizer, der seit vielen Jahren in Kenia lebt. Wir übernachten in seinem Guesthouse.

    Nach einem Kaffee legt Jens direkt los. Dachboxen, Dachträger, Ventilator, Solarplatten – alles wird abgebaut. Es dauert länger als gedacht, improvisieren ist nötig, aber am Ende klappt alles. Am Nachmittag kommen Jerome und Leslie dazu. Am frühen Abend ist es geschafft. Wir sitzen zusammen, erzählen, trinken etwas.

    Am nächsten Morgen geht es zum Container in den unser Camper aufs Schiff verladen werden soll. Wir sind schon sehr gespannt ob das passen wird.
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  • Abreisetag Sansibar und Autoprobleme

    January 7 in Tanzania ⋅ ☁️ 30 °C

    Der Wecker klingelt um 3:55 Uhr. Draußen ist es stockdunkel, drinnen sind wir müde. Die Nacht ist kurz und heiß, der Schlaf unruhig. Wir kochen Tee und Kaffee, Marie schläft noch ein wenig weiter. Regina weckt Peter, dessen Wecker falsch eingestellt ist. Um 4:45 Uhr packen wir das Auto ein letztes Mal und fahren los Richtung Flughafen.
    Die Straßen sind zunächst leer, füllen sich dann langsam. Männer gehen zum Morgengebet in die Moschee, später tauchen Motorräder, Fahrräder und Fußgänger auf, oft ohne Licht. Konzentration ist alles. Um 5:45 Uhr erreichen wir den Flughafen und verabschieden uns herzlich von Maria, Peter und Sebastian, die nach Frankfurt fliegen. Für uns geht es weiter zum Fährterminal.
    Dort beginnt das Chaos. Parkplätze sind blockiert, Menschenmassen drängen durcheinander, Gepäck liegt überall. Ein Träger hilft uns, doch vor dem Terminal stauen sich die Menschen. Drei Fähren legen gleichzeitig ab. Hitze, Gedränge und lautes Rufen. Marie kommt auf Reginas Arm, es ist zu eng und zu wuselig. Kurz verlieren wir uns sogar aus den Augen. Gepäck hier, Tickets dort. Alles fühlt sich hektisch und unübersichtlich an.
    Nach viel Warten und Drängen gelangen wir hinein und stehen erneut in einer überfüllten Halle. Mehrmals landen wir in der falschen Schlange. Die Hitze und die Gerüche setzen uns zu, Regina wird übel. Schließlich bestätigt man uns, dass wir richtig sind.
    Die Brücke zur Fähre wackelt im Wind, das Schiff schaukelt stark. Alle halten sich fest. Mit Hilfe schaffen wir es an Bord und ergattern im klimatisierten Innenraum drei nebeneinanderliegende Sitze. Regina nimmt sofort eine Tablette gegen Übelkeit und schließt die Augen. Marie dagegen liebt das Auf und Ab.
    Um 7:15 Uhr legt die Fähre ab. Als Katamaran liegt sie ruhiger im Wasser und das Schaukeln wird erträglicher. Kurz vor 9:00 Uhr erreichen wir Daressalam. Beim Aussteigen gibt es wieder Gedränge und Hitze und Chaos, doch diesmal bleiben wir zusammen. Träger helfen uns mit dem Gepäck, Marie bleibt ruhig und gelassen. Sie macht das großartig.

    Ein Taxi bringt uns zum Sprinter. Wir laden aus, verstauen neu und trinken kurz etwas. Dann leuchtet die Batteriewarnlampe auf. Die Diagnose ist schnell klar. Die Lichtmaschine lädt nicht. Eigentlich stand unser Sprinter bei dem Hotel ganz gut, aber nicht nur die Lichtmaschine hat nun einen Schaden, sondern auch ein Reifen hatte zwischendurch einen Platten. Der Manager des Hotels organisierte einen Reifenservice zur Reparatur. Wie sich herausstellte, war das Ventil defekt. Wir gehen anhand von Kratzspuren davon aus, dass Hunde oder Katzen am Ventil rumgebissen haben, denn beim Abstellen des Sprinters war noch alles in Ordnung. Jetzt kommt noch das Lichtmaschinenproblem mit unerklärlicher Ursache hinzu.

    In einer Werkstatt finden wir zwar einen erfahrenen Mercedes Mechaniker, doch ein Ersatzteil ist schwer zu bekommen.
    Während Jens sich um das Auswuchten der Hinterräder und um das Problem mit der Lichtmaschine kümmert, ziehen Regina und Marie sich in einen klimatisierten Raum zurück. Zwei Stühle werden zusammengeschoben, Marie schläft sofort ein, fast zwei Stunden lang. Regina döst mit und hofft, dass sich eine Lösung findet. Ein neues Ersatzteil ist nicht verfügbar und ein gebrauchtes ist zu teuer, wir lehnen ab und fahren zurück zum Hostel.
    Unterwegs kommen wir an einem kleinen European Spareparts Shop vorbei. Jens versucht sein Glück und tatsächlich erscheint zehn Minuten später Jerry, der Chef, persönlich. Er kommt in einem schnittigen BMW an, trägt Mercedes Benz Outfit und bietet an, die Lichtmaschine in seiner Werkstatt instand setzen zu lassen. Ein echter Glücksfall. Jerry betreibt mehrere Werkstätten, ist Content Creator und lädt uns während der Reparatur in sein Stammlokal ein. Durch ihn bekommen wir ein viel positiveres Bild von Tansania.

    Am nächsten Morgen ist der Sprinter wieder fahrbereit. Nach dem Frühstück in einem türkischen Café bringt uns ein Tuktuk zur Werkstatt. Wir machen eine ausgiebige Testfahrt durch sehenswerte Stadtteile von Daressalam. Als wir zurückkommen, erwartet uns Jerry bereits mit seinem Kameramann und bittet Jens, unsere Reise und den Sprinter für seine Follower vorzustellen. Natürlich machen wir das gern.
    Wir bezahlen 150 US Dollar für die Reparatur, erledigen noch die nötigen Einkäufe und verlassen erst am Nachmittag die Stadt. Müde, aber glücklich sind wir endlich wieder unterwegs.
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  • Schöne Tage auf Sansibar

    January 5 in Tanzania ⋅ ⛅ 30 °C

    Die übrigen Tage verbringen wir ganz entspannt zusammen und lassen einfach die Zeit laufen. Wir genießen das warme Wetter, den Pool und die Leichtigkeit des Insellebens. Zwischendurch sitzen wir in kleinen Cafés, probieren neue Restaurants aus und sind immer wieder überrascht, wie vielfältig Sansibar ist.

    Wir entdecken sogar eine Bäckerei mit richtig gutem Sauerteigbrot – ein kleines Stück Europa mitten in Afrika. Es schmeckt herrlich und wird sofort zu unserem neuen Lieblingsfrühstück. Überhaupt ist hier alles wunderbar gemischt: moderne Cafés und schicke Restaurants nach europäischem Standard stehen direkt neben kleinen lokalen Buden, aus denen es nach Gewürzen und frisch Gebratenem duftet. Sansibar ist bunt, lebendig und genau das macht es so besonders.

    Zwischendurch machen Regina, Jens, Peter und Sebastian noch einen ganz besonderen Ausflug: Wir gehen gemeinsam schnorcheln – und zwar mit einem traditionellen Segelboot. Schon die Fahrt hinaus zum Riff ist ein Erlebnis. Der Wind füllt die Segel, das Holzboot gleitet leise über das Wasser und wir fühlen uns wie auf einer kleinen Zeitreise.

    Am Riff springen wir ins warme, glasklare Meer und schnorcheln eine ganze Weile. Unter uns liegen bunte Korallen, große Muscheln und sogar Seesterne. Fische gibt es nicht besonders viele, aber das, was wir sehen, ist wunderschön – und vor allem unglaublich ruhig. Wir treiben nebeneinander, zeigen uns gegenseitig unsere Entdeckungen und genießen einfach diesen Moment. Es ist einer dieser Tage, die man nicht vergisst.

    An einigen Tagen gehen wir kitesurfen. Der Wind ist perfekt, das Wasser warm und türkis, und wir können gar nicht genug davon bekommen. Am letzten Tag vor der Abreise stehen Regina und ich sogar extra um sechs Uhr morgens auf. Noch vor dem Frühstück gehen wir aufs Wasser, genießen die ruhige Stimmung und jede einzelne Minute beim Kiten. Danach spülen wir unsere Kitesachen ab, hängen alles zum Trocknen auf und packen langsam zusammen – ein bisschen wehmütig, aber auch dankbar.

    Den letzten Abend verbringen wir ganz bewusst zusammen. Wir gehen Cocktails trinken, sitzen lange beisammen, lachen, reden und schauen zurück auf all die Erlebnisse dieser Reise. Es fühlt sich rund an. Morgen geht es früh los – aber jetzt genießen wir diesen Moment noch in vollen Zügen.
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  • Silvester

    December 31, 2025 in Tanzania ⋅ ⛅ 30 °C

    Es ist der letzte Tag des Jahres 2025. Den Tag beginnen wir mit einem leckeren gemeinsamen Frühstück. Anschließend kühlen wir uns im Pool ab. Nach einer kurzen Ruhezeit fahren wir zusammen zum Strand und baden ausgiebig. Am Nachmittag trinken wir leckere Cocktails und genießen den letzten Sonnenuntergang des Jahres. Abends grillen wir gemeinsam in der Unterkunft. Alles dauert ein bisschen länger, aber genau das macht es schön. Wir genießen das Zusammensein und das Essen.

    Gegen 23:30 Uhr fahren wir noch einmal los zum Strand. Um Mitternacht erhellen mehrere Feuerwerke den Himmel – im Norden, im Süden, überall entlang der Küste. Es ist warm, wir stehen im Sand unter Palmen. Regina zündet die Wunderkerzen an, die sie von einer guten Freundin bekommen hat. Wir stoßen an, lachen, freuen uns und sind für das vergangene Jahr dankbar.

    So rutschen wir ganz ruhig und warm ins Jahr 2026, unter Palmen auf Sansibar. Besonders schön ist, dass Reginas Familie dabei ist und wir Weihnachten und Silvester gemeinsam erleben dürfen. Ein Jahreswechsel, den wir so schnell nicht vergessen werden.
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  • Besuch in Stone Town

    Dec 30–Jan 5, 2026 in Tanzania ⋅ ☁️ 27 °C

    Wir fahren nach Stone Town, der Hauptstadt von Sansibar. Schon beim Ankommen spüren wir diese besondere Atmosphäre. Die Altstadt ist ein einziges Labyrinth aus schmalen, verwinkelten Gassen, alten Häusern mit kunstvollen Holztüren und kleinen Läden, die sich dicht an dicht aneinanderreihen. Wir schlendern ohne festen Plan los und lassen uns einfach treiben.

    Es ist sehr heiß. Eigentlich soll es heute bewölkt sein, vielleicht sogar regnen, davon merken wir allerdings nichts. Die Sonne brennt, und wir müssen immer wieder Pausen einlegen, viel trinken und uns zwischendurch in Cafés oder Restaurants zurückziehen. Zum Glück spenden die engen Gassen immer wieder Schatten, was das Erkunden angenehmer macht. Ein Eis hier, ein kaltes Getränk dort – so genießen wir Stone Town Schritt für Schritt.

    Die Altstadt fasziniert uns. Alles wirkt lebendig, laut und gleichzeitig historisch. Die Gassen schlängeln sich durch das Innere der Insel, immer wieder öffnen sich kleine Plätze, Märkte oder Innenhöfe. Wir besuchen den lokalen Markt, kaufen ein paar Gewürze und beobachten das bunte Treiben. Später gehen wir noch zur Küste, schauen auf alte Boote und das Meer und lassen den Blick schweifen.

    Ganz nebenbei stehen wir plötzlich vor dem Geburtshaus von Freddie Mercury, das heute ein Museum ist. Wir gehen nicht hinein, finden es aber trotzdem interessant, diesen Ort gesehen zu haben.

    Am späten Nachmittag fahren wir mit einem Tuk-Tuk zurück zu unserem Parkplatz. Danach geht es mit dem Auto wieder in unsere Unterkunft, über eine Stunde Fahrt nach einem langen, erfüllten Tag. Wir haben den ganzen Tag in Stone Town verbracht und sehr genossen. Die Altstadt ist absolut sehenswert, voller Geschichte, Leben und Atmosphäre.
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  • Entspannte Feiertage

    Dec 25–27, 2025 in Tanzania ⋅ ⛅ 30 °C

    Am ersten Tag nach Weihnachten lassen wir es bewusst ruhig angehen. Peter hat leider eine Magenverstimmung und so bleiben wir in der Anlage, genießen den Pool, die grüne Umgebung und genau diese entspannte Atmosphäre, die Sansibar so besonders macht. Kein Programm, kein Muss – einfach nur ankommen, ausruhen und den Tag fließen lassen.

    Den Restaurantbesuch, den wir ursprünglich für den ersten Weihnachtstag geplant hatten, verschieben wir auf den zweiten. Und das stellt sich als genau die richtige Entscheidung heraus. Am zweiten Weihnachtstag machen wir uns am späten Nachmittag auf den Weg zu einem Restaurant direkt am Strand: dem Sansibarista. Schon beim Ankommen sind wir begeistert denn wir bekommen einen oberen Bereich ganz für uns allein und haben einen freien Blick auf das Meer.

    Wir starten mit Cocktails, lehnen uns zurück und beobachten, wie das Licht langsam weicher wird. Die Dämmerung setzt ein, der Himmel färbt sich, und mit dem Sonnenuntergang bestellen wir unser Essen. Das Essen ist hervorragend, unglaublich lecker und mit viel Liebe zubereitet. Wir genießen jeden Bissen, das Zusammensein, die Gespräche und diesen besonderen Abend.

    Marie wird irgendwann müde. Wir stellen zwei Sessel zusammen, und dort schläft sie ganz entspannt ein. Später gesellen sich noch andere gutgelaunt Gäste ins Obergeschoss. Als es dunkel ist, machen wir uns langsam auf den Rückweg, setzen uns später noch zusammen und lassen den Tag ruhig ausklingen.

    Am nächsten Tag steht eine Insel-Erkundungstour an. Dieses Mal geht es in den Süden Sansibars. Den Norden kennen wir bereits, dort waren wir schon beim berühmten Restaurant The Rock, das auf einem Felsen im Meer steht – ein spannender Anblick. Jetzt möchten wir eine andere Seite der Insel sehen.

    Im Süden besuchen wir den Mtembe Beach. Der schönste Strand auf Sansibar. Zwischen zwei Felsen liegt dort ein natürlicher Strand, der nur bei Ebbe zugänglich ist. Bei Flut verschwindet er komplett. Wir schauen uns diesen besonderen Ort an und merken einmal mehr, wie vielseitig Sansibar ist. Auf der Fahrt dorthin geht es durch dichte, sattgrüne Natur. Direkt am Strand steht ein riesiger, beeindruckender Baum, und der Strand selbst ist wunderschön.

    Marie geht ein wenig baden, aber wir sind vorsichtig. Im Wasser gibt es Seeigel, denen wir natürlich aus dem Weg gehen wollen. Danach fahren wir weiter Richtung Westen, um den Sonnenuntergang zu erleben. In einem Resort kehren wir noch einmal ein, essen zu Abend und genießen den Blick auf die untergehende Sonne, bevor wir schließlich zurückfahren.
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  • Weihnachten unter Sansibar-Palmen

    December 24, 2025 in Tanzania ⋅ 🌙 28 °C

    Wir feiern Weihnachten auf Sansibar und schon am Heiligabendmorgen fühlt sich alles ganz besonders ruhig und leicht an. Der Tag beginnt ohne Eile. Nach dem Frühstück dekorieren wir zuerst unseren Weihnachtsbaum, der hier natürlich keiner ist, Es handelt sich um eine junge Papaya-Pflanze die diese Rolle übernehmen darf. Aus Alufolie basteln wir Christbaumschmuck, und aus Maries Malbuch schneiden wir angemalte Tiere und Formen aus. Eine Lichterkette legen wir über die Papaya-Pflanze, und plötzlich steht er da – unser ganz besondere Weihnachtsbaum. Wir freuen uns jetzt schon auf den Abend.

    Danach decken wir den Frühstückstisch besonders schön. Es gibt Eier, lokale Leckereien und eine Auswahl an frischen Früchten. Viele davon wachsen direkt hier in der Ferienanlage: Bananen, Papayas, Mangos und natürlich Kokosnüsse. Morgens pflücken wir die Früchte einfach vom Baum im Garten, frischer geht es kaum. Wir sitzen zusammen, genießen das Frühstück und lassen den Tag ganz bewusst langsam starten.

    Später springen wir in den Pool, lachen, planschen ein bisschen. Wir fahren zum Meer welches schön in der Sonne glitzert, der Sand ist warm, und alles fühlt sich friedlich an. Wir genießen einfach den Moment.

    Am Nachmittag gehen wir gemeinsam Eis in Paje essen. Danach fahren wir zurück und beginnen das BBQ für den Abend vorzubereiten. Es gibt Steak, Hähnchen und sogar Fisch, dazu einen leckeren Nudelsalat. Alles schmeckt wunderbar.

    Nach dem Essen folgt die Bescherung. Sebastian geht mit Marie ein wenig umher und hält Ausschau nach dem Christkind. Ob es wohl auch den weiten Weg nach Sansibar findet? Währenddessen bereiten Jens und Regina die Geschenke vor und legen sie heimlich unter die geschmückte Papaya-Pflanze.

    Als Marie zurückkommt, erzählt sie ganz aufgeregt, sie habe eine Sternschnuppe gesehen – das könnte doch das Christkind gewesen sein. Kurz darauf hören wir ein Geräusch, fast wie ein kleines Klingeln. Marie rennt los und ruft schon von weitem: „Da sind Geschenke! Da sind Geschenke!“ Ihre Freude ist riesig. Sie reißt begeistert die ersten Päckchen auf und freut sich über jede Kleinigkeit. Genau das macht es so besonders. Auch wir beschenken uns gegenseitig und erleben gemeinsam eine schöne und herzliche Bescherung.

    Wir sitzen am Abend noch lange zusammen, trinken etwas, erzählen viel und lassen den Abend ganz entspannt ausklingen.
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  • Sansibar, zwischen Gewürzen, Wind & Ruhe

    December 18, 2025 in Tanzania ⋅ ⛅ 30 °C

    Wir erkunden Zanzibar mit dem Mietwagen, ganz entspannt und ohne festen Plan. Einer unserer Ausflüge steht jedoch fest. Maria möchte gerne eine Gewürztour machen. Also fahren wir zu einer Gewürzfarm im grünen Herzen der Insel.

    Ein junger Guide empfängt uns herzlich. Die Tour soll anderthalb Stunden dauern. Marie schläft, Jens bleibt bei ihr im Auto, das passt. Doch aus anderthalb werden fast drei Stunden, so spannend ist dieser Rundgang.
    Wir sehen Kurkuma, Aloe Vera, Ingwer, Kardamom, Orangen, Limonen, Passionsfrüchte, später Nelken und schließlich Pfeffer, der als Kletterpflanze an Bäumen wächst. Je nach Reife entsteht daraus grüner, roter oder schwarzer Pfeffer. Wir entdecken außerdem Zimt, Papaya, Bananen, Kaffee (Arabica und Robusta), Jackfrucht und Zitronengras.

    Am Ende gibt es eine Verköstigung, frisch geöffnete Jackfrucht, ein Obstteller mit all den Früchten aus dem Garten und dazu Masala-Tee und Zitronengras-Tee. Eine Tour, die uns deutlich mehr begeistert, als wir erwartet hätten.

    Zurück an der Küste passt der Wind perfekt. Jens und Regina gehen Kitesurfen, Basti übt den Kiteschirm zu fliegen. Dazwischen genießen wir einfach die Insel, probieren Restaurants und Cafés aus und entdecken sogar eine kleine Bäckerei mit richtig gutem Sauerteigbrot.

    Wir frühstücken meist in unserer Unterkunft, ganz in Ruhe. Währenddessen sorgt Abdula leise für Ordnung in den Zimmern. Abends gehen wir manchmal essen, manchmal kochen wir selbst. Die Anlage bietet viel Schatten, ein angenehmer Wind weht fast immer. Bei 35 Grad halten wir uns tagsüber im Schatten oder unter Palmen am Strand, bzw. im Wasser auf.
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  • Hakuna Matata

    December 17, 2025 in Tanzania ⋅ ☁️ 31 °C

    Frei nach dem Motto Hakuna Matata (dt. mach dir keine Sorgen), beginnt sich unser Blick auf unsere Unterkunft zu verändern. Was anfangs improvisiert wirkte, wird Schritt für Schritt zu einem Platz, an dem man ankommen kann. Nicht, weil alles perfekt ist – sondern weil sich Menschen sichtbar Mühe geben und wir es versuchen entspannt zu sehen. Die Angestellten kümmern sich täglich um die Anlage. Sie reinigen die Zimmer, waschen die Handtücher, bereiten die Betten her und kehren morgens die Wege. Oft bringen sie uns frisches Obst aus dem Garten – Papayas, Bananen, manchmal einfach kommentarlos vor die Tür gelegt. Abends schauen sie noch einmal vorbei, fragen, ob alles passt. Diese stille Aufmerksamkeit macht viel aus.
    Mit jedem Tag fühlt sich die Anlage mehr wie unsere eigene kleine Oase an. Wir sind allein hier, keine anderen Gäste, kein Hoteltrubel. Der Pool wird schnell zum Mittelpunkt unseres Tages – eine willkommene Abkühlung bei der Hitze, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dass es eine Waschmaschine gibt, ist unterwegs ein echter Luxus und erleichtert den Alltag enorm. Was bleibt, ist die Ruhe. Platz. Zeit. Genau das, was wir gesucht haben. Wir können uns selbst versorgen, uns zurückziehen oder einfach treiben lassen. Wenn wir Abwechslung wollen, steigen wir ins Auto und sind in wenigen Minuten am Strand oder in einem der Restaurants direkt am Meer. Und wenn wir genug davon haben, kehren wir zurück – in unsere stille Anlage abseits des Trubels.

    Ganz problemlos ist das Leben hier nicht. Stromausfälle gehören auf Sansibar zum Alltag. Fällt der Strom, fehlt auch das Wasser, die Ventilatoren stehen still, der Kühlschrank arbeitet nicht mehr. Manchmal dauert es nur Minuten, manchmal Stunden. Abends wird es dann dunkel und heiß, wir sitzen draußen mit Stirnlampen und warten. Doch fast immer weht ein Wind, der die Hitze erträglicher macht. Irgendwann kommt der Strom zurück. Immer. Wir arrangieren uns. Füllen Wasser ab, planen um, lassen los. Und merken: Genau das gehört dazu. Sansibar zwingt einen nicht zur Perfektion, sondern zur Gelassenheit.
    Am Ende ist es diese Mischung, die den Ort für uns besonders macht. Einfach, ehrlich, ruhig. Kein Luxus, aber Herzlichkeit. Kein perfekter Start, aber ein gutes Ankommen. Hakuna Matata – nicht als Floskel, sondern als Haltung. Und genau deshalb bleiben wir.
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  • Ankommen mit Hindernissen

    December 15, 2025 in Tanzania ⋅ ⛅ 31 °C

    Wir haben eine kleine Anlage im Osten der Insel bei Bwejuu über Airbnb gemietet. Gegen Mittag kommen wir an. Ein schmaler Feldweg führt von der Straße weg, dann stehen wir plötzlich vor einer hohen Mauer. Kein Schild, kein Empfang. Wir klopfen. Nichts passiert. Wir warten, klopfen erneut. Schließlich öffnet ein junger, dunkelhäutiger Mann die Tür. Er wirkt sichtlich verwundert, als er uns sieht.

    Wir erklären, dass wir angekommen sind und fragen nach der Gastgeberin. Er schüttelt den Kopf. Sein Englisch ist spärlich, er schaut unsicher auf sein Handy und sagt schließlich zögernd, today. Man merkt sofort, dass er nicht informiert war. Nach kurzem Zögern lässt er uns hinein.

    Drinnen wirkt alles erst einmal ganz okay. Viel Grün, eine kleine, ruhige Anlage. Die Zimmer sehen ordentlich aus, vermutlich vor einiger Zeit renoviert. Wir sagen, dass wir drei Unterkünfte brauchen. Er schaut irritiert. Drei? Eigentlich nicht. Wir zeigen die Buchung. Schließlich führt er uns zu einem dritten Häuschen. Es ist kleiner und etwas einfacher als die anderen. Am Ende haben wir drei Bungalows.

    In der Mitte liegt ein großer Pool, der in der Anzeige sehr schön aussah. Nun ist das Wasser grün. Auch die Küche ist keine richtige Küche: ein offener Barbereich mit Sofas, Sesseln und einem Tisch. In der Mitte ein großer Bartresen mit einem Gaskocher, der nur auf einem Brenner funktioniert. Es steht schmutziges Geschirr herum und der Kühlschrank ist verschimmelt. Das Wasser tropft nur aus den Wasserhähnen. Strom? Fehlanzeige!

    Wir sind müde, enttäuscht und völlig erledigt von der Anreise. Reginas Familie hat kaum geschlafen, wir selbst nur kurz. Trotzdem schreiben wir sofort der Vermieterin über Airbnb und eröffnen einen Fall. Wir überlegen ernsthaft, die Unterkunft zu wechseln.

    Kurzerhand fahren wir los. Erst einmal Mittagessen – in einem schönen Hotel direkt am Strand. Gutes Essen, Meerblick, kurz durchatmen. Nebenbei suchen wir Alternativen und fahren mehrere Unterkünfte ab. Manche liegen ungünstig, andere sind zu klein, heruntergekommen oder viel zu teuer. So kurzfristig etwas geeignetes zu finden, erscheint fast unmöglich.

    Am Abend kehren wir zurück. Jetzt sind drei junge Männer da, sichtbar bemüht. Der Strom läuft nun wieder. Sie kippen Chemie in den Pool, reinigen ihn und füllen frisches Wasser nach. Der Kühlschrank und das Geschirr werden gereinigt, der Barbereich aufgeräumt. Eine Küche befindet sich in einem Nebengebäude im Bau und soll übermorgen fertig gestellt werden.

    Die Nacht ist okay. Nach einem kurzen Stromausfall helfen die Ventilatoren wieder gegen die Hitze.

    Am nächsten Morgen steht der Frühstückstisch bereit. Heißwasser für den Kaffee ist schon da. Die Bemühung ist deutlich spürbar. Offenbar hat die Kommunikation zwischen Gastgeberin und ihren Mitarbeitern vorher nicht funktioniert. Der Pool ist nun blau, aber noch milchig.

    Wir klären ein weiteres Problem. Sebastian hat im Gewusel am Vortag versehentlich eine andere Unterkunft online über Airbnb gebucht und bezahlt. Wieder Telefonate, Nachrichten, Bangen und Warten. Am Ende des Tages bekommen wir den gesamten Betrag zurück. Puh!

    Wir finden weiterhin keine passende Alternative. Uns ist wichtig, unter uns zu sein, einen Pool zu haben, Platz für uns alle und die Möglichkeit, uns selbst zu verpflegen. Hotels wären schön, aber unbezahlbar und nicht so privat. Diese Anlage haben wir früh gebucht, zu einem guten Preis, und sie gehört ganz uns allein.

    Also entscheiden wir uns zu bleiben. Airbnb sagt, wir können jederzeit noch wechseln. Aber fürs Erste geben wir der Unterkunft eine Chance. Wir kommen langsam zur Ruhe, erholen uns von der Anreise und diesem langen ersten Tag auf Sansibar – und hoffen, dass es von hier an leichter wird.
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  • Auf nach Sansibar

    December 15, 2025 in Tanzania ⋅ ☁️ 29 °C

    Es ist fünf Uhr morgens, als der Wecker klingelt. Im Hinterhof eines Hotels steht unser Sprinter noch ruhig auf seinem Abstellplatz. Wir öffnen die Türen, trinken einen Tee und machen uns fertig. Alles ist gepackt, denn viertel vor sechs kommt das Taxi. Heute geht es nach Sansibar.

    Am Hafen werden wir sofort von vielen Männern umringt, die unser Gepäck tragen wollen. Einige laufen sogar neben dem Auto her. Wir bleiben freundlich, aber bestimmt und tragen alles selbst. Ein Mitarbeiter der Fährgesellschaft hilft uns beim Ausdrucken der bereits online gebuchten Tickets, dann dürfen wir weiter. Es ist wuselig, unübersichtlich, alles drängt sich durch einen Scanner. Wir achten darauf, das Gepäck und Marie beisammen zuhalten, warten kurz und schon heißt es Boarding.

    Wieder Gedränge, dann sind wir an Bord. Wir finden eine ganze Reihe für uns, was ein kleines Glück ist. Kurz nach sieben legt die Fähre ab. Jens kontrolliert noch einmal, ob unser Gepäck wirklich verladen ist. Bei all dem Gewusel sind wir unsicher, aber alles ist dabei. Im Gepäckraum sind auch hunderte piepsende Kücken geladen. Die gefallen besonders Marie.

    Nach anderthalb Stunden erreichen wir Sansibar. Auch hier drängen sich alle gleichzeitig hinaus, warten auf ihr Gepäck, laufen erneut durch Scanner, die ununterbrochen piepen. Zwei Gepäckträger helfen uns tragen was uns sehr freut.

    Draußen wartet bereits ein Mann und übergibt uns einen Mietwagen. Das Auto ist etwas verbraucht, aber groß genug für eine große Familie inklusive Gepäck. Wir fahren weiter zum Flughafen, denn dort kommt Reginas Familie an. Die Eltern und ihr Bruder sind schon da und haben bereits gefrühstückt. Als Marie sie sieht, läuft sie aufgeregt los und umarmt alle. Ein wunderschöner Moment.

    Dann der kleine Schreck: Das Auto springt nicht an. Zum Glück entdeckt Jens ein loses Batteriekabel. Gleich um die Ecke, im Hinterhof der Mietwagenfirma, wird es schnell repariert. Willkommen in Afrika!

    Es beginnt zu regnen, als wir endlich losfahren. Alle sitzen im Van, lachen, reden durcheinander. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir freuen uns sehr, gemeinsam auf Sansibar angekommen zu sein.
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  • Begegnungen unterwegs nach Dar es Salam

    December 9, 2025 in Tanzania ⋅ ☀️ 28 °C

    Obwohl es Jens noch nicht richtig gut geht, brechen wir am nächsten Morgen auf. Vor uns liegen über 1.000 Kilometer bis Dar es Salaam. Wir fahren viel und lange. Die Straßen sind meist nur einspurig, viele LKWs bremsen den Verkehr, doch mit Geduld und häufigem Überholen kommen wir gut voran.

    Die erste Nacht verbringen wir ruhig im Busch. Die zweite Nacht stehen wir bei den Massai. Zwei von ihnen, Pedro und Samuel, kommen vorbei. Samuel spricht nur Swahili, Pedro übersetzt und erzählt uns viel über die Kultur der Massai – über ihre Kleidung, deren Bedeutung und ihr Leben mit den Herden. Besonders beeindruckt uns, dass Pedro als Doktor arbeitet und seine Medizin aus der Natur herstellt. Später spielen Jens und Marie sogar noch Fußball mit einem weiteren Massai. Die Nacht ist ruhig und herzlich.

    Am nächsten Morgen verabschieden wir uns und fahren weiter nach Dar es Salaam. Die Stadt wirkt auf uns wie ein Moloch: dichter Verkehr, Tuk-Tuks, Mopeds, Busse, alles gleichzeitig. Dazwischen stehen marode Gebäude, unterbrochen von modernen Banken, Hotels und Neubauten. In der Altstadt sind die Gassen eng, die Bürgersteige kaputt, alles wirkt fordernd und anstrengend.

    Wir finden einen guten Stellplatz im Hinterhof eines Hostels. Am Wochenende fahren wir noch in den Süden der Stadt an den Strand. Dort stehen wir auf einem Campingplatz direkt am Meer, neben einem Resort. Viele Einheimische genießen hier ihr Wochenende. Wir baden im warmen Wasser, genießen den Abend – und nutzen die Zeit zum Packen, Putzen und Vorbereiten.

    Am nächsten Tag fahren wir zurück zu unserem Stellplatz und verbringen dort noch eine Nacht, bevor es für uns weitergeht.
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  • Zwischen Unruhe und Oase

    December 9, 2025 in Tanzania ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir brechen heute wieder in Richtung Tansania auf. Am 15. Dezember müssen wir in Daressalam sein, und so fährt unser Auto zielstrebig weiter nach Osten. Doch bevor wir das tansanische Festland erreichen, steht erst die Grenze an und wie so oft kostet uns der ganze Prozess gute zwei Stunden: Stempel, Warten, Nachfragen, ein bisschen Geduld. Als wir endlich durch sind, atmen wir auf und fahren weiter zu einem Wildcampspot am Viktoriasee.

    Der Platz selbst wäre eigentlich traumhaft: leicht erhöht, mit schönem Blick über das Wasser, ruhig und weit. Doch kaum stehen wir, tauchen zwei junge Maasai. Ihr Englisch ist bruchstückhaft, aber eines verstehen wir sofort. Sie wollen Geld für „Security“, wie sie sagen. Wir erklären, freundlich aber bestimmt, dass wir keinen Wachdienst brauchen. Doch sie bleiben hart zahlen oder weiterfahren.

    Wir bieten ihnen Avocados an, sogar einen hier seltenen Blumenkohl an. Aber sie schütteln nur den Kopf. Sie wollen Geld, und zwar deutlich mehr, als wir geben möchten. Die Situation wird unangenehm. Einer erwähnt plötzlich einen „Boss“, dem angeblich das Land gehört. Wenn wir nicht zahlen, würde er uns „umbringen“, sagt er mit völlig unbewegter Miene. Der Satz ist so absurd, dass wir erst gar nicht wissen, ob wir lachen oder schlucken sollen. Doch die Stimmung kippt, und wir fühlen uns nicht wohl.

    Wir sagen ruhig, dass sie gern ihren Boss holen können – oder dass wir die Polizei anrufen. Regina macht aus dem Auto heraus unauffällig ein Foto der beiden. Wahrscheinlich ist das der Moment, in dem sie merken, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Die Atmosphäre verändert sich spürbar. Sie rufen ihren Boss an und wir erklären ihm die Situation. Daraufhin nehmen sie widerwillig die kleinen 2000 Tansania-Schilling (nicht mal ein Euro) den Blumenkohl und die Avocado bedanken sich freundlich und gehen.

    Die Nacht bleibt zum Glück ruhig. Der Platz ist wunderschön, aber das Gefühl, das anfangs in uns hineinkriecht, bleibt ein bisschen haften.

    Am nächsten Morgen hören wir wieder von möglichen Unruhen am 9. Dezember, dem Unabhängigkeitstag in Tansania. Wir wollen auf Nummer sicher gehen. Regina findet eine wunderschöne Lodge am Viktoriasee. Geführt von Südafrikanern, ordentlich, ruhig, sicher. Genau das, was wir jetzt brauchen.

    Wir kommen am 8. Dezember dort an, springen sofort in den Pool und fühlen, wie die Anspannung von uns abfällt. Marie rollert fröhlich über die gepflegten Wege der Anlage und entdeckt später sogar einen kleinen Spielplatz.

    Dort treffen wir Pascal einen Franzosen der auch mit einem Allrad-Sprinter dieselbe Reise wie wir macht. Wir sind uns schoneinmal am Gate des Hawenge Nationalparks begegnet. Wie klein die Welt der Afrikareisenden doch ist!

    Wir essen im Restaurant, direkt am See, gemütlich zu Abend und schlafen in einer friedlichen Stille ein.

    Am nächsten Morgen geht es Jens leider nicht gut. Er hat starke Magenschmerzen und vermutet, dass etwas beim Essen nicht ganz in Ordnung war. Während er sich den ganzen Tag ausruht, genießen Regina und Marie den Pool, den sonnigen Garten und die ruhige Zeit. Wir verbringen den Tag wie in einer kleinen Oase und tanken Kraft für die Weiterreise nach Dar es Salaam.
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  • Zwischen Polizeihütte und Beachclub

    Dec 5–6, 2025 in Uganda ⋅ ☁️ 26 °C

    Wir fahren noch ein Stück mit der deutschen Reisegruppe weiter, der Guide kennt eine Abkürzung. In Kampala trinken wir zusammen einen letzten Kaffee, verabschieden uns herzlich und versprechen, in Kontakt zu bleiben. Es waren wirklich schöne Tage, die uns allen gutgetan haben.

    Eigentlich wollen wir danach nur einkaufen und zum See fahren, doch ein heftiger Regenschauer zwingt uns weiter Richtung Masaka. Nach fast sechs Stunden Fahrt genießen wir ein tolles Restaurant mit Pizza für Marie und Blick über die Stadt. Doch übernachten dürfen wir dort nicht, also suchen wir uns einen Wildcampplatz. Nach einer ganzen Weile sehen wir draußen Taschenlampen leuchten. Jens schaut aus dem Fenster und schaut in eine Gruppe von sieben Männern, die mit uns nichts anfangen können. Sie sind verwundert und haben gerade die Polizei gerufen. Dann sind sie alle verschwunden, tauchen aber etwas später mit einer Polizistin auf dem Moped wieder auf.

    Die Polizistin sag, dass wir hier nicht stehen können. Wir sollen doch besser zur polizeistation mitkommen. Dort wäre es sicher. Na gut. Wir fahren mit. Bei der Polizeistation handelt es sich aber eher um eine Polizeihütte – ein lauter Ort direkt an der Straße. Marie findet kaum in den Schlaf, Regina bekommt Bauchschmerzen, und die Nacht wird unruhig. Am Morgen stehen schon viele Menschen und Mopeds um den Sprinter herum. Statt zum See zu fahren, müssen wir erst zum Commander nach Masaka.

    Besser als das nur rudimentär ausgestattet, da Polizeihütchen an der Straße sieht es hier auch nicht aus. Jens geht hinein, Regina und Marie warten im Camper. Was fünf Minuten dauern sollte, zieht sich: Der Chef wirft uns vor, wir hätten eine Strafe zu bezahlen, weil wir uns nicht vorher zum Übernachten gemeldet haben. Jens erklärt unsere Reise und dass wir sowas noch nie hätten machen müssen. schließlich sprach Jens zu ihm, dass er bereits eine Rufnummer mitgeteilt bekommen hatte und fragt den Polizisten, ob es die richtige sei. Er zeigte die zwischendurch eingetippte Rufnummer auf dem Telefon. Die Nummer kannte der Polizist nicht und fragte nach was es für eine Nummer sei. Daraufhin zeigte Jens einen Screenshot auf seinem Handy mit den Rufnummern der Anti-Korruptions-Hotline der Regierung. Plötzlich wollen sie nur noch die Personalien feststellen. Hierzu musste Jens mit einem weiteren Beamten der örtlichen Kriminalpolizei ins Büro nach nebenan. Alle möglichen Informationen wurden handschriftlich auf ein DIN A4 Fragebogen eingetragen. Bemerkenswert war dabei, dass die augenfarbe blau und die haarfarbe blond auf dem Fragebogen gar nicht vorhanden und dem Beamten gar nicht bekannt waren. Zwischendurch kam auch noch Regina um etwas Druck zu machen. Nachdem wir uns dann endlich verabschiedet hatten und schon im Auto saßen, kam wieder ein anderer Polizist und sagte, wir müssten noch mal zum Commander. Jetzt wird's uns zu viel! Wir sagen entschieden: „Jetzt reicht’s aber wirklich!" und fahren los.

    Gegen Mittag erreichen wir endlich den See. Erst ist es ruhig, ein großer Beachclub mit Spielplatz. Wir dürfen hier campen. Doch schon am Nachmittag füllt sich der Platz, PKWs und Busse kommen und auf einmal feiern hier ein paar hundert Menschen laut und ausgelassen. Nach der letzten Nacht brauchen wir das nun wirklich nicht. Wir beobachten das Treiben und werden natürlich selbst auch beobachtet. Alles in freundlich und gut drauf.

    Am Morgen entschädigt uns die Natur: Affen, Karibus und Marabus laufen direkt vor dem Camper vorbei, suchen nach Futter und beobachten uns neugierig. Ein friedlicher, schöner Start in den Tag – und ein Moment, der die ganze Aufregung wieder ein bisschen vergessen lässt.
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  • Reginas großer Tag

    December 4, 2025 in Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Wow – heute ist ein ganz besonderer Tag für Regina. Wir stehen in Rushaga, direkt am Bwindi Nationalpark, unser Auto parkt vor einer Lodge. Es ist kurz vor sieben Uhr, die Luft ist frisch, der Regenwald liegt wie ein tiefgrüner Teppich vor uns, und die Bergkuppen des Bwindi ragen mystisch in den Morgenhimmel.

    Regina ist aufgeregt, denn heute erfüllt sich ein großer Wunsch: Sie wird die Berggorillas in Uganda in freier Wildbahn sehen. Dank der deutschen Reisegruppe und ihrem lokalen Guide bekommt Sie überraschend die 800 UD Dollar teure Genehmigung ganz kurzfristig.

    Beim Nationalpark-Eingang steigt die Spannung. Rund 50 bis 70 Touristen sammeln sich hier, viele Safari-Autos fahren vor. Die Ranger instruieren alle ausführlich. Dann werden alle Touristen in kleine Gruppen aufgeteilt – wir neun Deutschen gehen mit drei Rangern, die uns begleiten und schützen.

    Schon seit sechs Uhr morgens sind einige Ranger als Tracker unterwegs, um die Gorilla-Familien aufzuspüren. Unser Guide hält Kontakt zu ihnen, während wir durch den Regenwald wandern. Sie lesen die Spuren der Nacht: Schlafnester, abgerissene Blätter, Abdrücke im feuchten Boden – und ja, sogar die Kacke der Tiere. Alles führt zur Kutu-Gruppe, benannt nach dem Silberrücken Kutu, dessen große Ohren ihm den Namen „Ohr“ auf Kinyabwisha eingebracht haben.

    Nach etwa anderthalb Stunden taucht plötzlich ein kleiner Gorilla direkt vor uns im Baum auf – kaum zwei Meter entfernt. Unter ihm klettert ein Weibchen den Hang hinunter, und etwas weiter unten thront er, der mächtige Silberrücken. Unser Tracker schlägt uns mit der Machete den Weg frei, um den Gorillas folgen zu können. Der Wald wird dichter, der Boden steiler, und wir halten alle den Atem an, als wir ganz nah an die Tiere herankommen. Sie registrieren uns – und bleiben erstaunlich gelassen.

    Dann beginnt diese magische Stunde, die erlaubt ist: Wir beobachten die Familie aus nächster Nähe. Zehn Gorillas – drei Babys, mehrere Weibchen, und der beeindruckende Silberrücken mit riesigen Pranken. Sie essen Blätter, ziehen die weichen Stängel heraus, sitzen im Gras und schauen uns mit diesen tiefen, ausdrucksstarken Augen direkt an.

    Ein junges Weibchen läuft auf Regina zu, streift ihr Bein und setzt sich einfach einen Meter neben sie ins Gras, um weiterzufressen. Ein anderer Gorilla zeigt kurz seine Zähne und macht klar, dass es genug ist, doch die Ranger beruhigen ihn mit ihren vertrauten Lauten. Alles bleibt ruhig.

    Es ist ein Wechselbad aus Ehrfurcht, Staunen, Respekt und dem Gefühl, etwas unglaublich Privilegiertes erleben zu dürfen. So nah zu sein, fast auf Armlänge, ohne die Tiere zu stören, nur als stille Gäste in ihrer Welt.

    Nach einer Stunde ziehen sich die Gorillas langsam zurück, und wir machen uns ebenfalls auf den Weg. Gegen halb eins kommen wir wieder am Ausgangspunkt an, nach insgesamt dreieinhalb Stunden Trekking. Regina strahlt. Dieser Tag, dieses Erlebnis ist eine Erinnerung fürs Leben.

    Seit vielen Jahren wünschte sich Regina dieses Abenteuer. Und da Jens nicht so heiß darauf ist kann er derweil auf Marie aufpassen. Das trifft sich gut denn Kindern ist es verboten in die nähe der Tiere zu gelangen. Es war perfekt, dass diese unglaublich nette deutsche Reisegruppe sie mitgenommen hat.

    Am Abend sitzen wir mit der Reisegruppe zusammen, trinken etwas und erzählen. Die Stimmung ist warm und vertraut, eine schöne kleine Reisefreundschaft. Am nächsten Morgen trennen sich unsere Wege wieder – aber Regina nimmt ein Erlebnis mit, das sie ihr Leben lang nicht vergessen wird.
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  • Ruhe, Wasser, Weitblick am Mutanda See

    Dec 1–3, 2025 in Uganda ⋅ ☁️ 23 °C

    Hier am Mutanda-See, nördlich von Kisoro, fühlt sich alles ein bisschen wie ein heimliches kleines Paradies an. Schon die Anfahrt ins Community-Eco-Camp ist abenteuerlich – ein holpriger Weg, bei dem wir uns mehrmals fragen, ob wir wirklich richtig sind. Doch als wir schließlich am Ufer stehen, direkt einen Meter vom See entfernt, wissen wir, genau hier wollen wir sein. Einfach, basic, aber unglaublich herzlich und mit jedem Übernachtungsgast wird die lokale Community unterstützt.

    Der Mutanda-See empfängt uns kühl und erfrischend. Die kleine Badestelle lädt sofort zum Reinspringen ein, und Marie ist kaum noch aus dem Wasser zu bekommen. Sie lacht, spritzt, taucht, und wir springen fröhlich hinterher.

    Später pumpen wir das Stand-Up-Paddle-Board auf und padeln gemeinsam über den See. Die Wasseroberfläche ist ruhig wie Glas, und als wir weiter hinauspaddeln, öffnet sich der Blick hinüber auf die Berge der Demokratischen Republik Kongo. Ein Bild, das sich tief einprägt: wir drei auf dem Board, der See unter uns, die fernen Hügel im Abendlicht.

    Wir genießen diese zwei Tage in vollen Zügen. Wir schwimmen viel, faulenzen, waschen Wäsche und lassen sie im Wind trocknen. Abends bringen uns die Gastgeber ein einfaches, aber durchaus leckeres Essen direkt an unseren Stellplatz. So sitzen wir am Ufer, hören das leise Plätschern der Wellen und fühlen uns unglaublich wohl.

    Am nächsten Morgen macht Regina noch Sport am Steg, während die Sonne über dem See aufgeht. Danach springen wir erneut ins Wasser, genießen die Frische und die Ruhe des zweiten Tages.

    Kurz darauf taucht die deutsche Reisegruppe auf. Die Männer parken ihre Autos direkt neben uns am Ufer, bewundern die Aussicht und kühlen sich ebenfalls im Mutanda-See ab. Die Frauen hingegen werden mit dem Boot auf die andere Seite gebracht – dort wartet eine luxuriöse Lodge auf sie.

    Nach zwei wundervollen Tagen packen wir alles zusammen, werfen noch einen letzten Blick auf das glitzernde Wasser und machen uns wieder auf den Weg. Ein Ort, der uns überrascht hat – und den wir sicher nicht vergessen werden.
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  • Deutsches Treffen auf Afrikas Straßen

    November 30, 2025 in Uganda ⋅ ☁️ 19 °C

    Im kleinen Café kurz vor der ruandischen Grenze wollen wir gerade bezahlen, als Marie sich umdreht, zwei Frauen mustert und ganz selbstverständlich fragt: „Sprechen Sie auch deutsch?“ Die beiden brechen in Lachen aus, Regina grinst, und binnen Sekunden stehen wir mitten im Gespräch. Kaum haben wir uns vorgestellt, tauchen noch drei weitere deutsche Frauen auf – eine Reisegruppe auf Afrikas-Trip. Und dann erzählen sie uns, dass sie unser Auto schon fotografiert haben, weil es so absurd wirkt, Berliner Kennzeichen hier mitten im Nirgendwo zu entdecken. Wir müssen selbst lachen.

    Wir verabschieden uns, holen unseren Coffee-to-go – und treffen sie wirklich keine halbe Stunde später an der Grenze wieder. Während sie schon halb durchgewunken sind, geraten wir wie üblich in das Spezialprogramm „Reisen mit ausländischem Auto“. Die Beamten wollen uns drei Monate Road Tax aufdrücken. Sechzig Dollar. Regina bleibt ruhig, aber bestimmt, sagt: „Unsere Freunde haben 20 bezahlt, wir zahlen nicht mehr.“ Erst kommt das übliche Geschwafel von „Government Rules“ und „Computer-System“, doch irgendwann tippt der Officer “noch mal” – und tadaa, plötzlich geht es doch aber nur über eine Agentin (Fixer), der für uns per mobile Money bezahlt. Wir zahlen also 25 Dollar und bekommen endlich unser Papier.

    Kaum sind wir in Uganda, merken wir sofort die Veränderung: Es wirkt ärmer, wuseliger, härter. Viele Menschen an der Straße, viele Blicke, manche Bettelrufe. Ein bisschen wie Westafrika – vertraut und trotzdem intensiv. Wir fahren weiter zur Lodge, wo die Frauen schon warten und sich uns dazu drei deutsche Männer anschließen, die seit zwei Wochen durchs Land reisen.

    Und plötzlich sitzen wir alle zusammen wie eine zufällige, bunt gemischte Reisegemeinschaft, die sich genau am richtigen Moment trifft. Über uns starten Hunderte Flughunde in die Dämmerung – es sieht aus wie ein schwarzer, fließender Strom am Himmel. Marie ist sofort verliebt in Annika, die junge Filmemacherin, und die beiden spielen und lachen, als hätten sie sich schon immer gekannt. Regina unterhält sich mit Claudia, der Reiseleiterin, die eigentlich aus Deutschland kommt, aber seit 18 Jahren in Südafrika der Nähe des Krüger Nationalparks lebt. Jens unterhält sich derweil mit den drei deutschen Männern die mit ihren Miet-Geländewagen bereits 2 Wochen durch Uganda gefahren sind und sich hier der Frauengruppe anschließen. Wir merken, wie gut es tut, mal wieder mit Leuten zusammenzusitzen, Geschichten auszutauschen, zu lachen.

    Der Abend wird warm, lang und leicht – einer dieser unerwarteten Reisetage, die sich sofort wie ein kleines Highlight anfühlen.

    Am nächsten Morgen trinken wir gemeinsam Kaffee, bevor sich unsere Wege für einen Moment trennen: Die Gruppe besucht Plantagen und kleine Parks, wir fahren zum See. Aber wir verabreden uns schon fürs Wiedersehen – und irgendwie fühlt sich genau das nach Reiseglück an.
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  • Auf den Spuren von Dian Fossey

    November 30, 2025 in Rwanda ⋅ ☁️ 19 °C

    Hier in Ruanda spüren wir plötzlich ganz intensiv, wie nah wir den Berggorillas wirklich sind. Regina erinnert sich sofort an die berühmte Gorilla-Forscherin Dian Fossey, deren Arbeit genau hier im Dreiländereck von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo stattfand. Seit sie vor Jahren den bekannten Film über Fossey gesehen hat, trägt sie den Wunsch in sich, einmal selbst Gorillas in freier Wildbahn zu sehen. Doch eine Gorilla-Tour ist mit Marie leider nicht möglich – sie ist zu klein, und die Touren sind für Kinder schlicht zu gefährlich. Und alleine möchte sie die Tour auch nicht machen. Also hakt Regina diesen Traum schweren Herzens ab.

    Stattdessen besuchen wir die Dian-Fossey-Ausstellung – und sie überrascht uns sofort. Sie ist liebevoll gestaltet, sehr informativ und gleichzeitig emotional berührend. Wir erfahren viel über Fosseys unermüdliche Arbeit, ihren Kampf für den Schutz der Gorillas und auch die vielen Herausforderungen, die sie mit Wilderern und Zooeinkäufern hatte. Die Tiere waren damals extrem bedroht, nicht nur durch Lebensraumverlust, sondern auch durch illegalen Handel. Immer wieder wurden Gorillas getötet und Babys gefangen genommen, um sie an Zoos zu verkaufen. Die Ausstellung erzählt davon behutsam, aber eindringlich, und macht deutlich, wie viel Mut und Entschlossenheit Fossey aufgebracht hat, um diese Tiere zu schützen.

    Besonders beeindruckend ist die nachgebaute Hütte, in der sie damals lebte und forschte. Man sieht, wie einfach sie gewohnt hat, wie nah sie der Natur war und wie viel Herzblut sie in ihre Arbeit steckte. Auch die einzelnen Gorilla-Gruppen und ihre Namen werden vorgestellt – fast so, als würde man sie persönlich kennenlernen.

    Für Marie gibt es viele interaktive Elemente, und das Highlight ist eindeutig die VR-Brille: Plötzlich stehen wir mitten im Dschungel, umgeben von Gorillas, ganz nah an ihnen dran. Es ist ein unglaubliches Gefühl, fast ein kleiner Traum, der sich für Regina auf virtuelle Weise doch ein Stück erfüllt. Nur Marie war dieses Erlebnis nicht ganz so geheuer.

    Nach der Ausstellung fahren wir weiter zu einer großen Gorilla-Skulptur aus Stroh und Holz, die majestätisch am Wegesrand steht. Ein letztes Foto, bevor unsere Reise weitergeht. Dann rollen wir wieder Richtung Grenze – aber erst noch machen wir Halt im kleinen Café, um gemütlich Mittag zu essen, bevor das nächste Kapitel unserer Reise beginnt.
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  • Hinab ins Paradies am See

    November 28, 2025 in Rwanda ⋅ ⛅ 25 °C

    Eigentlich wollen wir einen Wildcampspot nördlich des Lake Kivu erreichen, direkt am Wasser. Doch die Straße wird neu gebaut, ist gesperrt und schlicht unpassierbar. Wir müssen also spontan umplanen. Stattdessen fahren wir zu einem kleinen Campingplatz, den ein Belgier direkt am See aufgebaut hat.

    Die neue Straße ist zunächst gut, doch sobald wir von der Hauptstraße abbiegen, wird es mit jedem Meter steiler und schlechter. Zwei Kilometer geht es bergab, ein Vulkansee eben, rundherum nur Berge. Geröll, ausgewaschene Rinnen, enge Kurven. Jens ist angespannt und fragt sich, wie wir jemals wieder hochkommen sollen. Regina steigt immer wieder aus, hebt tiefhängende Stromkabel mit der Leiter hoch und läuft mit dem Walkie-Talkie voraus, um die Route zu prüfen. Wir fahren im Schritttempo hinunter, und eine Gruppe Kinder läuft winkend hinter uns her, neugierig und voller Energie.

    Dann erreichen wir den Platz – ein schlichtes, aber liebevolles Grundstück am Hang, Stellfläche oben, unten der See mit kleinem Strand. Kein klassisches Camping, aber ein traumhafter Ort mit Toilette, Wasser und einem unglaublichen Blick. Der Besitzer zeigt uns alles; er lebt seit 2019 hier und hat sich sein eigenes kleines Paradies geschaffen.

    Wir springen direkt in den See. 25 Grad, glasklar, friedlich. Marie will kaum wieder heraus, und uns geht sofort das Herz auf. Der Ort tut gut. Am nächsten Tag bleiben wir noch. Mit Patrick laufen wir zu einer kleinen Kaffeefarm um die Ecke. Er kennt hier jeden, erzählt viel über das Leben am See und wie er zwei Brücken für das Dorf gebaut hat, damit die Wege besser zu befahren sind. Den Kaffee, den wir dort kaufen, serviert er selbst seinen Gästen – kräftig und aromatisch.

    Zurück am Wasser baden wir wieder, spielen mit Marie und genießen den Abend. Das Essen im kleinen Restaurant ist okay, aber die Atmosphäre ist warm und ruhig. Die Nacht ist still.

    Am nächsten Morgen steht der Rückweg an. Jens hat abends noch gegrübelt, doch es läuft besser als gedacht. Wir wählen vorsichtig die Spur, manchmal drehen kurz Reifen durch, aber der Sprinter klettert zuverlässig hinauf. Regina hebt erneut Kabel hoch, die Einheimischen winken, einige applaudieren sogar. Diese Freundlichkeit berührt uns jedes Mal.

    Oben angekommen sind wir erleichtert und stolz: kein einziges Zurücksetzen, alles geschafft. Der Sprinter kann wirklich mehr, als man glaubt.
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  • „Abenteuer am magischen Lake Kivu

    November 27, 2025 in Rwanda ⋅ ⛅ 25 °C

    Wir haben nicht mehr viel Zeit: Am 15. Dezember geht es zurück nach Tansania, und bis dahin wollen wir noch so viel wie möglich von Ruanda, Uganda und vielleicht ein kleines Stück Kenia erleben. Also packen wir zusammen und fahren Richtung Lake Kivu, dem geheimnisvollen Vulkansee im Westen Ruandas.

    Die Straße zum See windet sich endlos durch grüne Berge. Überladene LKWs kriechen im Schneckentempo vor uns her und machen Überholen zur Geduldsprobe. Obwohl der Asphalt gut ist, fühlen sich 100 Kilometer sehr sehr lang an.

    Nach drei Stunden halten wir in einem Coffeeshop: Ein Garten voller Blumen, Marie mittendrin, fasziniert von jeder einzelnen Blüte. Wir essen eine Kleinigkeit, trinken Kaffee und sammeln Kraft für die letzte Etappe.

    Als wir ankommen, ist es dunkel. Wir finden einen Wildcampspot am Feldweg, irgendwo über dem Wasser, das wir nur ahnen. Doch am nächsten Morgen ist es einfach magisch. Vor uns liegt der Lake Kivu, still, dunkelblau, mächtig. Ein Vulkansee auf rund 1.460 Metern Höhe, einer der vier tiefsten Seen Afrikas, mit Süßwasser, Inseln und friedlicher, beeindruckender Atmosphäre.

    Ein paar einheimische Kinder kommen vorbei und spielen mit Marie. Es ist freundlich, aber auch schwierig alle Spielsachen zu behalten. Wir geben ihnen Mangos und Marie bekommt im letzten Moment ihren Ball zurück.

    Dann beginnt unsere Bootstour. Erste Station: die Napoleoninsel, deren Silhouette an Napoleons Dreispitz erinnert. Schon beim Anlegen hören wir tausende Flughunde, die in den Bäumen kreischen, flattern und sich bewegen wie ein lebendiges Dach aus Flügeln.

    Weiter geht’s zu einer anderen Insel, auf der Vervet Monkeys leben – Meerkatzen, die einst ausgesetzt wurden und sich nun zwischen dichten Mangobäumen heimisch fühlen.

    Zum Abschluss springen wir selbst in den See. Der Wind ist frisch auf dieser Höhe, doch das klare Wasser zieht uns magisch hinein. Ein kurzer Moment des Zögerns, dann ein Sprung und der Lake Kivu erfrischt uns herrlich.

    Nach gut zwei Stunden kehren wir zurück, verstauen alles und fahren weiter den See entlang nach Norden. Im Rückspiegel glitzert der Lake Kivu.
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  • Ruanda, das Land der tausend Hügel

    November 26, 2025 in Rwanda ⋅ ⛅ 25 °C

    Ruanda überrascht uns jeden Tag aufs Neue. Ein kleines Land, kompakt und wunderschön: Nur etwa 26.000 Quadratkilometer groß — also kleiner als Belgien. Und weil es so übersichtlich ist, kann man theoretisch in fünf Stunden von Ost nach West durchfahren. Vorausgesetzt natürlich, man bleibt nicht ständig stehen, um die Aussicht zu bestaunen.

    Schon bei der Einreise fällt uns auf, wie hügelig dieses Land ist. Ruanda liegt auf einer Höhe zwischen 1.500 und 2.700 Metern, und das merkt man: Die Luft ist frischer, die Farben klarer, das Licht irgendwie weicher. Die grünen Hügel leuchten wie übermalte Landschaften, Teefelder ziehen saubere Linien, und Dörfer kleben an den Hängen, als wollten sie den Himmel berühren.

    Und während wir so durch die Hügel fahren, versteht man langsam, warum Ruanda in Afrika oft als Erfolgsgeschichte genannt wird. Denn im Vergleich zu vielen Nachbarländern steht das Land heute erstaunlich stabil da.

    Nach all den schweren Zeiten der Vergangenheit hat die Regierung viel investiert: in Bildung, Infrastruktur und Sicherheit. Die Straßen sind gut, die Städte sauber und organisiert, und es gibt ein sichtbares Gefühl von Ordnung, das man so in Ostafrika nicht überall findet. Ruanda hat eine klare Entwicklungsstrategie, die man spürt, sobald man unterwegs ist: Strom, Internet, funktionierende Verwaltung — Dinge, die woanders oftmals fehlen.

    Auch wirtschaftlich passiert viel. Ruanda gehört zu den Ländern Afrikas, die in den letzten Jahren am dynamischsten gewachsen sind. Der Dienstleistungssektor boomt, die Landwirtschaft wird modernisiert, und Kigali hat sich zu einer Art wirtschaftlichem Leuchtturm entwickelt. Es kommen immer mehr ausländische Firmen, die hier investieren, weil das Geschäftsklima stabil und verlässlich ist. Die Regierung schafft Anreize, Bürokratie hält sich in Grenzen, und Investoren haben Planungssicherheit.

    Kigali wirkt manchmal fast futuristisch: Glasfassaden, moderne Hotels, IT-Hubs, Coworking-Spaces, Start-ups, überall Bewegung. Dazu ein Fokus auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Stadtentwicklung, der wirklich sichtbar ist. Keine andere ostafrikanische Hauptstadt fühlt sich so aufgeräumt und gleichzeitig so ambitioniert an.

    Wenn man hier durch die Straßen läuft, merkt man: Das ist ein Ort, an dem junge Menschen Chancen sehen. Ein Ort, an dem viel entsteht. Ein Ort, der trotz seiner tragischen Geschichte zeigt, wie Wandel aussehen kann, wenn Politik, Bevölkerung und Wirtschaft nach vorne schauen.

    Und wir mittendrin — in diesem Land der tausend Hügel, das kleiner ist als Belgien, aber im Herzen viel größer wirkt, als man es erwartet hätte.
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