• Gewusel in Dakar

    November 14, 2024 in Senegal ⋅ ⛅ 29 °C

    Wir haben einen Passierschein an der Grenze in den Senegal erhalten und müssen binnen fünf Tagen in Dakar sein. Wir fahren von der Zebrabar mit Eva und Dani zusammen dorthin. Sie kamen einen Tag später an der Zebrabar an, da sie noch ein Visa für Dani besorgen mussten.
    Die Straßen dorthin sind teils in schlechtem Zustand, und obwohl wir ursprünglich auf die Autobahn wollten, ist diese gesperrt. So nehmen wir einen Umweg, bevor wir später doch auf die Autobahn gelangen. Dafür zahlen wir 6 Euro Maut für etwa 60 Kilometer, bevor uns der dichte Stadtverkehr Dakars empfängt. Zum Glück leitet uns Google Maps einigermaßen durch das Chaos, auch wenn wir oft im Stau stehen.
    Unser erstes Ziel ist ein Büro nahe des Hafens. Hier müssen wir unser Carnet de Passage abstempeln lassen. Dank Eva, einer Französin, die hervorragend Französisch spricht, geht alles erstaunlich schnell – in weniger als 15 Minuten sind wir fertig. Danach fahren wir weiter, um einen Übernachtungsplatz zu finden.

    Wir steuern ein Gelände nahe eines Yachthafens an, das sich als Fischergrundstück entpuppt. Es dauert eine Weile, bis wir dort ankommen, da es bereits später Nachmittag ist und der Verkehr einfach nicht nachlässt. Am Ende schlafen wir direkt an der Wasserkante vor dem Gebäude des Yachtclubs. Der Abend wird gemütlich: Wir kochen Pasta, stellen unsere Fahrzeuge nebeneinander und essen zusammen am Tisch, den wir in der Mitte aufgebaut haben. So lassen wir den Tag in aller Ruhe ausklingen.

    Am nächsten Morgen brechen Eva und Dani früh auf, um ihren Wagen beim Mechaniker reparieren zu lassen. Sie wollen später noch zur gambischen Botschaft. Wir nehmen es entspannter, aber haben unsere eigenen Herausforderungen: Marie weigert sich, ihre Malaria-Prophylaxe-Tablette zu nehmen. Weder ganz noch zerdrückt – der bittere Geschmack macht es unmöglich. Nach einigen gescheiterten Versuchen verschieben wir das Thema, auch wenn die Stimmung dadurch etwas angespannt bleibt.

    Stattdessen versuchen wir online ein Visum für Guinea zu beantragen, doch auch hier klappt es nicht. Ein Fehler im Bezahlvorgang zwingt uns, zur Botschaft von Guinea zu fahren. Drei Stunden später sind wir endlich da und können die Botschaft glücklicherweise mit drei Visa verlassen. Der Preis? Stolze 80 Euro pro Person plus 60 Euro für den Service. Trotzdem sind wir erleichtert, diesen Punkt abgehakt zu haben.

    Am Nachmittag besuchen wir eines der bekanntesten Wahrzeichen von Dakar: das Monument de la Renaissance Africaine. Die riesige Statue zeigt eine Familie – einen Mann, eine Frau und ein Kind –, die gemeinsam Richtung Atlantik blicken. Sie steht für die Hoffnung, den Aufstieg Afrikas und die Überwindung von Kolonialismus und Sklaverei. Das Denkmal ist beeindruckend und bietet auch eine atemberaubende Aussicht über die Stadt.

    Anschließend fahren wir an der Großen Moschee von Dakar vorbei, deren maurische Architektur uns sofort ins Auge sticht. Sie ist eines der wichtigsten religiösen Zentren des Landes und ein echtes Schmuckstück der Stadt. Danach erledigen wir noch einen großen Einkauf in einem Supermarkt.

    Ein besonderer Moment für uns ist die Erkenntnis, dass wir uns nun wirklich im “richtigen” Afrika angekommen fühlen. Die Menschen hier sind dunkelhäutig, tragen farbenfrohe Tücher und wirken einfach „afrikanisch“, wie wir uns das vorher vorgestellt haben. Es fühlt sich lebendig und authentisch an – eine Atmosphäre, die uns sofort in den Bann zieht.

    Der Verkehr in Dakar fordert uns jedoch den letzten Nerv. Der Berufsverkehr lähmt die Straßen, und wir brauchen ewig, um die Stadtgrenze zu erreichen. Erst danach wird es endlich ruhiger, und wir kommen schneller voran. Unser Ziel ist ein Campingplatz südlich von Dakar, wo eine Schweizer Familie und andere Overlander stehen. Doch auch hier zieht sich die Fahrt: Zwei Stunden brauchen wir für die Strecke. Es ist mittlerweile bereits du Öl und wir müssen sehr auf Schlaglöcher und Hubbel auf der unbeleuchteten Straße achten. Zudem kommen wir noch in eine Wahlwerbung Parade. Und der Verkehr steht still. Hier scheinen am Wochenende Wahlen zu sein. Erst gegen 21:00 Uhr kommen wir an. Die Overlander stehen im Sand auf dem Stand. Wir fahren zu ihnen. Das hat gut geklappt. Aber als Jens noch mal umpacken wollte buddeln wir uns ein. Wir stecken fest. Nun schlafen wir erst einmal und befreien uns morgen.
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