• Ankommen mit Hindernissen

    December 15, 2025 in Tanzania ⋅ ⛅ 31 °C

    Wir haben eine kleine Anlage im Osten der Insel bei Bwejuu über Airbnb gemietet. Gegen Mittag kommen wir an. Ein schmaler Feldweg führt von der Straße weg, dann stehen wir plötzlich vor einer hohen Mauer. Kein Schild, kein Empfang. Wir klopfen. Nichts passiert. Wir warten, klopfen erneut. Schließlich öffnet ein junger, dunkelhäutiger Mann die Tür. Er wirkt sichtlich verwundert, als er uns sieht.

    Wir erklären, dass wir angekommen sind und fragen nach der Gastgeberin. Er schüttelt den Kopf. Sein Englisch ist spärlich, er schaut unsicher auf sein Handy und sagt schließlich zögernd, today. Man merkt sofort, dass er nicht informiert war. Nach kurzem Zögern lässt er uns hinein.

    Drinnen wirkt alles erst einmal ganz okay. Viel Grün, eine kleine, ruhige Anlage. Die Zimmer sehen ordentlich aus, vermutlich vor einiger Zeit renoviert. Wir sagen, dass wir drei Unterkünfte brauchen. Er schaut irritiert. Drei? Eigentlich nicht. Wir zeigen die Buchung. Schließlich führt er uns zu einem dritten Häuschen. Es ist kleiner und etwas einfacher als die anderen. Am Ende haben wir drei Bungalows.

    In der Mitte liegt ein großer Pool, der in der Anzeige sehr schön aussah. Nun ist das Wasser grün. Auch die Küche ist keine richtige Küche: ein offener Barbereich mit Sofas, Sesseln und einem Tisch. In der Mitte ein großer Bartresen mit einem Gaskocher, der nur auf einem Brenner funktioniert. Es steht schmutziges Geschirr herum und der Kühlschrank ist verschimmelt. Das Wasser tropft nur aus den Wasserhähnen. Strom? Fehlanzeige!

    Wir sind müde, enttäuscht und völlig erledigt von der Anreise. Reginas Familie hat kaum geschlafen, wir selbst nur kurz. Trotzdem schreiben wir sofort der Vermieterin über Airbnb und eröffnen einen Fall. Wir überlegen ernsthaft, die Unterkunft zu wechseln.

    Kurzerhand fahren wir los. Erst einmal Mittagessen – in einem schönen Hotel direkt am Strand. Gutes Essen, Meerblick, kurz durchatmen. Nebenbei suchen wir Alternativen und fahren mehrere Unterkünfte ab. Manche liegen ungünstig, andere sind zu klein, heruntergekommen oder viel zu teuer. So kurzfristig etwas geeignetes zu finden, erscheint fast unmöglich.

    Am Abend kehren wir zurück. Jetzt sind drei junge Männer da, sichtbar bemüht. Der Strom läuft nun wieder. Sie kippen Chemie in den Pool, reinigen ihn und füllen frisches Wasser nach. Der Kühlschrank und das Geschirr werden gereinigt, der Barbereich aufgeräumt. Eine Küche befindet sich in einem Nebengebäude im Bau und soll übermorgen fertig gestellt werden.

    Die Nacht ist okay. Nach einem kurzen Stromausfall helfen die Ventilatoren wieder gegen die Hitze.

    Am nächsten Morgen steht der Frühstückstisch bereit. Heißwasser für den Kaffee ist schon da. Die Bemühung ist deutlich spürbar. Offenbar hat die Kommunikation zwischen Gastgeberin und ihren Mitarbeitern vorher nicht funktioniert. Der Pool ist nun blau, aber noch milchig.

    Wir klären ein weiteres Problem. Sebastian hat im Gewusel am Vortag versehentlich eine andere Unterkunft online über Airbnb gebucht und bezahlt. Wieder Telefonate, Nachrichten, Bangen und Warten. Am Ende des Tages bekommen wir den gesamten Betrag zurück. Puh!

    Wir finden weiterhin keine passende Alternative. Uns ist wichtig, unter uns zu sein, einen Pool zu haben, Platz für uns alle und die Möglichkeit, uns selbst zu verpflegen. Hotels wären schön, aber unbezahlbar und nicht so privat. Diese Anlage haben wir früh gebucht, zu einem guten Preis, und sie gehört ganz uns allein.

    Also entscheiden wir uns zu bleiben. Airbnb sagt, wir können jederzeit noch wechseln. Aber fürs Erste geben wir der Unterkunft eine Chance. Wir kommen langsam zur Ruhe, erholen uns von der Anreise und diesem langen ersten Tag auf Sansibar – und hoffen, dass es von hier an leichter wird.
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