• Hakuna Matata

    December 17, 2025 in Tanzania ⋅ ☁️ 31 °C

    Frei nach dem Motto Hakuna Matata (dt. mach dir keine Sorgen), beginnt sich unser Blick auf unsere Unterkunft zu verändern. Was anfangs improvisiert wirkte, wird Schritt für Schritt zu einem Platz, an dem man ankommen kann. Nicht, weil alles perfekt ist – sondern weil sich Menschen sichtbar Mühe geben und wir es versuchen entspannt zu sehen. Die Angestellten kümmern sich täglich um die Anlage. Sie reinigen die Zimmer, waschen die Handtücher, bereiten die Betten her und kehren morgens die Wege. Oft bringen sie uns frisches Obst aus dem Garten – Papayas, Bananen, manchmal einfach kommentarlos vor die Tür gelegt. Abends schauen sie noch einmal vorbei, fragen, ob alles passt. Diese stille Aufmerksamkeit macht viel aus.
    Mit jedem Tag fühlt sich die Anlage mehr wie unsere eigene kleine Oase an. Wir sind allein hier, keine anderen Gäste, kein Hoteltrubel. Der Pool wird schnell zum Mittelpunkt unseres Tages – eine willkommene Abkühlung bei der Hitze, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dass es eine Waschmaschine gibt, ist unterwegs ein echter Luxus und erleichtert den Alltag enorm. Was bleibt, ist die Ruhe. Platz. Zeit. Genau das, was wir gesucht haben. Wir können uns selbst versorgen, uns zurückziehen oder einfach treiben lassen. Wenn wir Abwechslung wollen, steigen wir ins Auto und sind in wenigen Minuten am Strand oder in einem der Restaurants direkt am Meer. Und wenn wir genug davon haben, kehren wir zurück – in unsere stille Anlage abseits des Trubels.

    Ganz problemlos ist das Leben hier nicht. Stromausfälle gehören auf Sansibar zum Alltag. Fällt der Strom, fehlt auch das Wasser, die Ventilatoren stehen still, der Kühlschrank arbeitet nicht mehr. Manchmal dauert es nur Minuten, manchmal Stunden. Abends wird es dann dunkel und heiß, wir sitzen draußen mit Stirnlampen und warten. Doch fast immer weht ein Wind, der die Hitze erträglicher macht. Irgendwann kommt der Strom zurück. Immer. Wir arrangieren uns. Füllen Wasser ab, planen um, lassen los. Und merken: Genau das gehört dazu. Sansibar zwingt einen nicht zur Perfektion, sondern zur Gelassenheit.
    Am Ende ist es diese Mischung, die den Ort für uns besonders macht. Einfach, ehrlich, ruhig. Kein Luxus, aber Herzlichkeit. Kein perfekter Start, aber ein gutes Ankommen. Hakuna Matata – nicht als Floskel, sondern als Haltung. Und genau deshalb bleiben wir.
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