• Zwischen Sand und Meer

    February 9 in Oman ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir fahren durch die scheinbar endlose Weite Omans von südlich Shabitāt bis nach Duqm. Die Straße zieht sich durch flirrende Hitze, der Horizont beginnt zu tanzen und immer wieder liegt eine Fata Morgana vor uns. Meist ist da nichts außer Sand und Licht, nur ab und zu eine Ölförderpumpe oder ein einzelnes Kamel. Stundenlang dieses gleichmäßige Brummen des Motors, während draußen die Sonne alles in helle Farben taucht und wir dankbar in der kühlen Luft des Busses sitzen.

    Unser Stellplatz in Duqm liegt hoch oben auf einer Klippe über dem Meer. Der Wind rauscht ununterbrochen, unten schlagen die Wellen gegen die Küste und Marie läuft direkt zum Spielplatz. Am Abend kommt tatsächlich der Manager vorbei und fragt, ob alles zu unserer Zufriedenheit ist und ob wir noch etwas brauchen. So etwas haben wir noch nie auf einem öffentlichen Platz erlebt. Wir sitzen lange draußen, essen zusammen und genießen diesen besonderen Ort. Am nächsten Morgen waschen wir endlich das Auto, plaudern mit Peter und Marion und Marie findet sofort eine neue Spielfreundin aus der Schweiz. Ein Niederländer hält bei uns und erzählt von seiner Arbeit im Hafen, wo er die schweren Ölbarkassen hinaus aufs Meer schleppt und wochenweise zwischen Oman und seiner Heimat pendelt. Wieder so eine dieser Begegnungen, die diese Reise ausmachen.

    Am Nachmittag erreichen wir die Sugar Dunes. Der Sand ist so hell und fein, dass er im Abendlicht fast weiß leuchtet. Jérôme und Leslie fahren mit ihrem Wagen hinein in die Dünen, wir bleiben am Meer stehen und laufen ihnen entgegen. Oben setzen wir uns mit unseren Stühlen und Getränken (kein Alkohol) auf eine Düne und schauen gemeinsam in den Sonnenuntergang und lassen den Tag ausklingen.
    Am nächsten Morgen stecken Leslie und Jérôme mit ihrem Land Cruiser gleich zweimal fest. Sie nehmen unsere Sandboards, womit es dann schließlich klappt. Auch andere 4x4 Autos haben sich hier eingegraben und mussten in den Dünen übernachten. Wir sind umso mehr froh, dass wir am Rand geparkt haben.

    Später fahren wir zusammen am Strand entlang nach Norden, halten an einer kleinen Höhle direkt am Meer und biegen dann wieder in die Wüste ab. Überall nur Sand und Spuren, die im Nichts verschwinden. Zum Glück haben wir den Track bekommen und folgen ihm bis zu einer Lagune auf der Halbinsel. Das Wasser leuchtet türkis, es stehen einige Fahrzeuge von Einheimischen mit Zelten und wir verbringen einen ruhigen Abend mit Jérôme und Leslie, machen Popcorn und gehen früh schlafen, weil es nach Sonnenuntergang schnell kühl wird.

    Am Morgen hat die Ebbe das Wasser weit zurückgezogen und legt die Steine frei. Baden geht erst einmal nicht. Also fahren wir ein Stück weiter, finden noch einmal klares, türkisblaues Meer und springen hinein, bevor wir den langen Weg zurück durch die Wüste antreten. Wieder begleitet uns diese Weite aus Sand und Licht und das leise Gefühl, dass die Straße uns immer weiter nach Norden trägt.
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