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Transafrika & Orient

Wir reisen von Deutschland entlang der Westroute Afrikas nach Südafrika und im Osten von Afrika in Richtung Norden. Danach geht es weiter auf der arabischen Halbinsel. Read more
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    🇬🇷 Δημοτική Ενότητα Κασσωπαίων, Griechen…

    Erste Tage in Griechenland

    May 13 in Greece ⋅ ⛅ 23 °C

    Je weiter wir nach Griechenland hineinfahren, desto mehr bestätigt sich unser erster Eindruck. Im Vergleich zur Türkei wirkt es hier wirklich sehr ruhig. Auch wirtschaftlich scheint Griechenland deutlich schwächer zu sein als die Türkei. Die empfundene Gastfreundlichkeit lässt hier etwas nach. Wir fühlen uns hier weniger willkommen.

    Landschaftlich macht Griechenland dafür alles wieder wett. Es ist unglaublich grün, ähnlich wie in der Türkei, und gerade jetzt im Frühling blüht alles wunderschön. Überall liegen Olivenhaine zwischen den Hügeln und wir genießen dieses grüne Griechenland sehr, auch wenn Regina ordentlich mit Heuschnupfen zu kämpfen hat. Irgendwie erwischt es sie hier besonders stark.

    Das Wetter zeigt sich meist sonnig, zwischendurch aber auch wechselhaft. Abends regnet es manchmal, aber das stört uns überhaupt nicht. Der Wind ist oft noch recht kühl, doch sobald er nachlässt, fühlt es sich richtig angenehm an. Dann gehen wir sogar im Meer baden. Das Wasser hat ungefähr achtzehn bis zwanzig Grad und wenn die Sonne scheint, ist die Abkühlung herrlich.

    Wir fahren zu einem wunderschönen Stellplatz, den uns liebe Reisefreunde empfohlen haben. Er liegt bei Chalkidiki an den drei Fingern Griechenlands in Richtung Athos, ganz am Anfang des Gebietes, in das man noch fahren darf. Auf die Halbinsel Athos selbst darf man nicht fahren. Sie gehört zur autonomen Mönchsrepublik Mount Athos und ist ein streng religiöses Gebiet mit etwa 20 orthodoxen Klöstern. Aber auch vorher gibt es schöne Buchten. Wir finden dort eine traumhafte Bucht mit kristallklarem Wasser. Eigentlich wollten wir an denselben Platz fahren, an dem unsere Freunde im letzten Jahr standen, aber durch starke Regenfälle wurde die Straße dorthin weggespült. Stattdessen landen wir etwa hundert Meter davor direkt an einem kleinen Strand. Um dorthin zu kommen, müssen wir eine Schotterpiste hinunterfahren, aber es lohnt sich sofort. Wir stehen direkt am Wasser und genießen die Ruhe.

    Leider liegt auch hier wieder einiges an Müll herum. Kurzerhand machen wir daraus eine kleine Sporteinheit und gleichzeitig eine Beschäftigung für Marie. Wir finden sogar passende Müllsäcke am Strand und sammeln gemeinsam alles ein. Am Ende füllen wir tatsächlich drei große Säcke voller Müll.

    Danach genießen wir den Strand umso mehr. Marie ist das Wasser allerdings viel zu kalt und sie geht nur einmal ganz kurz hinein. Regina dagegen nutzt jede Gelegenheit zum Schwimmen und genießt das klare Wasser und die Ruhe sehr. Wir holen auch das SUP heraus, paddeln ein wenig durch die Bucht, klettern über die Steine am Strand und verbringen einfach entspannte Tage am Meer.

    Eigentlich wollten wir früher weiterfahren, aber es gefällt uns hier so gut, dass wir spontan einen Tag länger bleiben. Insgesamt verbringen wir zweieinhalb Tage an dieser wunderschönen Bucht, bevor wir schließlich weiterziehen.
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  • Griechenland wir kommen

    May 12 in Greece ⋅ ☀️ 23 °C

    Es ist soweit, für uns geht es weiter in Richtung Griechenland. Doch der Abschied von Istanbul zieht sich länger hin als gedacht. Wir müssen noch Wasser auffüllen, Diesel tanken und unterwegs eine Pause machen. Da der Diesel hier günstiger ist als in Griechenland, tanken wir sogar noch unseren Reservekanister voll. Weil es schon spät wird, übernachten wir noch ganz entspannt an einem ruhigen Waldstück.

    Am nächsten Morgen geht es nach dem Kaffee endlich in Richtung Grenze. Die Ausreise aus der Türkei läuft unkompliziert, bis Jens beim Ausstempeln noch eine kleine Überraschung erlebt. Er wurde tatsächlich viermal geblitzt und wir müssen umgerechnet etwa 75 Euro Strafe zahlen. Regina ist darüber ziemlich verblüfft, denn eigentlich passiert uns das nicht. Wir erklären uns das schließlich damit, das wahrscheinlich die LKW Geschwindigkeitsgrenze angewendet wurde.

    An der griechischen Grenze stehen nur wenige Autos vor uns und nach etwa zwanzig Minuten dürfen wir schon weiterfahren. Insgesamt brauchen wir für beide Grenzen gerade einmal ungefähr eine Stunde. Das Auto wird nicht kontrolliert und alles läuft erstaunlich entspannt.

    Eigentlich wollen wir danach nur kurz Pause machen, doch unterwegs entdecken wir zufällig einen wunderschönen Stellplatz direkt am Meer bei tollem Sonnenschein. Regina springt direkt ins sehr kühle nass, wobei Marie und Jens ihr zuschauen. Wir beschließen hierzubleiben. Der Wind frischt auf und wird immer stärker und Jens geht direkt mit dem Kite aufs Wasser, zunächst mit dem Foilboard und anschließend mit dem Twintip. Später geht auch Regina noch aufs Wasser. Der Wind wird jedoch so stark, dass der Spaß nur von kurzer Dauer ist und sie zurück an Land kommt.

    Neben uns steht ein älteres deutsches Ehepaar mit ihrem Wohnmobil und der Mann holt seine Gitarre heraus. Marie tanzt begeistert zu den Kinderliedern und freut sich riesig. Als ein Gewitter am Abend aufzieht, ziehen wir uns in die Camper zurück.

    Am nächsten Morgen genießen wir noch unseren Kaffee mit Blick auf die schöne Bucht, bevor wir weiterfahren. Ein wirklich schöner Start in Griechenland.
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  • Durch Istanbuls bunte Straßen

    May 8 in Turkey ⋅ ☁️ 24 °C

    In Istanbul wollen wir zwei volle Tage verbringen. Wir lassen es entspannt angehen und frühstücken erstmal an der Uferpromenade. Eigentlich ist das ein langer grüner Park direkt am Meer, mit vielen Spielplätzen und schönen Wegen zum Laufen. Leider verläuft direkt dahinter eine viel befahrene Straße. Trotzdem gefällt uns die Atmosphäre. Immer wieder sehen wir Marinas mit vielen Booten und überall begegnen uns Katzen. Die Türken kümmern sich liebevoll um sie, bauen kleine Häuschen für sie und füttern sie. Marie freut sich über jede Katze, die sie entdeckt.

    Den Parkplatz für unseren Camper haben wir von Reisefreunden empfohlen bekommen. Direkt daneben liegt eine Straßenbahnhaltestelle und so fahren wir bequem in die Innenstadt. Wir laufen an der Hagia Sophia und der Blauen Moschee vorbei, schlendern durch den Großen Basar und den Ägyptischen Basar und lassen uns einfach treiben. Marie bekommt natürlich auch ein Eis und erlebt die lustige Show des Verkäufers. Nach einigen Stunden fahren wir zurück zum Camper und genießen den Abend an der Uferpromenade am Bosporus. Während die Lichter der Stadt angehen, sitzen überall Menschen zusammen, trinken Tee und genießen den Abend. Trotz der Straße und der Straßenbahn nebenan schlafen wir erstaunlich ruhig.

    Am nächsten Morgen fahren wir wieder in die Stadt und erkunden diesmal die andere Seite des Bosporus. Eigentlich wollen wir auf den Galataturm, doch der Eintritt ist teuer und die Schlange riesig. Also bewundern wir ihn nur von außen und laufen weiter über die Istiklal Caddesi bis zum Taksim Platz. Die alte Straßenbahn mitten in der Fußgängerzone verleiht der Straße besonderen Charme. Später staunt Marie noch über die riesigen Kreuzfahrtschiffe im Hafen, während Regina einen frischen Granatapfelsaft trinkt.

    Zum Abschluss fahren wir mit einem öffentlichen Boot zurück zum Camper. Es dauert zwar etwas, bis wir die richtige Linie gefunden haben, doch die Fahrt über den Bosporus wird zu einem perfekten Abschluss unseres Istanbul Aufenthalts.

    Am nächsten Tag machen wir erstmal etwas für Marie und fahren zu einem Spielplatz an der Uferpromenade. Überall verbringen Familien den Sonntag gemeinsam draußen in den Parks und grillen zusammen. Schließlich finden auch wir außerhalb der Stadt noch ein ruhiges Plätzchen und genießen den Nachmittag bei einem Spaziergang.

    Die letzte Nacht verbringen wir ruhig neben einer Schule. Am Morgen hören wir über Lautsprecher die türkische Nationalhymne Dann fahren wir noch zur Automeile, um ein paar Ersatzteile für den Camper zu besorgen. So endet schließlich unser Aufenthalt in Istanbul.
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  • Abschied und Wiedersehen in Istanbul

    May 6 in Turkey ⋅ ☀️ 12 °C

    Von Datça aus liegen 750 Kilometer vor uns. Jens muss am 6. Mai früh morgens nach Berlin fliegen um den Sprinter vor unserer Einreise in die EU wieder zuzulassen. Deshalb machen wir uns auf den Weg nach Istanbul. Mit zwei Zwischenübernachtungen erreichen wir die asiatischen Seite der riesigen Stadt. Schon bei der Ankunft sehen wir Hochhäuser, viel Verkehr, aber auch viele Parks und Spielplätze. Alles ist grün und direkt am Meer gelegen, mit ständigem Hafenverkehr und vielen Schiffen.

    Für eine Nacht stehen wir in der Nähe des Flughafens. Jens fliegt am Morgen los und wir verabschieden uns noch im Dunkeln. Danach geht es für Regina und Marie auf einen Campingplatz. Der Platz ist einfach, aber hat einen Spielplatz, was für Marie perfekt ist. Regina nutzt die Zeit zum Wäschewaschen und wir bringen den Camper gemeinsam wieder auf Vordermann. Besonders schön sind die Hühner auf dem Platz und die kostenfreie Waschmaschine.

    Ein junger Mann aus Afghanistan, Halil, lebt dort ebenfalls. Er ist sehr freundlich, schenkt uns frische Eier und spielt mit Marie Fußball. Am Spielplatz entsteht für Marie eine kleine Schatzsuche, die sie begeistert löst.

    Jens erledigt die Fahrzeuganmeldung. Das Wetter ist kühl und regnerisch, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren unzuverlässig. Jens muss 40 Minuten durch das trübe Berlin laufen und trifft sich mit seinem Vater Bodo und seiner Schwester Anja inkl. Familie. Zwischendurch bringt Maries Kindergartenfreund Leonas noch ein Geschenk für Maries Geburtstag vorbei. Im Kreis der Familie gehen wir deftig Essen. Es wird ein geselliger Abend.

    Am nächsten Tag besuchen Regina und Marie einen nahegelegenen See, wo viele Einheimische grillen und sich treffen. Wir stehen etwas oberhalb und erkunden die Gegend, bevor wir am Abend zurück zum Campingplatz fahren. In der Nacht holen wir Jens wieder vom Flughafen ab, diesmal mit Verspätung, aber mit großer Wiedersehensfreude. Am nächsten Tag wollen wir dann gemeinsam Istanbul entdecken.
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  • Zufallsbekanntschaften in Datça

    May 2 in Turkey ⋅ ☀️ 17 °C

    Eigentlich wollen wir heute Datca verlassen und weiterfahren als plötzlich eine alte Feuerwehr neben uns auf den Platz einparkt. Heraus steigt eine Familie aus dem Rheinland, Flo, Corinna und ihre beiden Kinder Samuel und Johann.

    Marie und Samuel verstehen sich sofort. Innerhalb weniger Minuten sind die beiden unzertrennlich. Obwohl es windig ist und Jens gerne zu einem Kitesurspot fahren möchte, entscheiden wir den Tag hier in Datca zu verbringen. Während Regina und Aline später über den Markt schlendern und frisches Obst und Gemüse einkaufen, bleiben Jens und Marie am Camper. Für die Kinder beginnt ein einziger großer Abenteuertag.

    Der Wind wird zwar immer stärker und oft sitzen wir zusammen in den Fahrzeugen, aber trotzdem verbringen wir einen richtig schönen Tag miteinander. Zwischendurch wird draußen gespielt, geredet und gelacht. Abends schmieden Marie und Samuel sogar ernsthafte Pläne, wie Marie einfach mit der anderen Familie weiterreisen könnte. Videotelefonie mit Mama und Papa wäre schließlich möglich.

    Am nächsten Morgen heißt es dann Abschied nehmen. Ein paar Tränen fließen tatsächlich. Doch es Regnet und beide Familien wollen weiterziehen. Genau solche Begegnungen sind es, die unterwegs unvergesslich bleiben. Wir verabschieden uns auch von Daniel und Aline, die wir hoffen bald wiederzusehen.
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  • Kristallklares Meer und letzte Abend

    May 1 in Turkey ⋅ ☁️ 20 °C

    Am Morgen fahren wir zunächst nach Alt-Datça. Kleine Gassen, alte Steinhäuser, blühende Bougainvillea und gemütliche Cafés verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Danach geht es weiter direkt nach Datça hinein. Schon die Fahrt dorthin begeistert uns. Kleine Straßen führen durch den Hafenbereich bis hinaus auf eine schmale Halbinsel.

    Dort entdecken wir einen einfachen Schotterplatz direkt am Wasser. Einige Wohnmobile stehen bereits dort, ansonsten ist es erstaunlich ruhig. Kaum angekommen, laufen wir direkt hinunter ans Meer. Das Wasser ist kristallklar und leuchtet in den schönsten Blautönen.

    Über einen kleinen Steg springen wir direkt hinein. Das Wasser ist frisch, aber herrlich. Marie ist es allerdings viel zu kalt, während wir gar nicht genug bekommen können. Immer wieder springen wir ins Meer, wärmen uns in der Sonne auf und gehen erneut baden.

    Später schlendern wir noch etwas durch die Altstadt und entlang des Hafens. Die Stimmung ist wunderbar entspannt. Als wir zurückkommen, sind inzwischen auch Aline und Daniel angekommen. Wir stellen die Fahrzeuge zusammen, grillen gemeinsam und sitzen noch lange draußen zusammen.

    Am nächsten Morgen zeigt sich Datça allerdings von seiner windigen Seite. Es stürmt ordentlich und draußen wird es schnell ungemütlich. Solange die Sonne noch scheint, sitzen wir noch geschützt zwischen den Fahrzeugen, später gehen wir gemeinsam in die Stadt.

    Aline und Daniel kennen sich hier bereits etwas aus und zeigen uns noch ein paar schöne Ecken. Zwischendurch wollen wir Wäsche waschen, doch dabei passiert leider ein kleines Malheur. Die Waschmaschine pumpt plötzlich das Wasser nicht mehr ab und Regina muss am Ende den ganzen Waschsalon putzen, weil beim Öffnen das Wasser herausläuft. Etwas chaotisch, aber immerhin bekommen wir die Wäsche danach noch trocken.

    Danach schlendern Regina und Aline noch durch die kleinen Gassen und trinken zusammen Kaffee. Trotz des windigen Wetters genießen wir den Tag irgendwie doch noch sehr.

    Am Abend gehen wir dann alle nochmal gemeinsam etwas trinken. Wahrscheinlich wird das unser Abschiedsabend, denn langsam müssen wir weiter in Richtung Istanbul. Regina und Daniel gönnen sich noch einen Cocktail und wir sitzen lange zusammen, reden und genießen die gemeinsame Zeit.
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  • Fethiye

    April 29 in Turkey ⋅ ☀️ 24 °C

    Auf dem Weg in Richtung der türkischen Ostküste legen wir noch einen Stopp ein, der sich als echtes Highlight entpuppen soll. Eine Schweizer Familie, die wir zuvor in Fethiye getroffen haben, hat uns von einem riesigen Spielplatz vorgeschwärmt. Also machen wir uns neugierig auf den Weg dorthin. Und tatsächlich – schon beim Ankommen wirkt alles gigantisch.

    Marie ist sofort völlig außer sich vor Freude. Ohne eine Sekunde zu verlieren, rennt sie los, klettert über Brücken, hangelt sich an Seilen entlang und probiert ein Spielgerät nach dem anderen aus. Sie flitzt kreuz und quer über das Gelände, als hätte sie gerade unbegrenzt Energie getankt. Nach über einer Stunde kommt sie schließlich mit roten Wangen und schweißnassen Haaren zurück. Hunger und Durst melden sich nun doch.

    Wir setzen uns erstmal hin, essen etwas und genießen den Blick auf die wunderschöne Bucht von Fethiye. Der Park liegt wirklich traumhaft. Überall Grünflächen, Palmen und dahinter das glitzernde Meer. Kaum ist der letzte Schluck getrunken, zieht es Marie aber schon wieder zurück. Es gibt schließlich noch so viel zu entdecken.

    Später fahren wir weiter entlang der Küste. Doch plötzlich wirkt alles etwas seltsam. Immer mehr Straßen sind gesperrt und auf einer Strecke ist sogar die komplette Gegenfahrbahn abgesperrt und ein n Hubschrauber kreist über uns. Kurz darauf tauchen Polizeiautos auf und alle Fahrzeuge werden langsamer. Neugierig halten auch wir am Rand an.

    Und dann rauscht plötzlich das Peloton der Türkei-Rundfahrt an uns vorbei. Rennradfahrer, dicht an dicht, gefolgt von Teamwagen und Motorrädern. Nach kaum einer Minute ist alles schon wieder vorbei, aber genau solche unerwarteten Momente lieben wir am Reisen. Einfach zufällig Teil eines besonderen Ereignisses werden.

    Die Straße führt weiter am Meer entlang, die Sonne scheint und die Landschaft wird immer schöner. Erst am Abend erreichen wir die Landzunge bei Datça. Noch vor dem Ort finden wir einen Stellplatz mitten in der Natur. Kein Haus, keine Straße, nur das Meer, etwas Wind und irgendwo in der Nähe eine kleine Quelle.

    Wir sitzen draußen, essen beim Sonnenuntergang und schauen aufs Wasser. Das Meer ist am Abend zwar etwas frisch, aber die Stimmung hier draußen ist einfach wunderschön. Ruhig, friedlich und genau so, wie wir uns Reisen wünschen
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  • Wo die Dünen das Meer treffen

    April 28 in Turkey ⋅ ☀️ 23 °C

    Es geht weiter Richtung Patara. Schon die Fahrt dorthin macht Vorfreude. Patara ist bekannt für seinen endlosen Strand und die riesigen Sanddünen. Es heißt sogar, dass sich hier eine der größten Dünenlandschaften der Türkei befindet. Der Strand zieht sich über viele Kilometer, feinster Sand, weit und offen, fast wie eine kleine Wüste am Meer. Gleichzeitig liegt hier auch eine antike Stadt, einst eine der wichtigsten Hafenstädte Lykiens.

    Man kann über einen offiziellen, kostenpflichtigen Zugang hinunterfahren, doch wir entscheiden uns für eine andere Strecke. Ein kleiner Weg führt uns oberhalb der Dünen entlang zu einem Stellplatz. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick über die Landschaft. Es ist schon etwas voller, aber wir finden noch einen schönen Platz.

    Dort treffen wir auch direkt auf ein deutsches Paar mit ihrem Reisesprinter. Anja und Jerome. Wir kommen sofort ins Gespräch und verbringen den Abend zusammen. Sie sind schon seit einem halben Jahr unterwegs, waren zuvor in Spanien und reisen jetzt durch die Türkei und später weiter nach Griechenland.

    Ein wenig später kommen auch Aileen und Daniel dazu und verbringen den Nachmittag zusammen. Am Abend gehen wir alle auf die Dünen. Gemeinsam laufen wir durch den weichen Sand und schauen, wie die Sonne langsam im Meer versinkt. Das Licht wird warm und golden und die Stimmung ganz ruhig. Marie spielt im Sand, als hätte sie einen riesigen Sandkasten vor sich. Jerome wirbelt sie lachend durch die Luft wie ein Flugzeug und sie kann gar nicht genug davon bekommen.

    Später stellen wir eine lange Tafel auf und grillen zusammen. Anja und Jerome setzen sich dazu und der Abend wird lang und gemütlich. Wir reden viel, lachen und natürlich geht es auch immer wieder um die Reisefahrzeuge und das Reisen an sich. Danach sitzen wir noch am Feuer, während es langsam dunkler wird. Die Nacht ist ruhig und angenehm.

    Am nächsten Morgen lassen wir es entspannt angehen. Wir trinken Kaffee in der Sonne, frühstücken gemeinsam und genießen noch einmal den Blick über die Dünen. Dann heißt es langsam wieder aufbrechen und wir machen uns auf den Weg, gespannt auf das, was als Nächstes kommt.
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  • Traumstraße am Mittelmeer

    April 27 in Turkey ⋅ ☀️ 25 °C

    Kaum liegt Antalya hinter uns, beginnt wieder eine dieser traumhaften Küstenstraßen. Sie schlängelt sich entlang des Mittelmeers, vorbei an kleinen, fast versteckten Buchten. Das Wasser leuchtet türkisblau und glasklar, die Sonne scheint und wir genießen jede Kurve und jeden Blick aufs Meer.

    Unterwegs halten wir kurz bei Myra nahe Demre. Die lykischen Felsengräber, hoch in die Felsen gehauen, beeindrucken schon von außen. Wir schauen sie uns nur kurz an und verzichten auf den Eintritt, es ist uns zu touristisch.

    Danach zieht es uns wieder ans Meer. Wir finden einen schönen Platz mit Park und Spielplatz direkt an der Küste. Während Regina das Essen vorbereitet, ist Jens mit Marie auf dem Spielplatz. Wir essen draußen im Park, später kommen auch Daniel und Aileen dazu. Wir stehen auf einem Schotterparkplatz etwas weiter hinten, da vorne am Meer Campen nicht erlaubt ist.

    Der Abend ist entspannt. Marie baut sich einen kleinen Parcours und wir sitzen zusammen. Jens nutzt die Zeit und baut endlich den Warmwasserschlauch ein, den Daniel besorgt hatte. Es wird kühl und er wird erst spät fertig, während Marie und Regina sich schon ins Warme zurückziehen.

    Am nächsten Morgen frühstücken wir in der Sonne. Daniel und Aileen arbeiten noch ein paar Stunden, dann kommt ein Polizist und sagt, dass wir hier nicht stehen dürfen. Schilder gibt es keine, aber wir dürfen noch eine Stunde bleiben.

    Die nutzen wir zum Joggen entlang der Promenade. Marie fährt Fahrrad und entdeckt unterwegs Spielplätze. Danach springen wir noch ins Meer. Das Wasser ist frisch, aber tut gut.

    Dann packen wir zusammen. Daniel und Aileen bleiben noch etwas länger wegen der Arbeit, wir fahren schon weiter entlang dieser wunderschönen Küste und sind gespannt, was als Nächstes kommt.
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  • Zwischen Traum und Tourismus

    April 26 in Turkey ⋅ ☁️ 24 °C

    Die geschwungene Küstenstraße begleitet uns lange und wir genießen jeden Kilometer. Doch kurz vor Alanya verändert sich alles. Aus der ruhigen Straße wird eine breite, mehrspurige Trasse direkt am Meer. Das Grün verschwindet, stattdessen ragen Hotelanlagen in die Höhe. Ein Hotel folgt dem nächsten, verbunden durch Brücken zum Strand, der oft auf der anderen Seite der Straße liegt.

    Wir fragen uns, warum man so baut. Die Straße ist laut, schnell und ständig präsent. Die Idylle weicht Lärm und Hektik. Der Strand bleibt schön, verliert aber an Ruhe. Viele Hotels sind noch leer, vereinzelt sehen wir Einheimische, Touristen und auch immer mehr russische Urlauber. Nach einem kurzen Einkauf fahren wir weiter Richtung Antalya. Kilometerlang reiht sich eine Hotelanlage an die nächste. Es wirkt fast surreal.

    Zwischen Alanya und Side finden wir spät einen Platz direkt am Meer. Doch es ist laut, hell und unruhig. Musik, Autos und Licht lassen uns nur mäßig schlafen. Am nächsten Morgen sind wir froh, weiterzufahren.

    Vor Side entdecken wir einen Schotterplatz mit Blick auf die Stadt. Schnell kommen wir mit anderen Reisenden ins Gespräch. Eine Schweizer Familie mit ihrem kleinen Sohn Damian steht neben uns. Die Kinder verstehen sich sofort, spielen stundenlang zusammen. Am Abend grillen wir gemeinsam, probieren Künefe und genießen die Runde.

    Doch gegen 22 Uhr kommt die Polizei und schickt uns weiter. Also packen wir zusammen und fahren durch das beleuchtete Side zu einem neuen Platz. Dort treffen wir einen jungen Mann, der Hilfe beim Zeltaufbau braucht. Wir helfen ihm, geben ihm etwas zu essen und Decken. Seine Geschichte bleibt etwas rätselhaft, aber er ist freundlich und dankbar.

    Am nächsten Tag erkunden wir Side. Regina erkennt kaum etwas wieder, alles wirkt neu und touristisch, aber dennoch schön gestaltet. Danach fahren wir weiter zu einem Overlanderspot namens kleiner Hafen. Hier kehrt endlich wieder Ruhe ein. Kiefernwald, weiter Strand und eine entspannte Atmosphäre.

    Am Abend machen wir ein Feuer und kochen im gusseisernen Topf. Später sitzen wir zusammen, hören Musik und genießen die Stimmung. Die Kinder schlafen schon, während wir noch lange am Feuer sitzen und der Reihe um unsere Lieblingslieder hören.

    Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen. Die Kinder spielen noch einmal zusammen am Strand, bevor sich unsere Wege trennen. Und wieder nehmen wir ein Stück dieser Begegnungen mit auf unseren weiteren Weg.
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  • Unterwegs an der türkischen Küste

    April 20 in Turkey ⋅ ☀️ 20 °C

    Die türkische Küste liegt vor uns und wir staunen jeden Tag ein bisschen mehr. Wir entscheiden uns bewusst gegen die Berge. Dort ist es kälter und das Wetter unbeständiger. Dabei sehen wir vom Meer aus sogar schneebedeckte Gipfel im Inland. Dieses Zusammenspiel wirkt fast unwirklich. Doch uns zieht es jetzt ans Wasser. Wir wollen Sonne, Wärme und den Blick aufs Meer.

    Wir folgen der südlichen Küste von Osten nach Westen. Die Straßen führen entlang von Felsen und Buchten und hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neues Panorama. Das Mittelmeer liegt ruhig und tiefblau vor uns. Immer wieder halten wir an, gehen baden und genießen die Sonne. Das Wasser ist noch frisch, aber genau richtig, um sich abzukühlen.

    Nach den heftigen Regenfällen in Bezin fühlt sich das wie ein Neuanfang an. Die Tage sind heller und leichter. Wir besuchen auch eine Tropfsteinhöhle, die uns beeindruckt. Gleichzeitig merken wir, dass viele Sehenswürdigkeiten teuer sind, vor allem für Touristen. Deshalb wählen wir bewusst aus, was wir uns anschauen.

    Unterwegs reisen wir immer wieder gemeinsam mit Daniel und Aline. Es ist ein entspanntes Miteinander. Morgens ziehen wir los, erkunden etwas und suchen Plätze. Am Nachmittag treffen wir uns wieder, verbringen den Abend zusammen, machen Feuer oder Grillen. Diese einfachen Momente machen die Reise besonders.

    An einem Strand bleiben wir zwei Tage. Regina und Jens gehen ins Wasser, die Kinder spielen. Marie freundet sich mit einem türkischen Jungen an. Sie sprechen keine gemeinsame Sprache und verstehen sich trotzdem. Regina unterhält sich mit der Mutter. Sie erzählt vom Leben hier, von steigenden Preisen und davon, wie schwierig es geworden ist, nach Deutschland zu gehen. Es sind ehrliche Gespräche, die nachwirken.

    Später finden wir ganz im Süden der Türkei einen Stellplatz direkt am Meer. Hier stehen mehrere Overlander. Wir begrüßen uns, kommen schnell ins Gespräch und tauschen Geschichten aus. Ein Paar kennen wir sogar aus dem Oman wieder. Wir treffen auch Evelyn und Frank mit ihrem Hund Eddy. Marie ist sofort begeistert und spielt mit ihm. Nach und nach entsteht eine kleine Gemeinschaft am Strand.

    Am Nachmittag setzt ein starker thermischer Wind ein. Er bläst kräftig und in Böen, alles muss festgehalten werden. Trotzdem ziehen wir unseren Plan durch und kochen Gulasch im gusseisernen Topf über dem Feuer. Jens kümmert sich ums Feuer, es dauert eine Weile, aber am Ende schmeckt es richtig gut. Dazu gibt es Kartoffeln und Rotkohl und wir genießen gemeinsam das Essen.

    Kitesurfen ist später wegen des unbeständigen Winds nicht mehr möglich, obwohl Jens am Vormittag noch gute Bedingungen hatte. Wir bleiben zwei Tage hier und genießen die Zeit.

    In der Region werden viele Erdbeeren und Bananen angebaut. Überall sehen wir Gewächshäuser und Felder. Wir kaufen frische Früchte direkt vor Ort. Sie sind reif, süß und schmecken besonders gut. Ein kleiner Luxus, über den wir uns sehr freuen.
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  • Mit Brummen bis Mersin

    April 14 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C

    Wir fahren weiter die Küste entlang Richtung Mersin. Hier am Meer ist es deutlich wärmer als im Landesinneren, wo sogar Schnee auf den Bergen liegt und schlechtes Wetter angekündigt ist. Unterwegs regnet es immer wieder, doch wir bleiben an der Küste.

    Seit einigen tausend Kilometern begleitet und ein brummendes Radlager vorne rechts. Eigentlich hören wir das Geräusch schon seit Saudi Arabia. In Jordan haben wir kein passendes Ersatzteil bekommen und hoffen lange, dass das Lager bis in die Turkey durchhält. Und es schafft es tatsächlich.

    Vorher verbringen wir noch schöne Tage mit Daniel und Aline bei Suleiman, einem unglaublich gastfreundlichen Paraglide-Lehrer, der in einem selbst ausgebauten Reisebus lebt. Er bietet uns Kaffee an, hilft uns bei der Bestellung des Ersatzteils, bringt uns am Abend türkische Eiscreme und lässt uns sogar unsere Wäsche bei sich waschen. Sein Freund in Mersin nimmt das Ersatzteil für uns entgegen, da wir ohnehin dorthin fahren wollen. Als Highlight wirft eine eine kleine Drohne 2 Magnumeis in unseren Schoß. Der Pilot kommt wenig später zu uns und unterhält sich freundlich mit uns. Er nutzt die Videoaufnahmen für Social Media.

    Wir verabschieden uns herzlich und legen noch einen Zwischenstopp an einem Strand ein. Dort treffen Daniel und Aline wieder zu uns. Marie spielt auf einem schönen Spielplatz mit anderen Kindern, wir entdecken Babykatzen, machen abends Feuer und backen Stockbrot. Tagsüber gehen wir mit dem Stand-up-Paddle aufs Wasser.

    Dann fahren wir weiter nach Mersin. Zuerst holen wir das Ersatzteil bei Suleimans Freund ab, wieder begleitet von großer Herzlichkeit. Danach geht es direkt in eine auf Mercedes Sprinter spezialisierte Werkstatt, die Jens online gefunden hat. Freitagnachmittag um 15 Uhr kommen wir an und werden sofort drangenommen.

    Das neue Radlager wird eingebaut, dazu werden weitere Arbeiten erledigt, und obwohl drumherum längst alle Werkstätten schließen, arbeitet das Team bis halb acht abends weiter. Für den Radlagerwechsel, Motorölwechsel, Dieselfilterwechsel, Luftfilterwechsel, Hinterachsdifferenzialölwechsel inkl. Abdichten des Deckels, zahlen wir nur rund 140 Euro, worin lediglich 28 Euro Arbeitslohn enthalten sind. Nicht enthalten sind das selbst gekaufte Radlager 100 Euro und das Motoröl 70 Euro. Bei diesen Preisen macht der Werkstattbesuch regelrecht spaß.

    Während es draußen ununterbrochen regnet, warten Marie und ich die ganze Zeit im Auto. Nach der Reparatur fahren wir nur noch an einen Parkplatz am Meer. Müde von diesem langen Tag, mit dem Gefühl, ein großes Thema endlich gelöst zu haben, fallen wir direkt am Wasser einfach nur noch ins Bett.

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  • Geschafft, die Last fällt ab!

    April 12 in Turkey ⋅ ☀️ 15 °C

    Wir sind in der Türkei und können unser Glück kaum fassen. Als wir morgens aufwachen, fühlt sich alles noch unwirklich an. In der Nacht hat es heftig gedonnert und gewittert, doch wir haben tief geschlafen. Die Erleichterung ist riesig. Es ist, als wäre eine große Last von uns abgefallen. Endlich sind wir hier und fühlen uns so richtig sicher.

    Am Morgen regnet es leicht, aber wir lachen und freuen uns einfach, dass wir es geschafft haben. Die letzten Tage waren intensiv und voller Anspannung. Marie hat unsere Unruhe natürlich gespürt und manchmal waren wir schneller gereizt, als wir es wollten. Umso mehr nehmen wir uns jetzt vor, diese Zeit bewusst zu genießen.

    Wir fahren in die nächste Stadt, um Internet zu besorgen, und verabschieden uns vorher von Jessie und Frank, die Richtung Georgien weiterreisen während wir an die Küste wollen.

    Erstmal fahren wir in die Berge, essen etwas und gönnen uns ein großes Eis. Die Region rund um Hatay begeistert uns sofort. Die Landschaft ist beeindruckend und die Menschen sind unglaublich freundlich. Wir besuchen den Moses Tree und treffen unterwegs bekannte Gesichter wieder.

    Am Strand finden wir einen schönen Stellplatz. Das Wasser ist noch kühl, aber Marie spielt glücklich im Sand. Am Abend kommen auch die Dresdner Daniel und Aline mit ihrem VW T4 Gespann an, mit denen wir gemeinsam durch Syrien gereist sind. Zusammen sitzen wir am Strand und genießen die Ruhe.

    Wir verbringen hier noch zwei wunderbare Tage. Marie fährt Fahrrad und Roller, wir gehen joggen und lassen alles langsam auf uns wirken. Immer wieder werden wir von Einheimischen auf Deutsch angesprochen, bekommen Tipps, Hilfe oder kleine Geschenke. Diese Herzlichkeit berührt uns sehr. Wir fühlen uns willkommen und genießen jeden Moment in der Türkei.
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  • Durch die rote Zone - Syrien

    April 11 in Syria ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir stehen auf einem staubigen Platz irgendwo im Norden von Jordanien, nur eine halbe Stunde von der Grenze zu Syrien entfernt. Die Sonne steht noch hoch, als wir Jessie und Frank in ihrem gelben Sprinter treffen. Kurz darauf kommen auch Daniel und Aline mit ihrem T4 und dem Anhänger an. Wir begrüßen uns wie alte Freunde, obwohl wir uns erst seit kurzer Zeit kennen. Diese Gemeinschaft unter Reisenden fühlt sich sofort vertraut an.

    Wir haben uns vorbereitet. Wir haben mit Botschaften gesprochen, wir haben recherchiert, wir haben diskutiert. Alle offiziellen Grenzübergänge Richtung Türkei sind geschlossen. Doch in den Reisegruppen kursiert eine Information. Ganz im Norden, im Westen Syriens, gibt es einen Übergang namens Bab al-Hawa. Eigentlich ist er nicht für internationale Reisende gedacht, sondern nur für Syrer und Türken. Für uns Overlander ist er offiziell keine Option. Und trotzdem klammern wir uns an diese eine Möglichkeit.

    Unsere Freunde, Camille, Mathieu und ihre beiden Kinder sind nun nach Syrien eingereist und versuchen auf diesem Weg in die Türkei zu gelangen. Wir warten auf ihr Zeichen. Lassen die Türken sie hinein oder nicht?

    Am späten Nachmittag kommt endlich die Nachricht. Sie haben es geschafft. Sie sind durch. Sie sind in der Türkei. Es bricht Erleichterung und Hoffnung aus. Wir entscheiden gemeinsam, noch hier zu schlafen und am nächsten Morgen früh aufzubrechen, um die Strecke an einem Tag durchzufahren. Eine demokratische Entscheidung, auch wenn Regina am liebsten sofort losgefahren wäre. Hinzu kommt, dass der Anhänger von Aline und Daniel repariert werden muss. Die Deichsel ist gebrochen. Ein freundlicher Anwohner aus dem angrenzenden kleinen Dorf hat angeboten die gebrochene Deichsel zu schweißen. Eine Bezahlung lehnt er ab. Der Anhänger ist am späten Abend wieder einsatzbereit. Wahnsinn diese Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Jordanier. Ein paar Jugendliche aus dem Dorf kommen vorbei und Marie und Jens spielen etwas Fußball mit ihnen. Natürlich werden wieder viele Fotos gemacht.

    Regina schläft unruhig. Die Gedanken kreisen. Was, wenn es bei uns nicht klappt. Jens schläft gut und ist am Morgen fit für die Fahrt ins ungewisse.

    Um 7 Uhr stehen wir auf und trinken noch rasch Tee, Kaffee und Milch. Um acht Uhr fahren wir in Kolonne los. Die Sonne steht tief, die Luft ist kühl.

    Die Einreise nach Syrien verläuft überraschend ruhig. Nach etwa zwei Stunden sind wir durch. Wir trennen uns für die Fahrt durch Syrien, weil die anderen beiden nur 70 bis 80 Kmh fahren. Wir wollen hingegen Strecke machen und heute noch in die 500 km entfernte Türkei einreisen.

    Die Straßen sind besser als erwartet. Mal breit und dreispurig, mal enger, aber gut befahrbar. Wir fahren durch Damaskus. Es ist voller Verkehr, aber alles wirkt geordnet. Menschen winken uns zu. Und dann sehen wir sie, die vom Krieg zerstörten Häuser. Ganze Stadteile liegen in Trümmern. Es trifft uns mit voller Wucht. Dieses Land ist wunderschön und gleichzeitig so gezeichnet. Die sichtbaren Kriegsschäden in Damaskus stammen vor allem aus dem syrischen Bürgerkrieg, der 2011 begann. Bombardierungen, Häuserkämpfe und jahrelange Belagerungen haben viele Viertel zerstört. Bis heute sind die Spuren des Krieges in der Stadt deutlich zu sehen.

    Checkpoints tauchen immer wieder auf. Bewaffnete Personen stehen am Straßenrand. Doch wir werden einfach durchgewunken. Kein Problem. Kein Stress. Wir fahren weiter, immer weiter nach Norden.

    Die Landschaft überrascht uns. Alles ist grün. Hügel ziehen sich bis zum Horizont. Und dann sehen wir sogar einen schneebedeckten Berg. Es ist kaum zu glauben, wie schön dieses Land ist.

    Nach fünf Stunden erreichen wir die Grenze bei Bab al-Hawa. Die Anspannung steigt sofort wieder. Zuerst läuft alles gut. Pässe werden kontrolliert, wir warten ein wenig, dann geht es weiter. Doch dann beginnt das Chaos.

    Am Customs-Schalter heißt es plötzlich, wir hätten bei der Einreise nicht für das Auto bezahlt. Dabei haben wir Quittungen. Wir sind sicher, dass alles korrekt ist. Doch die Beamten sprechen kein Englisch. Wir kein Arabisch. Alles läuft über Übersetzer-Apps. Es dauert ewig. Missverständnisse entstehen.

    Immer wieder zeigen sie uns ein Video. Doch es ist das falsche. Es zeigt die Bezahlung des Visums, nicht die fürs Auto. Die Situation wird zunehmend nervenaufreibend. Jens diskutiert, erklärt, wird lauter. Wir sind erschöpft. Zwischenzeitlich kommen unsere Freunde an der Grenze an. Wir freuen uns, dass sie es heute noch hierher geschafft haben.

    Nach stundenlangen Warten und diskutieren wird klar, was passiert ist. Beim Bezahlen zuvor ist etwas durcheinandergeraten. Wir mussten nämlich für die Visa 120 Dollar zahlen. Es stellte sich heraus, dass davon aber 100 Dollar vom Kassierer waren und nicht aus Jens Brieftasche. Die hat sich der Kassierer als er es dann bemerkte vom Zoll zurück geholt, wo wir 100 Dollar für das Auto gezahlt hatten. Daraufhin wurde im System vermerkt, dass für das Fahrzeug nicht gezahlt wurde. Nachdem das Missverständnis nach Stunden aus dem Weg geräumt wurde, zahlt Jens schließlich die 100 Dollar. Wir wollen einfach nur weiter. Denn der knifflige Teil, die türkische Grenze, liegt noch vor uns.

    Dort warten Jessie und Frank und Daniel und Aline schon. Doch auch hier heißt es erst einmal warten. Eine Stunde lang zittern wir. Dann kommt die Entscheidung. Wir dürfen einreisen.

    Die Prozedur ist streng. Fingerabdrücke werden genommen. Jeder Finger einzeln, gedreht, mehrfach gescannt. Fotos von vorne und von beiden Seiten. Danach bekommen wir den Stempel bei der Polizei. Weiter zu Customs. Es geht schnell. Ein kurzer Blick ins Auto, dann dürfen wir weiter.

    Doch nicht alle haben Glück. Daniel und Aline bleiben zurück. Die türkischen Behörden erlauben nur ein Fahrzeug pro Person. Ihr Auto und das Motorrad sind auf eine Person registriert. Ein Problem, das sich nicht sofort lösen lässt. Schweren Herzens verabschieden wir uns.

    Es ist spät geworden. Es ist dunkel. Wir fahren zu einem ruhigen Platz in der Nähe. Ein kleiner Spielplatz. Ein Gewitter zieht auf. Blitze zucken am Himmel.

    Wir legen uns ins Bett. Müde, erschöpft, aber erleichtert. Wir haben es geschafft. Wir sind in der Türkei.🇹🇷
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  • Warten in Amman

    Apr 8–10 in Jordan ⋅ ⛅ 15 °C

    Wir warten in Amman und verfolgen im Minutentakt jede neue Information. Das Handy ist ständig in der Hand, WhatsApp immer offen. Wir recherchieren, tauschen uns aus und prüfen jede Möglichkeit. In unserer Gruppe sind etwa 40 Menschen mit rund 30 Fahrzeugen. Ein pausenloses hin und her der Idee und ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Verschiffen bleibt eine Option, aber eine schwierige. Von Akaba und Jeddah aus geht es nur im Container. Aufgrund des Iran-Kriegs sind die Preise hoch. Für einige fällt die Verschiffungsoption ganz weg, da es keine ausreichend großen Container gibt. Mit Hunden zu fliegen ist für Jessie und Frank kaum machbar. Und einfach ausfliegen und das Auto stehen lassen ist wegen der Visabestimmungen schwierig. In Jordanien bleiben 30 Tage, in Saudi-Arabien 90 aber danach muss das Fahrzeug raus.

    Als Plan B steht Oman im Raum, wo man Fahrzeuge länger abstellen kann. Aber das bedeutet 3000 Kilometer Fahrt zurück. Noch hoffen wir auf eine Lösung hier.

    Da Marie in den letzten Tagen viel mit- und durchmachen musste, besuchen wir heute das Kindermuseum in Amman. Es gibt viel zu erkunden und zu erforschen. Marie ist ganz aus dem Häuschen. Alles möchte sie sehen und erleben. Es ist wirklich toll!

    Aber auch ein Werkstattbesuch steht mal wieder an. Wir wollen ein Radlager wechseln lassen und die Turbo-Ladeluftleitungen auf Dichtigkeit prüfen lassen, da wir immer noch das Problem mit dem Leistungsverlust haben. Leider ohne Erfolg, aber mit viel Engagement. Das Radlager kann die Sprinter Werkstatt nicht beschaffen und mit die mit dem Turbo ist nach ausgiebiger Analyse alles in Ordnung. Es scheint also nur an minderwertigen Diesel zu liegen. Als deutsche Reisefamilie sind wir und vor allem Marie die Attraktion des Tages. Zum Schluss machen wir mit dem gesamten Team noch einem gemeinsames Foto.

    Auf dem schönen Übernachtungsplatz spielen wir eine Runde Fußball mit der französischen Familie und machen uns einen schönen Abend.

    Am nächsten Vormittag besuchen wir die Zitadelle von Amman und genießen den blick über die Stadt. Im Römische Theater von Amman stehen wir zwischen den steilen Rängen und spüren die Zeit, die hier vergangen ist.

    Wir nutzen die Tage, bleiben bereit und dann zeichnet sich tatsächlich eine Möglichkeit ab.
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  • Ostern in Jordanien

    April 6 in Jordan ⋅ ⛅ 19 °C

    Es ist Ostersonntag. Marie fragt immer wieder, wann denn endlich Ostern ist. Wir entscheiden, es heute nicht zu feiern. Wir sind zu aufgewühlt, zu müde und der Platz hier ist völlig vermüllt. Es fühlt sich nicht richtig an. Also vertrösten wir sie auf einen anderen Tag. Sie weiß ja noch nicht, welcher Wochentag ist.

    Ein deutsches Reisepärchen kommt mit ihrem gelben Sprinter-Van und ihren 2 Hunden vorbei. Wir unterhalten uns und erählen von unseren letzten Grenzerfahrungen. Jessie und Frank wollen es dennoch versuchen die Grenze in den Irak alleine zu überqueren. Wir bleiben in der Stadt mit Jerome und Leslie und warten ab.

    Spät in die Nacht kommt die Nachricht, dass sie es nicht in den Irak geschafft haben. Niemand kommt aktuell durch den Irak und keiner weiß, wann sich das ändern wird.

    Das Gefühl ist mulmig. Es gibt kaum Optionen. In WhatsApp Gruppen tauschen sich die betroffenen Overlander aus. Jeder recherchiert, manche fahren zu ihren Botschaften. Hilfe bekommt niemand. Wir ziehen in Erwägung unseren Sprinter von Akaba aus in einem Container zu Verschiffen.

    Am nächsten Tag fahren wir weiter zu einem ruhigen Platz, wo wir Jessie und Frank mit ihren Hunden und ihrem gelben Sprinter treffen. Dort holen wir dann endlich die Ostereiersuche für Marie nach. Mitten in einem weiten Stein- Vulkanfeld sind kleine Körbchen versteckt. Jens hat den Osterhasen in der Ferne weghoppeln sehen und tatsächlich ist er auch zu ihr gekommen. Es ist schön zu sehen, wie Marie sie aufgeregt sucht und sich darüber freut dass der Osterhase sie sogar hier in der Wüste gefunden hat.

    Dann fahren wir weiter in Richtung Amman der Hauptstadt Jordaniens. Unterwegs spricht Jens noch einen Autotransporterfahrer an, um herauszufinden ob wir unsere Reisemobile per LKW durch den Irak transportieren lassen können. Der Fahrer hat einen Verwandten in Deutschland mit dem wir telefonieren. Vielleicht ergibt sich eine Chance.

    Mit vielen Gedanken im Kopf fahren wir weiter nach Amman und überlegen dort, wie es weitergeht.
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  • You no go Irak

    Apr 4–5 in Jordan ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir sind aufgeregt, denn heute steht der wichtigste Grenzgang unser Reise bevor. Durch den Krieg zwischen USA, Israel und dem Iran ist die Sicherheitslage im mittleren Osten sehr angespannt. Das drückt auf unsere Stimmung und der Weg hier raus führt uns durch den Irak, dessen Sicherheitslage sich zunehmend verschlechtert.

    Trotz des nächtlichen Verhörs durch das Militär sind wir recht früh wach und fühlen uns wie überfahren. Der Plan steht. Wir wollen heute in den Irak einreisen, solange es noch möglich ist. Nach einem langsamen Start fahren wir gegen elf Uhr los und erreichen kurz nach zwölf die Grenze.

    Die Ausreise aus Jordanien läuft erstaunlich schnell. Ein Helfer unterstützt uns beim Bezahlen, der Zoll schaut kurz ins Auto, dann sind wir schon durch. Die Erleichterung ist groß. Auf der irakischen Seite beginnt das Warten. Ein Spürhund kontrolliert die Autos, dann geben wir unsere Pässe ab. Es zieht sich.

    Wir werden hin und her geschickt. Zum Zoll zur Bearbeitung der Fahrzeug-Zollpapiere, zurück zur Immigration, zwischendurch müssen wir eine Versicherung kaufen und Geld wechseln. Englisch spricht kaum jemand, wir verständigen uns per Übersetzungsapp. Die Stunden vergehen. Wir warten, kochen uns etwas und trinken Kaffee. Um uns herum geht alles schnell, nur wir stehen still.

    Dann kommt plötzlich Unruhe auf. Ein Beamter bringst uns nach draußen. Er hat aber nur einen Teil der Pässe und ein Schreiben dabei. Unsere Pässe fehlen. Die Franzosen müssen folgen, wir bleiben verständnislos zurück.

    Wir warten weiter. Immer wieder fragen wir nach unseren Pässen und werden immer wieder vertröstet. Es wird dunkel, die Grenze ist menschenleer. Irgendwann reicht es uns. Regina geht zu den Beamten ins Büro hinein. Sie sitzen da, rauchen und genießen die Zeit. Wir fühlen uns nicht ernst genommen und bestehen nachdrücklich darauf, unsere Pässe zurückzubekommen. Wir stressen herum und geben nicht nach.

    Schließlich die Bestätigung durch den Beamten. Er spricht "You no go Iraq!" und Wiederholt es nachdrücklich. Ein Beamter bringt uns später zu unseren Freunden. Wo wir etwas zu essen bekommen haben. Es ist inzwischen 21 Uhr. Wir sind seit 9 Stunden hier und haben unsere Passports immer noch nicht zurück. Marie ist fertig, wir sind fertig. Total KO fällt Marie ins Bett. Jens schläft auch ein wenig.

    Um 23:30 Uhr klopft es dann am Sprinter. Wir müssen los. Wir werden alle zusammen zur jordanischen Grenze eskortiert, welche für uns geöffnet wird. Alles wird noch einmal kontrolliert, wir müssen erneut bezahlen. Dann sind plötzlich wieder zurück in Jordanien. Zurück auf los, Müde und frustriert. Wir haben für die Irak Visa, Jordaniens Aus- und Einreise und die Versicherungen für den Irak und die Türkei ca. 550 Euro ausgegeben und sind nach 12 anstrengenden Stunden keinen Schritt weiter gekommen.

    Da wir nicht noch einmal im Grenzgebiet schlafen wollen, fahren wir noch eine Stunde durch die Nacht und kommen gegen 1 Uhr am Hotelparkplatz an. Wir fallen ins Bett und können kaum glauben, was passiert ist. Der Tag fühlt sich unwirklich an. Marie hat tapfer durchgehalten, doch die Anspannung steckt uns allen in den Knochen.

    Jetzt stehen wir wieder im Krisengebiet und müssen eine Alternative finden, um die arabische Halbinsel zu verlassen damit wir uns wieder sicher fühlen können.
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  • Abgeführt im Grenzgebiet

    April 3 in Jordan ⋅ ☀️ 17 °C

    Wir treffen uns mit Leslie und Jérôme sowie der französischen Familie auf einem Overlander-Wildcamp-Spot kurz vor der irakischen Grenze. Mehrere Reisende haben hier schon übernachtet, der Platz wirkt ruhig und unscheinbar. Gemeinsam verbringen wir unseren letzten Abend in Jordanien, sitzen lange zusammen, reden, lachen und bereiten uns innerlich auf den Grenzübertritt am nächsten Morgen vor. Gegen neun Uhr gehen wir schlafen, denn der nächste Tag soll früh beginnen.

    Kurz nachdem Marie und Regina im Bett liegen, hält plötzlich ein Militärtruck neben unseren Fahrzeugen. Soldaten steigen aus und bringen uns tatsächlich Getränke. Freundlich fragen sie, ob alles in Ordnung sei. Wir sind überrascht, fast amüsiert über diese Begegnung, und denken uns nichts weiter dabei, als sie wieder in der Dunkelheit verschwinden.

    Die Nacht wird still. Dann zerreißt plötzlich das Summen einer Drohne die Ruhe. Wenige Sekunden später folgt ein dumpfer Knall, eine Detonation irgendwo in der Nähe. Wir können das Geräusch nicht einordnen, versuchen weiterzuschlafen, doch ein ungutes Gefühl bleibt.

    Etwa eine Stunde später tauchen Scheinwerfer auf. Mehrere Militärfahrzeuge rollen auf den Platz, gepanzerte Wagen und Pickups voller Soldaten. Taschenlampen blenden uns, Stimmen werden laut, Ausweise verlangt. Die Stimmung kippt schlagartig. Nach langen Gesprächen nehmen sie unsere Pässe an sich und erklären, dass wir hier nicht bleiben dürfen. Es habe Drohnenangriffe gegeben, das Gebiet sei zu gefährlich. Wir müssen ihnen folgen. Sofort.

    Mitten in der Nacht fahren wir hinter dem Militärkonvoi her, rund achtzig Kilometer zurück in die Stadt zu einem Militärstützpunkt. Dort angekommen müssen wir aussteigen und werden in einen Raum mit Sofas gebracht. Unsere Handys dürfen wir nicht mehr benutzen, keine Fotos machen. Niemand erklärt uns, was passiert oder warum wir hier sind. Wir rufen die deutsche Botschaft und werden beschwichtigt.

    Die Stunden ziehen sich endlos. Jerome und Matthieu werden stundenlang vom Militärgeheimdienst befragt. Fragen über unsere Reise, unsere Herkunft, unsere Berufe, sogar über frühere Reisen. Wir müssen im Aufenthaltsraum abwarten, müde, angespannt und zunehmend verunsichert. Die Ungewissheit nagt an uns. Niemand sagt uns, wie lange das dauern wird. Wir machen es uns auf den Sofas gemütlich und versuchen etwas zu schlafen.

    Erst kurz nach fünf Uhr morgens geht plötzlich das Licht an. Unsere Pässe werden zurückgegeben. Keine Erklärung, keine weiteren Worte. Wir dürfen gehen.

    Um halb sechs fahren wir aus dem Militärgelände hinaus, erschöpft und still. Vermutlich wurden wir im Zusammenhang mit dem Drohnenangriff überprüft, sicher wissen wir es bis heute nicht.

    Wir erreichen ein Hotelparkplatz und fallen ins Bett, doch der Schlaf ist kurz und unruhig. Wir sind alle (außer Jens) sind gegen 9 Uhr auf und können noch immer kaum fassen, was in dieser Nacht passiert ist.
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  • Die Römer in Jerash

    April 3 in Jordan ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir fahren von Amman nach Jerash und besuchen dort die berühmte römische Stadt, die oft als eine der besterhaltenen antiken Städte außerhalb Italiens gilt. Dank unseres Jordan Pass kommen wir problemlos hinein. Vor dem Eingang treffen wir noch Jerome und Leslie, die bereits dort unterwegs waren und bald weiterfahren wollen. Wir dagegen nehmen uns Zeit und schlendern durch die weitläufige Anlage.

    Jerash war einst eine große und wohlhabende Stadt im Römischen Reich. Breite Säulenstraßen, Tempel, Plätze und Theater zeigen noch heute, wie bedeutend dieser Ort gewesen sein muss. Besonders beeindruckend ist das große Theater. Es ist erstaunlich gut erhalten, und an einer bestimmten Stelle auf der Bühne merkt man sofort, wie perfekt die Akustik funktioniert. Selbst leise Stimmen tragen mühelos bis in die obersten Reihen – faszinierend, was die Römer schon vor so vielen Jahrhunderten bauen konnten.

    Wir laufen durch die alten Straßen, vorbei am ehemaligen Markt und den Überresten des täglichen Lebens. Von Einheimischen erfahren wir sogar, dass bestimmte Steine unterschiedlich klingen, wenn man sie anschlägt – früher nutzte man das wohl auch als eine Art Alarmsignal. Während wir uns vorstellen, wie hier einst Menschen lebten, handelten und feierten, wirkt die antike Stadt plötzlich sehr lebendig.

    Marie ist heute allerdings nicht besonders gut drauf und möchte irgendwann nicht mehr laufen. Wir machen eine Pause, essen etwas und ruhen uns aus, bevor wir langsam zurück zum Auto gehen. Noch einmal schauen wir über die Ruinen, dann verlassen wir Jerash und fahren weiter Richtung Süden.
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  • Federreparatur in Amman

    April 1 in Jordan ⋅ ☁️ 18 °C

    Vom Toten Meer fahren wir bei regnerischem Wetter nach Amman, denn wir haben einiges zu erledigen. Neben Einkäufen steht erneut die Suche nach Ersatzteilen auf dem Programm. Inzwischen scherzen wir schon, dass das zu unseren neuen Lieblingsbeschäftigungen gehört.
    Der Anlass ist diesmal ernst. An der hinteren linken Blattfeder unseres Sprinters fehlt eine Federlage. Damit erklärt sich endlich, warum sich das Fahrzeug seit Uganda hinten links weicher angefühlt hat. Vermutlich war die Feder schon länger angebrochen und ist nun vollständig herausgebrochen.
    In Amman finden wir schnell eine Werkstatt mit Mercedes Erfahrung, die uns an einen spezialisierten Federbetrieb weitervermittelt. Dort geht dann alles erstaunlich schnell. Während mehrere Fahrzeuge gleichzeitig repariert werden, bauen die Mechaniker unser Federpaket aus, ersetzen die defekte Lage und stellen anschließend die Vorspannung mit einer alten Spezialmaschine neu ein. Zusätzlich wird auf der rechten Seite der lockere Zentrierbolzen nachgezogen.
    Nach nur etwa vierzig Minuten ist alles erledigt. Beim Bezahlen erleben wir eine große Überraschung. Der Werkstattchef erklärt uns per Übersetzer, dass wir Gäste in seinem Land seien und er deshalb nichts berechnen möchte. Stattdessen bekommen wir Tee, Kaffee und Marie sogar noch eine Tüte mit Süßigkeiten geschenkt.
    Wir fahren beeindruckt und sehr dankbar weiter. Diese Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft erleben wir nicht alle Tage.
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  • Schweben im Totes Meer

    March 31 in Jordan ⋅ ☀️ 21 °C

    Wir verlassen Petra und fahren weiter nach Norden. Die Landschaft wird weiter und ruhiger. Auf etwa 1600 Metern finden wir einen schönen Platz mit einem einfachen Shelter. Es ist deutlich kühler hier oben. Am Abend ziehen wir uns warm an und auch am Morgen ist es frisch. Doch sobald die Sonne aufgeht, wird alles angenehm warm und das Licht ist einfach wunderschön.

    Am nächsten Morgen fahren wir zur Kreuzritterburg Karak Castle. Die mächtige Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und war ein wichtiger Stützpunkt auf den Handelswegen zwischen Damaskus und Ägypten. Besonders bekannt wurde sie durch den Kreuzritter Reynald von Chatillon, bevor sie später von Sultan Saladin erobert wurde. Heute ist sie erstaunlich gut erhalten. Wir laufen durch dunkle Gänge, steigen Treppen hinauf und entdecken immer neue Räume. Für Marie ist es ein großes Abenteuer. Sie erkundet alles mit viel Neugier und hat richtig Spaß dabei.

    Danach geht es weiter zum Toten Meer. Wir finden einen Zugang, an dem man ins Wasser kann. Der Weg dorthin führt über einen steinigen Pfad hinunter zum Ufer. Dort sehen wir zuerst die helle Salzkruste, die sich über den Boden zieht. Man merkt schnell, dass sich das Tote Meer verändert. Der Wasserspiegel sinkt jedes Jahr um etwa einen Meter, weil viel Wasser entnommen wird und verdunstet.

    Im Wasser fühlt sich alles ganz anders an. Durch den extrem hohen Salzgehalt von etwa 30 Prozent kann man nicht untergehen. Man treibt einfach an der Oberfläche und muss ein wenig die Balance halten. Es ist ein sehr besonderes Gefühl. Wichtig ist, das Gesicht nicht ins Wasser zu bringen, denn das Salz brennt stark in den Augen.

    Marie probiert es vorsichtig aus und findet es zuerst lustig. Doch dann bekommt sie etwas Wasser in die Augen und es brennt sofort. Der Spaß ist schnell vorbei. Wir haben etwas Süßwasser dabei, aber es hilft nur begrenzt. Danach bleibt sie lieber draußen.

    Wir gehen noch einmal hinein und lassen uns treiben. Als wir wieder herauskommen, fühlt sich die Haut ganz weich an, aber auch leicht klebrig vom Salz. Deshalb duschen wir uns direkt am Auto ab.

    Am Abend stehen wir etwas oberhalb mit Blick über das Tote Meer bis nach Israel. In der Ferne liegt Jerusalem und etwas südlicher Bethlehem. Genau dort sehen wir später einen hellen Stern am Himmel. Für Marie singen wir das Lied "Stern über Bethlehem". Dieser Moment bleibt uns besonders in Erinnerung.

    Später klopft es an der Tür. Ein Soldat bittet um ein Ladekabel und 12V Adapter für sein Handy. Wir helfen ihm gerne. Am nächsten Morgen ist das Militärfahrzeug verschwunden und unser Kabel leider auch. Ärgerlich!

    Wir frühstücken noch in Ruhe mit Blick über das Meer. Regina macht ein wenig Sport in der Morgensonne. Dann fahren wir weiter in den nächsten Abschnitt unserer Reise.
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  • Petra - Ein kulturelles Erbe

    Mar 29–31 in Jordan ⋅ 🌬 15 °C

    Um nach Petra zu gelangen, fahren wir stetig bergauf. Die Straße windet sich höher und höher, bis wir schließlich über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel erreichen. Petra liegt bewusst versteckt in den Bergen. Vor mehr als 2.000 Jahren errichteten die Nabatäer hier ihre Stadt, geschützt zwischen Felsen und ideal gelegen an wichtigen Handelsrouten für Weihrauch, Gewürze und Seide. Mit ausgeklügelten Wasserleitungen schufen sie mitten in der Wüste eine blühende Metropole.

    Am Nachmittag parken wir unser Auto und erkunden nur kurz die Umgebung. Rein wollen wir erst am nächsten Tag. Leslie und Jerome sowie die französische Familie sind bereits unterwegs in Petra. Abends treffen wir uns alle wieder, sitzen noch zusammen und unterhalten uns, bevor es schnell kühl wird und jeder sich in seinen Camper zurückzieht.

    Am nächsten Morgen starten wir entspannt. Der Weg führt durch den Siq, eine schmale Felsschlucht mit hohen Wänden, bis sich plötzlich der Blick öffnet und die Treasury erscheint. Die Schatzkammer ist beeindruckend, direkt in den Felsen gemeißelt. Es ist fast Menschenleer, aufgrund der aktuellen Situation. Das ist wahrscheinlich einmalig. Trotz dicker Jacken friert Regina bei etwa 12 Grad ständig, denn die Sonne zeigt sich nicht.

    Wir erkunden weiter Petra, laufen zu den Königsgräbern, schauen in Höhlen und klettern über Felsen. Für Marie ist alles ein riesiger Abenteuerspielplatz. Später treffen wir die französische Familie bei Tarek, einem Beduinen der ein kleines Lokal betreibt. Bei Tee und späterem Mittagessen erzählt er von seinem Leben und von Jordanien. Als Regen einsetzt, sitzen wir alle gemeinsam im Trockenen, trinken Tee und unterhalten uns.

    Der Rückweg wird für Marie schließlich anstrengend. Ein Reiter bietet Hilfe an, und so reiten Regina und Marie gemeinsam zurück, während Jens läuft. Kurz vor dem Auto beginnt es wieder zu regnen, und wir machen es uns am Abend im Camper gemütlich.

    Am nächsten Morgen starten wir unsere zweite Petra-Tour über den Hintereingang. Nach etwas Wartezeit bringt uns ein Shuttle nach Little Petra und ein 4x4 weiter zum Startpunkt der Wanderung. Der Weg zum Kloster ist anstrengend, doch Regina malt unterwegs kleine Pfeile und Nachrichten auf Steine, damit Marie motiviert bleibt. Die Idee funktioniert perfekt.

    Nach etwa anderthalb Stunden erreichen wir die Monastery. Sie ist noch größer als die Schatzkammer, wirkt gewaltig und ist fast menschenleer. Nur eine weitere deutsche Familie ist dort. Ein besonderer Moment, denn normalerweise ist Petra hier voller Besucher.

    Bei Sonnenschein steigen wir später die vielen Stufen hinunter, sammeln bunte Steine, besuchen weitere Ruinen und treffen unterwegs sogar bekannte Gesichter wieder. Noch einmal sitzen wir bei Tarek, trinken Kaffee mit der deutschen Familie, während Marie mit den Kindern spielt.

    Am Ende läuft Marie den gesamten Rückweg allein durch ganz Petra und wieder durch den Siq bis zum Ausgang. Müde, aber glücklich erreichen wir das Auto. Petra beeindruckt uns nicht nur durch seine Bauwerke, sondern vor allem durch seine Atmosphäre, die Begegnungen und das Gefühl, an einem ganz besonderen Ort gewesen zu sein.
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  • Wadi Rum

    March 27 in Jordan ⋅ ☀️ 12 °C

    In Akaba werden wir morgens vom Regen geweckt. Es schüttet in Strömen. Eigentlich wollten wir noch einen Tag bleiben, doch die Vorhersage verspricht ab morgen wieder Sonne. Also beschließen wir spontan, schon heute Richtung Wadi Rum aufzubrechen und erst am nächsten Tag in die Wüste hineinzufahren.

    Vor der Abfahrt füllen wir noch schnell Gas an einer etwas dubios wirkenden Gastankstelle auf. Ganz geheuer ist uns das nicht, aber es funktioniert. Dann geht es los, und unterwegs staunen wir nicht schlecht. Überall stehen riesige Pfützen, Wasser läuft aus den Bergen, und die sonst trockene Landschaft wirkt plötzlich völlig verändert.

    Am Rand von Wadi Rum suchen wir zunächst einen Schlafplatz nahe der Berge. Eine Stunde später kommten Jerome und Leslie vorbei und zeigt uns, dass sich direkt neben uns ein kleiner Fluss gebildet hat. Das Wasser kommt plötzlich aus den Bergen herunter, also packen wir schnell zusammen und suchen weiter. Der nächste Spot überzeugt auch nicht, deshalb fahren wir schließlich zu einem Camp, in dem bereits die französische Familie steht. Dort können wir uns unterstellen, Tee trinken und verbringen gemeinsam einen gemütlichen Abend. Am nächsten Morgen frühstücken wir hier noch zusammen.

    Danach fährt jeder für sich ins Wadi Rum hinein, denn das Gebiet ist riesig. Wir lassen die Luft auf etwa 1,5 Bar ab und fahren los. Gewaltige Felsen, roter Sand und Dünen wechseln sich ab, eine beeindruckende Landschaft. Gleich am ersten Tag besuchen wir zusammen das Lawrence House, eine bekannte Ruine mitten in der Wüste. Rocky meistert die Fahrten über Sand und Dünen erstaunlich gut und schnell entscheiden wir, eine Nacht hier draußen zu bleiben.

    Unterwegs treffen wir die französische Familie immer wieder, machen gemeinsam Kaffeepause und entdecken sogar einen festgefahrenen Pick-up. Helfen können wir leider nicht selbst, finden aber ein anderes Fahrzeug, das unterstützt. Am Abend suchen wir uns einen ruhigen Platz zwischen den Felsen. Marie klettert begeistert herum, und die Nacht ist unglaublich still und friedlich.

    Am nächsten Morgen macht Regina etwas Frühsport, wir trinken Kaffee und fahren langsam wieder hinaus. Einmal bleiben wir in einer schrägen Düne kurz stecken, kommen aber mit etwas Luft ablassen und vorsichtigem Manövrieren wieder frei. Nach etwa anderthalb Stunden erreichen wir schließlich den Ausgang.

    Wadi Rum begeistert uns sehr, eine riesige, ruhige Landschaft mit unendlich viel Platz zum Entdecken, Klettern und Staunen. Ein Ort, an dem man problemlos noch länger bleiben könnte.
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  • Jordanien beginnt: Ankunft in Aqaba

    Mar 24–27 in Jordan ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir kommen mittags an der Grenze nach Jordanien an. Die saudische Seite geht überraschend schnell. Wir bleiben im Auto sitzen, werden ausgestempelt und können direkt weiterfahren – unkompliziert und völlig problemlos. Nach den letzten Grenzerfahrungen fühlt sich das fast ungewohnt einfach an.

    Auf der jordanischen Seite läuft es deutlich gründlicher ab. Das Auto wird inspiziert und wir müssen aussteigen. Direkt sorgt unsere Machete für Aufmerksamkeit. Es entsteht eine längere Diskussion darüber, ob sie als Werkzeug oder als Waffe gilt. Nach einigem Hin und Her bekommen wir sie schließlich als Werkzeug durch. Immer wieder werden wir außerdem nach Kameras und Drohnen gefragt, was wir verneinen. Danach fahren wir durch den Scanner, müssen warten und merken schnell, hier dauert alles etwas länger. Gerade ist Mittagspause, also warten Regina und Marie draußen, während wir Schritt für Schritt von Schalter zu Schalter geschickt werden.

    Wir denken schon, wir seien fertig, fahren zum Ausgang – und müssen dann doch wieder zurücksetzen. Also nochmal zur Customs, eine Versicherung abschließen, wieder abstempeln lassen und erneut warten. Insgesamt verbringen wir gut zwei Stunden an der jordanischen Grenze. Positiv überrascht sind wir, dass wir für Marie kein Visum bezahlen müssen. Unser Jordan Pass wird gar nicht kontrolliert. Der Jordan Pass kann vorher online beantragt werden und beinhaltet das Visum sowie viele Sehenswürdigkeiten, darunter auch Petra, allerdings nur für Erwachsene. Zahlen müssen wir am Ende rund 125 Euro für die Fahrzeugversicherung zahlen.

    Endlich sind wir durch und offiziell in Jordanien. Eine SIM-Karte holen wir an der Grenze nicht, also fahren wir erstmal ohne Internet in Richtung Akaba. Südlich der Stadt finden wir einen Strand und machen dort Pause. Die Sonne scheint, aber das Wasser ist uns zum Schwimmen noch zu kalt. Eigentlich ist der Platz als Camping ausgewiesen, wirkt aber etwas seltsam, trotzdem bleiben wir dort über Nacht.

    Schon die ersten Eindrücke zeigen, wie anders Jordanien im Vergleich zu Saudi-Arabien ist. Es wirkt deutlich touristischer, mit Hotels, kleinen Einkaufszentren und Freizeitanlagen. Auch die Menschen sind moderner gekleidet – viele tragen Jeans und Pullover statt traditioneller Gewänder. Alles fühlt sich offener und internationaler an.

    Die Nacht wird allerdings unruhig. Immer wieder hören wir Flugzeuge und entfernte Geräusche aus Richtung der israelischen Grenze. Am Himmel sehen wir Leuchtkörper aufsteigen, was ein mulmiges Gefühl hinterlässt. Zusätzlich setzen sich nachts noch Leute in unsere Nähe, rauchen Shisha und unterhalten sich laut bis etwa zwei Uhr morgens. Schlaf gibt es nur wenig.

    Am nächsten Morgen treffen wir zufällig Jerome und Leslie, die uns entdeckt haben und schnorcheln gehen wollen. Das passt perfekt, denn auch wir wollen ins Wasser. Gemeinsam schwimmen wir zu einem versunkenen Panzer hinaus. Ein ziemlich surrealer Anblick. Das Kanonenrohr ist noch gut zu erkennen, Fische schwimmen überall um uns herum. Marie schaut immer wieder neugierig durch die Schnorchelbrille und ist völlig begeistert. Das Rote Meer bei Akaba zeigt sich von seiner schönsten Seite.

    Wir bleiben noch in der Gegend, gehen später ein zweites Mal schnorcheln und übernachten anschließend gemeinsam mit Jerome und Leslie an einem ruhigeren Platz weiter im Süden. Eine SIM-Karte haben wir immer noch nicht, deshalb fahren wir am nächsten Tag nach Akaba, um uns endlich Internet zu besorgen. Doch weil wir vorher nochmal schnorcheln gehen, kommen wir zu spät. Die Geschäfte haben bereits geschlossen. Man schickt uns noch zu einem anderen Laden, doch auch der ist bei unserer Ankunft bereits geschlossen. Wir entscheiden uns spontan, direkt in Aqaba zu übernachten.

    Wir stehen zwischen Hotels, nur etwa zwei Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Auch hier hört man nachts immer wieder entfernte Geräusche und Einschläge, was ein Unwohlsein hinterlässt. Jens nutzt den Abend noch, um auf dem Asphaltplatz die Reifen zu tauschen, weil vorne rechts ein seltsames Geräusch aufgetreten ist.

    Am nächsten Morgen gehen wir direkt früh los und kaufen endlich eine SIM-Karte. Danach schauen wir uns Akaba etwas an. Die Stadt wirkt freundlich, touristisch und lebendig, mit vielen Geschäften. Anschließend fahren wir wieder zurück zu Leslie und Jerome ans Meer. Wir gehen erneut schnorcheln, Regina geht joggen, während Marie mit dem Fahrrad neben ihr herfährt, und wir genießen einfach den Moment.

    Jordanien gefällt uns schon jetzt richtig gut – offen, herzlich und mit einer beeindruckend schönen Unterwasserwelt am Roten Meer.
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  • Schnorcheln am letzten Tag in Saudi

    March 23 in Saudi Arabia ⋅ ☁️ 18 °C

    Bevor wir die Grenze übertreten, fahren wir noch einmal zu einem Schnorchelspot am Roten Meer in Saudi-Arabien. Der Platz soll besonders schön sein, doch leider liegt überall Müll herum, was die Freude etwas trübt. Am Nachmittag kommen wir an, genießen trotzdem die Ruhe und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

    Während es langsam dunkel wird, hören wir immer wieder entfernte Geräusche von Raketen, Drohnen und Detonationen auf der anderen Seite des Meeres. Israel ist nicht weit entfernt, und ein leicht mulmiges Gefühl bleibt. Später geht Jens noch einmal hinaus und ruft mich. Am Himmel schwebt ein intensiv blau leuchtendes Licht, das sich langsam verändert und nach einigen Minuten plötzlich verschwindet. Wahrscheinlich handelt es sich um ein atmosphärisches Leuchten durch Raketenabgase in großer Höhe, die vom Sonnenlicht angestrahlt werden und dadurch kurz geheimnisvoll aufleuchten.

    Am Abend werden wir schließlich vom Grenzschutz weggeschickt. Übernachten an der Küste ist hier nicht erlaubt. Also fahren wir ins Gebirge, finden zunächst keinen Empfang und schließen uns schließlich vier ungarischen Fahrzeugen an, die am Straßenrand stehen. Ein kurzes Gespräch, dann fallen wir alle müde ins Bett.

    Am nächsten Morgen sind sie schon weitergezogen. Wir fahren noch einmal zurück zum Schnorchelspot, doch wieder gibt es Diskussionen mit dem Grenzschutz. Erst sollen wir gehen, dann dürfen wir plötzlich doch bleiben. Die Regeln wirken wechselhaft und etwas rätselhaft.

    Nach dem Frühstück springt Jens ins Wasser und kommt begeistert zurück. Also gehen wir alle hinein. Jens und ich schnorcheln gemeinsam, während Marie auf ihrer Schwimmnudel zwischen uns durchs Wasser gezogen wird. Das Korallenriff ist wunderschön, die Fische bunt und lebendig, auch wenn Fischerleinen zwischen den Korallen hängen.

    Kaum sind wir wieder an Land, holt der Grenzschutz alle Badegäste aus dem Wasser. Offenbar ist Schwimmen nun doch nicht erlaubt. Wir hatten also Glück.

    Wir packen zusammen, verabschieden uns innerlich und fahren Richtung Grenze. Saudi-Arabien überrascht uns. Auf den Straßen fahren viele aggressiv und rücksichtslos, doch außerhalb der Autos erleben wir große Freundlichkeit und Gastfreundschaft, besonders gegenüber Familien mit Kindern. Das Land zeigt sich vielseitig: kühle Bergregionen mit grünen Landschaften ebenso wie heiße Küsten und Wüsten.

    Mit vielen Eindrücken sagen wir schließlich: Tschüss Saudi-Arabien. Ein spannendes, unerwartet vielfältiges Land – wäre da nicht die spürbare Unruhe im Nahen Osten.
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