• Reisefreude
Current
  • Reisefreude

Transafrika & Orient

Wir reisen von Deutschland entlang der Westroute Afrikas nach Südafrika und im Osten von Afrika in Richtung Norden. Danach geht es weiter auf der arabischen Halbinsel. Read more
  • Currently in
    🇹🇷 Soma, Türkei

    Zwischen Traum und Tourismus

    April 26 in Turkey ⋅ ☁️ 24 °C

    Die geschwungene Küstenstraße begleitet uns lange und wir genießen jeden Kilometer. Doch kurz vor Alanya verändert sich alles. Aus der ruhigen Straße wird eine breite, mehrspurige Trasse direkt am Meer. Das Grün verschwindet, stattdessen ragen Hotelanlagen in die Höhe. Ein Hotel folgt dem nächsten, verbunden durch Brücken zum Strand, der oft auf der anderen Seite der Straße liegt.

    Wir fragen uns, warum man so baut. Die Straße ist laut, schnell und ständig präsent. Die Idylle weicht Lärm und Hektik. Der Strand bleibt schön, verliert aber an Ruhe. Viele Hotels sind noch leer, vereinzelt sehen wir Einheimische, Touristen und auch immer mehr russische Urlauber. Nach einem kurzen Einkauf fahren wir weiter Richtung Antalya. Kilometerlang reiht sich eine Hotelanlage an die nächste. Es wirkt fast surreal.

    Zwischen Alanya und Side finden wir spät einen Platz direkt am Meer. Doch es ist laut, hell und unruhig. Musik, Autos und Licht lassen uns nur mäßig schlafen. Am nächsten Morgen sind wir froh, weiterzufahren.

    Vor Side entdecken wir einen Schotterplatz mit Blick auf die Stadt. Schnell kommen wir mit anderen Reisenden ins Gespräch. Eine Schweizer Familie mit ihrem kleinen Sohn Damian steht neben uns. Die Kinder verstehen sich sofort, spielen stundenlang zusammen. Am Abend grillen wir gemeinsam, probieren Künefe und genießen die Runde.

    Doch gegen 22 Uhr kommt die Polizei und schickt uns weiter. Also packen wir zusammen und fahren durch das beleuchtete Side zu einem neuen Platz. Dort treffen wir einen jungen Mann, der Hilfe beim Zeltaufbau braucht. Wir helfen ihm, geben ihm etwas zu essen und Decken. Seine Geschichte bleibt etwas rätselhaft, aber er ist freundlich und dankbar.

    Am nächsten Tag erkunden wir Side. Regina erkennt kaum etwas wieder, alles wirkt neu und touristisch, aber dennoch schön gestaltet. Danach fahren wir weiter zu einem Overlanderspot namens kleiner Hafen. Hier kehrt endlich wieder Ruhe ein. Kiefernwald, weiter Strand und eine entspannte Atmosphäre.

    Am Abend machen wir ein Feuer und kochen im gusseisernen Topf. Später sitzen wir zusammen, hören Musik und genießen die Stimmung. Die Kinder schlafen schon, während wir noch lange am Feuer sitzen und der Reihe um unsere Lieblingslieder hören.

    Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen. Die Kinder spielen noch einmal zusammen am Strand, bevor sich unsere Wege trennen. Und wieder nehmen wir ein Stück dieser Begegnungen mit auf unseren weiteren Weg.
    Read more

  • Unterwegs an der türkischen Küste

    April 20 in Turkey ⋅ ☀️ 20 °C

    Die türkische Küste liegt vor uns und wir staunen jeden Tag ein bisschen mehr. Wir entscheiden uns bewusst gegen die Berge. Dort ist es kälter und das Wetter unbeständiger. Dabei sehen wir vom Meer aus sogar schneebedeckte Gipfel im Inland. Dieses Zusammenspiel wirkt fast unwirklich. Doch uns zieht es jetzt ans Wasser. Wir wollen Sonne, Wärme und den Blick aufs Meer.

    Wir folgen der südlichen Küste von Osten nach Westen. Die Straßen führen entlang von Felsen und Buchten und hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neues Panorama. Das Mittelmeer liegt ruhig und tiefblau vor uns. Immer wieder halten wir an, gehen baden und genießen die Sonne. Das Wasser ist noch frisch, aber genau richtig, um sich abzukühlen.

    Nach den heftigen Regenfällen in Bezin fühlt sich das wie ein Neuanfang an. Die Tage sind heller und leichter. Wir besuchen auch eine Tropfsteinhöhle, die uns beeindruckt. Gleichzeitig merken wir, dass viele Sehenswürdigkeiten teuer sind, vor allem für Touristen. Deshalb wählen wir bewusst aus, was wir uns anschauen.

    Unterwegs reisen wir immer wieder gemeinsam mit Daniel und Aline. Es ist ein entspanntes Miteinander. Morgens ziehen wir los, erkunden etwas und suchen Plätze. Am Nachmittag treffen wir uns wieder, verbringen den Abend zusammen, machen Feuer oder Grillen. Diese einfachen Momente machen die Reise besonders.

    An einem Strand bleiben wir zwei Tage. Regina und Jens gehen ins Wasser, die Kinder spielen. Marie freundet sich mit einem türkischen Jungen an. Sie sprechen keine gemeinsame Sprache und verstehen sich trotzdem. Regina unterhält sich mit der Mutter. Sie erzählt vom Leben hier, von steigenden Preisen und davon, wie schwierig es geworden ist, nach Deutschland zu gehen. Es sind ehrliche Gespräche, die nachwirken.

    Später finden wir ganz im Süden der Türkei einen Stellplatz direkt am Meer. Hier stehen mehrere Overlander. Wir begrüßen uns, kommen schnell ins Gespräch und tauschen Geschichten aus. Ein Paar kennen wir sogar aus dem Oman wieder. Wir treffen auch Evelyn und Frank mit ihrem Hund Eddy. Marie ist sofort begeistert und spielt mit ihm. Nach und nach entsteht eine kleine Gemeinschaft am Strand.

    Am Nachmittag setzt ein starker thermischer Wind ein. Er bläst kräftig und in Böen, alles muss festgehalten werden. Trotzdem ziehen wir unseren Plan durch und kochen Gulasch im gusseisernen Topf über dem Feuer. Jens kümmert sich ums Feuer, es dauert eine Weile, aber am Ende schmeckt es richtig gut. Dazu gibt es Kartoffeln und Rotkohl und wir genießen gemeinsam das Essen.

    Kitesurfen ist später wegen des unbeständigen Winds nicht mehr möglich, obwohl Jens am Vormittag noch gute Bedingungen hatte. Wir bleiben zwei Tage hier und genießen die Zeit.

    In der Region werden viele Erdbeeren und Bananen angebaut. Überall sehen wir Gewächshäuser und Felder. Wir kaufen frische Früchte direkt vor Ort. Sie sind reif, süß und schmecken besonders gut. Ein kleiner Luxus, über den wir uns sehr freuen.
    Read more

  • Mit Brummen bis Mersin

    April 14 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C

    Wir fahren weiter die Küste entlang Richtung Mersin. Hier am Meer ist es deutlich wärmer als im Landesinneren, wo sogar Schnee auf den Bergen liegt und schlechtes Wetter angekündigt ist. Unterwegs regnet es immer wieder, doch wir bleiben an der Küste.

    Seit einigen tausend Kilometern begleitet und ein brummendes Radlager vorne rechts. Eigentlich hören wir das Geräusch schon seit Saudi Arabia. In Jordan haben wir kein passendes Ersatzteil bekommen und hoffen lange, dass das Lager bis in die Turkey durchhält. Und es schafft es tatsächlich.

    Vorher verbringen wir noch schöne Tage mit Daniel und Aline bei Suleiman, einem unglaublich gastfreundlichen Paraglide-Lehrer, der in einem selbst ausgebauten Reisebus lebt. Er bietet uns Kaffee an, hilft uns bei der Bestellung des Ersatzteils, bringt uns am Abend türkische Eiscreme und lässt uns sogar unsere Wäsche bei sich waschen. Sein Freund in Mersin nimmt das Ersatzteil für uns entgegen, da wir ohnehin dorthin fahren wollen. Als Highlight wirft eine eine kleine Drohne 2 Magnumeis in unseren Schoß. Der Pilot kommt wenig später zu uns und unterhält sich freundlich mit uns. Er nutzt die Videoaufnahmen für Social Media.

    Wir verabschieden uns herzlich und legen noch einen Zwischenstopp an einem Strand ein. Dort treffen Daniel und Aline wieder zu uns. Marie spielt auf einem schönen Spielplatz mit anderen Kindern, wir entdecken Babykatzen, machen abends Feuer und backen Stockbrot. Tagsüber gehen wir mit dem Stand-up-Paddle aufs Wasser.

    Dann fahren wir weiter nach Mersin. Zuerst holen wir das Ersatzteil bei Suleimans Freund ab, wieder begleitet von großer Herzlichkeit. Danach geht es direkt in eine auf Mercedes Sprinter spezialisierte Werkstatt, die Jens online gefunden hat. Freitagnachmittag um 15 Uhr kommen wir an und werden sofort drangenommen.

    Das neue Radlager wird eingebaut, dazu werden weitere Arbeiten erledigt, und obwohl drumherum längst alle Werkstätten schließen, arbeitet das Team bis halb acht abends weiter. Für den Radlagerwechsel, Motorölwechsel, Dieselfilterwechsel, Luftfilterwechsel, Hinterachsdifferenzialölwechsel inkl. Abdichten des Deckels, zahlen wir nur rund 140 Euro, worin lediglich 28 Euro Arbeitslohn enthalten sind. Nicht enthalten sind das selbst gekaufte Radlager 100 Euro und das Motoröl 70 Euro. Bei diesen Preisen macht der Werkstattbesuch regelrecht spaß.

    Während es draußen ununterbrochen regnet, warten Marie und ich die ganze Zeit im Auto. Nach der Reparatur fahren wir nur noch an einen Parkplatz am Meer. Müde von diesem langen Tag, mit dem Gefühl, ein großes Thema endlich gelöst zu haben, fallen wir direkt am Wasser einfach nur noch ins Bett.

    Read more

  • Geschafft, die Last fällt ab!

    April 12 in Turkey ⋅ ☀️ 15 °C

    Wir sind in der Türkei und können unser Glück kaum fassen. Als wir morgens aufwachen, fühlt sich alles noch unwirklich an. In der Nacht hat es heftig gedonnert und gewittert, doch wir haben tief geschlafen. Die Erleichterung ist riesig. Es ist, als wäre eine große Last von uns abgefallen. Endlich sind wir hier und fühlen uns so richtig sicher.

    Am Morgen regnet es leicht, aber wir lachen und freuen uns einfach, dass wir es geschafft haben. Die letzten Tage waren intensiv und voller Anspannung. Marie hat unsere Unruhe natürlich gespürt und manchmal waren wir schneller gereizt, als wir es wollten. Umso mehr nehmen wir uns jetzt vor, diese Zeit bewusst zu genießen.

    Wir fahren in die nächste Stadt, um Internet zu besorgen, und verabschieden uns vorher von Jessie und Frank, die Richtung Georgien weiterreisen während wir an die Küste wollen.

    Erstmal fahren wir in die Berge, essen etwas und gönnen uns ein großes Eis. Die Region rund um Hatay begeistert uns sofort. Die Landschaft ist beeindruckend und die Menschen sind unglaublich freundlich. Wir besuchen den Moses Tree und treffen unterwegs bekannte Gesichter wieder.

    Am Strand finden wir einen schönen Stellplatz. Das Wasser ist noch kühl, aber Marie spielt glücklich im Sand. Am Abend kommen auch die Dresdner Daniel und Aline mit ihrem VW T4 Gespann an, mit denen wir gemeinsam durch Syrien gereist sind. Zusammen sitzen wir am Strand und genießen die Ruhe.

    Wir verbringen hier noch zwei wunderbare Tage. Marie fährt Fahrrad und Roller, wir gehen joggen und lassen alles langsam auf uns wirken. Immer wieder werden wir von Einheimischen auf Deutsch angesprochen, bekommen Tipps, Hilfe oder kleine Geschenke. Diese Herzlichkeit berührt uns sehr. Wir fühlen uns willkommen und genießen jeden Moment in der Türkei.
    Read more

  • Durch die rote Zone - Syrien

    April 11 in Syria ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir stehen auf einem staubigen Platz irgendwo im Norden von Jordanien, nur eine halbe Stunde von der Grenze zu Syrien entfernt. Die Sonne steht noch hoch, als wir Jessie und Frank in ihrem gelben Sprinter treffen. Kurz darauf kommen auch Daniel und Aline mit ihrem T4 und dem Anhänger an. Wir begrüßen uns wie alte Freunde, obwohl wir uns erst seit kurzer Zeit kennen. Diese Gemeinschaft unter Reisenden fühlt sich sofort vertraut an.

    Wir haben uns vorbereitet. Wir haben mit Botschaften gesprochen, wir haben recherchiert, wir haben diskutiert. Alle offiziellen Grenzübergänge Richtung Türkei sind geschlossen. Doch in den Reisegruppen kursiert eine Information. Ganz im Norden, im Westen Syriens, gibt es einen Übergang namens Bab al-Hawa. Eigentlich ist er nicht für internationale Reisende gedacht, sondern nur für Syrer und Türken. Für uns Overlander ist er offiziell keine Option. Und trotzdem klammern wir uns an diese eine Möglichkeit.

    Unsere Freunde, Camille, Mathieu und ihre beiden Kinder sind nun nach Syrien eingereist und versuchen auf diesem Weg in die Türkei zu gelangen. Wir warten auf ihr Zeichen. Lassen die Türken sie hinein oder nicht?

    Am späten Nachmittag kommt endlich die Nachricht. Sie haben es geschafft. Sie sind durch. Sie sind in der Türkei. Es bricht Erleichterung und Hoffnung aus. Wir entscheiden gemeinsam, noch hier zu schlafen und am nächsten Morgen früh aufzubrechen, um die Strecke an einem Tag durchzufahren. Eine demokratische Entscheidung, auch wenn Regina am liebsten sofort losgefahren wäre. Hinzu kommt, dass der Anhänger von Aline und Daniel repariert werden muss. Die Deichsel ist gebrochen. Ein freundlicher Anwohner aus dem angrenzenden kleinen Dorf hat angeboten die gebrochene Deichsel zu schweißen. Eine Bezahlung lehnt er ab. Der Anhänger ist am späten Abend wieder einsatzbereit. Wahnsinn diese Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Jordanier. Ein paar Jugendliche aus dem Dorf kommen vorbei und Marie und Jens spielen etwas Fußball mit ihnen. Natürlich werden wieder viele Fotos gemacht.

    Regina schläft unruhig. Die Gedanken kreisen. Was, wenn es bei uns nicht klappt. Jens schläft gut und ist am Morgen fit für die Fahrt ins ungewisse.

    Um 7 Uhr stehen wir auf und trinken noch rasch Tee, Kaffee und Milch. Um acht Uhr fahren wir in Kolonne los. Die Sonne steht tief, die Luft ist kühl.

    Die Einreise nach Syrien verläuft überraschend ruhig. Nach etwa zwei Stunden sind wir durch. Wir trennen uns für die Fahrt durch Syrien, weil die anderen beiden nur 70 bis 80 Kmh fahren. Wir wollen hingegen Strecke machen und heute noch in die 500 km entfernte Türkei einreisen.

    Die Straßen sind besser als erwartet. Mal breit und dreispurig, mal enger, aber gut befahrbar. Wir fahren durch Damaskus. Es ist voller Verkehr, aber alles wirkt geordnet. Menschen winken uns zu. Und dann sehen wir sie, die vom Krieg zerstörten Häuser. Ganze Stadteile liegen in Trümmern. Es trifft uns mit voller Wucht. Dieses Land ist wunderschön und gleichzeitig so gezeichnet. Die sichtbaren Kriegsschäden in Damaskus stammen vor allem aus dem syrischen Bürgerkrieg, der 2011 begann. Bombardierungen, Häuserkämpfe und jahrelange Belagerungen haben viele Viertel zerstört. Bis heute sind die Spuren des Krieges in der Stadt deutlich zu sehen.

    Checkpoints tauchen immer wieder auf. Bewaffnete Personen stehen am Straßenrand. Doch wir werden einfach durchgewunken. Kein Problem. Kein Stress. Wir fahren weiter, immer weiter nach Norden.

    Die Landschaft überrascht uns. Alles ist grün. Hügel ziehen sich bis zum Horizont. Und dann sehen wir sogar einen schneebedeckten Berg. Es ist kaum zu glauben, wie schön dieses Land ist.

    Nach fünf Stunden erreichen wir die Grenze bei Bab al-Hawa. Die Anspannung steigt sofort wieder. Zuerst läuft alles gut. Pässe werden kontrolliert, wir warten ein wenig, dann geht es weiter. Doch dann beginnt das Chaos.

    Am Customs-Schalter heißt es plötzlich, wir hätten bei der Einreise nicht für das Auto bezahlt. Dabei haben wir Quittungen. Wir sind sicher, dass alles korrekt ist. Doch die Beamten sprechen kein Englisch. Wir kein Arabisch. Alles läuft über Übersetzer-Apps. Es dauert ewig. Missverständnisse entstehen.

    Immer wieder zeigen sie uns ein Video. Doch es ist das falsche. Es zeigt die Bezahlung des Visums, nicht die fürs Auto. Die Situation wird zunehmend nervenaufreibend. Jens diskutiert, erklärt, wird lauter. Wir sind erschöpft. Zwischenzeitlich kommen unsere Freunde an der Grenze an. Wir freuen uns, dass sie es heute noch hierher geschafft haben.

    Nach stundenlangen Warten und diskutieren wird klar, was passiert ist. Beim Bezahlen zuvor ist etwas durcheinandergeraten. Wir mussten nämlich für die Visa 120 Dollar zahlen. Es stellte sich heraus, dass davon aber 100 Dollar vom Kassierer waren und nicht aus Jens Brieftasche. Die hat sich der Kassierer als er es dann bemerkte vom Zoll zurück geholt, wo wir 100 Dollar für das Auto gezahlt hatten. Daraufhin wurde im System vermerkt, dass für das Fahrzeug nicht gezahlt wurde. Nachdem das Missverständnis nach Stunden aus dem Weg geräumt wurde, zahlt Jens schließlich die 100 Dollar. Wir wollen einfach nur weiter. Denn der knifflige Teil, die türkische Grenze, liegt noch vor uns.

    Dort warten Jessie und Frank und Daniel und Aline schon. Doch auch hier heißt es erst einmal warten. Eine Stunde lang zittern wir. Dann kommt die Entscheidung. Wir dürfen einreisen.

    Die Prozedur ist streng. Fingerabdrücke werden genommen. Jeder Finger einzeln, gedreht, mehrfach gescannt. Fotos von vorne und von beiden Seiten. Danach bekommen wir den Stempel bei der Polizei. Weiter zu Customs. Es geht schnell. Ein kurzer Blick ins Auto, dann dürfen wir weiter.

    Doch nicht alle haben Glück. Daniel und Aline bleiben zurück. Die türkischen Behörden erlauben nur ein Fahrzeug pro Person. Ihr Auto und das Motorrad sind auf eine Person registriert. Ein Problem, das sich nicht sofort lösen lässt. Schweren Herzens verabschieden wir uns.

    Es ist spät geworden. Es ist dunkel. Wir fahren zu einem ruhigen Platz in der Nähe. Ein kleiner Spielplatz. Ein Gewitter zieht auf. Blitze zucken am Himmel.

    Wir legen uns ins Bett. Müde, erschöpft, aber erleichtert. Wir haben es geschafft. Wir sind in der Türkei.🇹🇷
    Read more

  • Warten in Amman

    Apr 8–10 in Jordan ⋅ ⛅ 15 °C

    Wir warten in Amman und verfolgen im Minutentakt jede neue Information. Das Handy ist ständig in der Hand, WhatsApp immer offen. Wir recherchieren, tauschen uns aus und prüfen jede Möglichkeit. In unserer Gruppe sind etwa 40 Menschen mit rund 30 Fahrzeugen. Ein pausenloses hin und her der Idee und ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Verschiffen bleibt eine Option, aber eine schwierige. Von Akaba und Jeddah aus geht es nur im Container. Aufgrund des Iran-Kriegs sind die Preise hoch. Für einige fällt die Verschiffungsoption ganz weg, da es keine ausreichend großen Container gibt. Mit Hunden zu fliegen ist für Jessie und Frank kaum machbar. Und einfach ausfliegen und das Auto stehen lassen ist wegen der Visabestimmungen schwierig. In Jordanien bleiben 30 Tage, in Saudi-Arabien 90 aber danach muss das Fahrzeug raus.

    Als Plan B steht Oman im Raum, wo man Fahrzeuge länger abstellen kann. Aber das bedeutet 3000 Kilometer Fahrt zurück. Noch hoffen wir auf eine Lösung hier.

    Da Marie in den letzten Tagen viel mit- und durchmachen musste, besuchen wir heute das Kindermuseum in Amman. Es gibt viel zu erkunden und zu erforschen. Marie ist ganz aus dem Häuschen. Alles möchte sie sehen und erleben. Es ist wirklich toll!

    Aber auch ein Werkstattbesuch steht mal wieder an. Wir wollen ein Radlager wechseln lassen und die Turbo-Ladeluftleitungen auf Dichtigkeit prüfen lassen, da wir immer noch das Problem mit dem Leistungsverlust haben. Leider ohne Erfolg, aber mit viel Engagement. Das Radlager kann die Sprinter Werkstatt nicht beschaffen und mit die mit dem Turbo ist nach ausgiebiger Analyse alles in Ordnung. Es scheint also nur an minderwertigen Diesel zu liegen. Als deutsche Reisefamilie sind wir und vor allem Marie die Attraktion des Tages. Zum Schluss machen wir mit dem gesamten Team noch einem gemeinsames Foto.

    Auf dem schönen Übernachtungsplatz spielen wir eine Runde Fußball mit der französischen Familie und machen uns einen schönen Abend.

    Am nächsten Vormittag besuchen wir die Zitadelle von Amman und genießen den blick über die Stadt. Im Römische Theater von Amman stehen wir zwischen den steilen Rängen und spüren die Zeit, die hier vergangen ist.

    Wir nutzen die Tage, bleiben bereit und dann zeichnet sich tatsächlich eine Möglichkeit ab.
    Read more

  • Ostern in Jordanien

    April 6 in Jordan ⋅ ⛅ 19 °C

    Es ist Ostersonntag. Marie fragt immer wieder, wann denn endlich Ostern ist. Wir entscheiden, es heute nicht zu feiern. Wir sind zu aufgewühlt, zu müde und der Platz hier ist völlig vermüllt. Es fühlt sich nicht richtig an. Also vertrösten wir sie auf einen anderen Tag. Sie weiß ja noch nicht, welcher Wochentag ist.

    Ein deutsches Reisepärchen kommt mit ihrem gelben Sprinter-Van und ihren 2 Hunden vorbei. Wir unterhalten uns und erählen von unseren letzten Grenzerfahrungen. Jessie und Frank wollen es dennoch versuchen die Grenze in den Irak alleine zu überqueren. Wir bleiben in der Stadt mit Jerome und Leslie und warten ab.

    Spät in die Nacht kommt die Nachricht, dass sie es nicht in den Irak geschafft haben. Niemand kommt aktuell durch den Irak und keiner weiß, wann sich das ändern wird.

    Das Gefühl ist mulmig. Es gibt kaum Optionen. In WhatsApp Gruppen tauschen sich die betroffenen Overlander aus. Jeder recherchiert, manche fahren zu ihren Botschaften. Hilfe bekommt niemand. Wir ziehen in Erwägung unseren Sprinter von Akaba aus in einem Container zu Verschiffen.

    Am nächsten Tag fahren wir weiter zu einem ruhigen Platz, wo wir Jessie und Frank mit ihren Hunden und ihrem gelben Sprinter treffen. Dort holen wir dann endlich die Ostereiersuche für Marie nach. Mitten in einem weiten Stein- Vulkanfeld sind kleine Körbchen versteckt. Jens hat den Osterhasen in der Ferne weghoppeln sehen und tatsächlich ist er auch zu ihr gekommen. Es ist schön zu sehen, wie Marie sie aufgeregt sucht und sich darüber freut dass der Osterhase sie sogar hier in der Wüste gefunden hat.

    Dann fahren wir weiter in Richtung Amman der Hauptstadt Jordaniens. Unterwegs spricht Jens noch einen Autotransporterfahrer an, um herauszufinden ob wir unsere Reisemobile per LKW durch den Irak transportieren lassen können. Der Fahrer hat einen Verwandten in Deutschland mit dem wir telefonieren. Vielleicht ergibt sich eine Chance.

    Mit vielen Gedanken im Kopf fahren wir weiter nach Amman und überlegen dort, wie es weitergeht.
    Read more

  • You no go Irak

    Apr 4–5 in Jordan ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir sind aufgeregt, denn heute steht der wichtigste Grenzgang unser Reise bevor. Durch den Krieg zwischen USA, Israel und dem Iran ist die Sicherheitslage im mittleren Osten sehr angespannt. Das drückt auf unsere Stimmung und der Weg hier raus führt uns durch den Irak, dessen Sicherheitslage sich zunehmend verschlechtert.

    Trotz des nächtlichen Verhörs durch das Militär sind wir recht früh wach und fühlen uns wie überfahren. Der Plan steht. Wir wollen heute in den Irak einreisen, solange es noch möglich ist. Nach einem langsamen Start fahren wir gegen elf Uhr los und erreichen kurz nach zwölf die Grenze.

    Die Ausreise aus Jordanien läuft erstaunlich schnell. Ein Helfer unterstützt uns beim Bezahlen, der Zoll schaut kurz ins Auto, dann sind wir schon durch. Die Erleichterung ist groß. Auf der irakischen Seite beginnt das Warten. Ein Spürhund kontrolliert die Autos, dann geben wir unsere Pässe ab. Es zieht sich.

    Wir werden hin und her geschickt. Zum Zoll zur Bearbeitung der Fahrzeug-Zollpapiere, zurück zur Immigration, zwischendurch müssen wir eine Versicherung kaufen und Geld wechseln. Englisch spricht kaum jemand, wir verständigen uns per Übersetzungsapp. Die Stunden vergehen. Wir warten, kochen uns etwas und trinken Kaffee. Um uns herum geht alles schnell, nur wir stehen still.

    Dann kommt plötzlich Unruhe auf. Ein Beamter bringst uns nach draußen. Er hat aber nur einen Teil der Pässe und ein Schreiben dabei. Unsere Pässe fehlen. Die Franzosen müssen folgen, wir bleiben verständnislos zurück.

    Wir warten weiter. Immer wieder fragen wir nach unseren Pässen und werden immer wieder vertröstet. Es wird dunkel, die Grenze ist menschenleer. Irgendwann reicht es uns. Regina geht zu den Beamten ins Büro hinein. Sie sitzen da, rauchen und genießen die Zeit. Wir fühlen uns nicht ernst genommen und bestehen nachdrücklich darauf, unsere Pässe zurückzubekommen. Wir stressen herum und geben nicht nach.

    Schließlich die Bestätigung durch den Beamten. Er spricht "You no go Iraq!" und Wiederholt es nachdrücklich. Ein Beamter bringt uns später zu unseren Freunden. Wo wir etwas zu essen bekommen haben. Es ist inzwischen 21 Uhr. Wir sind seit 9 Stunden hier und haben unsere Passports immer noch nicht zurück. Marie ist fertig, wir sind fertig. Total KO fällt Marie ins Bett. Jens schläft auch ein wenig.

    Um 23:30 Uhr klopft es dann am Sprinter. Wir müssen los. Wir werden alle zusammen zur jordanischen Grenze eskortiert, welche für uns geöffnet wird. Alles wird noch einmal kontrolliert, wir müssen erneut bezahlen. Dann sind plötzlich wieder zurück in Jordanien. Zurück auf los, Müde und frustriert. Wir haben für die Irak Visa, Jordaniens Aus- und Einreise und die Versicherungen für den Irak und die Türkei ca. 550 Euro ausgegeben und sind nach 12 anstrengenden Stunden keinen Schritt weiter gekommen.

    Da wir nicht noch einmal im Grenzgebiet schlafen wollen, fahren wir noch eine Stunde durch die Nacht und kommen gegen 1 Uhr am Hotelparkplatz an. Wir fallen ins Bett und können kaum glauben, was passiert ist. Der Tag fühlt sich unwirklich an. Marie hat tapfer durchgehalten, doch die Anspannung steckt uns allen in den Knochen.

    Jetzt stehen wir wieder im Krisengebiet und müssen eine Alternative finden, um die arabische Halbinsel zu verlassen damit wir uns wieder sicher fühlen können.
    Read more

  • Abgeführt im Grenzgebiet

    April 3 in Jordan ⋅ ☀️ 17 °C

    Wir treffen uns mit Leslie und Jérôme sowie der französischen Familie auf einem Overlander-Wildcamp-Spot kurz vor der irakischen Grenze. Mehrere Reisende haben hier schon übernachtet, der Platz wirkt ruhig und unscheinbar. Gemeinsam verbringen wir unseren letzten Abend in Jordanien, sitzen lange zusammen, reden, lachen und bereiten uns innerlich auf den Grenzübertritt am nächsten Morgen vor. Gegen neun Uhr gehen wir schlafen, denn der nächste Tag soll früh beginnen.

    Kurz nachdem Marie und Regina im Bett liegen, hält plötzlich ein Militärtruck neben unseren Fahrzeugen. Soldaten steigen aus und bringen uns tatsächlich Getränke. Freundlich fragen sie, ob alles in Ordnung sei. Wir sind überrascht, fast amüsiert über diese Begegnung, und denken uns nichts weiter dabei, als sie wieder in der Dunkelheit verschwinden.

    Die Nacht wird still. Dann zerreißt plötzlich das Summen einer Drohne die Ruhe. Wenige Sekunden später folgt ein dumpfer Knall, eine Detonation irgendwo in der Nähe. Wir können das Geräusch nicht einordnen, versuchen weiterzuschlafen, doch ein ungutes Gefühl bleibt.

    Etwa eine Stunde später tauchen Scheinwerfer auf. Mehrere Militärfahrzeuge rollen auf den Platz, gepanzerte Wagen und Pickups voller Soldaten. Taschenlampen blenden uns, Stimmen werden laut, Ausweise verlangt. Die Stimmung kippt schlagartig. Nach langen Gesprächen nehmen sie unsere Pässe an sich und erklären, dass wir hier nicht bleiben dürfen. Es habe Drohnenangriffe gegeben, das Gebiet sei zu gefährlich. Wir müssen ihnen folgen. Sofort.

    Mitten in der Nacht fahren wir hinter dem Militärkonvoi her, rund achtzig Kilometer zurück in die Stadt zu einem Militärstützpunkt. Dort angekommen müssen wir aussteigen und werden in einen Raum mit Sofas gebracht. Unsere Handys dürfen wir nicht mehr benutzen, keine Fotos machen. Niemand erklärt uns, was passiert oder warum wir hier sind. Wir rufen die deutsche Botschaft und werden beschwichtigt.

    Die Stunden ziehen sich endlos. Jerome und Matthieu werden stundenlang vom Militärgeheimdienst befragt. Fragen über unsere Reise, unsere Herkunft, unsere Berufe, sogar über frühere Reisen. Wir müssen im Aufenthaltsraum abwarten, müde, angespannt und zunehmend verunsichert. Die Ungewissheit nagt an uns. Niemand sagt uns, wie lange das dauern wird. Wir machen es uns auf den Sofas gemütlich und versuchen etwas zu schlafen.

    Erst kurz nach fünf Uhr morgens geht plötzlich das Licht an. Unsere Pässe werden zurückgegeben. Keine Erklärung, keine weiteren Worte. Wir dürfen gehen.

    Um halb sechs fahren wir aus dem Militärgelände hinaus, erschöpft und still. Vermutlich wurden wir im Zusammenhang mit dem Drohnenangriff überprüft, sicher wissen wir es bis heute nicht.

    Wir erreichen ein Hotelparkplatz und fallen ins Bett, doch der Schlaf ist kurz und unruhig. Wir sind alle (außer Jens) sind gegen 9 Uhr auf und können noch immer kaum fassen, was in dieser Nacht passiert ist.
    Read more

  • Die Römer in Jerash

    April 3 in Jordan ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir fahren von Amman nach Jerash und besuchen dort die berühmte römische Stadt, die oft als eine der besterhaltenen antiken Städte außerhalb Italiens gilt. Dank unseres Jordan Pass kommen wir problemlos hinein. Vor dem Eingang treffen wir noch Jerome und Leslie, die bereits dort unterwegs waren und bald weiterfahren wollen. Wir dagegen nehmen uns Zeit und schlendern durch die weitläufige Anlage.

    Jerash war einst eine große und wohlhabende Stadt im Römischen Reich. Breite Säulenstraßen, Tempel, Plätze und Theater zeigen noch heute, wie bedeutend dieser Ort gewesen sein muss. Besonders beeindruckend ist das große Theater. Es ist erstaunlich gut erhalten, und an einer bestimmten Stelle auf der Bühne merkt man sofort, wie perfekt die Akustik funktioniert. Selbst leise Stimmen tragen mühelos bis in die obersten Reihen – faszinierend, was die Römer schon vor so vielen Jahrhunderten bauen konnten.

    Wir laufen durch die alten Straßen, vorbei am ehemaligen Markt und den Überresten des täglichen Lebens. Von Einheimischen erfahren wir sogar, dass bestimmte Steine unterschiedlich klingen, wenn man sie anschlägt – früher nutzte man das wohl auch als eine Art Alarmsignal. Während wir uns vorstellen, wie hier einst Menschen lebten, handelten und feierten, wirkt die antike Stadt plötzlich sehr lebendig.

    Marie ist heute allerdings nicht besonders gut drauf und möchte irgendwann nicht mehr laufen. Wir machen eine Pause, essen etwas und ruhen uns aus, bevor wir langsam zurück zum Auto gehen. Noch einmal schauen wir über die Ruinen, dann verlassen wir Jerash und fahren weiter Richtung Süden.
    Read more

  • Federreparatur in Amman

    April 1 in Jordan ⋅ ☁️ 18 °C

    Vom Toten Meer fahren wir bei regnerischem Wetter nach Amman, denn wir haben einiges zu erledigen. Neben Einkäufen steht erneut die Suche nach Ersatzteilen auf dem Programm. Inzwischen scherzen wir schon, dass das zu unseren neuen Lieblingsbeschäftigungen gehört.
    Der Anlass ist diesmal ernst. An der hinteren linken Blattfeder unseres Sprinters fehlt eine Federlage. Damit erklärt sich endlich, warum sich das Fahrzeug seit Uganda hinten links weicher angefühlt hat. Vermutlich war die Feder schon länger angebrochen und ist nun vollständig herausgebrochen.
    In Amman finden wir schnell eine Werkstatt mit Mercedes Erfahrung, die uns an einen spezialisierten Federbetrieb weitervermittelt. Dort geht dann alles erstaunlich schnell. Während mehrere Fahrzeuge gleichzeitig repariert werden, bauen die Mechaniker unser Federpaket aus, ersetzen die defekte Lage und stellen anschließend die Vorspannung mit einer alten Spezialmaschine neu ein. Zusätzlich wird auf der rechten Seite der lockere Zentrierbolzen nachgezogen.
    Nach nur etwa vierzig Minuten ist alles erledigt. Beim Bezahlen erleben wir eine große Überraschung. Der Werkstattchef erklärt uns per Übersetzer, dass wir Gäste in seinem Land seien und er deshalb nichts berechnen möchte. Stattdessen bekommen wir Tee, Kaffee und Marie sogar noch eine Tüte mit Süßigkeiten geschenkt.
    Wir fahren beeindruckt und sehr dankbar weiter. Diese Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft erleben wir nicht alle Tage.
    Read more

  • Schweben im Totes Meer

    March 31 in Jordan ⋅ ☀️ 21 °C

    Wir verlassen Petra und fahren weiter nach Norden. Die Landschaft wird weiter und ruhiger. Auf etwa 1600 Metern finden wir einen schönen Platz mit einem einfachen Shelter. Es ist deutlich kühler hier oben. Am Abend ziehen wir uns warm an und auch am Morgen ist es frisch. Doch sobald die Sonne aufgeht, wird alles angenehm warm und das Licht ist einfach wunderschön.

    Am nächsten Morgen fahren wir zur Kreuzritterburg Karak Castle. Die mächtige Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und war ein wichtiger Stützpunkt auf den Handelswegen zwischen Damaskus und Ägypten. Besonders bekannt wurde sie durch den Kreuzritter Reynald von Chatillon, bevor sie später von Sultan Saladin erobert wurde. Heute ist sie erstaunlich gut erhalten. Wir laufen durch dunkle Gänge, steigen Treppen hinauf und entdecken immer neue Räume. Für Marie ist es ein großes Abenteuer. Sie erkundet alles mit viel Neugier und hat richtig Spaß dabei.

    Danach geht es weiter zum Toten Meer. Wir finden einen Zugang, an dem man ins Wasser kann. Der Weg dorthin führt über einen steinigen Pfad hinunter zum Ufer. Dort sehen wir zuerst die helle Salzkruste, die sich über den Boden zieht. Man merkt schnell, dass sich das Tote Meer verändert. Der Wasserspiegel sinkt jedes Jahr um etwa einen Meter, weil viel Wasser entnommen wird und verdunstet.

    Im Wasser fühlt sich alles ganz anders an. Durch den extrem hohen Salzgehalt von etwa 30 Prozent kann man nicht untergehen. Man treibt einfach an der Oberfläche und muss ein wenig die Balance halten. Es ist ein sehr besonderes Gefühl. Wichtig ist, das Gesicht nicht ins Wasser zu bringen, denn das Salz brennt stark in den Augen.

    Marie probiert es vorsichtig aus und findet es zuerst lustig. Doch dann bekommt sie etwas Wasser in die Augen und es brennt sofort. Der Spaß ist schnell vorbei. Wir haben etwas Süßwasser dabei, aber es hilft nur begrenzt. Danach bleibt sie lieber draußen.

    Wir gehen noch einmal hinein und lassen uns treiben. Als wir wieder herauskommen, fühlt sich die Haut ganz weich an, aber auch leicht klebrig vom Salz. Deshalb duschen wir uns direkt am Auto ab.

    Am Abend stehen wir etwas oberhalb mit Blick über das Tote Meer bis nach Israel. In der Ferne liegt Jerusalem und etwas südlicher Bethlehem. Genau dort sehen wir später einen hellen Stern am Himmel. Für Marie singen wir das Lied "Stern über Bethlehem". Dieser Moment bleibt uns besonders in Erinnerung.

    Später klopft es an der Tür. Ein Soldat bittet um ein Ladekabel und 12V Adapter für sein Handy. Wir helfen ihm gerne. Am nächsten Morgen ist das Militärfahrzeug verschwunden und unser Kabel leider auch. Ärgerlich!

    Wir frühstücken noch in Ruhe mit Blick über das Meer. Regina macht ein wenig Sport in der Morgensonne. Dann fahren wir weiter in den nächsten Abschnitt unserer Reise.
    Read more

  • Petra - Ein kulturelles Erbe

    Mar 29–31 in Jordan ⋅ 🌬 15 °C

    Um nach Petra zu gelangen, fahren wir stetig bergauf. Die Straße windet sich höher und höher, bis wir schließlich über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel erreichen. Petra liegt bewusst versteckt in den Bergen. Vor mehr als 2.000 Jahren errichteten die Nabatäer hier ihre Stadt, geschützt zwischen Felsen und ideal gelegen an wichtigen Handelsrouten für Weihrauch, Gewürze und Seide. Mit ausgeklügelten Wasserleitungen schufen sie mitten in der Wüste eine blühende Metropole.

    Am Nachmittag parken wir unser Auto und erkunden nur kurz die Umgebung. Rein wollen wir erst am nächsten Tag. Leslie und Jerome sowie die französische Familie sind bereits unterwegs in Petra. Abends treffen wir uns alle wieder, sitzen noch zusammen und unterhalten uns, bevor es schnell kühl wird und jeder sich in seinen Camper zurückzieht.

    Am nächsten Morgen starten wir entspannt. Der Weg führt durch den Siq, eine schmale Felsschlucht mit hohen Wänden, bis sich plötzlich der Blick öffnet und die Treasury erscheint. Die Schatzkammer ist beeindruckend, direkt in den Felsen gemeißelt. Es ist fast Menschenleer, aufgrund der aktuellen Situation. Das ist wahrscheinlich einmalig. Trotz dicker Jacken friert Regina bei etwa 12 Grad ständig, denn die Sonne zeigt sich nicht.

    Wir erkunden weiter Petra, laufen zu den Königsgräbern, schauen in Höhlen und klettern über Felsen. Für Marie ist alles ein riesiger Abenteuerspielplatz. Später treffen wir die französische Familie bei Tarek, einem Beduinen der ein kleines Lokal betreibt. Bei Tee und späterem Mittagessen erzählt er von seinem Leben und von Jordanien. Als Regen einsetzt, sitzen wir alle gemeinsam im Trockenen, trinken Tee und unterhalten uns.

    Der Rückweg wird für Marie schließlich anstrengend. Ein Reiter bietet Hilfe an, und so reiten Regina und Marie gemeinsam zurück, während Jens läuft. Kurz vor dem Auto beginnt es wieder zu regnen, und wir machen es uns am Abend im Camper gemütlich.

    Am nächsten Morgen starten wir unsere zweite Petra-Tour über den Hintereingang. Nach etwas Wartezeit bringt uns ein Shuttle nach Little Petra und ein 4x4 weiter zum Startpunkt der Wanderung. Der Weg zum Kloster ist anstrengend, doch Regina malt unterwegs kleine Pfeile und Nachrichten auf Steine, damit Marie motiviert bleibt. Die Idee funktioniert perfekt.

    Nach etwa anderthalb Stunden erreichen wir die Monastery. Sie ist noch größer als die Schatzkammer, wirkt gewaltig und ist fast menschenleer. Nur eine weitere deutsche Familie ist dort. Ein besonderer Moment, denn normalerweise ist Petra hier voller Besucher.

    Bei Sonnenschein steigen wir später die vielen Stufen hinunter, sammeln bunte Steine, besuchen weitere Ruinen und treffen unterwegs sogar bekannte Gesichter wieder. Noch einmal sitzen wir bei Tarek, trinken Kaffee mit der deutschen Familie, während Marie mit den Kindern spielt.

    Am Ende läuft Marie den gesamten Rückweg allein durch ganz Petra und wieder durch den Siq bis zum Ausgang. Müde, aber glücklich erreichen wir das Auto. Petra beeindruckt uns nicht nur durch seine Bauwerke, sondern vor allem durch seine Atmosphäre, die Begegnungen und das Gefühl, an einem ganz besonderen Ort gewesen zu sein.
    Read more

  • Wadi Rum

    March 27 in Jordan ⋅ ☀️ 12 °C

    In Akaba werden wir morgens vom Regen geweckt. Es schüttet in Strömen. Eigentlich wollten wir noch einen Tag bleiben, doch die Vorhersage verspricht ab morgen wieder Sonne. Also beschließen wir spontan, schon heute Richtung Wadi Rum aufzubrechen und erst am nächsten Tag in die Wüste hineinzufahren.

    Vor der Abfahrt füllen wir noch schnell Gas an einer etwas dubios wirkenden Gastankstelle auf. Ganz geheuer ist uns das nicht, aber es funktioniert. Dann geht es los, und unterwegs staunen wir nicht schlecht. Überall stehen riesige Pfützen, Wasser läuft aus den Bergen, und die sonst trockene Landschaft wirkt plötzlich völlig verändert.

    Am Rand von Wadi Rum suchen wir zunächst einen Schlafplatz nahe der Berge. Eine Stunde später kommten Jerome und Leslie vorbei und zeigt uns, dass sich direkt neben uns ein kleiner Fluss gebildet hat. Das Wasser kommt plötzlich aus den Bergen herunter, also packen wir schnell zusammen und suchen weiter. Der nächste Spot überzeugt auch nicht, deshalb fahren wir schließlich zu einem Camp, in dem bereits die französische Familie steht. Dort können wir uns unterstellen, Tee trinken und verbringen gemeinsam einen gemütlichen Abend. Am nächsten Morgen frühstücken wir hier noch zusammen.

    Danach fährt jeder für sich ins Wadi Rum hinein, denn das Gebiet ist riesig. Wir lassen die Luft auf etwa 1,5 Bar ab und fahren los. Gewaltige Felsen, roter Sand und Dünen wechseln sich ab, eine beeindruckende Landschaft. Gleich am ersten Tag besuchen wir zusammen das Lawrence House, eine bekannte Ruine mitten in der Wüste. Rocky meistert die Fahrten über Sand und Dünen erstaunlich gut und schnell entscheiden wir, eine Nacht hier draußen zu bleiben.

    Unterwegs treffen wir die französische Familie immer wieder, machen gemeinsam Kaffeepause und entdecken sogar einen festgefahrenen Pick-up. Helfen können wir leider nicht selbst, finden aber ein anderes Fahrzeug, das unterstützt. Am Abend suchen wir uns einen ruhigen Platz zwischen den Felsen. Marie klettert begeistert herum, und die Nacht ist unglaublich still und friedlich.

    Am nächsten Morgen macht Regina etwas Frühsport, wir trinken Kaffee und fahren langsam wieder hinaus. Einmal bleiben wir in einer schrägen Düne kurz stecken, kommen aber mit etwas Luft ablassen und vorsichtigem Manövrieren wieder frei. Nach etwa anderthalb Stunden erreichen wir schließlich den Ausgang.

    Wadi Rum begeistert uns sehr, eine riesige, ruhige Landschaft mit unendlich viel Platz zum Entdecken, Klettern und Staunen. Ein Ort, an dem man problemlos noch länger bleiben könnte.
    Read more

  • Jordanien beginnt: Ankunft in Aqaba

    Mar 24–27 in Jordan ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir kommen mittags an der Grenze nach Jordanien an. Die saudische Seite geht überraschend schnell. Wir bleiben im Auto sitzen, werden ausgestempelt und können direkt weiterfahren – unkompliziert und völlig problemlos. Nach den letzten Grenzerfahrungen fühlt sich das fast ungewohnt einfach an.

    Auf der jordanischen Seite läuft es deutlich gründlicher ab. Das Auto wird inspiziert und wir müssen aussteigen. Direkt sorgt unsere Machete für Aufmerksamkeit. Es entsteht eine längere Diskussion darüber, ob sie als Werkzeug oder als Waffe gilt. Nach einigem Hin und Her bekommen wir sie schließlich als Werkzeug durch. Immer wieder werden wir außerdem nach Kameras und Drohnen gefragt, was wir verneinen. Danach fahren wir durch den Scanner, müssen warten und merken schnell, hier dauert alles etwas länger. Gerade ist Mittagspause, also warten Regina und Marie draußen, während wir Schritt für Schritt von Schalter zu Schalter geschickt werden.

    Wir denken schon, wir seien fertig, fahren zum Ausgang – und müssen dann doch wieder zurücksetzen. Also nochmal zur Customs, eine Versicherung abschließen, wieder abstempeln lassen und erneut warten. Insgesamt verbringen wir gut zwei Stunden an der jordanischen Grenze. Positiv überrascht sind wir, dass wir für Marie kein Visum bezahlen müssen. Unser Jordan Pass wird gar nicht kontrolliert. Der Jordan Pass kann vorher online beantragt werden und beinhaltet das Visum sowie viele Sehenswürdigkeiten, darunter auch Petra, allerdings nur für Erwachsene. Zahlen müssen wir am Ende rund 125 Euro für die Fahrzeugversicherung zahlen.

    Endlich sind wir durch und offiziell in Jordanien. Eine SIM-Karte holen wir an der Grenze nicht, also fahren wir erstmal ohne Internet in Richtung Akaba. Südlich der Stadt finden wir einen Strand und machen dort Pause. Die Sonne scheint, aber das Wasser ist uns zum Schwimmen noch zu kalt. Eigentlich ist der Platz als Camping ausgewiesen, wirkt aber etwas seltsam, trotzdem bleiben wir dort über Nacht.

    Schon die ersten Eindrücke zeigen, wie anders Jordanien im Vergleich zu Saudi-Arabien ist. Es wirkt deutlich touristischer, mit Hotels, kleinen Einkaufszentren und Freizeitanlagen. Auch die Menschen sind moderner gekleidet – viele tragen Jeans und Pullover statt traditioneller Gewänder. Alles fühlt sich offener und internationaler an.

    Die Nacht wird allerdings unruhig. Immer wieder hören wir Flugzeuge und entfernte Geräusche aus Richtung der israelischen Grenze. Am Himmel sehen wir Leuchtkörper aufsteigen, was ein mulmiges Gefühl hinterlässt. Zusätzlich setzen sich nachts noch Leute in unsere Nähe, rauchen Shisha und unterhalten sich laut bis etwa zwei Uhr morgens. Schlaf gibt es nur wenig.

    Am nächsten Morgen treffen wir zufällig Jerome und Leslie, die uns entdeckt haben und schnorcheln gehen wollen. Das passt perfekt, denn auch wir wollen ins Wasser. Gemeinsam schwimmen wir zu einem versunkenen Panzer hinaus. Ein ziemlich surrealer Anblick. Das Kanonenrohr ist noch gut zu erkennen, Fische schwimmen überall um uns herum. Marie schaut immer wieder neugierig durch die Schnorchelbrille und ist völlig begeistert. Das Rote Meer bei Akaba zeigt sich von seiner schönsten Seite.

    Wir bleiben noch in der Gegend, gehen später ein zweites Mal schnorcheln und übernachten anschließend gemeinsam mit Jerome und Leslie an einem ruhigeren Platz weiter im Süden. Eine SIM-Karte haben wir immer noch nicht, deshalb fahren wir am nächsten Tag nach Akaba, um uns endlich Internet zu besorgen. Doch weil wir vorher nochmal schnorcheln gehen, kommen wir zu spät. Die Geschäfte haben bereits geschlossen. Man schickt uns noch zu einem anderen Laden, doch auch der ist bei unserer Ankunft bereits geschlossen. Wir entscheiden uns spontan, direkt in Aqaba zu übernachten.

    Wir stehen zwischen Hotels, nur etwa zwei Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Auch hier hört man nachts immer wieder entfernte Geräusche und Einschläge, was ein Unwohlsein hinterlässt. Jens nutzt den Abend noch, um auf dem Asphaltplatz die Reifen zu tauschen, weil vorne rechts ein seltsames Geräusch aufgetreten ist.

    Am nächsten Morgen gehen wir direkt früh los und kaufen endlich eine SIM-Karte. Danach schauen wir uns Akaba etwas an. Die Stadt wirkt freundlich, touristisch und lebendig, mit vielen Geschäften. Anschließend fahren wir wieder zurück zu Leslie und Jerome ans Meer. Wir gehen erneut schnorcheln, Regina geht joggen, während Marie mit dem Fahrrad neben ihr herfährt, und wir genießen einfach den Moment.

    Jordanien gefällt uns schon jetzt richtig gut – offen, herzlich und mit einer beeindruckend schönen Unterwasserwelt am Roten Meer.
    Read more

  • Schnorcheln am letzten Tag in Saudi

    March 23 in Saudi Arabia ⋅ ☁️ 18 °C

    Bevor wir die Grenze übertreten, fahren wir noch einmal zu einem Schnorchelspot am Roten Meer in Saudi-Arabien. Der Platz soll besonders schön sein, doch leider liegt überall Müll herum, was die Freude etwas trübt. Am Nachmittag kommen wir an, genießen trotzdem die Ruhe und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

    Während es langsam dunkel wird, hören wir immer wieder entfernte Geräusche von Raketen, Drohnen und Detonationen auf der anderen Seite des Meeres. Israel ist nicht weit entfernt, und ein leicht mulmiges Gefühl bleibt. Später geht Jens noch einmal hinaus und ruft mich. Am Himmel schwebt ein intensiv blau leuchtendes Licht, das sich langsam verändert und nach einigen Minuten plötzlich verschwindet. Wahrscheinlich handelt es sich um ein atmosphärisches Leuchten durch Raketenabgase in großer Höhe, die vom Sonnenlicht angestrahlt werden und dadurch kurz geheimnisvoll aufleuchten.

    Am Abend werden wir schließlich vom Grenzschutz weggeschickt. Übernachten an der Küste ist hier nicht erlaubt. Also fahren wir ins Gebirge, finden zunächst keinen Empfang und schließen uns schließlich vier ungarischen Fahrzeugen an, die am Straßenrand stehen. Ein kurzes Gespräch, dann fallen wir alle müde ins Bett.

    Am nächsten Morgen sind sie schon weitergezogen. Wir fahren noch einmal zurück zum Schnorchelspot, doch wieder gibt es Diskussionen mit dem Grenzschutz. Erst sollen wir gehen, dann dürfen wir plötzlich doch bleiben. Die Regeln wirken wechselhaft und etwas rätselhaft.

    Nach dem Frühstück springt Jens ins Wasser und kommt begeistert zurück. Also gehen wir alle hinein. Jens und ich schnorcheln gemeinsam, während Marie auf ihrer Schwimmnudel zwischen uns durchs Wasser gezogen wird. Das Korallenriff ist wunderschön, die Fische bunt und lebendig, auch wenn Fischerleinen zwischen den Korallen hängen.

    Kaum sind wir wieder an Land, holt der Grenzschutz alle Badegäste aus dem Wasser. Offenbar ist Schwimmen nun doch nicht erlaubt. Wir hatten also Glück.

    Wir packen zusammen, verabschieden uns innerlich und fahren Richtung Grenze. Saudi-Arabien überrascht uns. Auf den Straßen fahren viele aggressiv und rücksichtslos, doch außerhalb der Autos erleben wir große Freundlichkeit und Gastfreundschaft, besonders gegenüber Familien mit Kindern. Das Land zeigt sich vielseitig: kühle Bergregionen mit grünen Landschaften ebenso wie heiße Küsten und Wüsten.

    Mit vielen Eindrücken sagen wir schließlich: Tschüss Saudi-Arabien. Ein spannendes, unerwartet vielfältiges Land – wäre da nicht die spürbare Unruhe im Nahen Osten.
    Read more

  • Marie trifft Nila wieder

    Mar 22–23 in Saudi Arabia ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir fahren gemeinsam mit Jerome und Leslie an die Küste des Roten Meeres. Dort treffen wir wieder Nila und ihre Familie, das französische Ehepaar aus Katar. Marie ist außer sich vor Freude und auch Nila strahlt übers ganze Gesicht. Seit zwei Tagen fragt sie wohl ununterbrochen, wann sie Marie endlich wiedersehen darf.

    Kaum sind wir angekommen, rennen Marie und Mila zusammen los, spielen, lachen und verschwinden sofort in ihrer eigenen Welt. Alles andere ist plötzlich unwichtig. Wir verbringen einen wunderschönen Abend miteinander, grillen zusammen am Meer, erzählen viel und tauschen unsere Reisepläne aus. Für Nila und ihre Familie geht es bald zurück nach Katar, wo sie entscheiden wollen, ob sie weiter nach Frankreich reisen oder erst dort bleiben.

    Die Nacht ist ruhig. Nur gelegentlich hören wir in der Ferne Schüsse oder Raketen, doch ansonsten schlafen wir friedlich.

    Am nächsten Morgen sucht Marie als Erstes nach Mila. Kaum sind beide wach, spielen sie wieder zusammen, sammeln Muscheln und laufen am Strand entlang. Es ist einfach schön zu sehen, wie unbeschwert sie miteinander sind.

    Gegen Mittag brechen William, Cyril und Mila Richtung Badiisa auf. Der Wind ist zunächst noch stark, lässt aber langsam nach. Regina macht etwas Sport, Lissy schließt sich an, und später gehen wir noch einmal zum Schwimmstrand schnorcheln. Das Wasser überrascht uns positiv und der Ausflug lohnt sich sehr.
    Read more

  • Wadi Al Disah - Highlight in Saudi

    Mar 21–22 in Saudi Arabia ⋅ 🌬 18 °C

    Heute fahren wir zum Wadi Al Disah. Auf iOverlander lesen wir vorher, dass man mit einem Camper eigentlich nicht in das Flussbett hineinfahren kann, weil die Fahrzeuge zu groß seien. Jérôme und Leslie fahren mit ihrem Landcruiser hinein. Wir warten am Abzweig und wollen abklären, ob es wirklich Probleme gibt. Nach einiger Zeit kommt die Nachricht von den beiden, dass niemand sie aufgehalten oder kontrolliert hat. Also entscheiden wir uns ebenfalls hinzufahren.

    Zuerst geht es über eine normale Straße ins Tal, doch die Schlucht wird schnell enger und schließlich endet die Straße. Einige Jeep Safari Guides stehen dort und bieten Touren an. Niemand hält uns auf, sie schauen nur. Wir fahren langsam weiter. Ein großes Wasserloch können wir umfahren und kurz darauf sind wir mitten im Wadi.

    Plötzlich verändert sich die Landschaft. Wasser fließt durch das Tal, hohe Gräser wachsen an den Seiten und Palmen stehen zwischen den Felsen wie eine kleine Oase im Canyon. Wir fahren langsam durch das Flussbett und genießen jeden Meter. Immer wieder begegnen uns Jeeps und die Menschen staunen, dass wir mit unserem Sprinter hier unterwegs sind. Gräser streifen über das Fahrzeug und manchmal fühlt es sich an wie eine natürliche Waschanlage. Der Untergrund wird sandiger, deshalb lassen wir etwas Luft aus den Reifen. Rocky meistert alles problemlos.

    Das Licht ist wunderschön, das Wetter. Am Ende des Wadis treffen wir überraschend wieder auf Jérôme und Leslie, denn im Canyon gibt es keinen Empfang. Gemeinsam verbringen wir einen entspannten Abend. Wir versuchen noch mit Marie auf dem Fahrrad joggen zu gehen, doch der sandige Untergrund macht es schwierig und wir drehen bald wieder um. Am Abend kommen sogar Kamele vorbei und Regina kann sie vorsichtig streicheln. Wir verbringen eine ruhige Nacht unterm tollen Sternenhimmel.

    Nach dem Frühstück fahren wir wieder ins Wadi. Aus der anderen Richtung wirkt alles noch einmal anders und genauso beeindruckend. Unterwegs machen wir eine kurze Pause, treffen wieder auf Kamele.

    Mit unseren Reisefreunden fahren wir zu einem Nachbar-Wadi um Mittag zu essen. Wir fahren uns dabei im Sand fest. Also essen wir genau dort, buddeln nach dem Essen und holen die Sandbleche heraus. Mit etwas Geduld kommt Rocky wieder frei und wir können weiterfahren.

    Ein Tag voller Abenteuer und definitiv eines der schönsten Erlebnisse in Saudi Arabien.
    Read more

  • Hochwasser versperrt unseren Weg

    March 19 in Saudi Arabia ⋅ 🌬 18 °C

    Wir verbringen eine ruhige Zeit zwischen den beeindruckenden Felsen. Marie klettert noch begeistert auf den Steinen herum, bevor es dunkel wird. In der Nacht zieht ein heftiges Unwetter auf. Der Sturm wird immer stärker, das Auto wackelt im Wind und Gewitter mit Donner und grellen Blitzen zieht über uns hinweg. Heftige Windböen lassen uns immer wieder aufwachen.

    Am Morgen ist alles vorbei. Die Luft ist kalt und frisch. Wir ziehen lange Hosen an und holen sogar die dicken Winterjacken hervor, so stark hat es abgekühlt. Der Wind lässt nach und später kommt die Sonne heraus. Marie klettert wieder voller Energie auf den Felsen, während wir in Ruhe frühstücken.

    Später gehen wir gemeinsam zur Kante des Wadis, wo ein kleiner Bach fließt. Wir stehen auf den Felsen und schauen hinunter. Jens fragt, ob dort vorne eine Welle sei. Regina meint zuerst, es sei nur eine Stromschnelle, doch Sekunden später bewegt sich die vermeintliche Welle. Innerhalb kürzester Zeit schwillt der Bach zu einem reißenden, braunen Fluss an und tritt über die Ufer.

    Uns wird klar, dass die Straße den Fluss kreuzt. Von weiter oben erkennen wir, wie gewaltig das Wasser geworden ist. Ein Pickup und einem Lkw ist die Durchfahrt unmöglich. Auch andere Autos warten dort und die Insassen beobachten das Wasser. Also fahren wir zurück zu unserem Stellplatz und machen das Beste daraus.

    Wir stellen uns etwas windgeschützter hin. Draußen ist es weiterhin stürmisch, deshalb verbringen wir viel Zeit im Auto. Mit Marie backen wir einen Regenbogenkuchen, den sie sich lange gewünscht hat, und laden Jerome und Leslie zum Kuchenessen ein. Trotz allem wird es ein schöner Nachmittag.

    Am Abend gehen wir noch einmal zur Straße, doch der Pegel ist weiterhin zu hoch. Einige Locals sprechen mit uns und wollen uns sogar zum Fastenbrechen einladen, denn es ist Zuckerfest. Viele kommen selbst nicht nach Hause wegen des Wassers. Später in der Nacht bringt uns jemand sogar ein ganzes Paket kleiner Wasserflaschen vorbei und fragt was wir noch brauchen, eine unglaublich nette Geste.

    Die Nacht verläuft diesmal ruhig. Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück erneut zur Straße und endlich ist die Durchfahrt möglich. Noch immer liegt Wasser auf der Fahrbahn und alles ist matschig, doch wir kommen durch. Insgesamt müssen wir den Fluss fünfmal queren, teilweise ist die Straße beschädigt, aber wir schaffen jede Passage.
    Read more

  • Schönstes Korallenriff in Yanbu

    March 17 in Saudi Arabia ⋅ ☁️ 28 °C

    Bei Yanbu in Saudi Arabien soll man sehr schön schnorcheln können. Als wir am Nachmittag ankommen, ist es allerdings extrem windig. Hier treffen wir zuerst ein französisches Ehepaar und sagen Hallo. Die Verständigung ist etwas holprig, denn der Mann spricht kein Englisch und die Frau nur wenige Wörter. Regina versucht sich mit ein bisschen Französisch und etwas Englisch und irgendwie klappt es trotzdem.

    Der Mann möchte nicht alleine schnorcheln und kommt mit uns ins Wasser. Gemeinsam schwimmen wir etwa zweihundert bis dreihundert Meter hinaus Richtung Riffkante. Das Riff ist sehr flach und die Wellen werden immer höher. Der Wind nimmt zu, wir schaffen es kaum über die brechenden Wellen und außerdem ist das Korallenriff hier vorne nicht besonders beeindruckend. Schließlich drehen wir um. Der Sturm wird stärker und die Sicht bleibt schlecht.

    Eigentlich überlegen wir weiterzufahren, entscheiden uns dann aber zu bleiben. Stattdessen gehen wir mit Marie noch auf den Spielplatz, wo sie den Nachmittag sehr genießt.

    Während wir wegen des starken Windes im Camper sitzen, fährt ein Wohnmobil mit niederländischem Kennzeichen auf den Platz. Wir winken erst aus dem Fenster, gehen dann hinaus und sagen Hallo. Es ist eine Familie mit zwei kleinen Kindern, ein Junge fast vier Jahre alt und ein neun Monate altes Baby. Marie versteht sich sofort mit dem Jungen und die beiden spielen direkt zusammen. Wir unterhalten uns lange und merken schnell, dass die Chemie stimmt. Sie reisen ebenfalls viel und erzählen von ihren Plänen, noch durch Kasachstan, Kirgisistan und weitere Stanländer bis nach China zu fahren. Das finden wir sehr spannend.

    In der Nacht rüttelt der Sturm kräftig am Auto. Am nächsten Morgen ist es dagegen plötzlich ruhig. Mit Kaffee setzen wir uns nach draußen, während die Kinder spielen und Marie begeistert neues Spielzeug entdeckt.

    Diesmal wollen wir erneut schnorcheln gehen. Marie bleibt lieber bei den neuen Freunden, also gehen wir zusammen mit der Mutter der Kinder und dem französischen Mann ins Wasser. Jetzt scheint die Sonne, das Meer ist ruhig und wir erreichen problemlos die Riffkante.

    Dort eröffnet sich ein traumhaft schönes Riff. Es fällt etwa sechs bis sieben Meter steil ab, hinter uns liegt tiefblaues Wasser, vor uns leuchten Korallen in allen Farben und unzählige Fische schwimmen um uns herum. Wir treiben entlang der Kante und sind begeistert. Es ist das schönste Riff, das wir bisher gesehen haben. Selbst das Great Barrier Reef war beeindruckend, doch hier wirkt alles intensiver durch die steile Kante und das tiefe Blau dahinter.

    Nach etwa dreiviertel Stunde schwimmen wir glücklich zurück. Marie hat uns kein bisschen vermisst und spielt noch immer. Wir frühstücken gemeinsam, die Kinder fahren zusammen Fahrrad über den großen Parkplatz und wir genießen die entspannte Stimmung.

    Am Nachmittag verabschieden wir uns schließlich voneinander, denn für uns geht die Reise weiter.
    Read more

  • Al Ula & Hegra

    Mar 17–18 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir fahren Richtung Al Ula und kommen gut voran. Nach rund vier Stunden erreichen wir kurz vor Sonnenuntergang unser Ziel.

    Dort treffen wir auf eine französische Familie mit ihrer Tochter Nila. Zwischen ihr und Marie entsteht sofort eine Freundschaft. Trotz Sprachbarriere verstehen sich die beiden erstaunlich gut. Marie spricht einfach drauflos auf Englisch, fragt zwischendurch nach einzelnen Wörtern und rennt dann wieder lachend zurück zum Spielen. Bis abends um neun Uhr toben sie zusammen, bevor beide völlig erschöpft ins Bett fallen. Auch wir genießen einen schönen gemeinsamen Abend.

    Am nächsten Morgen fragt Marie direkt nach dem Aufwachen, ob Nila schon wach ist. Nach einem kurzen Wiedersehen müssen wir jedoch weiter, denn um zehn Uhr startet unsere Bustour nach Hegra. Ein Bus holt uns ab und bringt uns in das UNESCO Weltkulturerbe, die antike nabatäische Stadt aus dem ersten Jahrhundert vor Christus bis ins erste Jahrhundert nach Christus.

    Mit uns fahren Familien aus verschiedenen Ländern, auffallend viele Kinder sind dabei. Insgesamt zählen wir elf, alles Jungs bis auf Marie. Die erste Station führt zu einer großen Versammlungshalle mit alten Inschriften. Danach besuchen wir mehrere Gräber, die direkt in den Sandstein geschlagen wurden. Für einen Abschnitt lädt ein Guide kurzerhand alle Kinder in ein Golfcart ein und verwandelt es in ein fröhliches Kindertaxi. Die Begeisterung ist riesig.

    Bei Grab Nummer 26 erklärt der Guide die Bauweise und die Bedeutung der Fassaden. Währenddessen spielt Marie draußen mit einem schüchternen russischen Jungen, mit dem sie sich schnell anfreundet. Später sehen wir das größte Grab der Anlage, ein gewaltiger Felsenbau, der nie fertiggestellt wurde. Mit der römischen Übernahme im Jahr 106 nach Christus endete die Blütezeit der Nabatäer und die Arbeiten wurden offenbar aufgegeben.

    Am Abend fahren wir zurück. Im Bus verabschiedet sich Marie von ihrem neuen Freund und erklärt uns anschließend sehr ernst, sie sei zum ersten Mal verliebt gewesen. Wir müssen schmunzeln.

    Zurück in Al Ula treffen wir zufällig das französisches Paar wieder, das wir bereits zuvor kennengelernt hatten. Danach fahren wir weiter zum Elefantenfelsen, der wegen der Ramadanzeiten schon geschlossen ist, doch Fotos gelingen trotzdem. Wir schlendern noch durch die Altstadt und verzichten auf einen Besuch der spiegelnden Maraya Concert Hall, da ca. 26 Euro Eintritt pro Person verlangt werden. Das ist uns für ein paar Fotos dann doch zu teuer. Stattdessen fahren wir zum Rainbow Arch, machen eine kurze Pause und essen etwas. Am Abend sind wir mit Jérôme und Leslie verabredet.
    Read more

  • Jens Geburtstag - Perfekter Strandtag

    March 15 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 28 °C

    Jens hat einen ganz einfachen Wunsch zu seinem Geburtstag. Er möchte den Tag an einem ruhigen Strand verbringen, am liebsten mit etwas Kitesurfen. Deshalb fahren wir von Jeddah aus nach Norden zu einer abgelegenen Lagune. Am offenen Meer ist Kitesurfen hier nicht erlaubt, und selbst beim Schwimmen werden wir immer wieder von Grenzbeamten angesprochen. Unsere Hoffnung ist groß, dass wir an der weit entfernten Lagune endlich unsere Ruhe finden.
    Als wir dort ankommen, sind wir sofort begeistert. Vor uns liegt ein weiter, fast menschenleerer Strand. Das Wasser ist unglaublich flach und leuchtet in der Sonne in einem intensiven Türkis. Die Landschaft wirkt ruhig und weit, fast unwirklich schön. Genau so ein Ort, wie man ihn sich für einen Geburtstag wünscht.
    Mit Wind rechnen wir eigentlich nicht mehr. Die Vorhersage hat sich in den letzten Tagen nicht verbessert. Also stellen wir uns auf einen entspannten Strandtag ein. Wir sitzen unter unserer Markise und genießen die Ruhe.
    Schon um halb acht morgens wird Jens von Marie geweckt.
    „Papa, Papa, Papa, du hast heute Geburtstag!“
    Eigentlich würde Jens gern noch ein wenig weiterschlafen. Aber über Maries Aufregung freut er sich natürlich sehr. Marie krabbelt sofort aus dem Bett und beginnt, unseren Sprinter mit einem Happy Birthday Schriftzug und kleinen Dekorationen zu schmücken. Währenddessen bereitet Regina ein kleines Geburtstagsfrühstück vor. Es gibt leckere Kuchenstücke mit Kerzen, die Jens natürlich auspustet.
    Wir sitzen gemütlich vor dem Fahrzeug im Schatten und starten ganz entspannt in diesen besonderen Tag.
    Am Nachmittag passiert dann doch noch etwas Überraschendes. Nach dem Kuchen setzt plötzlich eine leichte Windbrise ein. Jens nutzt sofort seine Chance und geht tatsächlich noch zum Kitesurfen aufs Wasser. Besser kann ein Geburtstagsgeschenk kaum sein.
    Später geht auch Regina ins angenehm warme Wasser. Zum ersten Mal nimmt sie Marie zwischen ihre Beine mit auf das Kiteboard. Die Lagune ist perfekt dafür geeignet. Das Wasser ist sehr flach und ruhig, sodass wir uns keine großen Sorgen machen müssen. Marie genießt es sichtlich und möchte immer weiter mit Mama über das Wasser gleiten. Für uns ist es ein ganz besonderer Moment.
    Nach dem Kitesurfen bereiten wir am einsamen Strand ein schönes Barbecue vor. Zum Glück lässt der Wind am Abend wieder nach. Die Luft wird ruhig und angenehm, genau richtig für einen entspannten Ausklang dieses besonderen Tages.
    Nach dem Essen lassen wir den Grill noch einmal weiterglühen und bereiten darauf sogar Popcorn zu. Mit einer großen Schüssel setzen wir uns zusammen zu einem kleinen Kinoabend unter freiem Himmel und schauen Ice Age 4. Marie ist begeistert, und wir genießen gemeinsam die besondere Stimmung dieses einfachen, aber perfekten Geburtstagsabends am Meer.
    Danach sitzen wir noch eine ganze Weile draußen und schauen in den klaren Sternenhimmel über uns. Es ist still, warm und friedlich.
    Genau so hat Jens sich seinen Geburtstag gewünscht. Und genau so fühlt sich dieser Tag auch an. Ein richtig schöner Geburtstag. 🎂🌊⭐
    Read more

  • Abha

    March 12 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 31 °C

    Abha liegt im Südwesten von Saudi-Arabien, hoch oben in den Bergen auf fast 3000 Metern. Wir erkunden die Stadt zunächst vom Auto aus und fahren durch die bergige Landschaft. Nebel zieht durch die Höhenlagen, der Wind weht kräftig, doch immer wieder bricht die Sonne durch die Wolken. Tagsüber ist es angenehm warm, aber sobald sich die Wolken schließen, wird es überraschend kühl.

    Die Stadt wirkt grün und lebendig. Sogar eine Bergbahn gibt es hier, die derzeit allerdings stillsteht. An einem Aussichtspunkt halten wir und blicken über eine beeindruckende Schlucht. Eigentlich wollen wir noch die Altstadt besuchen, doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die Straßenführung bringt uns an unsere Grenzen. Viele Abbiegespuren sind durch Absperrungen getrennt, Linksabbiegen ist oft unmöglich und selbst U-Turns, die Google Maps vorschlägt, existieren nicht. Immer wieder fahren wir kilometerweit in die falsche Richtung, nur um später wieder zurückzumüssen.

    Das sorgt für zunehmend schlechte Laune, besonders bei Regina, die es gar nicht mag, sich zu verfahren. Auch andere Navigationssysteme helfen nicht weiter. Am Ende haben wir schneller als gedacht genug von Abha, obwohl die Stadt eigentlich sehr schön ist. Selbst aus der Stadt herauszufinden wird zur kleinen Geduldsprobe. Schließlich geben wir auf und fahren weiter.

    Die Straße führt immer höher in die Berge hinein. Der Nebel wird dichter, zeitweise sehen wir kaum zehn Meter weit. Kurz darauf beginnt die spektakuläre Abfahrt Richtung Rijal Almaa. Innerhalb von nur zwanzig Kilometern verlieren wir rund 1500 Höhenmeter. Die Straße schlängelt sich in engen Serpentinen steil an der Felswand entlang.

    Eine Höhenbegrenzung von drei Metern sorgt kurz für Unsicherheit, denn unser Fahrzeug ist 3,30 Meter hoch. Die Begrenzung wirkt allerdings deutlich höher. Ein Einheimischer hält neben uns an, beruhigt uns und erklärt, dass die Beschränkung nur für große LKW gilt. Also wagen wir die Weiterfahrt. Im ersten Gang, mit Untersetzung und Motorbremse, tasten wir uns langsam bergab. Es dauert lange, Autos überholen uns, doch Sicherheit geht vor. Unterwegs beobachten wir zahlreiche Paviane am Straßenrand, die offenbar an Passanten gewöhnt sind.

    Unten angekommen erreichen wir das Dorf Rijal Almaa mit seinem beeindruckenden Museum, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die traditionellen Steinhäuser wirken wie aus einer anderen Zeit. Wir schauen uns alles von außen an und fahren anschließend weiter, denn der Sonnenuntergang und damit das Fastenbrechen im Ramadan stehen kurz bevor.

    Wir holen uns etwas zu essen und bleiben schließlich an einem Park mit Spielplatz stehen. Marie spielt sofort mit den Kindern vor Ort, auch wenn niemand die Sprache des anderen versteht. Besonders bleibt uns ein Moment im Gedächtnis: Ein Junge wirft seinen leeren Becher achtlos ins Gras. Regina erklärt mit Gesten, dass Müll in den Mülleimer gehört. Marie hebt den Becher auf und wirft ihn weg. Nach und nach machen es die anderen Kinder nach. Die Eltern beobachten uns neugierig. Ein kleiner Moment, der zeigt, dass Vorleben manchmal mehr bewirkt als Worte.

    Die Nacht verläuft ruhig und angenehm. Am nächsten Morgen spielt Marie noch einmal auf dem Spielplatz, bevor unsere Reise weitergeht.
    Read more

  • Brennholz ist verboten

    March 11 in Saudi Arabia ⋅ 🌙 13 °C

    Nach einer langen Fahrt von Hima durch die Wüste erreichen wir am späten Nachmittag die Stadt Abha. Unterwegs verändert sich die Landschaft langsam von trockener Wüste zu einer deutlich grüneren Bergregion.

    Am Stadtrand finden wir einen einfachen Picknickplatz, wie es sie in vielen Städten in Saudi Arabien gibt. Diese Plätze sind offenbar dafür gedacht, dass sich Menschen am Abend zum Sonnenuntergang treffen, zusammen sitzen und ihre Freizeit genießen. Tagsüber ist es meist zu heiß. An diesem Abend bleibt der Platz jedoch ruhig. Der Platz ist nicht besonders gepflegt, aber es gibt einen kleinen Spielplatz, über den sich Marie sehr freut. Wir verbringen einen ruhigen Abend und gehen schließlich schlafen.

    Mitten in der Nacht werden wir jedoch durch lautes Hupen und klopfen geweckt. Ein Geländewagen des Militärs steht neben unserem Camper und Jens wird aufgefordert auszusteigen. Draußen stehen mehrere Männer um das Fahrzeug.

    Der Grund ist schnell klar. An unserer Hecktür transportieren wir in einem offenen Kanister etwas Brennholz, das Jens am Nachmittag vom Straßenrand eingesammelt hat. Die Männer machen jedoch deutlich, dass das Sammeln und Besitzen von lokalem Brennholz hier verboten ist und sogar als Straftat gilt.

    Das Gespräch ist schwierig, denn keiner der Männer spricht Englisch. Vieles läuft über Gesten und schließlich über den Google Übersetzer. Mehrmals erscheint auf Jens Handy der Hinweis, dass es sich um eine Straftat handelt, gleichzeitig aber auch, dass er dafür vermutlich nicht ins Gefängnis muss.

    Jens ist etwas sauer über die nächtliche Störung und wirft das Holz schließlich vor die Füße der Männer und sagt ihnen, sie sollen es einfach mitnehmen. Doch auch die dürfen es nicht besitzen. Das Holz muss offenbar offiziell von der zuständigen Umweltbehörde erfasst werden. Kurz darauf kommt ein weiterer Geländewagen und ein Mitarbeiter schaut sich das Holz genau an und vermisst es und Foto dokumentiert alles.

    Währenddessen wollen die Männer wissen, wo wir herkommen, wohin wir reisen und wer noch im Fahrzeug ist. Als sie erfahren, dass Regina und Marie im Camper schlafen, werden sie deutlich freundlicher und fragen sogar, ob alles in Ordnung ist.

    Im Laufe der Unterhaltung wird klar, dass es ihnen tatsächlich um Umweltschutz geht. In Saudi Arabien gibt es nur wenige Bäume und deren Abholzung soll verhindert werden. Jens spricht jedoch auch an, dass wir überall Müll in der Natur sehen. Die Männer bestätigen über den Übersetzer, dass auch das verboten ist.

    Die Situation wirkt trotzdem etwas absurd. In einer Zeit, in der die Region politisch angespannt ist und Raketen aus dem Iran abgefangen werden, beschäftigt sich mitten in der Nacht eine ganze Gruppe von Staatsschützern mit ein paar Stücken Holz an unserem Camper. Besonders merkwürdig ist auch ein Moment, in dem Jens sich mit dem Gesicht zu einem Geländewagen stellen muss, die Arme vor dem Körper verschränkt und den Kopf gesenkt. Kurz fühlt es sich wie eine Art Buße an. Später erklärt man ihm über den Übersetzer, dass es lediglich ein Foto zur Dokumentation der Straftat war.

    Nach ungefähr zwei Stunden ist alles erledigt. Jens unterschreibt mehrere Seiten Dokumente und bestätigt alles zusätzlich mit zahlreichen Daumenabdrücken. Was genau er unterschrieben hat, wissen wir nicht. Zum Schluss entschuldigen wir uns sogar gegenseitig. Jens dafür, dass er die Regel mit dem Brennholz missachtet hat und die Soldaten dafür, dass sie uns mitten in der Nacht gestört zu haben.

    Der Mitarbeiter der Umweltbehörde lädt das Holz schließlich in sein Fahrzeug und nimmt es zur Entsorgung mit. Die Männer können sich nach 2 Stunden nun einer neuen Aufgabe in dieser Nacht widmen und wir können endlich unsere Nachtruhe fortsetzen.
    Read more

  • Felszeichnungen bei Hima

    March 9 in Saudi Arabia ⋅ ⛅ 31 °C

    Heute geht es nach Hima zu den berühmten Felszeichnungen. Schon die Anfahrt führt durch eine weite, raue Landschaft, und je näher wir kommen, desto mehr fühlt es sich an, als würden wir in eine andere Zeit reisen. Die dunklen Felsen stehen verstreut in der Ebene, ruhig und beeindruckend zugleich.

    Bevor wir die Felszeichnungen erreichen, wartet jedoch erst einmal ein kleines Abenteuer auf uns. Der sandige Untergrund wird immer weicher und irgendwann merken wir, dass der Camper sich zunehmend eingräbt. Also heißt es erst einmal anhalten, Luft aus den Reifen lassen und neu überlegen. Mit weniger Reifendruck wagen wir es erneut und fahren vorsichtig weiter durch den Sand. Langsam arbeiten wir uns Meter für Meter vorwärts. Der Wagen schaukelt sich durch die Spuren, aber diesmal klappt es.

    Da es hier keinerlei Pisten gibt, navigieren wir nur mit Karte und GPS in die richtige Richtung. Quer durch die weite Landschaft erreichen wir schließlich eine erste Felszeichnung, ein in den Stein geritztes Kamel. Es ist bereits Nachmittag und der Hunger meldet sich, also beschließen wir, uns direkt hier zwischen den Felsen einen Schlafplatz zu suchen. Marie spielt noch im Sand, Jens bastelt ein wenig am Auto und Regina kocht währenddessen das Abendessen. Die Ruhe hier draußen ist beeindruckend, und wir verbringen eine vollkommen stille Nacht unter freiem Himmel. Am nächsten Morgen geht es dann weiter zu den anderen Felszeichnungen.

    Überall auf den Felsen entdecken wir Zeichnungen von Tieren, Menschen, Jagdszenen und Symbolen, die vor tausenden von Jahren in den Stein geritzt wurden. Manche Linien sind erstaunlich klar erhalten und wir laufen langsam von Fels zu Fels, immer auf der Suche nach neuen Details.

    Unterwegs entdecken wir schließlich einen großen natürlichen Felsbogen. Jens ist sich zunächst nicht sicher, ob wir mit dem Sprinter überhaupt darunter hindurchpassen. Regina geht voraus, schaut sich alles genau an und gibt schließlich Entwarnung. Also wagen wir es. Direkt dahinter wartet jedoch eine weiche Sanddüne. Mit etwas Schwung fährt Jens hinauf und tatsächlich klappt es. Oben zwischen den Felsen angekommen, parken wir den Sprinter und machen erst einmal Fotos. Wir erkunden den Bogen zu Fuß und entdecken auch hier wieder Figuren und Gravuren im Stein.

    Anschließend fahren wir weiter und schauen uns noch weitere Felszeichnungen an. Manche Bereiche sind eingezäunt und geschützt, andere liegen frei zugänglich in der Landschaft. Immer wieder halten wir an, steigen aus und entdecken neue Motive, bevor wir schließlich weiterfahren und unsere Reise fortsetzen.
    Read more