• Im Herz des Snake Canyon

    February 22 in Oman ⋅ ☀️ 19 °C

    Der Snake Canyon im Oman zieht uns sofort in seinen Bann. Eine enge, kurvenreiche Straße führt uns hoch in die Berge. Es ist heiß, die Sonne brennt, doch je höher wir kommen, desto angenehmer wird es. Schließlich erreichen wir fast 2000 Meter. Wind streicht über die Haut, die Aussicht ist atemberaubend. Kaum haben wir den Gipfel erreicht, endet der Asphalt und die Schotterpiste beginnt.

    Wir lassen an der ersten Kurve etwas Luft aus den Reifen. Die Piste wird steil, lose Steine rutschen unter den Rädern. Es erinnert ein wenig an den Sani Pass in Lesotho. Vorsichtig kurbeln wir uns den Berg hinab, enge Kurven, schmale Stellen, teilweise müssen wir anhalten, um entgegenkommende Autos vorbeizulassen. Jeder Meter fordert Aufmerksamkeit, jeder Blick nach unten lässt uns die Tiefe spüren.

    Unterwegs liegt Viladside wie ein kleines Wunder in den Bergen. Wie schaffen die Menschen hier ihre Häuser? Die Straße ist eng, die Hänge steil, doch es gibt Wasser und Leben. Das Dorf wirkt ruhig und angenehm, kaum Hitze, nur diese klare, frische Bergluft.

    Schließlich erreichen wir den Fuß des Snake Canyon. Ein terrassenförmiger Platz lädt zum Verweilen ein. Schon andere Overlander haben hier Feuerstellen eingerichtet. Wir gesellen uns zu der deutschen Urlauberfamilie die wir bereits in Nizza auf dem Campingplatz kennen gelernt hatten. Marie will sofort zum mit ihnen Spielen. Regina kocht mit Anna und die beiden bereiten gemeinsam das Abendessen. Später sitzen wir alle ums Feuer, Leslie und Jerome stoßen auch noch dazu. Stockbrotteig wird gerollt, über dem Feuer gebacken, und wir genießen das Knistern und die Gespräche über das Reisen, Abenteuer und das Leben unterwegs.

    Am nächsten Morgen starten wir etwas später. Leslie und Jerome sind schon weitergezogen, wir laufen zu mit Anna, Micha und Ihren beiden Kids in den Canyon hinein. Die Felsen, die Schatten und das glitzernde Wasser lassen den Ort magisch wirken. Micha wagt sich weiter in den Canyon, klettert, springt ins Wasser – ein echtes Abenteuer. Anna bleibt mit den Kindern zurück, kleine Nickerchen im Schatten. Wir genießen die Ruhe, drehen um und verabschieden uns schließlich von der Familie.

    Der Rückweg nach oben fordert den Sprinter. Eine steile Stelle mit losem Geröll verlangt zwei Anläufe, doch schließlich meistert er alles. Langsam kurbeln wir uns hoch, genießen jeden Blick auf die schroffen Berge, die Schluchten, die Weite. Und während wir weiterfahren, bleibt die Erinnerung an diesen magischen Ort, den Snake Canyon, tief im Herzen.
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