Dubai anders erleben
Feb 27–Mar 3 in the United Arab Emirates ⋅ ☀️ 23 °C
Diesmal fahren wir mit dem Auto nach Dubai. Kein glamouröser Start, sondern eine lange Liste voller Autoersatzteile, die Jens unbedingt finden möchte. Doch es ist Ramadan und viele Geschäfte haben tagsüber geschlossen oder genau die Teile nicht, die wir brauchen. Nachrichten bleiben unbeantwortet, Wege führen ins Leere. Am Ende landen wir bei Mercedes und bestellen dort die nötigsten Ersatzteile. Jetzt heißt es warten.
Wir schlafen auf einem Parkplatz neben einem schöne Strand Park. Dort spielt Marie glücklich auf den Spielplätzen. Hier ist am Abend viel los. Mit Sonnenuntergang erwacht draußen das Leben. Es ist Ramadan, d.h. Menschen essen, reden und lachen bis tief in die Nacht. Warme Luft liegt über allem, doch Schlaf finden wir kaum. Die Leute sitzen auf dem Parkplatz neben ihren Autos und unterhalten sich lautstark. Unser Rhythmus passt nicht zu dem der Stadt im Ramadan.
Am nächsten Tag treffen wir zufällig wieder Marion und Carsten, die wir zuvor im Oman verabschiedet hatten. Gemeinsam gehen wir schwimmen und genießen den Nachmittag, bis plötzlich ein tiefes Dröhnen den Himmel erfüllt. Wie Düsenjets, doch wir sehen nichts. Dann folgen dumpfe Explosionen. Nachrichten erscheinen auf unseren Handys. Angriffe, Raketen, militärische Spannungen in der Region. Die Flugbahnen verlaufen über unseren Köpfen.
Aus einem mulmigen Gefühl wird etwas Angst. Wir überlegen, ob wir wegfahren sollen, suchen auf Karten nach sicheren Orten, diskutieren leise, damit Maria nichts merkt. Am Ende bleiben wir doch auf dem Beachpark-Parkplatz.
In der Nacht schrillen plötzlich alle Handys gleichzeitig mit einer Warnmeldung. Menschen stehen draußen, Autos fahren hektisch davon. Marie fragt immer wieder, was ein Raketenanschlag ist. Wir versuchen ruhig zu bleiben, obwohl wir selbst keine Antworten haben.
Am Morgen weckt uns ein gewaltiger Knall. Das Auto wackelt, irgendwo detoniert etwas. Regina wird es flau im Magen. So nah hat sich Krieg für uns noch nie angefühlt. Beim Frühstück sprechen wir darüber, wie Menschen in echten Kriegsgebieten das täglich erleben müssen. Wir sehen unweit von uns starken Rauch aufsteigen. Irgendwie brennt es durch die Detonation. Das reicht uns schon, um alles anders zu sehen. Wir tragen uns erstmal in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes ein. Immer wieder hören wir Jets oder Raketen über uns fliegen, manchmal auch eine Detonation.
Tagsüber wird es ruhiger. Wir waschen Wäsche, gehen joggen, spielen mit Maria im Park. Dann wir kaufen vorsorglich Wasser und Lebensmittel. Vorsorglich Tanken wir den Wagen randvoll und lassen ebenfalls unseren beiden Reservekanister befüllen.
Als wir später Ersatzteile bei Mercedes abholen, fehlen viele. Lieferungen können wegen der Angriffe nicht ankommen. Wir wollen lieber weiterfahren, als zu warten. Wir lassen noch neue Reifen montieren, da es diese hier gibt, und verabschieden uns von unseren Freunden. Auf der Weiterfahrt kommen wir an dem qualmenden Haus vorbei. Dabei stellen wir fest, dass das Lagerhaus brennt, wo wir eine Tag zuvor nach neuen Reifen gefragt haben. Es ist ein komisches Gefühl.
Im Süden von Dubai treffen wir uns in der Marina mit Oskar den Sohn von Jens Cousine. Er wollte eigentlich Urlaub mit seinen Freunden machen, von denen die Meisten erst gar nicht hier ankamen. Wir flanieren an der Promenade insgeheim etwas essen. Aber hier scheint alles normal zu sein. Touristen sitzen in Cafés, Bars, Kinder spielen auf den Spielplätzen, Touristen flanieren unbeschwert die Promenade entlang. Es scheint, als wäre alles normal hier.
Dubai zeigt sich uns diesmal anders. Nicht nur glänzend und laut, sondern auch unsicher. Zwischen Spielplatzmomenten, Angst in der Nacht und Dankbarkeit merken wir, wie zerbrechlich Sicherheit sein kann.Read more


























TravelerHeftig, denke regelmäßig an Euch! Drück Euch die Daumen!
TravelerEs war wirklich unheimlich und beängstigend.
TravelerBoah, so plötzlich mitten in einem Krisengebiet zu sitzen macht richtig Angst. Ich drücke Euch die Daumen dass ihr unbeschadet aus der Region wieder raus kommt!
TravelerVielen lieben Dank!