• Hochwasser versperrt unseren Weg

    March 19 in Saudi Arabia ⋅ 🌬 18 °C

    Wir verbringen eine ruhige Zeit zwischen den beeindruckenden Felsen. Marie klettert noch begeistert auf den Steinen herum, bevor es dunkel wird. In der Nacht zieht ein heftiges Unwetter auf. Der Sturm wird immer stärker, das Auto wackelt im Wind und Gewitter mit Donner und grellen Blitzen zieht über uns hinweg. Heftige Windböen lassen uns immer wieder aufwachen.

    Am Morgen ist alles vorbei. Die Luft ist kalt und frisch. Wir ziehen lange Hosen an und holen sogar die dicken Winterjacken hervor, so stark hat es abgekühlt. Der Wind lässt nach und später kommt die Sonne heraus. Marie klettert wieder voller Energie auf den Felsen, während wir in Ruhe frühstücken.

    Später gehen wir gemeinsam zur Kante des Wadis, wo ein kleiner Bach fließt. Wir stehen auf den Felsen und schauen hinunter. Jens fragt, ob dort vorne eine Welle sei. Regina meint zuerst, es sei nur eine Stromschnelle, doch Sekunden später bewegt sich die vermeintliche Welle. Innerhalb kürzester Zeit schwillt der Bach zu einem reißenden, braunen Fluss an und tritt über die Ufer.

    Uns wird klar, dass die Straße den Fluss kreuzt. Von weiter oben erkennen wir, wie gewaltig das Wasser geworden ist. Ein Pickup und einem Lkw ist die Durchfahrt unmöglich. Auch andere Autos warten dort und die Insassen beobachten das Wasser. Also fahren wir zurück zu unserem Stellplatz und machen das Beste daraus.

    Wir stellen uns etwas windgeschützter hin. Draußen ist es weiterhin stürmisch, deshalb verbringen wir viel Zeit im Auto. Mit Marie backen wir einen Regenbogenkuchen, den sie sich lange gewünscht hat, und laden Jerome und Leslie zum Kuchenessen ein. Trotz allem wird es ein schöner Nachmittag.

    Am Abend gehen wir noch einmal zur Straße, doch der Pegel ist weiterhin zu hoch. Einige Locals sprechen mit uns und wollen uns sogar zum Fastenbrechen einladen, denn es ist Zuckerfest. Viele kommen selbst nicht nach Hause wegen des Wassers. Später in der Nacht bringt uns jemand sogar ein ganzes Paket kleiner Wasserflaschen vorbei und fragt was wir noch brauchen, eine unglaublich nette Geste.

    Die Nacht verläuft diesmal ruhig. Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück erneut zur Straße und endlich ist die Durchfahrt möglich. Noch immer liegt Wasser auf der Fahrbahn und alles ist matschig, doch wir kommen durch. Insgesamt müssen wir den Fluss fünfmal queren, teilweise ist die Straße beschädigt, aber wir schaffen jede Passage.
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