• Last Blog

    July 30, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C

    HANNOVER * Welch treffender Titel. Der letzte Blog. Nachdem ich über zwei Wochen lang jeden Tag abends geschrieben habe.

    Mir ist dabei fast ein bisschen melancholisch zumute. Der Blog hat mich in England gut beschäftigt gehalten, der Zeitaufwand ist doch erheblich, circa 1,5 Stunden am Tag. Einschließlich Komoot – Wanderung mit Fotos ausstatten, den Blog aufsprechen, korrekturlesen, Fotos einfügen, etc. pp.

    Aber bereits jetzt merke ich, dass ich selbst mein vermutlich treuester Leser bin, und einzelne Tage wieder anschaue und lese und nacherlebe. So ist es ja auch gedacht, als persönliches Reisetagebuch, das mit Interessierten geteilt wird.

    Heute war wieder ein Arbeitstag, ich bin sehr müde heute Morgen aufgewacht, trotzdem um 8:45 Uhr bei der Arbeit gewesen, und hatte sofort zwei Besprechungen direkt hintereinander, bis einschließlich 13:00 Uhr. Typische Arbeitstermine, den zweiten Termin hätte ich gerne viel besser vorbereitet, beziehungsweise vorbereitet gehabt durch einen Kollegen. Aber so ist es dann manchmal. Der Rest des Tages war von Mails durchsehen geprägt, und natürlich auch Gespräche mit Kollegen, die sich meinen Urlaub erzählen ließen etc. pp.

    Wie blicke ich auf die Zeit in England zurück?

    Erstmal: ich finde es sehr cool, dass ich es überhaupt gemacht habe. Die Entscheidung dieser Art von Reise zu machen, kam ja erst eine Woche bevor ich überhaupt losgefahren bin. Das es teuer werden würde, war mir klar, denn die Kosten für Unterkunft und Mietwagen würde ich alleine tragen müssen, sonst sind diese Kosten oft durch zwei gegangen. In der kurzen Zeit hatte ich mich dann doch etwas vorbereitet, und hatte dann eine Google Maps Liste mit Orten, die ich mir anschauen wollte. Und interessant: im Grunde genommen habe ich es dann auch genauso gemacht. Gut finde ich auch, dass ich letztendlich dann flexibel reagiert habe, wenn ich gemerkt habe, dass die Art der Reise nicht zu meinen Bedürfnissen passt. Zum Beispiel habe ich dann nicht mehr ständig die Quartiere gewechselt, sondern hatte immer drei Mindestübernachtung. Und ich habe deutlich gemerkt, was ich mag in Nord-England, und was ich nicht mag.

    Was ich mag: die Landschaft, die Ausblicke, das milde Wetter, die freundlichen Menschen, die schönen alten Häuser, die traditionellen Felder und Weiden mit den Steinmauern, die Tearooms, und auch die zahlreichen Pfade und Wanderwege innerhalb und außerhalb von Ortschaften.

    Was ich nicht mag: die engen englischen Straßen, auf denen man ständig mit voller Aufmerksamkeit fahren muss. Menschen, die nicht grüßen, wenn man sich beim Wandern begegnet. Regen, der zu häufig kommt. Und Tearooms, die zu früh schließen. Ach ja, und nicht zu vergessen: britische Insekten scheinen deutlich aggressiver als in Deutschland zu sein. Ich habe das im Blog nicht weiter erwähnt, aber zwischendurch war ich ganz schön zerstochen, und auch aus meinem letzten Quartier habe ich mir noch ein Dutzend juckende Mückenstiche mitgebracht.

    Die Fahrstrecke war fast 1.000 km (991 km Gesamt), ich habe nicht geschaut, wie viele Kilometer ich gewandert bin, wie viele Höhenmeter ich gemacht habe, und ich habe auch noch nicht geschaut, was es insgesamt gekostet hat. Im Grunde genommen sind die Kosten auch egal, obwohl das Thema für mich natürlich immer da ist. Aber ich werde nie mehr Geld haben als jetzt. Also: wenn eine solche Reise, dann jetzt. Goldrichtig!

    Was lerne ich aus der Reise, was nehme ich mit? Natürlich ganz vorne: Was du tust, bestimmt, wer du wirst! Das ist ein Mantra, bei dem ich tatsächlich erst schauen muss, wie ich es im alltäglichen Leben anwende. Aber es gilt es anzuwenden. Dann ist auch interessant: Pläne gehen auf, oder entwickeln sich ganz anders – und eigentlich ist es immer gut. Egal, ob es Fahrstrecken, Sonnentage oder menschliche Begegnungen betrifft.

    Interessant übrigens auch: ich habe während der ganzen Zeit in Großbritannien nicht an einziges Mal Fernsehen geschaut, doch, Korrektur: in einem Frühstücksraum eines Gästehauses lief ein Fernseher, morgens. Für alle.

    Ich freue mich für mich, dass ich die Reise gemacht habe. Ich habe es mir gegönnt, und ich gönne es mir. Ein tolles Erlebnis, an dass ich noch jahrelang denken werde. Diese Reise gehört jetzt zu meinen Lebenserinnerungen.

    Und noch eine Erkenntnis: ich sollte mehr reisen. Deutlich mehr.

    Zu Orthographie und Zeichensetzung: Werte Leserschaft, wenn ihr überflüssige Kommas findet, nehmt sie bitte und setzt sie dahin, wo welche fehlen. Findet ihr Rechtschreibfehler, dürft ihr sie gerne behalten. Beschwerden bitte an Siri, ich habe den Blog normalerweise komplett eingesprochen. Für Unklarheiten in der Erzählstruktur, Dramaturgie, oder dem fehlenden roten Faden übernehme ich selbst die Verantwortung: alle Blogs sind direkt am jeweiligen Abend eingesprochen, und dann nur noch sehr unwesentlich geändert worden. Der Vorteil ist: die Authentizität. Das, was ich in dem Moment dachte und fühlte, und das können ja manchmal auch sehr kleine Sachen sein, haben ihren Weg in den Blog gefunden, aus dem Moment heraus.

    Meine verloren gegangene Tasche (Aufgabe – Gepäck) ist übrigens gefunden worden, bisher aber nicht bei mir angekommen. Ich rechne morgen mit ihr, und lasse mir dann berichten, was sie in der Zwischenzeit alles ohne mich erlebt hat.

    Vielen Dank für euer Interesse!
    Read more