• 💰Elektrofähre & Geldmuseum

    October 9 in Portugal ☀️ 23 °C

    Position: Tejo und Baixa, Lissabon. Wetter: weiterhin wolkenlos. Stimmung an Bord: hungrig, aber neugierig.

    11:55 – Überfahrt nach Lissabon mit einem der neuen Elektroschiffe der Transtejo. 40 Meter lang, Platz für 540 Passagiere, angetrieben von zwei Elektromotoren mit je 500 kW. Unter Deck stecken 1.860 kWh Batterie, das entspricht gut 20 Akkus eines ID. Buzz. Geladen wird bei jedem Anlegen: Ein Roboterarm dockt automatisch an und schiebt mit bis zu 4 Megawatt Strom nach, in rund sechs Minuten ist das Schiff wieder startklar. Kein Dieselgeruch, kein Motorenlärm, nur leises Surren über den Tejo. Die Fregatte von vorhin hätte gestaunt.

    12:05 – Landgang in Cais do Sodré. Die Crew rüstet sich am Automaten mit Zapping-Guthaben aus. Der Automat will eine Steuernummer. Natürlich. In Portugal will jeder Automat, jede Kassa und jedes Café eine Steuernummer. Die Crew antwortet souverän mit „No invoice“.

    12:30 – Vorbei am Rathaus von Lissabon. Von diesem Balkon wurde am 5. Oktober 1910 die Republik ausgerufen. Die Monarchie: versenkt.

    12:40 – Spontane Entscheidung des Kapitäns: Noch ein Schiffsmuseum muss heute nicht sein. Stattdessen Anlegemanöver am Museu do Dinheiro der portugiesischen Nationalbank, untergebracht in der ehemaligen Kirche São Julião. Eintritt: gratis. Highlight für die Technikabteilung der Crew: die Tresortüren. Riesig, tonnenschwer und trotzdem lassen sie sich von Hand bewegen. Bolzen, Riegel, Zahnräder, eine Mechanik zum Niederknien. Im Untergeschoss dazu ein Stück der mittelalterlichen Stadtmauer von König Dinis, gefunden erst beim Umbau, und Münzen von der Antike bis zum Euro.

    Eintrag Ende. Kassenstand der Crew: unverändert. Hunger: steigend.
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