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Portugal 2026

⚓ Portugal 2026: Mit dem Camper die Silberküste entlang, Lissabon im Marathon-Fieber und am Ende dort, wo das Land endet und das Meer beginnt. Read more
  • Trip start
    October 7, 2026
  • Anflug auf Lissabon 🌅

    October 7 in Portugal ⛅ 18 °C

    Sonnenaufgang über dem Tejo, und mittendrin die Vasco-da-Gama-Brücke, über 12 Kilometer lang. Von oben schaut die richtig gewaltig aus. Besser kann man in Portugal nicht ankommen.
    Am Boden dann die zweite Entdeckung: Auf dem Vorfeld flitzen Citroën Ami herum, diese kleinen Elektrokübel. Hier fahren sie nicht als Stadtflitzer, sondern als Dienstwagen mit Blinklicht am Dach. 😄Read more

  • Autowagen ausleihen 1

    October 7 in Portugal ⛅ 19 °C

    Mietwagen abgeholt und erst einmal eine Runde ums Auto gedreht. Und dann noch eine. Und noch eine. Kratzer, Dellen, Macken, wohin man schaut. Wie man ein Auto so dermaßen zurichten kann, ist uns ein Rätsel. Also Handy raus und alles dokumentiert, jede Schramme, jeder Lackschaden, aus allen Winkeln. Das Fotoalbum vom Mietwagen ist inzwischen größer als das vom Urlaub. 📸 Wir nutzen weder Wasser noch Küche.Read more

  • Autowagen ausleihen 2

    October 7 in Portugal ⛅ 21 °C

    Innen? Sagen wir so: SAUBER ist was anderes. Und weil wir schon dabei waren, gleich noch den Ölstand kontrolliert: am Minimum, eh klar. Die Beschleunigung misst man bei der Karre am besten mit dem Kalender, und während der Fahrt klappert alles, was klappern kann. Aber gut, es ist halt ein Leihauto, und kaufen wollen wir’s ja nicht. Hauptsache, es bringt uns irgendwie durch Portugal. Die Beweisfotos sind jedenfalls gesichert. 😉Read more

  • 🌊 Logbuch: Nazaré – gesehen und weiter

    October 7 in Portugal ☀️ 20 °C

    Position: Nazaré, Silberküste. Wetter: strahlend blau. Stimmung an Bord: Urlaub beginnt.

    Erster Tag, erster Halt. Schon die Anfahrt ist bedrückend: Wo bis Anfang 2026 noch dichter Pinienwald stand, liegen heute Holzhaufen am Straßenrand und vereinzelte, kahle Stämme ragen in den Himmel. Zuerst hat ein großer Waldbrand 2025 den Wald zerstört, dann hat der Sturm 2026 den Rest erledigt. Rund 8 Millionen Pinien sind verschwunden.

    Dann Nazaré selbst: oben am Sítio die Wallfahrtskirche, unten die Strandpromenade mit Souvenirständen dicht an dicht. Am Kreisverkehr begrüßt uns eine rostrote Stahlfigur einer Nazaré-Frau in ihren berühmten Röcken, der Legende nach sind es sieben.

    Das Urteil der Crew fällt schnell: eine furchtbare Touristenfalle. Wir haben es gesehen, das reicht. Die berühmten Monsterwellen von Nazaré gibt es ohnehin erst im Winter. Also Leinen los und weiter die Küste entlang.

    Eintrag Ende. Danke an Beat und Susann für die Bilder aus ihrer Dashcam!
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  • Abendessen

    October 7 in Portugal 🌬 19 °C

    Erster richtiger Stopp: Peniche. Und gleich ein sensationelles Abendessen zum Einstand. Fangfrischer Fisch vom Grill, die Haut schön knusprig, dazu Salat und Gemüse. Mehr braucht’s nicht. Nach der Nacht am Flughafen, dem Flug und dem Abenteuer mit dem Mietwagen sind wir danach nur noch totmüde ins Bett gefallen. 😴Read more

  • Santa Cruz 🌊

    October 8 in Portugal ☀️ 20 °C

    Heute geht’s weiter Richtung Süden, nach Lissabon. Zwischenstopp in Santa Cruz, und ganz ehrlich: So einen schönen Strand hab ich noch nie gesehen. Kilometerlanger Sand, der Atlantik in tiefem Blau, strahlender Himmel und 20 Grad. Unser blauer Bus parkt mit Meerblick, der hat’s sich nach den ersten Kilometern auch verdient. Wunderschön! ☀️

    Ein bisschen schluckt man dann aber doch: Überall an der Promenade hängen Tsunami-Warnschilder mit ausgeschilderten Fluchtwegen nach oben. Das kommt nicht von ungefähr, 1755 hat ein schweres Erdbeben samt Tsunami Lissabon großteils zerstört. Bei uns daheim in den Bergen schaut man auf die Lawinenwarnstufen, hier merkt man sich halt, wo die nächste Stiege hinaufgeht. 🏃‍♂️⬆️
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  • Ericeira 🏄‍♂️

    October 8 in Portugal ☀️ 23 °C

    Nächster Stopp: Ericeira, Surf-Hochburg und Europas erstes World Surfing Reserve. Passend dazu läuft gerade die EDP Ericeira Pro, ein Bewerb der WSL Challenger Series am Strand von Ribeira d’Ilhas. Die halbe Welt der Surfer ist also da.

    Und wir stehen da und verstehen’s einfach nicht. Stundenlang im kalten Wasser sitzen und auf DIE eine Welle warten? Da loben wir uns das Snowboarden: Lift rauf, Piste runter, und der Berg ist morgen auch noch an der gleichen Stelle. Viel lässiger und vor allem planbarer.

    Trotzdem: Das mal live gesehen zu haben, war schon sehr, sehr cool. Wenn die Profis eine Welle erwischen und draufstehen, als wär’s nix, dann zieht man schon den Hut. Jedem das Seine. 🏂🤙
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  • Azenhas do Mar 🏘️

    October 8 in Portugal ☀️ 22 °C

    Kurzer Zwischenstopp in Azenhas do Mar, und der hat sich ausgezahlt. Weiße Häuschen kleben da förmlich an der Klippe, direkt über dem Atlantik, als hätte sie jemand hingestellt und gehofft, dass sie halten. Ganz unten liegt ein natürliches Meeresschwimmbecken, in das die Wellen hineinschwappen. Der Name kommt übrigens von den alten Wassermühlen („Azenhas”), die hier früher standen. Ein sehr schönes Städtchen, klein, ruhig und wie aus dem Bilderbuch. Ein paar Fotos, einmal tief durchschnaufen, und weiter geht’s. 📸Read more

  • Estoril 🏎️

    October 8 in Portugal ☀️ 26 °C

    Weiter ging’s durch Estoril, und hier merkt man sofort: Das ist eine andere Liga. Prachtvolle Villen, gepflegte Promenaden, das berühmte Casino, alles sehr, sehr elitär und wunderschön. Mit unserem klappernden Leihbus sind wir da eher unauffällig durchgerollt. 😄

    Für Motorsportfans wie mich ist Estoril aber vor allem ein Name: Auf dem Autódromo oberhalb der Stadt hat Ayrton Senna 1985 im strömenden Regen seinen allerersten Formel-1-Sieg eingefahren, mit dem Lotus und einer Fahrt, die bis heute legendär ist. Von 1984 bis 1996 war die Strecke fixer Teil der Formel 1. Wenn man hier durchfährt, kriegt man schon ein bisschen Gänsehaut. Nur wär die Beschleunigung von unserer Karre für eine Runde auf der Strecke eher … ausbaufähig. 🏁
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  • Ponte 25 de Abril 🌉

    October 8 in Portugal ☀️ 28 °C

    Und dann ging’s über DIE Brücke von Lissabon: die Ponte 25 de Abril. Was für ein Bauwerk! Rund 2,3 Kilometer lang, die Hauptspannweite zwischen den beiden Pylonen misst über einen Kilometer, und man fährt rund 70 Meter über dem Tejo. Oben rollen die Autos, unten auf einer zweiten Ebene der Zug. Und weil die mittleren Fahrspuren aus Gitterrost sind, brummt und singt die Brücke beim Drüberfahren. Ein Geräusch, das man nicht so schnell vergisst.

    Eröffnet wurde sie 1966, damals noch als Ponte Salazar, benannt nach dem Diktator. Nach der Nelkenrevolution vom 25. April 1974 hat man sie umgetauft, und seither erinnert ihr Name an den Tag, an dem Portugal frei wurde. Wegen der roten Farbe wird sie gern mit der Golden Gate Bridge verglichen, gebaut hat sie eine amerikanische Firma.

    Am Südufer breitet die Christusstatue Cristo Rei ihre Arme über die Stadt aus, rund 110 Meter hoch mitsamt Sockel, inspiriert vom Vorbild in Rio. Brücke, Statue, Fluss und Stadt in einem Bild: ein Wahnsinn! Und Richtung Süden sogar mautfrei. 😉
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  • ⚓ U-Boot & Fregatte in Cacilhas

    October 9 in Portugal ☀️ 19 °C

    Position: Cacilhas, Südufer des Tejo. Wetter: wolkenlos, 19 Grad. Stimmung an Bord: ausgezeichnet.

    10:15 – Der Camper bleibt heute im Hafen, die Crew lässt sich per Taxi nach Cacilhas bringen. Das Taxameter zeigt am Ende 8,35 €, ein fairer Preis für eine Überfahrt an Land.

    10:45 – Erstes Ziel im Trockendock: das U-Boot Barracuda (S164), 42 Jahre im Dienst, von 1968 bis 2010. Der Kapitän untersucht das Boot gründlich und stellt die entscheidende Frage: Wo ist der Dieseltank? Und wo die Tankuhr? Ergebnis der Ermittlungen: Der Tank liegt unsichtbar tief im Rumpf, verbrauchter Diesel wird durch Meerwasser ersetzt, und eine Tankuhr wie im Auto gibt es nicht. Die Zahlen vorne am Bug sind übrigens keine Tankanzeige, sondern Tiefgangsmarken. Fall gelöst. 🔍

    11:15 – Weiter zur Fregatte D. Fernando II e Glória, 1843 in Indien aus Teakholz gebaut, das letzte Segelschiff der portugiesischen Marine auf der Indienroute. Nach einem Brand 1963 lag sie jahrzehntelang als Wrack im Tejo, heute glänzt sie wieder. Unglaublich, an wie vielen Haken unter Deck die Hängematten der Crew aufgehängt wurden, Mann an Mann, kaum eine Handbreit Platz dazwischen. Und vor allem dieser Geruch da drinnen: altes Holz, Teer und fast zwei Jahrhunderte Seefahrt. Den vergisst man so schnell nicht.

    11:55 – Leinen los, Fähre nach Lissabon. Wir verlassen die Marine und wechseln zur zivilen Schifffahrt.

    Eintrag Ende. Die Crew ist wohlauf, der Kaffeebedarf steigt.
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  • 💰Elektrofähre & Geldmuseum

    October 9 in Portugal ☀️ 23 °C

    Position: Tejo und Baixa, Lissabon. Wetter: weiterhin wolkenlos. Stimmung an Bord: hungrig, aber neugierig.

    11:55 – Überfahrt nach Lissabon mit einem der neuen Elektroschiffe der Transtejo. 40 Meter lang, Platz für 540 Passagiere, angetrieben von zwei Elektromotoren mit je 500 kW. Unter Deck stecken 1.860 kWh Batterie, das entspricht gut 20 Akkus eines ID. Buzz. Geladen wird bei jedem Anlegen: Ein Roboterarm dockt automatisch an und schiebt mit bis zu 4 Megawatt Strom nach, in rund sechs Minuten ist das Schiff wieder startklar. Kein Dieselgeruch, kein Motorenlärm, nur leises Surren über den Tejo. Die Fregatte von vorhin hätte gestaunt.

    12:05 – Landgang in Cais do Sodré. Die Crew rüstet sich am Automaten mit Zapping-Guthaben aus. Der Automat will eine Steuernummer. Natürlich. In Portugal will jeder Automat, jede Kassa und jedes Café eine Steuernummer. Die Crew antwortet souverän mit „No invoice“.

    12:30 – Vorbei am Rathaus von Lissabon. Von diesem Balkon wurde am 5. Oktober 1910 die Republik ausgerufen. Die Monarchie: versenkt.

    12:40 – Spontane Entscheidung des Kapitäns: Noch ein Schiffsmuseum muss heute nicht sein. Stattdessen Anlegemanöver am Museu do Dinheiro der portugiesischen Nationalbank, untergebracht in der ehemaligen Kirche São Julião. Eintritt: gratis. Highlight für die Technikabteilung der Crew: die Tresortüren. Riesig, tonnenschwer und trotzdem lassen sie sich von Hand bewegen. Bolzen, Riegel, Zahnräder, eine Mechanik zum Niederknien. Im Untergeschoss dazu ein Stück der mittelalterlichen Stadtmauer von König Dinis, gefunden erst beim Umbau, und Münzen von der Antike bis zum Euro.

    Eintrag Ende. Kassenstand der Crew: unverändert. Hunger: steigend.
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  • 🍣 Strandpromenade & Sushi

    October 9 in Portugal ☀️ 23 °C

    Position: Costa da Caparica, Atlantikküste. Wetter: 23 Grad, Sonne tief über dem Meer. Stimmung an Bord: urlaubsreif im besten Sinne.

    16:35 – Rückfahrt mit der Elektrofähre nach Cacilhas, von dort per Taxi zurück in den Heimathafen. Der Landgang in Lissabon ist beendet, jetzt übernimmt der Atlantik.

    Abends – Ausflug auf die Strandpromenade, die direkt an unserem Campingplatz vorbeiführt. Kilometerlang am Meer entlang, Radweg, Laufstrecke, Strandbars und links rauscht der Atlantik. Die Sonne steht tief, halb Caparica ist unterwegs. Superschön.

    Unterwegs eine Infotafel zum Küstenschutz, aufgestellt im Rahmen der Blauen Flagge, die 2027 ihr 40-jähriges Jubiläum feiert. Die Crew lernt: Die Dünen sind hier kein Deko-Sand, sondern der Schutzwall zwischen Land und Meer. Der Wind weht Sand vom Strand in die Dünen, und nach schweren Stürmen geben die Dünen den Sand wieder an den Strand zurück. Ein lebendiges System im Gleichgewicht. Zusammengehalten wird es von zähen Pflanzen wie Stranddistel und Strandhafer, dessen Wurzeln gleichzeitig in die Breite und in die Tiefe wachsen. Dazu kommen Vögel wie Sanderling, Seeregenpfeifer und Zwergseeschwalbe. Die Regeln sind streng: Straßen sollten mindestens zwei Kilometer von der Küste entfernt verlaufen, Zugänge zum Strand nur quer zur Küste und über die Dünen nur auf Holzstegen. Denn wird ein Teil zerstört, kann das ganze System kippen. Die Crew nimmt’s zur Kenntnis und bleibt brav auf dem Steg.

    Zwischenstopp für die Crew: zwei Pfiff um zusammen 3 Euro. Die Crew staunt: Bier und Kaffee sind hier unglaublich günstig, in Obergurgl würde man für diesen Betrag gerade einmal mitleidig angeschaut werden.

    Zum Abschluss: Sushi direkt aus dem Meer, frischer geht es kaum. Gemacht von den Jungs von www.instagram.com/newsushii. Großartig! 🍣

    Eintrag Ende. Die Crew ist satt, glücklich und bereit für morgen.
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  • 🧭 Am Ende der Welt

    October 10 in Portugal ☁️ 19 °C

    Vormittags – Kurs West über die Autobahn. Am Straßenrand ein Verbotsschild, das die Crew begeistert: Fußgänger, Karren, Mopeds und Kühe haben hier nichts verloren. Man darf in Portugal also offiziell keine Herde auf die Autobahn treiben. Herrlich.

    Mittags – Ankunft am westlichsten Punkt des europäischen Festlands. Hätte man ahnen können: eine Touristenfalle, ungefähr so spektakulär wie das Nordkap. Ein Zaun, eine Klippe, dahinter unendlich Meer. Dafür gratis. Jetzt erklären sich auch die vielen Busse und die gut ausgebauten Straßen.

    Auf dem Denkmal von 1979 steht der Vers von Camões: „Hier, wo das Land endet und das Meer beginnt.“ Daneben der Leuchtturm mit roter Laterne, seit 1772 in Betrieb und einer der ältesten Portugals.

    Trotz Menschenmassen ein schöner Ausflug.

    Eintrag Ende. Die Crew hat Europa vollständig durchquert, zumindest in westlicher Richtung. 🌊
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  • 🏃 Marathon-Tag in Lissabon

    October 10 in Portugal ☁️ 25 °C

    Position: Praça do Comércio, Lissabon. Stimmung an Bord: Gänsehaut.

    Nachmittags – Ankunft im Zielgelände der EDP Maratona de Lisboa, nach rund acht Stunden Renndauer. Eigentlich wäre nach sechs Stunden Schluss, doch die Veranstalter geben großzügig Zeit dazu. Und als Besenwagen-Fahrer vom Ötztaler Radmarathon kann ich nicht anders: Wir warten auf die Allerletzten. Applaus für jeden einzelnen. Einziger Wermutstropfen: Einen Besenwagen, der wie bei uns mit dem letzten Teilnehmer gemeinsam ins Ziel rollt, gibt es hier nicht.

    Ein Superspektakel. Hut ab vor jedem, der 42 Kilometer durchläuft.

    Eintrag Ende. Der Kapitän hat noch eine Rechnung offen: Der Halbmarathon wird nachgeholt. Bis dahin heißt es trainieren. 🏅
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  • 🕶️ Katz und Maus in der Baixa

    October 10 in Portugal ⛅ 26 °C

    Position: Rua Augusta, Baixa, Lissabon. Wetter: sonnig, warm. Stimmung an Bord: neugierig und mit dem Blick eines Tourismusberaters.

    Nachmittag – Nach dem Marathon-Zieleinlauf schlendert die Crew durch die Baixa und stößt auf ein Geschäftsmodell der besonderen Art. Mitten in der Fußgängerzone, direkt vor den echten Modegeschäften, liegen Decken auf dem Pflaster. Darauf: YSL-Kettentaschen, Prada-Nylontaschen, Louis-Vuitton-Shopper und Fußballtrikots von Brasilien bis Barça. Alles täuschend echt, alles gefälscht.

    Die Crew analysiert: Eine Tasche kostet im Einkauf vielleicht 5 bis 15 Euro, verkauft wird sie nach zähem Handeln um 20 bis 40. Auf den Decken liegen grob 500 Euro Ware. Keine Miete, keine Lizenz, keine Steuern, nur Bargeld. An einem Tag wie heute, mit Marathon-Publikum und Touristenstrom, dürften da einige hundert Euro Umsatz zusammenkommen, verteilt auf ein ganzes Team.

    Denn alleine arbeitet hier keiner. Einer verkauft, zwei lehnen scheinbar gelangweilt an der Hauswand, Handy in der Hand, Blick die Straße hinunter. Das sind die Aufpasser.

    Dann der Moment: Eine Polizeistreife marschiert heran. Ein kurzes Zeichen, die Ecken der Decken werden hochgezogen, zusammengeknotet, und in wenigen Sekunden ist aus dem Verkaufsstand ein unauffälliges Stoffbündel geworden. Der Verkäufer lehnt danach entspannt an der Wand, das Bündel zu seinen Füßen, als wäre nichts gewesen. Die Polizei zieht vorbei. Die Lage wird gepeilt, das Handy glüht.

    Die Frage des Kapitäns: Gibt es hier denn keine Zivilpolizisten? Doch, die gibt es. Aber die kümmern sich in der Baixa vor allem um Taschendiebe, und die Aufpasser kennen die Gesichter nach ein paar Wochen ohnehin. Für die echten Geschäfte nebenan, die Spitzenmieten zahlen, ist das wenig lustig. Lissabon hat damit dasselbe Problem wie Barcelona oder Rom: Wer durchgreift, verlagert das Problem meist nur in die nächste Gasse.

    Eintrag Ende. Die Crew kauft nichts, schaut aber noch eine Weile zu. In 15 Minuten liegt die Ware vermutlich wieder auf dem Pflaster.
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  • 🍦 Eis am Stiel, Lissabonner Art

    October 10 in Portugal ☀️ 26 °C

    Position: Popbar, Lissabon. Stimmung an Bord: kindlich glücklich.

    Nachmittags – Anlegemanöver bei der Popbar. Handgemachtes Gelato am Stiel, frisch vor Ort produziert. Dutzende Sorten in der Vitrine, von Mango bis Sauerkirsche. Dann das Beste: Man stellt sich sein Eis selbst zusammen, mit Schoko-Dip und Toppings nach Wahl. Die Crew entscheidet sich für bunte Streusel, ganz wie früher. Bewacht wird die Theke übrigens von einem Skelett im Halloween-Kostüm. Geschmack: wunderbar.

    Eintrag Ende. Die Crew ist versöhnt mit der Welt.
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  • ⚓ Schiffe schauen am Tejo

    October 10 in Portugal ☀️ 23 °C

    Die halbe Stadt sitzt auf den Stufen am Wasser, die Crew mittendrin. Auf dem Tejo legt gerade die Celebrity Apex ab, mit dem orangen „Magic Carpet“, einer Bar-Plattform, die außen an der Bordwand rauf und runter fährt. Sie ist auf einer elftägigen Rundreise ab Southampton, war heute von 8 bis 17 Uhr in Lissabon und nimmt jetzt nach einem Seetag Kurs auf Gran Canaria, Teneriffa und Madeira, danach geht es über Vigo zurück nach England. Ende Oktober wechselt sie dann über den Atlantik nach Port Canaveral in Florida in die Karibik-Wintersaison. Daneben bunkert ein kleiner Tanker längsseits an einem riesigen Frachter. Tanken auf offener Reede.

    SO EIN SCHÖNER KRAN! 🏗️ In Almada thront ein roter 300-Tonnen-Portalkran über der Straße: LISNAVE, einst eine der großen Werften Europas. Heute ist das Areal ausgestorben. Geplant ist seit Jahren ein neues Stadtviertel, entworfen von Richard Rogers auf 54 Hektar, passiert ist wenig. Der Tourismusberater an Bord sieht sofort Potenzial: Kran als Aussichtsplattform, Marina, Markthalle, mit Blick auf die Altstadt. 

    Zum Abschluss Fischerboote, Möwen und goldenes Licht. Der Frachter Alkyonis wird entladen, dahinter liegt die Crystal Serenity.

    Eintrag Ende.
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  • 🎶 Quake, Tram & Time Out Market

    October 11 in Portugal ☁️ 22 °C

    Mittag – Taxi, Fähre, Zug nach Belém. Unterwegs ein letzter Blick auf den Halbmarathon: Kilometer 20, die Uhr zeigt 2:55, die Allerletzten kämpfen gegen das Zeitlimit. Respekt.

    13:00 – Quake, das Erdbebenmuseum. Nett gemacht, aber für eineinhalb Stunden einfach zu wenig.

    Nachmittag – Mit der neuen Tram 15E zurück, Schlendern durch die Baixa, wo die klassische Tram 28 durch die Gassen rumpelt, inklusive Tram-Surfer. Der Kapitän entdeckt zwischen den Achsen eine Magnetschienenbremse: Im Notfall saugt sie sich per Elektromagnet an die Schiene und bremst die voll besetzte Tram auch in den steilsten Gassen sicher ab.

    Abends – Time Out Market mit Livemusik und Tänzern mitten in der Halle. Ein schöner Abschluss für einen ruhigen Tag.

    Eintrag Ende. Morgen heißt es: Camper zurückgeben und Leinen los Richtung Heimat.
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  • Adeus, Portugal! Über Millau und Aletsch heim!

    October 12 in Switzerland ☀️ 13 °C

    14:24 – Boarding an Gate 17. Die Frage an den Flughafen-Bot, wer am Nachbargate 18 einsteigt, bleibt unbeantwortet: Er lerne noch. Ermittlungen eingestellt. 🔍

    Über Südfrankreich – Tief unten das Viadukt von Millau, die höchste Brücke der Welt. Sieben Pfeiler, der höchste über 340 Meter, aus dieser Höhe wie mit dem Lineal gezogen. 🌉

    Über den Alpen – Der Große Aletschgletscher in seiner berühmten S-Kurve, kurz darauf Monte Rosa und Matterhorn. Für Bergbewohner der schönste Willkommensgruß. 🏔️

    Kurz nach 19 Uhr – Landung in München, Band 13. Der Koffer lässt sich bitten, Geduld haben wir in Portugal gelernt.

    Obrigado, Portugal! Wir kommen wieder, vielleicht dann mit Laufschuhen.

    Eintrag Ende. Die Crew ist auf Heimatkurs Richtung Ötztal. 🇵🇹✈️🇦🇹
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    Trip end
    October 12, 2026