• Jene, die wir niemals treffen

    August 26, 2025 in Serbia ⋅ ⛅ 25 °C

    Das Summen des Weckers reißt mich aus dem Schlaf. Ich glaube, ich bin in derselben Position aufgewacht, in der ich gestern eingeschlafen bin. Noch etwas müde. Sven deutet auf das Fenster zu meinen Füßen: „Schau mal.“
    Die Sonne steigt langsam über den Horizont. Eine leichte Kälte legt sich auf meine Haut und macht mir bewusst, dass sie noch nicht allzu warm ist.

    Das Aufstehen fällt uns schwer – nicht aus Müdigkeit, sondern wegen des Muskelkaters, welcher uns an den gestrigen Tag erinnert. Wir verzichten auf Sport, trinken stattdessen lauwarmes Wasser, das den Körper von innen wärmt. Eine Dusche, ein kleiner Spaziergang mit den Jungs den Berg hinab und wieder hinauf – dann sind wir bereit für den Tag.

    Um 08:09 Uhr sitzen wir bei Mercedes. Wir warten darauf, dass unser Auto wieder gesund wird, und schenken dem Moment Gelassenheit.

    Dabei denke ich wieder an ein Filmzitat:
    „Wir leben und sterben im Schatten – für jene, die uns nahestehen, und für jene, die wir niemals treffen.“

    Dieser Satz lässt mich nicht los. Wir alle hinterlassen Spuren – nicht nur in den Leben, die eng mit uns verbunden sind, sondern auch dort, wo wir es gar nicht wissen. Jeder Blick, jedes Wort, jede kleine Geste trägt Verantwortung in sich. Wir können Menschen ermutigen oder verletzen, inspirieren, Hoffnung säen oder Zweifel. Selbst die scheinbar unbedeutenden Momente schreiben sich ein – in die Welt, in andere Herzen, in die Zeit nach uns.

    Mir ist es ein Herzensanliegen, Menschen zu berühren, zu inspirieren und das Beste in ihnen zu wecken. Sicher gelingt mir das nicht immer – doch der Wunsch dahinter ist aufrichtig und echt.

    Es ist eine eigenartige Welt geworden. Ja, ich liebe das Leben, und doch spüre ich: Die Zeit ist keine leichte. Vor allem nicht für die, die nach uns kommen. Vielleicht liegt gerade darin unsere Aufgabe – Spuren zu hinterlassen, die tragen. Verantwortung zu übernehmen für das, was aus uns in die Welt fließt.
    Für jene, die uns nahe sind. Und für jene, die wir niemals treffen.

    Vielleicht bleibt am Ende nur die Frage: Welche Spuren möchte ich hinterlassen – und welche wirst du hinterlassen?
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