Wenn Wünsche leise wahr werden..
August 29, 2025 in Greece ⋅ 🌙 26 °C
Ein leises Geräusch weckt mich. Sven schiebt langsam die Jalousie nach oben, zieht die Gardine zu und geht hinaus. Ich bin noch im Halbschlaf, nehme nur wahr, wie die Sonne ins Fenster fällt. Liebevoll hat er den Raum abgedunkelt, weil er weiß, wie sehr ich es mag, wenn der Morgen noch ein wenig Nacht in sich trägt.
Doch nun bin ich wach. Ich mache das Bett, lege mich wieder hin – mit einem kleinen Schalk im Nacken. Ich will ihn überraschen, wenn er von der Gassirunde zurückkommt. So warte ich, unbewegt hinter der Gardine, und lache leise, als er kurz zusammenzuckt. Diesmal nicht so sehr wie sonst – aber genug, um mir ein Schmunzeln zu entlocken.
Später spüre ich den Drang, wieder laufen zu gehen. Seit meiner Verletzung beim Boxen hatte ich pausiert, doch jetzt ist alles verheilt und die Lust kehrt zurück. Sven warnt mich, dass der Strand anstrengender sei, aber ich denke: Wird schon.
Nach eineinhalb Kilometern kehre ich schweißnass zurück und springe direkt ins Meer. Ein kleiner Witz meines Körpers, denke ich, weil ich sonst fast sechs Kilometer laufe und nicht so schweißgebadet bin.
Doch das Meer fängt mich auf. Das leicht kühle Wasser legt sich wie ein Mantel um meinen Körper, wir verbinden uns, werden eins. Heute Morgen ist es stiller, die Wellen brechen sanfter. Gestern Abend war es mir zu wild, die Angst kam schnell hoch. Aber heute stimmt alles. Genau richtig.
Der Vormittag vergeht in Leichtigkeit: ein Mittagsschläfchen, Kuscheleinheiten, noch eine kurze runde schwimmen. Dann beschließen wir, doch schon Richtung Euböa aufzubrechen.
Gestern hatten wir mit dem Vermieter des Hauses gesprochen, das wir eigentlich erst ab Montag beziehen sollen. Weil er Montag verhindert ist, fragt er uns, ob wir nicht schon Sonntag einziehen möchten, zum gleichen Preis. Wir sagen sofort ja. Ich denke, wie sehr es genau das ist, was wir uns schon gewünscht hatten.
Wieder einmal wird mir klar, wie sehr unsere Gedanken das Erleben formen. Was wir denken, zieht Kreise und oft schenkt uns das Leben genau das, was wir uns still erhoffen. Es ist wie ein leiser Dialog mit dem Leben: Ist das Glas halb leer oder halb voll? Vielleicht füllt es sich genau dann, wenn wir lernen, es mit Dankbarkeit und Demut in die Hand zu nehmen.
Nach zweieinhalb Stunden Fahrt erwähne ich beiläufig, dass ich langsam Hunger bekomme. Während ich noch darüber nachdenke, was wir uns kochen könnten, fährt Sven plötzlich die nächste Abfahrt hinunter. „Was machst du?“, frage ich. „Hattest du nicht Hunger?“, antwortet er.
Kaum sind wir von der Autobahn herunter, öffnet sich der Blick: das Meer breitet sich vor uns aus, dahinter steigen die Berge empor, stolz und klar, als wollten sie sagen: Wir sind hier. Eine stille Begrüßung. Wir fahren entlang der Promenade, an Tavernen und Beachclubs vorbei, ein kleiner Ort namens: Arkitsa. Verschlafen, süß, direkt am Meer. Wir setzen uns in eine Taverne und essen – der griechische Salat war einfach großartig.
Danach suchen wir uns unweit des Leuchtturms eine kleine Bucht für die Nacht. Der Camper steht am Wasser, die Wellen brechen und ihr Rauschen übertönt sogar die kaum befahrene Straße. Ich blicke hinaus aufs Meer, sehe die Berge im Hintergrund und spüre nichts als Dankbarkeit.
Manches, was wir erleben, haben wir uns still gewünscht. Manches hat uns das Leben einfach geschenkt. Vielleicht ist genau das die Kraft der Manifestation, zu vertrauen, dass Gedanken Wege finden, Wirklichkeit zu werden.Read more















