• Dank an eine Insel - EVIA 🙏🏻

    September 15, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Tag beginnt früh, noch ohne Frühstück, doch mit einem Bad im Meer. Das Wasser weckt die Sinne, bevor wir uns auf den Weg machen. Schon gestern haben wir entschieden, die Thermalquellen noch einmal zu besuchen. Nur 16 Minuten entfernt, dachten wir, es sei ein guter Plan, gleich am Morgen dort zu sein. In meiner Vorstellung war ein Montagvormittag ruhig, fast leer.

    Die Realität zeigt sich anders. Menschen liegen und stehen dicht an dicht, wie Sardinen in der Büchse. Der Anblick spektakulär. Das Wasser, heiß und dampfend, ergießt sich in kleinen Wasserfällen direkt ins Meer. Viele ältere Menschen haben jede Nische besetzt, doch finden Sven und ich eine freie Stelle. Zusammen stellen wir uns unter den Wasserfall, bleiben für einige Minuten im heißen Strahl, bevor wir ins kühle Meer hinaustreten. Ein Erlebnis, das unter die Haut geht.

    Wir setzen uns auf die Stufen, die vom Wasserfall ins Meer führen, lassen uns noch einmal vom Wasser umspielen und wandern dann die Küste entlang. Schließlich kehren wir für ein kleines Frühstück ein. Wieder einmal stelle ich fest, dass die griechische Küche in diesen Tagen nicht unser Herz erobert. Abgesehen vom griechischen Salat bleibt vieles unscheinbar.

    Zurück am Auto machen wir uns auf den Weg zur Fähre. Nur neun Minuten entfernt, doch wir halten kurz auf einem Feld, damit Chippo und Charly laufen können. Das Navi berechnet neu und so finden wir uns auf einem Schotterweg wieder, der die Fahrt um zehn Minuten verlängert. Ich schüttele den Kopf und denke mir: nichts was wir nicht schon erlebt haben.

    An der Fähre angekommen, bezahlen wir 40,70 Euro für die Überfahrt von Agiokampos nach Glyfa. Teuer, doch nicht viel mehr als die Maut und dafür sparen wir Zeit und haben das kleine Abenteuer einer Überfahrt. Pünktlich um 13 Uhr legt das Schiff ab und zwanzig Minuten dauert die Überfahrt. Ich hoffe auf Delfine, doch sie bleiben leider unsichtbar.

    In Glyfa angekommen, liegt unser Ziel nur zehn Minuten entfernt. Die Beschreibung warnt, dass man sich hier und da einen Kratzer holen könnte. Wir lächeln und denken: Jede Narbe erzählt eine Geschichte. Also let‘s go.

    Der Weg führt durch einen Olivenhain in Hanglage, die Straße wird immer enger und schon glaube ich, dass wir am letzten Stück nicht hindurchpassen. Doch dann öffnet sich der Blick und vor uns liegt das Meer, türkis und klar. Eine kleine Bucht, rechts und links von grün bedeckten Felsen umrahmt. Wir entdecken einen Baum, der uns Schatten schenkt und richten uns dort ein. Das Meer rauscht, die Wellen sprechen in ihrem eigenen Rhythmus und wir sitzen still, beobachten und hören zu.

    Danke, Insel Evia. Danke für die Tage, die du uns geschenkt hast, für deine stillen Orte, deine versteckten Buchten, für die Augenblicke, in denen wir einfach nur sein durften.

    Einige Tage bleiben uns noch, dann kehren wir zurück nach Hause. Auch wenn der Abschied sich schon anbahnt, spüre ich Dankbarkeit für all das, was wir erleben durften und ein kleines Lächeln darauf, dass wir uns sogar schon ein wenig auf zu Hause freuen. 🏡
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