Belgrad
June 1 in Serbia ⋅ 🌧 21 °C
Wenn man im Leben vorher wüsste, was einen erwartet, würde man manche Unternehmungen nicht beginnen. Man wäre aber auch um einige Erfahrungen ärmer.
Wir fahren heute gut 2,5 Stunden nach Belgrad und haben einen Campingplatz in den nördlichen Industrievororten an der Donau herausgesucht. Der Empfang ist sehr freundlich und der Platz sehr gut ausgestattet und modern. Nach einer Stärkung und einsetzendem Regen machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Die Bushaltestelle erreichen wir nach 15 Minuten Fußweg. Der Nahverkehr in Belgrad ist kostenlos, tolle Idee! Der Bus benötigt für die 12 Kilometer allerdings 50 Minuten, weil es im Zentrum staut.
An der Endstelle am Gemüsemarkt sehen wir uns um und sehen nur grau. Dasselbe Grau, das wir vorher auf dem größten Teil der Busfahrt auch schon gesehen haben. Wir fragen nach dem Weg und fahren dann weiter Bus, um zur größten serbisch-orthodoxen Kirche Serbiens zu gelangen: den Dom des Heiligen Sava. Zwischendurch steigen wir an der deutschen Botschaft um, wo wir noch Werbung für „C the unseen“ sehen.
Vom Regen keine Spur mehr, die Sonne zeigt sich immer wieder.
Am Dom steht eine Schlange, von der wir ahnen, dass die letzten Leute heute nicht mehr hinein kommen werden. So fotografieren wir das imposante Bauwerk von außen und lassen uns auf einen Kaffee nebenan nieder. Frisch gestärkt entdecken wir, dass man den Dom auch von der Seite betreten kann, wo niemand ansteht. Drinnen bemerken wir, dass die Schlange für die Segnungen der Priester ansteht.
Das viele Gold und der Umgang der Gläubigen mit den Ikonen sind verstörend für protestantisch geprägte Augen und Verstand. Ein paar Fotos später sind wir wieder draußen und fahren mit dem Bus in die Innenstadt. Dort gibt es einerseits die Einkaufsmeile mit Zugang zur Festung und das Viertel für die serbische Küche. Wir entscheiden uns für das zweite, weil wir Einkaufsmeile und Festung morgen anschauen wollen.
Um es kurz zu machen: wir essen gut, fühlen uns aber nicht willkommen. Die Gesichter der Menschen in den Straßen, vor allem der Männer, sind ausdruckslos, fast niemand lächelt. Auf dem Weg zurück zur Bushaltestelle sehen wir Häuser, die aussehen, als wäre vor 1989 die Zeit stehengeblieben. Es sind so viele und das in einer Hauptstadt einer doch so stolzen Nation.
Wir beschließen, die Festung wegzulassen und morgen abzureisen. Wir freuen uns auf Natur und die anderen Balkanländer.Read more












TravelerWow
TravelerInteressant
TravelerUnd 2027 ist in Belgrad die Expo, Weltausstellung- bin gespannt 🤷🏻♀️