• Von Fliederbeeren und Mehlkastanien

    31 maj–4 juni, Finland ⋅ ☁️ 14 °C

    Die Krähen sind hier genauso grau wie in Berlin, aber grauer als die schwarzen in meinem Brauni-Braunschweig. Karstens These stimmt.

    Eine weiße Möve tippelt mit ihren unproportional kurzen Beinchen hochfrequent vor mir auf dem Gehweg her und schaut nach hinten immer zu mir rüber. Will sie mich veräppeln? Kann die nicht wie jeder andere Vogel auch "normal" laufen? Tun Vögel nicht eigentlich eh für gewöhnlich fliegen 🤔?

    Hmm. So streunere ich abends durch die Gassen. Architektonisch erinnerten mich beim Hereinradeln zumindest außerhalb der Innenstadt einige Bauten dann doch an harten Ostblock: Niedriger Blockbeton, aber mit irgendeinem frischen Charm und eigener Interpretation.

    Meine Wohngegend "Vallila" hingegen scheint jedenfalls auch hip zu sein. Überall zwischen den schnuckelig-bunten Holzhäuschen hineingequetscht blühen und duften gerade Flieder, Mehlbeere und Kastanie. Und plötzlich stehe ich in einem Minipark aus kleinen Weißdornbäumchen. Sie müffeln zwar etwas, sind aber furchtbar hübsch 🥰. (Wenn ich groß bin, möchte ich heimlich ein Waldschrat in einem Weißdornwäldchen sein 🤫.)

    Verwundert beobachte ich, wie ein bierkastengroßer, autonomer Delivery-Bot mit rotem Fähnchen am Zebrastreifen eher mühevoll die Straße zu queren versucht. Mit seinen 4 (ungefederten?) Rädchen hüpft er noch etwas steif die unzureichend abgesenkte Bordsteinkante hinauf, aber hey, er kommt voran! Die Supermärkte und einige Imbisse dispatchen solche Dinger hier gelegentlich. Auf mein Essen würde ich damit aber nicht warten wollen ...

    Endlich ist diese elendige Sonne
    mal weg. Hinter den großen Erdgeschossfenstern und in einigen Bars wird bei schummeriger Stimmung ausgiebig dem erneuten Eishockey-Weltmeistertitel entgegengefiebert. Schon auf der Fähre ging es dahingehend ziemlich wild her. Und die nächtliche Siegesfeuerwerkerei wird mir kurz darauf erfolgreich den Schlaf nehmen 🤗.
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