• Inousses

    20. juli, Grækenland ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Wind ließ sich auch am Tag nach dem WM Finale bitten. Also haben wir erst mal einen Kanister Sprit in den Tank umgefüllt. Sowas erledigt sich in einer ruhigen Bucht allemal einfacher als auf offener See. Und ewig soll der Sprit ja auch nicht im Kanister darben, die Gefahr dass sich Dieselpest bildet ist größer als im Tank.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dieselpest
    Nach einiger Zeit kam er dann aber auf, der Wind! Wurde besser und besser! Segel raus und die "Ostbahn" war in ihrem Element!
    Chios und die vorgelagerte Insel Inoussa schälten sich langsam aus dem Dunst. Nachdem unser Kurs nahe an die türkische Küste geführt hatte, hatten wir rechtzeitig unsere Handys auf das griechische Netz gestellt, um böse Überraschungen bei der Abrechnung zu vermeiden.
    Die Insel selbt ist klein, der einzige Ort ist zwiegespalten. Einerseits die opulenten Villen diverser griechischer Reederfamilien und andererseits etliche dem Verfall preisgegebene Ruinen. Drei Restaurants, zwei Minimarkets, eine Seewasseraufbereitungsanlage, eine kleine Seefahrtsuniversität, ein "Yachtclub" und eine Menge Kirchen und Kapellen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Inousses
    Wir waren in einem der Restaurants essen und verholten nach einer ruhigen Nacht in die kleine Bucht rund um's Kap. Ziegen, Möwen und Fische, sonst nix! Noch eine ruhige Nacht am Anker, faulenzen am nächsten Tag und am Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Lagkada auf der Insel Chios. Dort lernten wir Christine und Hannes von der "Insrige" (tirolerisch für "Unsere") kennen. War wieder mal ein Nette-Leut-Nachmittag und -Abend! Danke dafür!
    Am nächsten Morgen stellte ich fest dass unser Filtergehäuse des Wasserkreislaufes undicht ist und sukkzessive unser Wasser davon läuft!
    Großer Schreck, denn wenn das Teil komplett aufplatzt, rinnt unser gesamter Wasserbestand ins Boot! Dann gehen wir zwar nicht unter, aber wären sicher bis zu den Waden im Wasser gestanden.
    Wir haben aber zum Glück noch so ein Filtersystem an Bord. Dieses wird fliegend verwendet wenn wir im Hafen von den Zapfsäulen Wasser nehmen.
    Nachdem der Wind auf eine Richtung gedreht hatte der den Hafen in Lagkada ungemütlich gemacht hatte entschieden wir wieder die vier Semeilen nach Inoussa zu fahren um dort den Austausch der Systeme vorzunehmen.
    Also Achterleinen los und Anker auf! Nur... der Anker wollte nicht rauf! Ich merkte wie die Ankerwinde immer mehr stöhnte und sich der Bug sehr weit verneigte. Vorne am Bug sah ich die Bescherung. Unser Anker hatte eine alte versunkene Boje mitsamt Bojenstein und/oder alten Anker, Leinen und Stahlseile erwischt! Ich versuchte erst mit dem Bootshaken eine Sicherungsleine unter all den Mist zu platzieren, hat leider nicht funktioniert. Somit blieb uns nichts anderes übrig, Moni musste ins Wasser um die Sicherungsleine einzufädeln. Als sie wieder an Bord war konnte ich endlich unseren Anker befreien! Der ganze Krempel sank wieder zuück auf den Grund und ich war froh dass ich das Zeug bis fast an die Oberfläche gebracht hatte, und niemand tauchen musste. Immerhin hatte es dort 14 Meter bis zum Grund, das hätte keiner von uns Beiden geschafft!
    Wieder zurück in Inoussa machte ich unseren Wasserfilter wieder klar und am Abend durften wir an einer Open Air Veranstaltung für die Bewohner des Dorfes teilhaben. Eine Band, ein gemischter Chor, eine Sängerin mit wunderbarer Stimme, ein Sänger der Gänsehaut produzierte, und fast das ganze Dorf anwesend, trotz ziemlichen Temperatursturz um gut 10°C. Es war das erstmal seit Wochen dass wir lange Hose und eine Weste an hatten...
    Hier sind wir mal und bleiben, denn heut Nacht soll es gewittern und stürmen, auch noch kälter soll es werden, schaumamal was das wird!
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