• Mytilini, Lesbos

    15. juli, Grækenland ⋅ ☀️ 30 °C

    ...als man denkt!
    Angekommen in Mytilini haben wir gleich mal am schlechtesten Liegeplatz des Hafens festgemacht. Nämlich direkt vor dem Abwasserrohr, welches die stinkende Brühe der Stadt in die Weiten des Hafens entlässt. Also schnell wieder Leinen los, Anker auf und am anderen Ende des Hafens einen weniger olfaktorisch kontaminierten Platz gefunden!
    Der Abend war dann mit Abendessen in einem mittelmäßigen Restaurant und Roof Top Bar, die den Besuch nicht wert war, bald Geschichte.
    Tags drauf zogen wir mal mit unserer Wäsche los zur Wäscherei. Da waren wir wieder Fotomotiv mit unserem Trolly, vollgepackt mit Wäschebergen.
    Während Moni beim Frisör war ging ich frohen Mutes zum erstbesten Autovermieter im Hafen, von dort kurz darauf mit langen Gesicht wieder raus: kein Auto! Ausgebucht! Beim Nächsten rein, gleich wieder raus: Fully booked! So ging es bei den weiteren etwa 15 Vermietern, alles ausgebucht!
    Der Versuch über eine Internetplattform zu buchen scheiterte auch kläglich. Wir hätten einen VW Up um 85€ haben können, für einen Tag! Oida... ich will mieten, nicht kaufen! Ist halt nicht der Flughafen Athen, wo man einen Opel Corsa um 4,50€ am Tag bekommt.
    Also nix mit Inselrundfahrt!
    Auch fanden wir keine Werkstätte die unseren Dinghimotor servicieren will. Und der Ship Chandler war eher ein Fischereifachgeschäft und weniger nautisch aufgestellt. Das war etwas frustig, denn wir hatten die Wäsche und den Großeinkauf schon vom Mietauto abhängig gemacht.
    Also war umdisponieren angesagt! Einkauf mit dem Trolly, der hat zum Glück ein ordentliches Fassungsvermögen. Da ist im Supermarkt immer großes Staunen, wenn wir damit daher kommen.
    Am nächsten Tag versuchten wir endlich mal nicht zur Mittagshitze die ottomanische Burg zu besichtigen.
    Quizfrage: wann waren wir auf der Burg? Stimmt! Fast Punkt 12:00 Uhr! Ich habe keine Ahnung warum wir es nie früher schaffen...
    Die Festung von Mytilini ist wahrscheinlich eine der größten Burgen im Mittelmeer.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Festung_von_Mytilini
    Die Geschichte der Insel, der Stadt Mytilini und der dazugehörigen Festung ist eine der bewegtesten im ganzen Mittelmeerraum.
    Hier haben sich Alle und Jeder von Rang und Namen gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Byzantiner, Osmanen, Römer, Griechen, Perser, Makedonier und Venezier...
    Leider konnten wir mangels Mietauto etliche andere Bauwerke wie z.B. die römischen Aquädukte oder die Kremasti Brücke nicht besuchen, auch die Ouzo Destillerie in Ploumari fiel aus. Aber was weiß man, vielleicht kommen wir wieder?
    Die "Ostbahn" wurde entsalzt und geschrubbt, ein paar Kleinigkeiten instandgesetzt und den Abend verbrachten wir wieder mit Ute und Frank von der "Shiratori".
    Mit herrlichen achterlichen Wind ging es dann tags drauf Richtung Süden. Wir wollten nach einigen Tagen in der Stadt noch eine Nacht in einer Bucht im Süden von Lesbos verbringen. Es wurden dann zwei Nächte daraus, denn der Wind war uns zu unserem nächsten Ziel Chios leider nicht gefällig...
    So ein Pech aber auch, denn so waren wir fast "gezwungen", das Endspiel der Fußball WM in einer einsamen Bucht ganz alleine vor Anker anzusehen. Und als die Spanier endlich das erlösende Tor reingeballert hatten hallte unser Jubel lautstark durch die ganze menschenleere Bucht!
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