Von Chios nach Samos
July 29 in Greece ⋅ 🌬 30 °C
Die letzte Nacht in der Bucht von Komi an der Südküste von Chios war eher grenzwertig. Der Wind wurde immer mehr, drehte weit Richtung Osten und schickte eine unangenehme Welle um das Kap. Der Windbericht erzählte auf allen Kanälen Starkwind aus nördlichen Richtungen, grundsätzlich perfekt um Richung Süden zu segeln. Nach längeren Hin und Her entschieden wir doch die gut 40 Seemeilen beziehungsweise etwa acht Stunden unter den Kiel zu nehmen. Ute und Frank von der "Shiratori" legten eine Stunde vor uns ab und stürzten sich ins nasse Vergnügen.
Bald waren wir aus der Abdeckung der Insel und der Meltemi entfaltete seine volle Mächigkeit, blies immer wieder mit gut 35 Knoten (etwa 65 km/h) in unser Vorsegel.
https://de.wikipedia.org/wiki/Meltemi
Wir wechselten uns regelmäßig am Steuer ab, und wenn der Wind dazwischen für einige Zeit weniger wurde durfte auch "James", der Autopilot steuern. Das war für uns immer eine willkommene Pause, um Kräfte zu schonen. Das Vorsegel wurde regelmäßig an die Windstärke angepasst, manchmal komplett gesetzt, manchmal auf ein Taschentuch eingerollt. So machen wir Seemeile um Seemeile, und Kerkis - der höchste Berg Samos mit 1.434m - wurde vor uns immer größer und mächtiger.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kerkis
Das selbige geschah mit den Wellen. Je näher wir nach Samos kamen, umso höher türmten sich die Wellen hinter uns, teilweise über drei Meter. Vereinzelt klatschten sie seitlich an die Bordwand und spritzten prasseld über uns. Eine gar nicht so unerfreuliche Abkühlung!
In der Durchfahrt zwischen Samos und Ikaria hatte der noch eine kleine Prüfung für uns bereit: er drehte ziemlich weit nach links, sodass wir zum Runden des Kap Katergo zwei mal halsen mussten, also das Segel auf die andere Seite nehmen.
Nach dem Kap donnerte der Wind mit katabatischen Böen vom Berg herab, teilweise mit weit über 40 Koten (etwa 80 km/h). Frank erzählte mir, er hat über 50 Knoten (kapp 100 km/h) gemessen... Wahnsinn!
Leider war unser Liegepatz erst ab dem nächsten Tag reserviert, so mussten wir vor dem Hafen für die Nacht ankern. Da hatte unser 30kg Anker und 45 Meter Kette etliches an Arbeit unsere "Ostbahn" an Ort und Stelle zu halten.
Gegen Mittag des nächsten Tages zogen wir dann in den schützenden Hafen um, bei den vorherrschenden Sturmböen eine heikle Aufgabe. Aber als top eingespieltes Team konnten wir auch dieses Unterfangen auf Anhieb problemlos meistern...
Der Aufgang des Vollmondes während wir beim Abendessen mit Ute & Frank saßen war dann wieder ein wunderschönes Schauspiel!Read more











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Cool 😎