• Anafi

    September 2 in Greece ⋅ ☀️ 26 °C

    Wie jeden Morgen und Abend "bewunderten" wir die tägliche Katamaranprozession (die "schwimmenden Affenfelsen"), wenn mehrere Dutzend kleinerer und größerer Katamarane hinter unserem Heck bis auf den letzten Platz vollgefüllt mit Tagestouristen von und zur Marina Vlychada fahren. Manche mit dezenter Musik, andere dröhnten Musik mit voller Lautstärke, die Tote wecken könnte.
    Nirgens auf der Welt habe ich bis jetzt so eine etreme Dichte dieses Geschätfsmodells gesehen. Das ist so schlimm dass du als normalsterblicher Segler in dieser Marina keinen Liegeplatz bekommst, weil alles von den Katamaranen in doppelter und dreifacher Ausführung belegt ist.
    Kurz besuchten uns noch Andrea und Sahin von der "Cara Mia", mit den Beiden waren wir am Vorabend Essen und hatten eine schöne Zeit.
    Für Andrea war der Griechenlandaufenthalt leider zu Ende, Sahin wird uns irgendwann nach Osten folgen.
    Für uns war der Wind perfekt, wir lichteten den Anker und segelten zu unserem nächsten Ziel, nach Anafi.
    Anafi ist wirklich eine winzige Insel, gerade mal 12km lang und 6km breit, sehr steil gebirgig und im Osten der höchste Berg Kalamos mit 582 Meter. Dieser Berg ist aus mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich, denn er besteht zur Gänze aus Marmor und ist nach "The Rock" in Gibraltar der zweitgrößte Monolith Europas.
    Fast am Gipfel thront die Kirche Panagia Kalamiotissa.
    Zwei Klöster, ein paar wunderschöne Strände und eine beeindruckende Chora runden das Ensemble ab.
    Der Hafen ist ein Bollwerk gegen die Naturgewalten, relativ neu, neben den lokalen Fischerbooten Platz für etwa acht Yachten und vor allem gratis!
    Zwei Buslinien - Einer mehrmals am Tag von der Chora zu den diversen Stränden und Klöster, der Andere drei mal am Tag von der Chora in den Hafen und zurück. Auch zu den Ankunftszeiten der Fähren fährt der Bus.
    Von der Chora führt ein gut beleuchteter Weg über den steilen Berg in Sepentinen in den Hafen. Dn kann man auch gut in der Nacht bewältigen, weil der letzte Bus um 18:00 zum Hafen fährt.
    Die Insel ist drei mal in der Woche mittels kleiner Fähre mit Santorini angebunden und vier mal die Woche mittels Autofähre nach Athen, Kreta und Rhodos.
    Anafi ist ein echt entschleunigtes Kleinod! Hier wird der griechische Lebensstil "σιγά σιγά" (siga siga - langsam langsam) in Reinkultur gelebt.
    Die Chora ist ein wunderschön gepflegtes, typisch kykladisches Bergdorf. Weiße Häuser ud Kapellen, so weit das Auge reicht, Bunte Fenster und Türen, Gastfreundschaft und freundliche Menschen wohin man schaut!
    Etliche Restaurants mit hervorragender Küche, Kafeneions mit Blick über die Ägäis, im Westen sieht man Santorini und bei guter Sicht im Süden bis Kreta runden das Ganze ab.
    Hier treffen sich Studenten, Familien mit Kleinkinder, Pensionisten und etliche andere Freigeister. Die Zeit scheint still zu stehen, ausspannen, kein Stress, sich's gut gehen lassen und die Seele baumeln lassen.
    Auch die LGBTQIA+ Community darf hier einfach Mensch sein, ohne Ausgrenzung und Einschränkungen, ohne blöd angemacht zu werden oder sonstiger Diskriminierung!
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