• Über Pserimos und Kalymnos nach Lakki

    October 2 in Greece 🌬 22 °C

    Wir verbrachten noch zwei Tage in Kardamena mit einkaufen, Wäsche waschen, einen Tag Starkwind abwettern...
    Aber dann legten wir ab!
    Ursprünglich wollten wir zur Tankstelle neben der Marina Kos, aber dort waren ein paar Katamarane angestellt und es war schon spät, auch der Seegang war zu viel zum Anlegen. Somit wurde Tanken auf Lakki verschoben.
    Der Wind legte noch weiter zu und wir ankerten in der südlichen Bucht von Pserimos. Das interessante an dieser Bucht: dort dreht der Wind ständig in alle Richtungen. Also zur Sicherheit noch zwanzig Meter Kette raus! Ich ließ den Kartenplotter eingeschaltet und wir wurden des Morgens mit einer schönen Malerei überrascht.
    Der Wind war immer noch kräftig und wir entschieden uns nochmal in die Palionisos Bucht auf Kalymnos zu segeln. Wir wollten keine weiten Strecken mehr kreuzen. Das ist mühsam, anstrengend und ermüdend.
    Nomiki und Christos, die Wirtsleute des Restaurants Ilias hatten uns gleich wieder erkannt und begrüßen uns sichtlich freudig und beglückten uns gleich mit Vorspeise auf Haus! Auch der Tunfisch in Zitronensauce war wieder mal ein Gedicht!
    Die Nacht an der Boje war leider kein Gedicht. Denn die Palionisos Bucht birgt eine versteckte, aber unangenehme Besonderheit: wenn der Meltemi mit einer leicht östlichen Komponente weht reflektieren die Wellen von Ostufer Kalymnos' derart, dass unsäglicher Schwell in die Bucht läuft. Dazu kommt dass der Wind selbst von den steilen Felswänden so abgelenkt wird, dass die Boote exakt quer zum Schwell ausgerichtet werden. Mit dem grauenvollen Ergebnis, die Boote rollen die ganze Zeit in der Welle, was das Schlafen fast unmöglich macht. Eine echte Tortour!
    Eine weitere Nacht wollten wir uns den Wahnsinn nicht geben, also machten wir uns auf den Weg nach Lakki, dem Haupthafen von Leros.
    Drei mal darfst du raten wie viele Liegeplätze dort verfügbar waren... Richtig! Ein Einziger! Und der wartete auf uns!
    Lakki ist eigentlich hässlich ohne Ende. Die Stadt wurde in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts von den italienischen Besatzern gebaut. Mittlerweile verfällt die Bausubstanz zusehends. Trotz zweier Marinas und einer ordentlich dimensionierten Stadtmole bietet die Stadt kaum Gastronomie, die guten Supermärkte sind irgendwo weit außerhalb. Die Dorfjugend veranstaltet jede Nacht Motorrad- und Autorennen im Hafen, einfach grauenhaft. Wirklich kapiert hat man dort den Tourismus offenbar nicht. Wobei das Problem mit den frisierten Motorrädern - ultralaut und Fehlzündungen herbeigeführt durch eingespritzten Wasserstoff - in ganz Griechenland allgegenwärtig ist.
    Wir hatten uns nicht wohl gefühlt. Dazu kam noch dass die griechischen Fischer am 1.10. einen Generalstreik begannen, um gegen die exorbitant hohen Spritpreise zu protestieren. Dazu blockierten sie den ganzen Tag den Fähranleger.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lakki
    Der einzige Lichtblick war, dass wir Manuela und Hans von der "Cina" kennen gelernt hatten. Mit den Beiden verbrachten wir nette Zeit in Lakki.
    Trotzdem waren wir froh dass wir tanken konnten und bald Richtung Amorgos ablegten.
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