• Tag 6 - Tsitsikamma National Park

    16. april, Sydafrika ⋅ ☁️ 19 °C

    Geplant war 8 Uhr, losgekommen sind wir gegen 9 Uhr. Wir wählten den Waterfall Trail im Tsitsikamma National Park.

    Der Trail, bei dem Hin- und Rückweg derselbe sind, ist ein echter Klassiker auf der Garden Route. Man bekommt in nur wenigen Kilometern alles, wofür Tsitsikamma bekannt ist: dichten Küstenwald, raues Felsgelände, offene Ozeanblicke und am Ende einen Wasserfall, der direkt ins Meer fließt.

    Der Weg war bisher mein absolutes Highlight – natürlich abgesehen von den Pinguinen und den Elefanten. Der Pfad war spektakulär, vielfältig und brutal anstrengend. Der Hinweg war super spannend, der Rückweg enorm fordernd. Man bewegt sich über matschige Böden, muss klettern, über Wurzeln steigen und immer mit einem Auge auf den Boden schauen.

    Nach etwa einer Stunde bergauf, bergab sind wir am Wasserfall angekommen. Im ersten Moment vielleicht gar nicht so spektakulär, im nächsten Moment jedoch märchenhaft und jede Anstrengung wert. Das Wasser fließt aus einem kleinen natürlichen Pool direkt in den Ozean, dessen Wellen mit einer unheimlichen Wucht gegen die Felsen prallen.

    Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Rückweg und begegneten vielen erschöpften Touristen. Der Trail war wirklich anstrengend, aber meiner Meinung nach vor allem beim Zurücklaufen – weil die Füße und Fußgelenke es einfach nicht gewohnt sind, so viel unebenen Boden ausgleichen zu müssen.

    Nach einem eher mittelmäßigen Mittagessen machten wir uns noch auf den Weg zur Hängebrücke. Diese Brücke soll DAS Wahrzeichen des Parks sein. Der 900 m lange Weg dorthin führte über einen Steg, begleitet von endlosen Treppenstufen – hoch, runter, wieder hoch. Als hätte ich an dem Tag nicht schon genug für meine Beine getan 🤷🏽‍♀️ aber gut, jetzt gab’s kein Zurück mehr – durchziehen.

    Bei der Brücke angekommen, war man einerseits überwältigt und andererseits auch ein bisschen enttäuscht: Wie schon am Eingang angekündigt, war die Hauptbrücke wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Schön war es trotzdem. Nur eben nicht ganz so spektakulär, wie es eigentlich sein soll.

    Zurück am Parkplatz angekommen, fuhren wir weiter zu unserem nächsten Etappenziel: dem Addo Elephant National Park. Davor machten wir am offiziellen Ende der Garden Route in Port Elizabeth noch einen Zwischenstopp für Vorräte und Bargeld.

    Der Aufenthalt zog sich länger als geplant – die Shoppingmall war riesig. Wir waren zwar früher dran als Isabelle es geplant hatte, was jedoch ein entscheidenden Nachteil mit sich zog: wir hatten keine Reservierung für die Nacht im Nationalpark. Ehrlich gesagt dachte ich mir nichts dabei. Die letzten Parks waren kaum besucht, wir sind nicht in der Hauptsaison – wir werden schon irgendwo unterkommen.

    Dann kam es, wie es kommen musste: Wir fuhren in die Dunkelheit. Zu spät los, zu viel Zeit in der Mall – genau die Situation, die wir eigentlich vermeiden wollten.

    Am Addo angekommen, waren die Tore geschlossen. Auch beim Nachfragen bestätigte sich Isabelles Befürchtung: kein Platz mehr frei. Puhhhh, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Aber kein Grund zur Panik, dachte ich mir – irgendwas finden wir schon. Isabelle war allerdings dezent genervt.

    Um weiteren Stress zu vermeiden, fuhren wir zum nächstbesten Hotel und ich habe die Unterkunft übernommen. Die Nacht geht auf meinen Nacken – mein Fehler.
    Vier-Sterne-Hotel inklusive Frühstück: 150 €.
    Hätte definitiv schlimmer enden können.

    Fazit zur Garden Route:
    Die Garden Route hat ihren Namen von ihrer unglaublich üppigen, fast „gartenartigen“ Landschaft. Der Begriff ist kein historischer Name, sondern hat sich erst im 20. Jahrhundert als touristische Bezeichnung etabliert – passt aber ziemlich gut.

    Wir sind die Route in drei Tagen gefahren, empfohlen werden etwa 3–4 Tage. Rückblickend haben mir Plettenberg Bay und der heutige Tsitsikamma National Park am besten gefallen.

    Für die nächsten drei Tage stehen mehrere Safaris im Addo Elephant Park auf dem Plan. Ich bin gespannt, ob wir die Chance bekommen, ein Häkchen hinter jedem Tier der „Big Five“ zu setzen: Löwe, Elefant, Leopard, Nashorn und Büffel.

    Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, dass die Giraffe auch dazugehört. Tut sie aber nicht. Sehen will ich sie trotzdem unbedingt.
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