• Tag 7 - Schotia Safari

    17. april, Sydafrika ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir starteten gemütlich in den Tag.
    Um 14 Uhr begann unsere erste Safari im Schotia Safaris Private Game Reserve. Das privat geführte Reservat bietet Halbtagstouren an. Zusammen mit drei anderen Touristen führte uns Roger – unser Guide und Fahrer für den Tag – durch das Reservat.

    Immer wenn wir ein neues Tier sahen, hielt Roger an. Wir hatten genug Zeit für Fotos und Videos, und er erzählte uns etwas über das jeweilige Tier. Sein Wissen und vor allem die Leidenschaft für „sein“ Reservat haben uns schon nach kurzer Zeit komplett in den Bann gezogen.

    Am Anfang der Tour waren wir etwas verwundert, dass wir kein „normales Fußvolk“ zu Gesicht bekamen. Roger meinte, im Normalfall tummeln sich im Tal hunderte Tiere – verschiedene Antilopen, andere Pflanzenfresser, Zebras, Warzenschweine und unzählige Vögel. Aber in dem Moment war das Tal wie ausgestorben. Roger hatte eine Idee und fuhr weiter. Keine zehn Minuten später fand er die vier Löwen des Parks. Kein Wunder also, dass sich alle anderen Tiere lieber ferngehalten hatten.

    Nur kurz blieben wir zunächst bei den Löwen. Roger meinte, sie schlafen jetzt, wir würden in der Abenddämmerung noch einmal nach ihnen schauen.

    Roger hatte wirklich eine unglaubliche Spürnase. Er entdeckte viele Tiere vor den anderen Guides. Als Nächstes trafen wir auf Giraffen, danach wusste er genau, wo sich die Flusspferde aufhielten.

    Zwischen Sonnenschein und ein paar Regentropfen verteilte Roger plötzlich warme Regencapes. Er meinte nur, dass es gleich etwas nasser werden könnte. Und tatsächlich: Wenige Minuten später zog ein Gewitter über uns hinweg. Es donnerte, blitzte, aber wir ließen uns nicht aufhalten und fuhren einfach weiter. Der Land Cruiser schnurrte über die rote Piste, bergauf und wieder hinunter zu den nächsten Tieren. Plötzlich standen Nashörner und Büffel vor uns. Man konnte sich kaum sattsehen. Egal, was Roger als Nächstes suchte – er fand es und gab Standort und Infos per Walkie-Talkie an seine Kollegen weiter.

    Kurz vor dem Abendessen suchte Roger erneut nach den Löwen. An der Stelle vom Mittag waren sie nicht mehr. Also fuhr er ein Stück nach links, dann wieder nach rechts, hielt kurz an einer Kreuzung inne, überlegte, welchen Weg sie genommen haben könnten … und dann – plötzlich – stoppte er nur wenige Meter vor ihnen. Unbeschreiblich. Wirklich schwer in Worte zu fassen.

    Nach gefühlt einer halben Ewigkeit (im besten Sinne) brachte uns Roger zurück ins Camp. Dort warteten ein Lagerfeuer, ein richtig gutes Abendessen und nette Gespräche auf uns.

    Gegen 19:15 Uhr machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Ausgangspunkt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Elefanten gesehen. Aber naja … Roger wäre nicht Roger, wenn er nicht auch das noch hinbekommen hätte 😂🤷🏽‍♀️ Kurz vor Schluss entdeckte er tatsächlich noch eine Elefantenherde.

    Auf dem Rückweg zum Basecamp, inzwischen wieder im Regen, wurde es dann nochmal spannend: Plötzlich lief ein Elefant direkt vor uns auf dem Weg. Vorbeikommen? Keine Chance. Und der sanfte Riese ließ sich von uns überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Also tuckerten wir eine ganze Weile hinter ihm her, bis er sich irgendwann ganz entspannt entschied, links abzubiegen.

    Nach dieser traumhaften Safari und mit einem wirklich besonderen Guide verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft.

    Es war inzwischen dunkel, und auf dem Weg begann es schon wieder an zu regnen. Die Unterkunft zu finden, stellte sich erstmal als kleine Herausforderung heraus. Wir fuhren gefühlt im Kreis, bis plötzlich ein Mann mit Taschenlampe an meiner Fahrertür stand. Mein Puls war direkt oben – Adrenalin pur. Dunkel, keine Straßenlaterne weit und breit und etwas außerhalb der Stadt … und dann steht da plötzlich jemand. Im zweiten Moment stellte sich heraus: Es war „nur“ ein Security, der seine Runde machte und uns wohl angesehen hat, dass wir den Eingang zu unserem Apartment verzweifelt suchten. Aiaiai, kurz Herzstillstand 😄

    Nachdem wir später all die Bilder und Videos durchgeschaut hatten, gingen wir einfach nur glücklich und mit einem breiten Lächeln ins Bett.

    Morgen geht’s früh weiter: Self-Drive im Addo Elephant National Park – Start um 7 Uhr
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