Tag 11 - Swartberg Pass
21. april, Sydafrika ⋅ ☁️ 11 °C
Natürlich war ich auf dem Klo!
Die Nacht war bitterkalt und trotzdem habe ich geschlafen wie ein Murmeltier.
Nach Sonnenaufgang blieben wir noch eine gute Stunde unter der warmen Decke liegen. Aufstehen bei diesen eisigen Temperaturen wollte wirklich keiner. Ein Blick aus dem Zelt verzeichnete wohl blauen Himmel und Sonne pur, trotzdem war es noch viel zu kalt. Gegen 9 Uhr machten wir uns hungrig auf den Weg Richtung Prince Albert.
Nach einiger Zeit tauchten schon von Weitem die ersten roten und ockerfarbenen Berge auf. Hier beginnt die Karoo, eingebettet zwischen den Langeberg- und Outeniqua-Bergen und den mächtigen Swartbergen. Unser heutiges Ziel: Swartberg Pass.
Der Pass ist ein spektakulärer, rund 25 km langer Schotterweg, der die Kleine Karoo bei Oudtshoorn mit der Großen Karoo bei Prince Albert verbindet. Auf etwa 1.500 Metern Höhe windet er sich in engen Kurven durch die Berge und eröffnet ständig neue, beeindruckende Ausblicke.
Der Unterschied zwischen der Kleinen und der Großen Karoo wird hier sehr greifbar. Die Kleine Karoo ist eher ein fruchtbares, von Bergen umschlossenes Tal, während die Große Karoo ein riesiges, extrem trockenes Hochplateau ist.
Bevor wir den Pass von Prince Albert aus in Angriff nahmen, gab es noch ein ziemlich enttäuschendes Spätfrühstück. Immerhin stimmte der Preis, gerade mal 14 € für zwei Getränke und zwei Portionen Toast haben wir bezahlt. Und auch wenn es keine Geschmacksexplosion war, der Hunger hat es irgendwie runter getrieben.
Halb gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Pass. Gigantisch, atemberaubend und eigentlich kaum in Worte zu fassen. Auf den Fotos wirkt es nur halb so beeindruckend wie in echt. Viel zu schnell ist der Pass wieder vorbei und trotzdem halten wir gefühlt alle paar Minuten an, um Bilder zu machen.
Wir fuhren den Pass nicht komplett durch, sondern bogen bei Matjiesrivier ab und nahmen eine kleine Hinterlandstraße Richtung R62. Vielen Dank an meinen Gutachter Eberhard Schifer für die Empfehlung. Diese Strecke hatte ihren ganz eigenen Charakter, wieder Schotter und doch irgendwie besonders.
Einige Kilometer nach Matjiesrivier dann ein Schild: „Caravans und schwere Fahrzeuge verboten“. Isabelle wollte umdrehen. Ich war der Meinung, unser Geländewagen zählt da nicht wirklich dazu. Außer Dachzelt und ein bisschen Diesel haben wir ja nichts geladen. Und umgedreht ist am Ende eh immer schnell: Also fuhren wir erstmal weiter.
Ab diesem Moment wurde es spannend. Hinter jeder Kurve erwarteten wir ein geschlossenes Tor. Aber alles blieb offen. Genau diese Ungewissheit machte die Strecke so besonders. Eng, verwinkelt, manchmal fast unheimlich ruhig und trotzdem fühlte es sich richtig an, weiterzufahren.
Nach insgesamt rund drei Stunden kamen wir schließlich wieder auf die R62. Diese verbindet den Osten mit dem Westen des Landes.
Von dort fuhren wir weiter nach Ladismith und fanden einen richtig guten Campingplatz. Warmes Wasser, Strom und sogar ein Waschservice vor Ort - ein kleiner Luxus nach den letzten Tagen. Die App iOverlander hat uns den Spot verraten. Eigentlich eine echt praktische App, auch wenn man nicht direkt darüber buchen kann oder nicht immer sofort an Kontaktdaten kommt. Dieses Mal hatten wir wirklich Glück mit der Auswahl.
Solche Tage wie heute liebe ich. Auch wenn wir lange im Auto saßen, sind es genau diese Momente, die hängen bleiben. Freundliche Menschen, unglaubliche Landschaften erzeugen kleine Marmeladenglasmomente.
By the way: Marmeladenglasmomente sind diese Augenblicke, die man innerlich konserviert und immer wieder hervorholen möchte. Dinge, die man nie vergessen will.
Unser morgiges Ziel: Montagu, dort wollen wir eine Wanderung machen, um uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Sicherlich eine gute Idee nach den letzten beiden Fahrtagen.Læs mere











Marmeladenglasmomente😄 [Mama]