• Tag 12 -Montagu

    22. april, Sydafrika ⋅ 🌙 13 °C

    Kurz nach 9.30 Uhr haben wir unsere Wäsche, welche wir am Vortag abgegeben hatten, frisch gewaschen wieder bekommen.

    Danach machten wir uns auf den Weg nach Montagu. In dem dazugehörigen Montagu Mountain Reserve gab es einige Wanderwege, die durch die trockene Karoolandschaft führten.

    Auf dem Weg nach Montagu kamen wir noch an einem eher ungewöhnlichen Zwischenstopp vorbei – Ronnie’s Sex Shop.

    Die Bar liegt etwas unscheinbar direkt an der berühmten Route 62, mitten im Nirgendwo. Von außen wirkt alles erstmal ziemlich skurril – bunte Schilder, bemalte Wände und natürlich der auffällige Name, der einen automatisch zum Schmunzeln bringt.

    Ursprünglich war das Ganze wohl als ganz normaler Farmstand gedacht. Ein Freund des Besitzers soll irgendwann aus Spaß das Wort „Sex“ dazu geschrieben haben – und anstatt es zu entfernen, ließ man es einfach so. Genau das machte den Laden dann über die Jahre berühmt.

    Heute ist es eine Mischung aus Bar, Kult-Stop und Fotospot. Im Inneren hängen unzählige Erinnerungen, Aufkleber, BHs und Nachrichten von Reisenden aus aller Welt.
    Auch wenn wir nur kurz angehalten haben, war klar: Das ist einer dieser Orte, die man nicht wirklich erklären kann – man muss einfach selbst dort gewesen sein.

    Da wir erst gegen 11 Uhr in Montagu ankamen, entschieden wir uns für einen Teil des Bloupunt Trails, welcher im ersten Drittel zu einigen kleinen Wasserfällen führen sollte. Wir liefen bis zum Silwerstroom Wasserfall und wieder zurück. Der Trampelpfad führte durch zahlreiche, fast ausgetrocknete Flussläufe, durch dichte Wälder sowie über karge und trockene Abschnitte der Karoolandschaft. Immer wieder wechselte die Landschaft überraschend schnell – von schattig und grün zu offen, heiß und staubig.

    Insgesamt benötigten wir drei Stunden für den Hin- und Rückweg der guten 8 km.

    Am Parkplatz angekommen, kauften wir noch eine Kleinigkeit im nahegelegenen Spar ein und entschieden uns für eine Weiterfahrt Richtung Weinlandschaft.

    Den Campingplatz – welchen ich ebenfalls über iOverlander gefunden hatte – war erneut ein Volltreffer! Ein Platz direkt am See, mit Stromanschluss und warmem Wasser.

    Der Eigentümer des Campingplatzes war sichtlich überrascht über unser Ankommen. Wir waren seine einzigen Gäste auf dem gesamten Gelände. In Südafrika ticken die Uhren etwas anders – eher gesagt gegensätzlich. Wenn bei uns der Sommer beginnt, startet hier der Winter. Und nachdem die Sommerferien vorbei sind und der Ostertrubel ein Ende nimmt, wird es hier erstmal ruhiger. Genau diese Zeit haben wir gerade erwischt.

    Ein super gepflegter Campingplatz, groß, weitläufig und dennoch wie ausgestorben. Die Stille war fast ungewohnt – nur der Wind und ein paar Vögel waren zu hören. Einerseits schön, andererseits kann man so natürlich auch keine neuen Bekanntschaften knüpfen. Wir nehmen es gelassen.

    Der Campingplatz hat auf alle Fälle fünf Sterne verdient 😁😜
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