Tag 13 - Wine Tasting
23. april, Sydafrika ⋅ 🌙 14 °C
Langsam gewöhnt man sich an alles. An die unbequeme, sehr dünne Matratze im Dachzelt, an die Gegebenheit, dass man abends lieber einmal mehr aufs Klo geht, bevor man eventuell mitten in der Nacht geweckt wird, beziehungsweise morgens zu früh das warme Bett verlassen muss. Und daran, dass man etwas anders auf Körperhygiene achten muss als zu Hause. Ich kann es tatsächlich nicht genau beschreiben, aber man sollte jede Gelegenheit nutzen, Hände zu waschen, warm zu duschen oder anderweitig für Hygiene zu sorgen. Sonst fühlt man sich schnell etwas unwohl oder hat das Gefühl, mal wieder eine Dusche zu vertragen. Also lieber einmal kalt duschen als gar nicht duschen.
Heute Morgen ging es verhältnismäßig früh los. Um kurz nach 8 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Franschhoek. Leider hinderten uns zwei Baustellen auf der R43 daran, zügig voranzukommen. So haben wir die historische Tram um 9:30 Uhr verpasst und mussten auf die Tram um 10 Uhr warten. Das bot uns jedoch die Gelegenheit, noch einmal in Ruhe unseren Plan für den Tag durchzugehen.
Insgesamt besuchten wir mit der historischen Tram und dem Bus vier Weingüter. Dieses Erlebnis ist definitiv empfehlenswert. Das Personal, das atemberaubende Ambiente und die Weinverkostungen haben den Tag rundum exklusiv und einzigartig gemacht.
Je Weingut bekam man beim Wine Tasting drei verschiedene Weine zur Verkostung. Es gab keinen Wein, der mir sonderlich gut geschmeckt hat. Alle waren in Ordnung. Vielleicht der letzte Wein beim ersten Weingut Mont Rochelle – der war wirklich sehr süß, aber in Kombination mit der puddingähnlichen Dessertbeilage unheimlich stimmig und am Ende wirklich lecker.
Unheimlich gelungen war vielmehr alles drumherum. Es war alles erstaunlich gut getaktet. Man kam immer pünktlich zum nächsten Anschluss und hatte nie lange Wartezeiten.
Ich kann gar nicht sagen, welches Weingut das beste war. Überall gab es ein anderes Highlight – mal das Essen, mal die Aussicht, mal das Personal oder der Wein. Man kam wirklich überall auf seine Kosten. Und ja, nach dem zweiten Weingut war ich kaum noch in der Lage, ein Fahrzeug zu bewegen. Glücklicherweise erklärte sich Isabelle als Fahrerin bereit und ich konnte die nächsten zwei Stopps in vollen Zügen genießen.
Ich hätte es kaum für möglich gehalten, aber wir starteten um 10 Uhr und kamen erst kurz vor 16 Uhr wieder am Terminal an. Es benötigte nicht nur Zeit, von A nach B zu kommen, sondern man verlor auch völlig das Zeitgefühl. Es war einfach unheimlich schön und man wollte jeden Moment auf den jeweiligen Weingütern auskosten – sei es der Blick über die endlosen Weinberge, die Ruhe oder einfach dieses leicht beschwipste Gefühl, von einem Ort zum nächsten zu fahren.
Nachdem wir um 16 Uhr am Terminal ankamen, bummelten wir noch ein wenig durch Franschhoek. Einerseits, um unseren Promillewert etwas zu senken, andererseits, um durch die kleinen Läden zu stöbern. Isabelle und ich hatten einen Heidenspaß. Wir probierten Kleider an, die uns irgendwie gefielen, in denen wir aber aussahen wie ein Müllsack. Am Ende habe ich ein wirklich schönes Kleid inklusive Hut gefunden, war aber nicht bereit, über hundert Euro dafür zu zahlen, ohne zu wissen, wann ich es überhaupt tragen würde. Letztendlich hat ein Foto davon gereicht und ich war glücklich und zufrieden, einfach alles anprobiert zu haben. Ein bisschen Shopping ohne etwas zu kaufen ist ja irgendwie auch ein Highlight.
Wir hatten den Campingplatz bereits im Voraus gebucht und richteten uns noch vor Einbruch der Dunkelheit ein. Da unser Zelt am Morgen nicht richtig trocken geworden war, waren wir ganz froh, es vor dem Schlafengehen noch einmal trocknen zu können.
Wir entschieden uns, für das Abendessen zum Restaurant zu laufen. So ungewöhnlich es auch ist: Je näher der Abend rückte, desto eindringlicher wurde uns mehrfach geraten, die 500 Meter später nicht zu Fuß zurückzugehen, sondern ein Taxi zu nehmen.
Nach einem außergewöhnlich leckeren Abendessen bestellten wir also tatsächlich ein Taxi, das uns für drei Euro ganze 500 Meter zurück zu unserem Campingplatz brachte.
Völlig verrückt für deutsche Verhältnisse, aber in Südafrika definitiv Normalität.
Morgen wird es nochmal spannend, wir machen einen zweitägigen Reitausflug. Ich bin gespannt, was uns da erwartet.
Ich hoffe nur, dass mir der Wein nicht zu sehr zu Kopf steigt. Genügend Wasser habe ich zwischendurch auf jeden Fall getrunken.Læs mere
















Na Selina,,,geht's dem Ende zu,,😘 noch viele schöne stunden [Sylvua]
Soll Sylvia heißen🙈 [Sylvia]