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- Day 1
- Tuesday, August 27, 2024 at 8:42 PM
- ⛅ 18 °C
- Altitude: 875 m
GermanySpitzschlag Graben47°34’6” N 11°5’36” E
Tag 1- Es ist Zeit

Ganz nach dem Motto „Es ist Zeit für einen Tapetenwechsel“ startete ich heute meine Solo/Singlereise auf dem Motorrad.
Vorgenommen habe ich mir plus/minus sechs Tage - Ziel: Großglockner.
Meine größte Sorge war nicht das Alleinreisen sondern eher die Angst umzufallen und hilflos dazustehen, während mein geliebtes Zweirad auf dem Boden liegt. Ich hegte die Hoffnung, dass sich schon irgendwelche Passanten bereit erklären würden, mir zu helfen, meine 200kg Maschine wieder aufzurichten.
Um 9 Uhr fuhr ich los. Meine Handy verbunden mit der Cardo App ging es mit Headset auf ins Abenteuer.
Auf den ersten hundert Kilometern kreisten meine Gedanken noch viel um aktuelle Probleme, die Arbeit und um Kleinkram. Doch irgendwann überkam mich die Euphorie der Entdeckerlust. Das Kaiserwetter, die Berge, die etlichen Kurven, das Gefühl von Freiheit und Selbstständigkeit. Endlich!! Seit langem hatte ich mal wieder das Gefühl, dass mich nichts und niemand aufhalten kann 💪🏽
Hahaha, wenn da nicht das „ aus-dem-Stand-Umfall-Problem“ wäre 😂😂 Eine Sekunde nicht aufgepasst, vor lauter Glücksgefühl nicht nachgedacht und plötzlich lag sie da, mein Töfftöff🤕 beim ersten Mal dauerte es keine zwei Sekunden, da half mir ein Passant mein Motorrad wieder aufzurichten. War ja nicht genug, dass mein Motorrad einmal umfallen musste. Nein… ein zweites Mal folgte sogleich👹
Diesmal verursachten wir sogar Stau und auch nach fünf Sekunden kam mir keiner zu Hilfe. Ich war sauer und voller Adrenalin. Vermutlich ähnelte ich Hulk, weil aus unbeschreiblichen Gründe habe ich mein Motorrad plötzlich selbst aufgerichtet. Stolz wie Oskar und mit pumpender Lunge ging’s dann weiter 😂
Nach 210km endete meine heutige Tour.
Mein Weg führte mich über den Pfänder/Eichenberg nach Immenstadt, weiter nach Sonthofen und über den Oberjoch-Pass und am Tannheimer Tal wieder runter nach Weißenbach und am Plansee vorbei. Endstation war dann das Ettal, dort fand ich mein Hotel für die Nacht.
Nach einem Radler und einer leckeren Pizza am Abend endete der erste Tag meiner Solo/Single-Reise.
Red Flag:
Bitte liebe Menschheit. Ist es nicht möglich einen Abend im Restaurant ohne Handy zu verbringen? Im Restaurant meiner Wahl saßen sich hauptsächlich Paare gegenüber. Ob jung oder alt, völlig nebensächlich. Durchweg hatten aber alle ihr Handy in der Hand. Für mich tatsächlich ein NO-GO und definitiv eine RED FLAG!! Unterhaltet euch und legt euer scheiß Smartphone aus der Hand!!
Fun-Fact:
Nachdem mein Tank nur noch halbvoll war tankte ich für 1.73€ voll. Derzeit deutscher Standard. Wortwörtlich DEUTSCHER Standard. Ein paar Kilometer weiter fuhr ich über die Grenze nach Österreich. Hier kostete der Sprit 20ct weniger 😂🫣 Merke! Tanke niemals in Deutschland 🏍️☀️
Mein morgiges Ziel: MittersillRead more
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- Day 2
- Wednesday, August 28, 2024 at 7:20 PM
- 🌩️ 23 °C
- Altitude: 791 m
AustriaBurkbach47°16’48” N 12°28’60” E
Tag 2 - Raus aus der Konfortzone

Das Frühstück im Hotel war wirklich sehr lecker. Eine kleine aber sehr feine Auswahl und ich war vollkommen gesättigt.
Um 9.30 Uhr ging es dann los.
Mein Thermometer zeigte bereits schon 22 Grad an. Generell fahre ich erst bei über 30 Grad mit weniger Klamotten. Ansonsten ist mir der Fahrtwind tatsächlich einfach zu kühl 😂
Unten: Kniestrümpfe, Leggins und Motorradhose
Unten: T-Shirt, Langarmschirt, Fleece und Motorradjacke.
Klingt warm? Ist ohne Fahrtwind auch wirklich schweißtreibend.
Schon beim Gepäck montieren lief mir die Suppe… und zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht mal alles an 🤭
Mein erster Stopp:
Walchensee ☀️
Der Walchensee ist einer der größten deutschen Alpenseen Deutschland.
Mein Ziel: Badestopp inkl. Sonneneinheit
Doch bevor ich mir ein schönen Fleck zum Baden und Sonnen raussuchte, fuhr ich bis zum Ende des Sees.
Zufälligerweise und nicht geplant fuhr ich plötzlich ein paar tolle Kurven am Kesselberg. Erst hoch, dann wieder runter. Unten, beim Drehen ist mir dann ein Schild aufgefallen.
Motorradverbot von 15-22 Uhr
Verrückt! Was für ein Timing 🥰 Zufällig zur perfekten Uhrzeit, am perfekten Ort. Zum Zeitpunkt meiner Hoch- und Runterfahrt war es nämlich erst 12 Uhr 👍🏽
Erneut am Walchensee angekommen machte ich die erwähnte Badepause.
Auf einem Parkplatz habe ich mein Motorrad abgestellt, alle Schichten ausgezogen und den Bikini angezogen. In der Nähe meines Töfftöffs wagte ich dann den Sprung ins kalte Wasser. Kurz, kalt, aber wunderschön.
Wirklich zur Ruhe kam ich während der Badepause aber nicht. Ständig richtete ich den Blick aufs Motorrad. Wer weiß? Wenn sich am Ende jemand an meinen Motorradsachen vergreifen würde, müsste ich ja im Bikini zurück fahren. Verrücktes Kopfkino?? Najaaaaa. Die Situation war mir auf jeden Fall nicht ganz so geheuer 🙈🫣
Nach einer Stunde hieß es dann: „Weiter geht die wilde Fahrt!“
Aber so wild war die Fahrt leider nicht.
Insgesamt 250km von Dorf zu Dorf. In den Dörfern war es unerträglich heiß, aber mit etwas Fahrtwind einfach zu kalt, um etwas auszuziehen 🙄 letztendlich war es zäh, anstrengend und schweißtreibend. Um 17 Uhr kam ich endlich an meinem Zielort an. Und wäre ich manchmal nicht einfach verträumt in die falsche Richtung gefahren, hätten sich sicherlich ein paar Kilometer einsparen lassen.
Morgen wird es hoffentlich gaaaanz toll!
Es ist eine Tagestour um und über den Großglockner geplant 🤩🥳Read more
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- Day 3
- Thursday, August 29, 2024 at 7:28 PM
- ⛅ 21 °C
- Altitude: 1,291 m
AustriaKartitsch46°43’51” N 12°29’15” E
Tag 3 - Großglockner

Die anstrengende Tour von gestern hing mir noch ganz schön in den Knochen. Ich bin erst kurz nach 10 Uhr losgekommen. Aber!! Glücklicherweise, sobald ich auf meinem Töfftöff sitze, sind all die Anstrengungen vergessen. Kurz gesagt: ich liebs einfach!! 🥰
Heutiges Ziel: Großglockner ⛰️
Entlang der Passstraße begegnete mir ein Schild „Motorräder 33€“. Im ersten Moment dachte ich: eine Übernachtung, voll günstig. Kurzer Zeit später sah ich das Schild nochmal und realisierte, dass das die Mautgebühr ist 😂😂
Die Hochalpenstraßen zum Großglockner war tatsächlich eins der schönsten und aufregendsten Motorradstrecken, die ich bisher fahren durfte. Abgesehen vom voluminösen Touristenverkehr 🙃😂 teilweise standen die Autos im Stau, um das Parkhaus des Großglockners zu erreichen. Motorräder natürlich nicht 🫣 weil wir einfach links am Stau vorbeifahren konnten. Und bevor ich mich freiwillig mit dem Motorrad in Stau stelle und nach nicht einmal fünf Minuten bei 30 Grad zum Schmelzen anfange, tausche ich das Motorrad eher gegen ein klimatisiertes Auto 😜 Spaß beiseite, wer mit dem Motorrad nicht überholt, ist selbst schuld 🤷🏽♀️
Oben angekommen machte ich ein paar Fotos von der gigantischen Aussicht. Doch nach wenigen Minuten Aufenthalt saß ich schon wieder auf meinem Töfftöff und fuhr weiter. Ganz wichtig und nie zu unterschätzen: Beim Motorradfahren ist der Weg das Ziel 🏍️🤩 und somit ging’s voller Motivation weiter Richtung… ähm, ja wohin soll’s den heute gehen 🤷🏽♀️?
Kurze Zeit später habe ich mich spontan für einen 150km Schlenker entschieden. Wir haben ja „erst“ Donnerstag und mein eigentliches Ziel habe ich seit heute Mittag schon erreicht.
Von Lienz weiter nach Kötschach fuhr ich dann die B111. Neben der heruntergekommenen und sehr engen Straße wurde übrigens Glasfaser verlegt. Wer weiß… Vermutlich verfolgt mich die Arbeit noch bis zu meinem Tod🤣
Doch plötzlich eine rote Ampel. Im ersten Moment eigentlich nichts besonders, wenn unter der Ampel nicht ein Schild gestanden hätte:
„Wartezeit bis zu 30 Minuten“
Zum Glück hatte das Schild mit seiner Aussage unrecht und nach ein paar Minuten ging die wilde Fahrt weiter.
Die B111 war an manchen Stellen furchtbar eng. Bei entgegenkommendem Verkehr blieb mir teilweise kurz das Herz stehen. Man hatte einfach kaum Platz ordentlich aneinander vorbei zukommen. Jede Kurve war eine Überraschung, ob mit oder ohne Gegenverkehr. Und dennoch, der Spaß blieb nicht aus. Auch wenn mein geliebtes Töfftöff zum Aufrichten eine Hure ist, macht sie beim Kurvenfahren besonders viel Spaß!
Ab 200km Tagesreichweite wollte ich mit der Schlafplatzsuche beginnen. Es ist wirklich nicht immer so einfach. Viele Pensionen oder Hotels schienen geschlossen zu haben, von der Hauptstraße wollte ich auch nicht unbedingt runter, weil beim Wenden wieder, das „aus-dem-Stand-Umfall-Problem“ aufkommen würde. Teilweise sind die Schilder der potentiellen Schlafplatzmöglichkeiten aber auch so klein, dass ich gar nicht zum Reagieren komme und im nächsten Moment schon vorbei gefahren bin.
Das „Problem“ stand wie jeden Tag ganz oben auf meiner Agenda 😂 aber mittlerweile ist es gar kein Problem mehr, sondern eher eine Tatsache, die ich selbst zu beheben wusste.
Im ersten Moment, würde man wohl sagen, die Frau ist zu ungeschickt oder unfähig.
ABER!! Mein Töfftöff darf umfallen. Sie hat Sturzbügel und hat bis heute kaum einen Kratzer von all den Strapazen davon getragen.
Einer der Hauptgründe, warum mein Motorrad vermutlich so oft umfällt, ist, dass ich lediglich mit den Zehenspitzen auf den Boden komme und das Töfftöff vollgetankt über 200kg wiegt. Eine minimale Neigung bekomme ich also nicht gehalten und bevor ich mich verletzte, springe ich lieber ab.
Sollte ich Sie tieferlegen lassen?
- Vielleicht
Werde ich das in nächster Zeit machen?
- Nein
Morgen geht es rund 200 km in Richtung Heimat. Wohin genau, keine Ahnung 🤷🏽♀️
Ganz nach dem Motto „Leben und leben lassen.“Read more
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- Day 4
- Friday, August 30, 2024 at 5:25 PM
- ☀️ 28 °C
- Altitude: 570 m
AustriaAschau im Zillertal47°15’49” N 11°53’45” E
Tag 4 - Abenteuer ^ 10

Heute habe ich gedacht, ich muss sterben.
Heute habe ich gedacht, diesen Berg komm ich nicht mehr runter. Ein bisschen hab ich mich gefühlt, wie ein Skianfänger auf der schwarzen Piste.
„Die Bergrettung bitte 🙋🏽♀️“
Doch erstmal von vorne 🙃😜
Der Gastgeber, Kellner, Rezeptionist meines Hotels war „ein Mann für alles“ und unfassbar freundlich, zuvorkommend und aufmerksam. Das Frühstück bestand aus regionalen Produkten, die Eier und die Milch vom Bauernhof nebenan, das Brot frisch gebacken und der Obstsalat Haus intern hergestellt.
Um kurz nach 9 Uhr packte ich meine Gepäck auf mein Töfftöff. Währenddessen wurde ich von einem Mann angesprochen, warum ich alleine unterwegs sei?
Er bewunderte mein Mut und verabschiedete sich mit einem Lächeln.
Für mich ging es heute erst zurück nach Lienz, danach weiter Richtung Mitterstill.
Bevor ich in Mitterstill angekommen bin musste ich 12€ für den Felbertauerntunnel bezahlen. Weiter über den Oberspitzgau kam eine weitere Mautstelle für die Gerlos Alpenstraße. Hierfür bezahlte ich nochmal 8,50€. In Zell am Zillertal wurde es dann ein bisschen knifflig. Ich hatte wohl eine Papierkarte, aber keinen genauen Anhaltspunkt, wo ich eigentlich wirklich entlang musste. Erstmal blind Richtung Mayrhofen und dann stand da plötzlich ein grünes Schild „Zillertaler Höhenstraße“ und Motorräder fuhren ebenfalls in die Straße.
Das musste es sein 👍🏽
Die Fahrt zum Mauthäuschen war schon etwas anspruchsvoll. Die Spitzkehren absolvierte ich lieber im ersten Gang, um ein abwürgend in den Kurve zu verhindern. Manche Kehren waren so eng, dass man nur in Schrittgeschwindigkeit um die Kurve kam. Unglaublich!! Aber unfassbar aufregend 🤭🥳
Das Mauthäuschen kam mir bekannt vor. Im Juni 21 fuhr ich schon einmal den Berg hoch. Nur damals war eine Weiterfahrt unmöglich, da die Schranke geschlossen war.
Heute war die Schranke offen und was mich dahinter erwartete, werde ich vermutlich nicht so schnell vergessen.
Hab ich schonmal erwähnt, dass das Berg runterfahren nicht zu meinen Lieblingsaufgaben zählt. Aber wer hoch heizt, muss dann wohl auch wieder runter 🙈
Ich bin bei der Abfahrt tausend Tode gestorben, meine Adrenalinerzeugung lief auf Hochtouren 😂 ich versuchte mich auf den engen und steinigen Weg zu konzentrieren, doch immer wieder fiel der Blick auf den steilen Abhang rechts neben mir.
Der Weg hinunter ins Tal war in einem schlechten Zustand. Wofür habe ich eigentlich 7€ Maut bezahlt? Für den Straßenerhalt sicherlich nicht und die Aussicht konnte ich, als Motorradfahrer, auch nicht genießen. Anhalten traute ich mich nämlich nicht. Jedes anhalten würde das besagte Problem der letzten Tage nur entfachen. Und auf diesem Weg umzufallen? Ähm, nein danke.
Ständig kreisten meine Gedanken tuschur zwischen „ich will nicht mehr“ und „stell dich doch nicht so an, macht doch Spaß“.
Unten angekommen, realisierte ich, dass ich die falsche Abzweigung genommen haben. Ich war wieder in Zell am Ziller, aber enden sollte das Ganze eigentlich kurz vor Fügen bzw. im Ried im Zillertal.
Verdammt! Und es war schon 15 Uhr.
Planänderung. Ich schlafe heute in Aschau im Zillertal und nehme morgen eine andere Auffahrt um die Zillertaltour natürlich ordentlich zu beenden.
Neue Auffahrt bedeutet wohl neue Maut. Aber auf die 7€ kommt es dann auch nicht mehr an.
Verrückt?
Najaaa irgendwann kommt auch der Skianfänger die schwarze Piste runter 😂😂🤭Read more
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- Day 5
- Saturday, August 31, 2024 at 7:48 PM
- ☁️ 22 °C
- Altitude: 939 m
AustriaStanzach47°23’10” N 10°33’38” E
Tag 5 - Ups and Downs

Ich glaube, ich habe mehr als 10h geschlafen 🫠
Um kurz nach 8 Uhr bin ich ans Frühstücksbuffet. Ehrlich gesagt, habe ich schon lange nicht mehr so schlecht gefrühstückt. Irgendwie hat alles vergammelt geschmeckt und nach alten Socken gerochen 🥴
Kurz nach 9 Uhr fuhr ich erneut auf die Zillertaler Höhenstraße. 7€ Maut.
Diesmal wusste ich, auf welches Abenteuer ich mich einlasse und konnte deutlich mehr genießen. Auch wenn mir der Abgrund weiterhin Sorgen bereitete 😂
Nach der Zillertaler Höhenstraße blieb ich auf dem Berg und fuhr weiter Richtung Ried. Ein Highlight war definitiv die Querung des Zillertaler Skigebiets.
Voller Bewunderung legte ich einen Zwischenstopp ein. Die offizielle Piste war gut erkennbar. Rechts und Links standen Schneekanonen und das Grün der Wiese hatte einen anderen Farbton als die Umgebung. Völlig verblüffend, wie es Menschen jedes Jahr schafften, daraus eine befahrbare Piste zu gestalten 😨.
Gehört habe ich schonmal, dass manche Skigebiete damit prallen, das Kühe im Sommer auf den Pisten grasen dürfen. Pustekuchen. Auf den Pisten grast niemand, dort wächst nur Unkraut und bestimmt kein saftiges Gras. Die Kühe grasten nicht auf der Piste, sondern außerhalb der Piste, in den sogenannten „Tiefschnee“-Zonen. Dort sah das Gras noch saftig aus. Aber ja, wenn mans nicht zu streng nimmt, kann man sagen, die Bauern nutzen den Berg auch im Sommer 😜
Weiter ging die wilde Fahrt nach Innsbruck. Wochenende, evtl. Urlaubsende, egal was, auf jeden Fall staute es sich. Und da es keine Möglichkeit zum Überholen gab, stellte ich mich brav hinten an. Plötzlich stand ein Motorradfahrer neben mir und quatschte einfach los. Er wollte mich zur Mittagspause auf ein Bierchen einladen. Ich stimmte zu und meinte, dass ich ihm folge.
Als wir 20 Minuten, in die für mich, völlig falsche Richtung fuhren und ich nach mehrmaligen Hupen und Blicken keinen erneuten Kontakt zu ihm aufbauen konnte, drehte ich um und fuhr einfach davon.
Komischer Kautz 😂🙈
Ich fuhr weiter nach Telfs Richtung Fernpass.
Aus unbeschreiblichen Gründen kam ich heute irgendwie nicht so richtig in Fahrt. Ständig störte mich was: der Helm, meine Haare, die Temperatur, ziemlich schnell tat mir heute der Arsch weh, ständig fuhr ich aus Unaufmerksamkeit in die falsche Richtung und meinem Töfftöff war ständig zu heiß.
Das ich während dem Motorradfahren Selbstgespräche führte, war Standard. Aber heute war ich eine richtige Motzkuh… zum Glück hatte das keiner gehört 😂😂
Kurz vor dem Fernpass bildete sich Stau. Normalerweise hindert mich eine durchgezogenen Linie nicht am überholen. Aber plötzlich kam mir die Polizei entgegen und ich dachte nur, na jetzt sollte ich mich vielleicht doch mal benehmen. Die Straße war eh etwas eng und der Stau bewegte sich mit Schrittgeschwindigkeit. Also akzeptierte ich mein Schicksal und blieb an Ort und Stelle.
Doch leider ging die Rechnung nicht ganz auf. Mein Töfftöff war da nämlich plötzlich anderer Meinung. Durch die 35 Grad Außentemperatur, das ständige neu anfahren und das im ersten Gang rumgeeier leuchtete plötzlich ein rotes Dreieck auf, außerdem wurde sie zunehmend lauter und ein weiteres Symbol fing an zu blinken.
Da wir uns jetzt mittlerweile auch schon ein paar Jährchen kennen, wusste ich, dass Sie keine Lust auf den Stau hatte. Ihr war zu warm 🥵
Gesagt. Getan.
Auch wenn sich der ein oder andere Autofahrer vermutlich über die arrogante Motorradfahrerin aufgeregt hatte. Als ich immer wieder zum überholen ansetzte und mehr Gas gegeben hatte als nur Schrittgeschwindigkeit, beruhigte sich die Lage wieder. Meine Armatur wechselte wieder auf Normalzustand.
So sind wir eben und genau deswegen wird Sie gefahren, bis sie nicht mehr kann 🥰
Tatsächlich haben wir 200km geschafft. Am Ende des Tages fuhren wir noch ein paar tolle kurvige Straßen und landeten dann in Stanzach, einen Dorf mit knapp über 500 Einwohnern.Read more
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- Day 6
- Sunday, September 1, 2024
- ☀️ 28 °C
- Altitude: 418 m
GermanyWasserburg47°34’35” N 9°37’45” E
Tag 6 - Fazit

So wirklich viel von Tag sechs gibt es gar nicht zu berichten/ zu erzählen.
Es waren noch ca. 150km bis nach Hause.
Der Weg von Stanzach nach Dornbrin hätte auch ganz entspannt über die 198 führen können. Doch ich nutze immer wieder Abzweigungen um noch ein paar Kurven fahren zu können. Am meisten gefallen mir ja die L-Straßen. Schmal, kaum Verkehr und abseits des offiziellen Geschehens.
Gegen 12 Uhr war ich in Wasserburg und weil der Tag noch nicht mal richtig angefangen hatte, ließ ich mir ein kleinen vierstündigen Abstecher zu meinem Herzensbrecher 🐴 natürlich nicht nehmen.
10 Fragen - 10 Antworten
1️⃣ Ist Alleine reisen teuer?
Jein. Lediglich die Übernachtungen machen es teuer 🤷🏽♀️
Ein Einzelzimmer in den unterschiedlichen Unterkünften haben mich zwischen 70-95€ gekostet. Ein Doppelzimmer wäre an vielen Unterkünften kaum teurer gewesen.
2️⃣ Wie habe ich die Route ausgewählt/zusammengestellt?
Die Karten habe ich mir hauptsächlich von der Internetseite Kurvenkönig.de ausgedruckt. In den meisten Fällen habe ich mich an die Route gehalten, da ich nicht einschätzen konnte, wie lange ich tatsächlich brauchen würde.
3️⃣ Wieviel Kilometer bin ich in sechs Tagen gefahren?
1.200km und ein paar Zerquetsche
4️⃣ Welches Fortbewegungsmittel würde ich beim nächsten Mal wählen?
🥾Zu Fuß bzw. Wandern: nein! Jeden Tag nur einen Berg zu erklimmen liegt definitiv unter meinen gesteckten Anforderungen.
🚴🏼Mit dem Fahrrad: Ich sag nur LEBENSMÜDE! Wenn man mit der gleichen Geschwindigkeit wie ich, den Berg runterbretter mit lediglich einer Schutzausrüstung namens Helm. Nein Danke😨
🚗Mit dem Auto: nein! Freiwillig mich in Stau zu stellen. Nein Danke 😂
🏍️ Mit dem Motorrad: JA! Ich liebs einfach. Die unterschiedlichen Gerüche, die Verbundenheit zur Natur, das Feeling. Jederzeit wieder 🥰
5️⃣ Würde ich nochmal alleine losfahren?
Definitiv! Ob einen Tag, ein Wochenende oder so wie dieses Mal ein paar Tage. Die Herausforderung alleine zurecht zu kommen macht unheimlich viel Spaß!
6️⃣ Wie oft ist mein Motorrad umgefallen?
4x
7️⃣ Kamen Menschen zu Hilfe, als mein Motorrad umgefallen ist?
Ich war definitiv etwas überrascht und im ersten Moment sauer, da es kaum einen interessierte.
Insgesamt 4x umgefallen
1x wurde mir geholfen
3x habe ich’s selbst aufgestellt 💪🏽
8️⃣ Auf welches Equipment würde ich nicht mehr verzichten wollen?
Mein Tankrucksack erleichterte mir den Umgang mit meinem Handy, des Weiteren hatte ich immer eine Trinkfalsche und meine Dokumente griffbereit.
Auch mein Headset würde ich nicht mehr hergeben. Zwischendurch Musik hören oder der Ansage der Navigations-App lauschen, hat echt super viele Vorteile.
9️⃣ Gibt es ein Highlight auf der Reise?
Nein. Ehrlich gesagt war die ganze Reise ein Highlight. An manchen Tagen konnte ich mich kaum satt sehen. Die Berge, die Natur, die Herausforderung. Es war rundum ein erfolgreicher Urlaub.
1️⃣0️⃣ Gab es ein negativen Punkt oder etwas, was mich geärgert hat?
Streng genommen könnte ich behaupten, dass ich’s in heutiger Zeit nicht verstehe, wie man nicht mit Karte zahlen kann. Nur Bargeld? Aber rechts und links sah man die Rohrverbände für das Glasfasetkabel. Entweder wohl noch nicht angekommen oder die Menschen aufm Berg leben gerne hinterm Mond.
Ich hatte Bargeld dabei, aber eben nicht immer daran gedacht es ins Restaurant mitzunehmen.Read more