• Ghost-Hotel bei Playa Blanca

    2. februar, Spanien ⋅ 🌙 16 °C

    Es war ein verregneter Nachmittag, als mein Mann und unsere Freunde zu dem geheimnisvollen Geisterhotel Atlante del Sol aufbrachen, das im Nordwesten von Playa Blanca an der rauen Küste des Atlantiks lag. Während ich per Zoom arbeitete, träumte ich von den Ruinen, die einst ein strahlendes Hotel werden sollten.

    Mein Mann erzählte mir von dem beeindruckenden Weg. Der Pfad schlängelt sich eigentlich von Playa Blanca über die Küste zum Leuchtturm, wo die Wellen gegen die Felsen schlagen und das Wasser in schimmernden Aquamarinfarben leuchtet. Ich stellte mir vor, wie sie die frische Brise einatmeten und die unberührte Natur um sich herum genossen.

    Sie wählten aber einen weniger frequentierten Zugang, der sie direkt näher an die Überreste des Geisterhotels brachte. Der Weg wurde bald zu einem schmalen Schotterpfad, der Zivilisation und geheimnisvollem Verfall trennte. Je näher sie kamen, desto mehr zeichneten sich die ersten Silhouetten der ruinösen Gebäude ab.

    Die Geschichten über das Hotel sind ebenso faszinierend wie die Ruinen selbst. Es gibt Gerüchte über einen gescheiterten Investor, der ein luxuriöses Golfresort plante, aber zu spät erkannte, dass der vulkanische Boden keinen Rasen wachsen ließ. Andere Vermutungen besagen, dass das Hotel ohne gültige Genehmigung erbaut wurde, was zu hohen Geldstrafen und einem Baustopp führte. Zudem wird erzählt, dass Partner mit dem Kapital verschwanden und dass das Gelände auf einer antiken Begräbnisstätte erbaut wurde, wo die Geister der Toten spuken und das Vorhaben verhinderten.

    Die triste Schönheit des Ortes sprach Bände. Teile des Hotels waren eingestürzt, während die Natur sich das Terrain zurückeroberte. Dennoch diente das Geisterhotel als Rückzugsort für Abenteurer und kreative Seelen, die in den verbliebenen Räumen Kunstwerke hinterließen und den atemberaubenden Ausblick auf das Meer genossen.

    Ich weiß, dass ich eines Tages diesen Ort besuchen werde. Die Anziehungskraft verlassener Orte, die in ihrer Einsamkeit und ihrem Geheimnisvollen etwas Magisches haben, ist unwiderstehlich. Während ich den Geschichten lauschte und mir die Bilder vorstellte, spürte ich eine tiefe Sehnsucht, selbst Teil dieser Entdeckung zu sein, nicht nur wegen der Ruinen, sondern auch wegen der Geschichten der Menschen, die einst dort lebten und träumten und versagten.
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