• 05 Warum ist der Regenbogen rund??

    12 April, Portugal ⋅ ⛅ 14 °C

    Zum Regenbogen kommen wir später.

    Heute kamen wieder zwei Ozeanriesen mit je 3.000 Passagieren in Funchal an. Dann stapeln sich die Reisebusse an den bekannten Aussichtspunkten.
    Die Bustüren gehen auf, die Passagiere steigen aus, Handy raus und zwei Fotos gemacht, meistens Selfies, rein in den Bus, Tür zu und weiter geht’s. Dauer ca. 20 Minuten.

    Aber nun zu unseren Erlebnissen am heutigen Tage:

    Wir fahren heute noch mal in Richtung Norden und erreichen nach einer spannenden Bergtour das kleine Örtchen mit Namen Porto da Cruz direkt am Meer gelegen. Der Atlantik rauscht, es gibt relativ hohe Wellen, wir laufen um eine Art kleinen und wundersam aufgeschichteten Erdhügel herum auf einer asphaltierten Promenade und beobachten dabei das wilde Meer. Es spritzt und zischt. Manchmal hört es sich an wie grollender Donner und die Gischt spritzt meterhoch auf die pechschwarzen Basaltblöcke vom Ufer. Einige Mutige werden dadurch pitschnass. Aber so ist das heute auf dieser Welt. Wir bleiben trocken.

    Auf dem Rückweg besuchen wir im Ort noch ein kleines Unternehmen namens „Engenhos do Norte", eine Zuckerrohr- und Rumfabrik. Sehr spannend! Über das Thema Rum aus und von Madeira berichten wir in einem der nächsten Footprints. Also bitte noch ein bisschen Geduld, wenn ihr darüber ein wenig mehr erfahren wollt. Natürlich konnten wir es nicht lassen, uns eine leckere Flasche davon in unser Eigentum zu überführen.

    Am Ende unserer heutigen Tour steht tatsächlich das Ende von Madeira. Damit ist die nordöstliche Spitze der Insel gemeint. Dort sieht es ganz anders aus als auf der übrigen Insel. Alles ziemlich flach und ein wenig wüstenartig, keine Vegetation, Felsen, rotbraune Erde. Und rundherum der Atlantik. Wir erwischen ein wenig Sonne und blauen Himmel. Beides führt dazu, dass das Wasser tiefblau-türkis aussieht und die Wellen noch weißer als sonst erscheinen. Wunderschöne Augenblicke, die wir längere Zeit genießen dürfen.

    In der Bergwelt Madeiras gibt es Häuser, die wirklich an einzigartigen oder unmöglichsten Stellen gebaut wurden. Mehr oder weniger allesamt an steilen Berghängen. Ringsherum geht es also den Abhang runter, steile Treppen führen zur Haustür. Aber ein kleines Gärtchen hat fast jedes Haus mit Erbsen, Kartoffeln, Bohnen und anderes Gemüse. Und Kapuzinerkresse natürlich. Oft auch mit Orangen-, Pampelmusen- oder Zitronenbäumen. Den Rest haben wir im Detail (noch) nicht identifizieren können. Der Vulkan unter den Häusern spendet sehr fruchtbaren Boden zum Wachsen und Gedeihen.

    Am Abend, als die regenbeladenen Wolken über die Berge hinter unserem Hotel kommen und die Sonne am untergehen ist, sehen wir einen Regenbogen von unserem Zimmer aus. Zum wiederholten Male. Immer an derselben Stelle. Diesmal riesengroß und hoch am Himmel.

    Und nun zur eingangs gestellten Frage: Wisst ihr, wie ein Regenbogen entsteht und weshalb er eigentlich kreisrund ist?

    Regenbögen entstehen durch die Brechung, Reflexion und Streuung des Sonnenlichts in den vielen, vielen Wassertropfen, oft während eines Schauers bei gleichzeitigem Sonnenschein. Das weiße Licht wird im Tropfen in Spektralfarben (Rot bis Violett) zerlegt, was als Dispersion bezeichnet wird. Für die Sichtung müssen Sonne und Beobachter optimal stehen (Sonne im Rücken). Es ist sehr kompliziert, das ganze Phänomen komplett zu erklären. Daher heute nur in dieser Kurzform. Aber immerhin. Wir haben es vorher auch nicht gewusst:

    Ein Regenbogen ist physikalisch betrachtet immer ein vollständiger Kreis. Vom Boden aus sehen wir jedoch meist nur einen Halbkreis, da der Horizont die untere Hälfte verdeckt. Ein kreisrunder Regenbogen ist selten zu sehen und wenn meist nur aus großer Höhe wie von Berggipfeln oder Flugzeugen aus als 360-Grad-Phänomen sichtbar. So jetzt wisst Ihr wieder ein bisschen mehr.

    So das wars für heute. Wir wünschen euch noch einen schönen Tag oder einen schönen Abend und lesen uns morgen wieder.
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