01 Gemütlich nach Kranichstein
8. april, Tyskland ⋅ ☀️ 18 °C
Wir fahren gegen 13.00 Uhr von zuhause los in Richtung Frankfurt.
Unser Flug morgen mit der Condor sollte am Morgen starten. Doch die Fluglinie hat den Termin zweimal verschoben und jetzt geht es erst morgen Mittag los.
Das Schlosshotel Kranichstein bei Darmstadt hatten wir vor allen Flugänderungen gebucht, weil vom Bodensee nach Frankfurt mehr als 400 km zu fahren sind und wir nicht in der Nacht losfahren wollten.
Also übernachten wir wie geplant und gehen dann schön griechisch Essen.
Ein hübsches großes Jagd-Schloss mit bezahlbaren Zimmern, ist ja noch keine Hauptsaison.
Wir haben nur 4 1/2 Stunden gebraucht vom Bodensee nach Darmstadt, obwohl viele Autos auf der Straße sind. Rückreise aus dem Osterurlaub.Læs mere
02 Funchals spektakuläre Landebahn
9. april, Tyskland ⋅ ☁️ 11 °C
Nach einer kostenlosen Flughafen Frankfurt-Rundfahrt mit dem Bus, Dauer: 40 Minuten, finden wir unser Flugzeug der Alaska Airlines, die in Kooperation mit Condor fliegen. Echt, am letzten Ende des Flughafens steht sie, schön gestreift. Dafür können wir gleich starten, denn wir stehen am Anfang der Startbahn. Lustig!
Jetzt sitzen wir im Flieger und warten seit 25 Minuten auf die Start Freigabe. Oder auf einen freien Slot, wie der Kapitän uns erklärt. Es liegt an Funchal. Regen und starker Wind verhindern ein gesundes Landen und viele Maschinen befinden sich in einer Warteschleife.
Die Stewardess zeigt uns die Neuerung dieser Maschine. Bunte LED-Flächen erleuchten den Gang. Ein Ferienflieger eben!
Was wir auch nicht wussten, ein Becher Wasser muss bezahlt werden, zumindest bei Condor. Finden wir ziemlich daneben.
Funchals Landebahn ist auch ein Abenteuer:
Die Landebahn des Flughafens Funchal auf Madeira ist 2.777 m lang, 45 m breit und berühmt für ihre spektakuläre Konstruktion über dem Meer. Sie gilt aufgrund von starken Winden, Fallwinden und einer erforderlichen, manuellen Flugkurve im Endanflug als eine der anspruchsvollsten weltweit. Die heutige Landebahn wurde im Jahr 2000 eröffnet und ruht auf einer Brückenkonstruktion mit 180 Betonpfeilern, von denen einige bis zu 120 Meter lang sind. Aufgrund der Lage zwischen Bergen und Meer erfordert der Anflug (oft "Dogleg"-Manöver) höchstes fliegerisches Können. Piloten benötigen daher eine spezielle Schulung. Nach gefährlichen Zwischenfällen in den 1970er Jahren wurde die ursprüngliche 1600-m-Bahn auf die heutige Länge verlängert. Die Gegend um den Flughafen ist ein beliebter Spot zum Beobachten der Flugzeuge.
Es stimmt. Nur drei Flugzeuge konnten heute landen, wir waren das Dritte. Wegen Sturm ist der Flughafen geschlossen. Die Landung war etwas holprig.
Der Flugkapitän sagte uns, dass wir vielleicht nach Teneriffa ausweichen müssen und die Nacht in einem Hotel einquartiert werden und erst morgen einen neuen Anlauf nehmen müssen. Wir hatten echt Glück.
Ein kleiner VW Taigo mit genügend Kratzern wird uns die nächsten Tage durch die Gegend fahren.
Wir waren schon auf Madeira, allerdings zum Golfen. Die schwersten Plätze der Welt und wir haben soviel Golfbälle verloren. Jetzt ist aber die Insel ohne Golf dran mit ihren schönen Seiten.Læs mere

RejsendeSchönen Urlaub. War 1979 auf Madeira für 3 Wochen u hab noch immer schöne Erinnerungen
03 Atlantikregenwolkensturm
10. april, Portugal ⋅ 🌬 13 °C
Normalerweise (aber was ist schon zu heutiger Zeit noch normal?!) ist es zu dieser Zeit hier auf Madeira wunderschönes Frühlingswetter. Es gibt Wolken am Himmel und Sonne und es ist um die 18 - 20 Grad angenehm warm. Die Wiesen blühen und die Insel zeigt sich von ihrer besten Seite.
Leider ist heute morgen das Gegenteil der Fall: Der Regen peitscht den Berg herunter, die riesigen Eukalyptusbäume biegen sich im Sturm, über dem Meer erleben wir eine Art superrasante Atlantikregenwolkengeschwindigkeit. Sieht atemberaubend aus, aber weit sehen können wir dadurch überhaupt nicht. So wie es aussieht werden wir erstmal ein wenig warten und hoffen, dass das wüste Wetter aufklart. Dann würden wir doch noch starten. Unser Tourplan wäre heute die Nordostseite der Insel gewesen. Genau von dort kommt der Orkan daher …!! 🥲🥲🥲🌧️🌧️🌧️💨💨💨
Zum Trost und anstelle eines täglichen Reiseberichts für alle unsere Leser/innen nun auf vielfachen Wunsch ein wenig Wissenswertes über die Tropeninsel:
Madeira ist eine durch einen vulkanischen „Hotspot“ entstandene Insel, deren Vulkansystem als schlafend gilt, da der letzte Ausbruch etwa 6.000 bis 6.500 Jahre zurückliegt. Sie besteht hauptsächlich aus Basalt, ist sehr gebirgig und erhebt sich etwa 6 km vom Meeresboden. Aktive vulkanische Aktivitäten sind derzeit nicht zu verzeichnen, jedoch ist die geologische Struktur vulkanischen Ursprungs.
Madeira entstand in mehreren Phasen über einen Hotspot vor etwa 5 bis 7 Mio. Jahren. Sie ist die Spitze eines massiven Schildvulkans, wobei nur ein Teil über dem Meeresspiegel liegt. Die letzte vulkanische Aktivität geschah vor etwa 6.000 - 6.500 Jahren im Bereich der Hochebene Paul da Serra.
Die Grutas de São Vicente sind beeindruckende Lavaröhren, die vor rund 890.000 Jahren entstanden und besichtigt werden können. Geologische Überbleibsel sind bizarre Felsformationen, steile Klippen (wie Cabo Girão) und schwarze Sandstrände sind Zeugen der vulkanischen Vergangenheit. Obwohl der Vulkan als "ruhend" (dormant) eingestuft wird und nicht als erloschen gilt, gibt es keine Anzeichen für unmittelbar bevorstehende Ausbrüche. Die seismische Aktivität ist in der Regel schwach. Dennoch wird die Insel von seismischen Netzwerken überwacht.
Auf den beiden Satellitenaufnahmen seht Ihr übrigens, wo wir wohnen (der blaue Punkt). Unsere Unterkunft heißt Landhotel Atrio und liegt weit oben über dem Meer am Waldrand. Sehr romantisch und ruhig. Eine einzige Empfehlung. Bestes Essen im hoteleigenen Restaurant.
Landschaftsfotos gibt es heute nicht, weil alles im Regen und in Wolken versinkt. Dafür ein paar schöne Blümchen. Morgen wird es hoffentlich besser. Einen ganzen Tag im Hotel sitzen ist genug.
Um 18.13 Uhr doch noch ein gutes Zeichen von Petrus: Direkt vor unserer Nase ein wunderschöner Regenbogen! 🌈🌈🌈Læs mere

RejsendeIhr wisst ja, ich kann es einfach nicht lassen: hier kommt das angekündigte Gedicht. FindPenguins macht keinen Zeilenumbruch, deshalb geht’s mitten im Satz los: Andrea und Mathias, auf geht’s, ihr zwei, mit „FindPenguins“ sind wir immer dabei. Man fliegt mit der Condor, hier gibt’s nix für lau, selbst Wasser kostet Geld, das ist unter aller Sau! Ihr seid auf Madeira, es sieht aus wie Hawaii, man könnte fast meinen, wir sind live dabei. Das Wetter macht Zicken, doch macht euch nichts draus, morgen sieht der Himmel schon wieder anders aus. Die Sony an der Hüfte, so laufen sie los, Sehenswürdigkeiten gibt’s, und die Freude ist groß. Hoch hinauf auf den Pico, das Staunen beginnt, eine Aufnahme hier, ein Lachen im Wind. Die Menschen sind freundlich, das Essen ein Genuss, Matthias voll Inbrunst: „ Noch ein Foto, das muss!“. Andrea entdeckt Blumen, Matthias das Meer, sie fangen Momente und genießen es sehr. Am Ende der Reise, die Speicherkarte ist voll, wir genießen den Blog: „ Madeira war toll!“.
04 Einmal ein Drittel um die Insel
11. april, Portugal ⋅ ☁️ 17 °C
Heute regnet es endlich nicht mehr und auch der Wind hat aufgehört zu wehen. Nach einem leckeren Frühstück begeben wir uns direkt in unser Auto und fahren zunächst an der Südküste entlang, bis wir dann nach links abbiegen in Richtung Norden durch die Berge von Madeira. Unser höchster Punkt (stellt Andrea später fest) war auf 1460 m! Immerhin gar nicht schlecht für diese doch nicht ganz so große Insel.
Wir erreichen nach etwa 1 Stunde Fahrt durch tief eingeschnittene Täler und über Berghöhen den immer noch vom Wind aufgegepeitschten Atlantik mit knallweißer Gischt und dunkelblau-grünem Wasser. Davor die Kulisse der steilen Wände des Madeiragebirges - besser gesagt des Madeira-Vulkans. Ein tolles Bild, dass uns ein wenig an Island erinnert mit seinen rauhen wilden Küsten. Wir halten an echt traumhaften Miradouros - auf deutsch Aussichtspunkten - an, um Fotos zu machen und die Atmosphäre dort in vollen Zügen zu genießen. Andrea lässt ihre Drohne fliegen und wir sind gespannt, wie ihre Flug-Videos nachher ausschauen werden. Es gibt hier viele kleine Dörfer mit schnuckeligen Häusern und rotgedeckten Ziegel- Dächern. Nichts erscheint hier hektisch, selbst die Autofahrer verhalten sich ruhig in diszipliniert. LKWs sehen wir überhaupt nicht. Alles geht irgendwie den Gang der Zeit.
Wer übrigens Salat mag mit Kapuzinerkresse (und mit den schönen bunten Blüten obendrauf geschmückt), der findet hier an jeder Ecke diese Pflanze in allen Farben rot gelb, orange, grün. Nur blau nicht. Massenweise, flächenddeckend, einfach überall. Als hätte der liebe Gott tonnenweise Samen dieser Kapuzinerpflänzchen über Madeira ausgeschüttet.
Ein Hauptziel unserer heutigen Tour ist das kleine Dörfchen Santana im Norden Madeiras. Dort gibt es kleine dreieckige Häuser, die direkt auf dem Erdboden errichtet worden sind. Sie sind definitiv eines der herausragendsten Wahrzeichen der Gemeinde. Diese eigentümlichen Bauwerke bieten eine echte Reise durch die Geschichte der Insel. Die Materialien, aus denen die Casas de Santana gebaut wurden, zeugen von den Ressourcen, die in der Region historisch am meisten verfügbar waren:
Die dreieckigen Häuser sind aus Holz gebaut, einem billigen und in dieser Gegend reichlich vorhandenen Material, das zum Temperaturausgleich im Inneren beiträgt. Darüber hinaus war das berühmte Strohdach eine weitere Möglichkeit, Nutzen aus dem Anbau von Getreide wie Weizen und Roggen zu ziehen. Die Neigung der Dächer gewährleistete die Wasserdichtigkeit der Häuser, denn so konnte das Regenwasser abfließen. Zudem ist die Außenseite dieser Häuser für ihre leuchtenden Farben bekannt: blau, rot und weiß. Im Inneren wiederum gab es nur einen Dachboden, um landwirtschaftliche Produkte zu lagern, und ein Erdgeschoss für den Wohnbereich, der in Küche und Schlafzimmer unterteilt war. Sie schauen echt goldig aus.
Wir stehen vor einem solchen wunderschönen Motiv. Andrea hat ihre nicht übersehbare Sony-Kamera in der Hand. Hinter ihr stehen bestimmt fünf Leute mit Handy und iPad und möchten dasselbe Motiv fotografieren. Vor dem Motiv steht in aller Seelenruhe ein Ehepaar, was verzweifelt versucht, eine gerade erworbene Bonbontüte aufzumachen. Dauer mindestens 5 Minuten und die Tüte ist immer noch nicht offen. Einem Menschen hinter Andrea platzt der Kragen und er sagt zum Paar: „Könnten Sie bitte nicht zur Seite gehen und ihre Tüte woanders öffnen?!“ Und das Wunder geschieht tatsächlich. Der Weg war plötzlich frei für das Motiv und das iPad und die iPhones. Hunderte von Touristen und Andrea konnten aufatmen.
Matthias möchte gleich nebendran eine Handy-Aufnahme vom Eingang eines Dreieckshäuschens machen und eine mittelalte blonde Frau mit ostdeutschem Akzent kommt auf ihn zu. Sie bemerkt, dass er das Foto machen will. Dann sagt sie unvermittelt „Ich gehe jetzt extra zurück und stelle mich wieder in den Eingang. Und zwar solange wie ich es will. Sie müssen warten mit ihrem Foto. Bis ich gehe.“ Soweit sind wir jetzt schon….
Bergauf schwächelt unser kleiner VW. Es geht gerade noch, so muss Andrea nicht aussteigen, um zu schieben! Aber er bringt uns langsam und sicher über die schmalen und steilen Straßen in der Bergwelt Madeiras. Mit echt vielen Haarnadelkurven. Übrigens der Benzinpreis für Normal-(Super)Benzin beträgt aktuell hier gerade einmal 1,81 € - in den heutigen Zeiten ist es ja wirklich schon ganz schön günstig, oder?!
Ein gutes Drittel der gesamten Insel Madeira haben wir heute per Straße erfahren. Den Rest werden wir in den nächsten Tagen in aller Ruhe sehen und erleben und ihr natürlich auch - hier auf FindPenguins.Læs mere

RejsendeWas für ein wunderbare Reisebericht! Es sind nicht nur eure beeindruckenden Fotos, sondern auch die detaillierten Schilderungen der Reise, der erlebten Momente, eure präzisen Beobachtungen und dann natürlich auch die kleinen Anekdoten, die ich ja selbst bereits mit euch erlebt habe. Nur dass es diesmal keine netten Chinesinnen waren wie auf Madagaskar, sondern eine mit ganz viel Scham und Humor ausgestattete Landsfrau…. Die Idioten sterben einfach nicht aus. Lasst euch nicht beirren, gibt uns möglichst viele von diesen beeindruckenden und schönen Fotos und lasst uns teilhaben! Weiterhin gute Reise und wenig Störenfriede!
05 Warum ist der Regenbogen rund??
12. april, Portugal ⋅ ⛅ 14 °C
Zum Regenbogen kommen wir später.
Heute kamen wieder zwei Ozeanriesen mit je 3.000 Passagieren in Funchal an. Dann stapeln sich die Reisebusse an den bekannten Aussichtspunkten.
Die Bustüren gehen auf, die Passagiere steigen aus, Handy raus und zwei Fotos gemacht, meistens Selfies, rein in den Bus, Tür zu und weiter geht’s. Dauer ca. 20 Minuten.
Aber nun zu unseren Erlebnissen am heutigen Tage:
Wir fahren heute noch mal in Richtung Norden und erreichen nach einer spannenden Bergtour das kleine Örtchen mit Namen Porto da Cruz direkt am Meer gelegen. Der Atlantik rauscht, es gibt relativ hohe Wellen, wir laufen um eine Art kleinen und wundersam aufgeschichteten Erdhügel herum auf einer asphaltierten Promenade und beobachten dabei das wilde Meer. Es spritzt und zischt. Manchmal hört es sich an wie grollender Donner und die Gischt spritzt meterhoch auf die pechschwarzen Basaltblöcke vom Ufer. Einige Mutige werden dadurch pitschnass. Aber so ist das heute auf dieser Welt. Wir bleiben trocken.
Auf dem Rückweg besuchen wir im Ort noch ein kleines Unternehmen namens „Engenhos do Norte", eine Zuckerrohr- und Rumfabrik. Sehr spannend! Über das Thema Rum aus und von Madeira berichten wir in einem der nächsten Footprints. Also bitte noch ein bisschen Geduld, wenn ihr darüber ein wenig mehr erfahren wollt. Natürlich konnten wir es nicht lassen, uns eine leckere Flasche davon in unser Eigentum zu überführen.
Am Ende unserer heutigen Tour steht tatsächlich das Ende von Madeira. Damit ist die nordöstliche Spitze der Insel gemeint. Dort sieht es ganz anders aus als auf der übrigen Insel. Alles ziemlich flach und ein wenig wüstenartig, keine Vegetation, Felsen, rotbraune Erde. Und rundherum der Atlantik. Wir erwischen ein wenig Sonne und blauen Himmel. Beides führt dazu, dass das Wasser tiefblau-türkis aussieht und die Wellen noch weißer als sonst erscheinen. Wunderschöne Augenblicke, die wir längere Zeit genießen dürfen.
In der Bergwelt Madeiras gibt es Häuser, die wirklich an einzigartigen oder unmöglichsten Stellen gebaut wurden. Mehr oder weniger allesamt an steilen Berghängen. Ringsherum geht es also den Abhang runter, steile Treppen führen zur Haustür. Aber ein kleines Gärtchen hat fast jedes Haus mit Erbsen, Kartoffeln, Bohnen und anderes Gemüse. Und Kapuzinerkresse natürlich. Oft auch mit Orangen-, Pampelmusen- oder Zitronenbäumen. Den Rest haben wir im Detail (noch) nicht identifizieren können. Der Vulkan unter den Häusern spendet sehr fruchtbaren Boden zum Wachsen und Gedeihen.
Am Abend, als die regenbeladenen Wolken über die Berge hinter unserem Hotel kommen und die Sonne am untergehen ist, sehen wir einen Regenbogen von unserem Zimmer aus. Zum wiederholten Male. Immer an derselben Stelle. Diesmal riesengroß und hoch am Himmel.
Und nun zur eingangs gestellten Frage: Wisst ihr, wie ein Regenbogen entsteht und weshalb er eigentlich kreisrund ist?
Regenbögen entstehen durch die Brechung, Reflexion und Streuung des Sonnenlichts in den vielen, vielen Wassertropfen, oft während eines Schauers bei gleichzeitigem Sonnenschein. Das weiße Licht wird im Tropfen in Spektralfarben (Rot bis Violett) zerlegt, was als Dispersion bezeichnet wird. Für die Sichtung müssen Sonne und Beobachter optimal stehen (Sonne im Rücken). Es ist sehr kompliziert, das ganze Phänomen komplett zu erklären. Daher heute nur in dieser Kurzform. Aber immerhin. Wir haben es vorher auch nicht gewusst:
Ein Regenbogen ist physikalisch betrachtet immer ein vollständiger Kreis. Vom Boden aus sehen wir jedoch meist nur einen Halbkreis, da der Horizont die untere Hälfte verdeckt. Ein kreisrunder Regenbogen ist selten zu sehen und wenn meist nur aus großer Höhe wie von Berggipfeln oder Flugzeugen aus als 360-Grad-Phänomen sichtbar. So jetzt wisst Ihr wieder ein bisschen mehr.
So das wars für heute. Wir wünschen euch noch einen schönen Tag oder einen schönen Abend und lesen uns morgen wieder.Læs mere
06 Degenfisch und eine Buddel Rum
13. april, Portugal ⋅ ⛅ 16 °C
Heute haben wir in Funchal den berühmten Tropischen Garten besucht. Man erreicht ihn mittels einer wunderschön ruhigen Seilbahnfahrt hoch über den Dächern der Hauptstadt auf dem sogenannten „Monte“. Der Park ist so eine Art japanischer Kunst-Garten. Sehr hübsch gestaltet mit vielen seltenen Pflanzen und Bäumen und natürlich auch zahlreichen japanischen Gestaltungselementen. Er liegt in einem Taleinschnitt, so dass man jede Menge Treppen, Brücken und Wege beschreiten muss. Natürlich immer nach unten. Das hat dazu geführt, dass wir uns dann erleichtert ein kleines E-Taxi geleistet haben, um ohne körperliche Mühen wieder ganz nach oben zum Eingang zu kommen. Insgesamt hat uns das ganze Teil gut gefallen.
Wir wollten dann noch mit einer zweiten Seilbahn (keine 5 Minuten entfernt) den so sogenannten „Botanischen Garten“ von Funchal besuchen. Kaum dort angekommen, mussten wir jedoch feststellen, dass das wohl eher nichts für uns ist (weil es einfach viel zu wenig bunte Blumen, exotische Pflanzen, Bäume oder Ähnliches gab). Eher alles etwas unattraktiv trotz des nicht ganz geringen Eintrittspreises….
Also haben wir wieder kehrt gemacht und sind beide Seilbahnstrecken herunter nach Funchal, also ganz nach unten, gefahren. Anschließend ein wenig noch schlendern an der Uferpromenade, ein riesiges Aida-Kreuzfahrtschiff anschauen und den bekannten Wochenmarkt von Funchal genießen. So war der heutige Tag.
Aber nun noch ein bisschen Info über zwei interessante Themen, die mit Madeira zu tun haben und der Überschrift unseres heutigen Reisetagesberichts (inkl. Coverfoto):
1. Die gestern von uns entdeckte und in Porto da Cruz gelegene Nordmühle mit Namen „Engenhos do Norte“ ist eines der wichtigsten lebenden Zeugnisse der historischen Zuckerproduktion auf der Insel. Der Besuch ist daher gleichbedeutend mit einer echten Reise in die Vergangenheit. Die Mühle wurde 1927 gebaut und mit Maschinen aus dem 19. Jhd. betrieben. Allerdings muss man bis ins 16. Jhd. zurückgehen, um seine Bedeutung zu verstehen. Als eine der drei alten Mühlen, die heute noch auf Madeira in Betrieb sind, ist dieser Ort wirklich ein echtes Museum.
Der ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation von Zuckerrohrsaft gewonnene Madeira-Rum ist eines der am meisten geschätzten traditionellen Produkte dieses atlantischen Archipels. Seine preisgekrönte Qualität ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Prozesses der Verfeinerung. Madeira Rum, auch bekannt als „Zuckerrohrschnaps“, hat einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 Vol%. Vom natürlichen Rum, dem Rohstoff für die typische „Poncha“, bis zum in Eichenfässern gereiften, edlen Madeira-Rum gibt es eine breite Palette zum Probieren. Man kann sich da reinsetzen…..!
Die Ursprünge des „Madeira-Brandes“, wie er gemeinhin genannt wird, gehen auf die Zeit der Entdeckung des Archipels zurück. Kurz nach der Ankunft der portugiesischen Seefahrer auf dieser Perle des Atlantiks, im 15. Jhd. begann die Einführung des Zuckerrohrs durch Stecklinge aus Sizilien. Schon damals wurde der Zucker zu einem der wichtigsten Produkte Madeiras (er wurde sogar als „weißes Gold“ bezeichnet). Er begann, auf das portugiesische Festland, in den Golf von Guinea, nach Afrika, Nordeuropa und in den Mittelmeerraum exportiert zu werden. Darüber hinaus ermöglichte der Reichtum dieses Rohstoffs die Entwicklung einer sehr produktiven Verarbeitungsindustrie. In der Folge wurden Produkte hergestellt wie z. B. Zuckerrohrsirup und natürlich Madeira-Rum. Anfangs wurde dieses Getränk mit sehr rudimentären Mitteln hergestellt, aber Ende des 19. Jhd. entstanden die ersten Brennereien für Zuckerrohrschnaps. Mit der Jahrhundertwende stieg die Nachfrage nach diesem einzigartigen Produkt erheblich an, sodass der historische Rum von Madeira in der ganzen Welt immer bekannter und begehrter wurde.
In der 'Casa do Rum' direkt neben der „Engenhos do Norte“ haben wir folgerichtig den 6 Jahre alten „Rum 970“ probiert. So lecker!!! Und schon gekauft.
2. Der Degenfisch (speziell der Schwarze Degenfisch) heißt auf Portugiesisch Espada preta oder einfach Peixe-espada preto. Er ist ganz schön hässlich anzusehen, aber trotzdem hier eine berühmte Spezialität, die in großen Tiefen gefangen und oft als Filet mit Banane (Filete de espada com banana) serviert wird. In den tiefen Gewässern ist der Schwarze Degenfisch kupferfarben. Erst beim Fang bekommt er durch die rasche Druckveränderung seine bekannte schwarze Farbe. Gefischt wird er mit Angeln mit einer Leine von 1500 m Länge, an der bis zu 50 Hilfsangeln befestigt werden. In ihren Mägen fand man neben kleinen Tiefseefischen Aale, die auf ihrer Laichwanderung gefressen worden waren.
Aber trotz dieses Mageninhalts schmeckt er total lecker. Man darf nur nicht an seinen Gesichtsausdruck denken.Læs mere

RejsendeKlingt nach einem richtig gelungenen Tag 😍 Die Seilbahnfahrt über Funchal, der tropische Garten und der Blick über die Stadt: das stelle ich mir traumhaft vor. Dass ihr euch für den Rückweg ein E-Taxi gegönnt habt, war bei all den Treppen wahrscheinlich die beste Idee des Tages 😄 Besonders spannend fand ich eure Einblicke in die Rum-Tradition. Der Rum 970 ist doch genau das richtige Souvenir von so einer Reise :)

Rejsende
Espada preta ist ja richtig hübsch. Zumindest sieht er auf dem Teller noch besser aus als ich an manchen Montagen 😄 Hauptsache, er schmeckt so gut, wie ihr schreibt :)

Rejsende
Also, ihr wisst ja, im Gegensatz zum Nordlicht Matthias bin ich kein großer Fischesser. Aber ich erinnere mich an einen gemeinsamen Besuch in Hamburg, wo wir vor langer Zeit in einem portugiesischen Restaurant in der Speicherstadt waren und dass ich dort einen Schwertfisch gegessen habe (war übrigens sehr lecker). Aber wenn ich jetzt den schwarzen Kollegen sehe und auch noch weiß, dass er auf seinem Weg in der Tiefsee einige Aale verspeist hat, dann hätte ich vermutlich am Abend etwas anderes bestellt. Vielleicht sogar ein Extra Glas von dem offensichtlich wunderbaren Rum von Madeira… genießt die Reise und das Essen und natürlich auch den Rum, viel Spaß noch! (Und heute mal kein Gedicht)
07 Was für ein Fanal!
14. april, Portugal ⋅ ⛅ 15 °C
Was ist eigentlich ein Fanal? Wir haben heute wieder etwas dazugelernt. Es ist doch so schön, immer wieder etwas Neues in sein eigenes Wissen integrieren zu dürfen. Dazu etwas weiter unten.
Heute bewegen wir uns mehr oder weniger an der Küste entlang in den Nordwesten der Insel. Wir besuchen das bekannte Porto Moniz mit seinen aufregenden Meeresschwimmbecken, die direkt in den Atlantik übergehen. Eine sehr interessante Kombination zwischen aufgewühltem Meer, hohen Ozeanwellen und ruhigem Schwimmbad (siehe unsere Fotos dazu). Danach gibts bei Ribera da Janela noch einen Abstecher zu tollen, spitzen und löchrigen Felsformationen, die im Atlantik stehen. Wunderschön! Sie erinnern uns ein wenig an den schwarzen Strand Reynisdrangar in Island, den es seit kurzem so nicht mehr gibt. Riesige Wellen haben ihn dort im Februar komplett abgetragen. Aber die vier Felsspitzen im Wasser stehen noch.
Abgestorbene, bizarr geformte Bäume im Nordwesten Madeiras finden sich vor allem im Fanal-Wald (Posto Florestal do Fanal), Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Laurissilva. Diese uralten Lorbeerbäume sind oft durch Nebel, Wind und Alter gezeichnet, was eine mystische, märchenhafte Atmosphäre schafft. Sie sind aber nicht alle gestorben…..
Einige wichtige Fakten zu diesen Bäumen: Die skurrilen, oft hohlen oder auch abgestorbenen Lorbeerbäume im Nordwesten sind ein Hauptmotiv für Fotografen und Naturfreunde.
An vielen Hängen, insbesondere im Zentralgebirge (Pico Ruivo) und vereinzelt im Norden, zeugen knochenweiße, abgestorbene Baumstämme von verheerenden Waldbränden in den vergangenen Jahren.
Die Natur erholt sich langsam. Die toten Bäume stehen oft als Kontrast zur wiederkehrenden Vegetation. Und nachgewachsenen Lorbeerbäumen. Genauso krumm und verrückt anzuschauen.
Um den stark besuchten Fanal-Wald zu schützen, wurden einige Baum-Bereiche eingezäunt und Wege vorgegeben. Und das ist wirklich gut so. Schutz vor Selfies produzierenden Touristen.
Aufgrund von Sturmschäden oder toten Bäumen ist Vorsicht geboten. 2017 kam es zu einem tödlichen Unfall durch einen umstürzenden Baum.
Der Fanal liegt im Hochplateau oberhalb von Seixal und Ribeira da Janela und ist über die ER209 erreichbar. Die besten Lichtverhältnisse und der berühmte Nebel ("Feenwald") entstehen durch wetterbedingte Feuchtigkeit meist am späten Nachmittag. Es scheint als würden dann die Wolken vom Himmel herab sinken. Nach ein paar Minuten sind unsere Haare klitschnass und die Klamotten ganz schön feucht.
Der Wald ist daher besonders für seinen Nebel bekannt, der die moosbewachsenen Bäume in eine märchenhafte Kulisse verwandelt. Diese mystische Atmosphäre hat uns so gefangen genommen, dass Andrea ausgerechnet über eine Wurzel gestolpert ist und ihr Schienbein einen leichten Schaden erlitten hat. Aber es ist nicht schlimm, alles wieder gut. Wir haben Glück und dürfen diese geheimnisvolle Stimmung heute intensiv miterleben. Einfach genial. Vielleicht fahren wir dort nochmal hin ….
Ein Fanal ist ursprünglich ein weithin sichtbares Feuer- oder Leuchtzeichen, das als Warnung oder Signal dient. Im übertragenen Sinne ist es ein eindrucksvolles, symbolträchtiges Ereignis, das eine grundlegende Veränderung, einen Aufbruch oder ein wichtiges kommendes Ereignis ankündigt. Ein Fanal setzt ein deutliches Zeichen. Ein solches haben wir heute Nachmittag dort erlebt. Ein echtes Naturwunder!
In diesem Gebiet grasen oft friedliche, freilaufende Kühe als Statisten zwischen den Bäumen. Das sieht schon etwas komisch aus!
Ein See, der Fanal Pond, der sich nach starken Regenfällen in einem alten Krater jeweils neu bildet. Ein Märchen. Verwunschene Hexen und Feen und Kobolde könnten hier wunderbar leben.Læs mere
08 Insel-Tunnel: Wie ein Schweizer Käse
15. april, Portugal ⋅ ⛅ 17 °C
Madeira mit ihrem zerklüfteten, bergigen Gelände hat schon immer die Fantasie von Einheimischen beflügelt. Eine der faszinierendsten Geschichten dreht sich um die Existenz alter Tunnel unter der Insel - geheime Gänge, vergessene Stollen und unterirdische Verbindungen zwischen Tälern und Gipfeln. Seit Jahrhunderten kursieren Theorien über Tunnel, die von religiösen Orden, Schmugglern oder sogar von alten Zivilisationen gebaut worden sein sollen. Einige ältere Bewohner erzählen Geschichten von verborgenen Gängen, die zur Flucht vor Angriffen dienten oder zum Versteck von wertvollen Besitztümern genutzt wurden. Manche glauben, dass bestimmte Tunnel einst Klöster, Kapellen oder Küstenfestungen mit den Höhenlagen verbanden: Als geheime Fluchtrouten.
Daneben gibt es auch alte Straßen- und Eisenbahntunnel, die verschiedene Regionen verbanden, bevor moderne Schnellstraßen gebaut wurden. Einige dieser Tunnel sind heute verlassen und befeuern den Mythos vergessener Gänge. Die Faszination lebt also weiter - genährt durch Ruinen, Erzählungen und das ewige Geheimnis der madeirensischen Berge. Denn in jeder Legende steckt vielleicht ein Körnchen Wahrheit …… oder zumindest eine gute Geschichte…..
Madeira verfügt über eines der dichtesten Tunnelnetze der Welt mit über 150 Straßentunneln in einer Gesamtlänge von mehr als 80 km, die das gebirgige Terrain erschließen. Die modernen Schnellstraßen ermöglichen (auch uns) echt zeitsparende Touren, während ältere Küstenstraßen für ihre engen, rustikalen Tunnel bekannt oder zwischenzeitlich ganz gesperrt sind. Dieses ausgeprägte Tunnelnetz ist eine moderne Ingenieursleistung, die die Insel durchbrach wie einen Schweizer Käse, um zerklüftete Landschaften zu verbinden. Ursprünglich dienten Tunnel seit dem 16. Hd. nur dem Bau von Levadas (Wasserkanälen), um Wasser von der regenreichen Nordseite in den trockenen Süden zu leiten.
Der massive Ausbau der Tunnel für den Straßenverkehr begann erst im 20. Jhd. Das Vulkangestein der Insel machte den Bau extrem aufwendig. Der Ausbau diente zunächst der Verbindung von abgelegenen Dörfern mit den Wirtschaftszentren im Süden und der Förderung des Tourismus. Heute dagegen ist Madeira für seine dichte Folge von Brücken und Tunneln bekannt, die das Reisen auf der Insel, das früher Stunden dauerte, auf Minuten verkürzen.
Nach soviel neuem Wissen über Madeira nun zu unseren heutigen Erlebnissen:
Wir fahren noch einmal in den Norden der Insel und zwar durch das Tal, durch das wir am ersten Tag unserer Reise gefahren sind. Von Ribeira Brava nach Sao Vicente auf der anderen Seite der Insel. Nur, dass es dort vor ein paar Tagen noch regenverhangen und trübe war. Heute begrüßt uns die Sonne, blauer Himmel und schneeweiße Wolken. Wir benutzen diesmal nicht die gut ausgebaute Straße tief im Tal, sondern eine echte schmale Bergstraße (ER 105), die sich in ganz vielen kleinen und großen Serpentinen die Berge hoch schlängelt und dann wieder herunter. An vielen Stellen gibt es wunderschöne Aussichtspunkte, wo wir die grünbewachsenen Berge und Bergspitzen sowie enge Taleinschnitte in Ruhe betrachten können. Andrea macht einige Zeitraffer-Videos. An einer Stelle sind wir ganz alleine und weit vor uns „schwappen“ die weißen Wolken rasend schnell wie große Wellen über den Bergkamm herüber und bewegen sich dann nach unten. Warme Sonnenstrahlen und ein echtes Blau hoch über uns. Welch ein Ruhe! Ein toller Anblick! Fast wie Meditation….
Wir machen etwas weiter von ihr entfernt am Strassenrand halt: Bei der schneeweißen „Capelinha de Nossa Senhora de Fátima“ handelt sich um eine kleine Kapelle ganz allein auf einem Hügel in São Vicente. Man sieht aber eigentlich nur einen Kirchturm, nicht mehr. Sie wurde 1948 erbaut, ist bekannt für ihre markante Turmform und bietet einen Panoramablick über das hinter ihr liegende Tal und den Atlantischen Ozean. Und nun kommt das Beste: Der Kirchturm verfügt über vier Uhren, die jedoch oft unterschiedliche Zeiten anzeigen. Und niemand weiß, weshalb.
„Frau Fatima“ bezieht sich meist auf die Jungfrau Maria, die 1917 drei Hirtenkindern im portugiesischen Fátima als „weiße Dame“ erschienen sein soll. Diese Marienerscheinungen gelten als katholische Botschaften des Gebets, der Bekehrung und des Friedens, was Fátima zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte weltweit machte.
So für heute genug erzählt, es geht jetzt gleich zum Abendessen. Dann gibt’s noch den obligatorischen „Rum 970“ und irgendwann am späteren Abend machen wir dann die Augen zu. Wir lesen uns dann morgen wieder. Gute Nacht!
💤😴😘🌙Læs mere
09 Auf den Spuren von Moby Dick
16. april, Portugal ⋅ ⛅ 15 °C
Heute gehen wir mal nicht auf Insel-Festlands-Autofahrt, sondern aufs atlantische Wasser vom kleinen Hafen von Calheta aus: Wir machen eine Wal- und Delfinbeobachtungstour. Mit „Lobosonda“.
Dank der Späher, die von geeigneten Aussichtspunkten entlang der Küste das Meer mit Fernrohren vor jeder Ausfahrt beobachten und die Position und Richtung der Wale und Delfine an die Boote weitergeben, kann das Unternehmen Lobosonda mit seinen beiden Booten zur Wal- und Delfinbeobachtung einen sehr großen Sichtungserfolg vorweisen. Die deutschsprachigen Meeresbiologen bzw. Scouts, die die Fahrten begleiten, erklären uns ausführlich die wichtigsten Merkmale der Meerestiere, die wir unterwegs erleben. Bei ihnen, die hier bereits seit 2003 Wal- und Delfinbeobachtungsfahrten durchführen, steht der Tier- und Naturschutz an oberster Stelle - ein sehr verantwortungsvolles "Whale Watching" Unternehmen. Die Philosophie des Lobosonda-Teams ist, den nötigen Respekt und viele Kenntnisse im Umgang mit den Walen und Delfinen zu zeigen.
Die "Ribeira Brava", ein traditionelles madeirensisches Fischerboot, mit dem wir fahren werden, liegt schon abfahrbereit in dem kleinen Yachthafen von Calheta. Von hier aus starten wir die zweieinhalbstündige Tour. Wir sind gespannt wie ein Flitzebogen:
Wir fangen gleich einmal einfach mal von hinten an und erzählen, wie es jetzt in den letzten Stunden auf dem Wasser so war: Man kann sagen, wir waren zwar auf Moby Dicks Spuren, haben sie aber irgendwie nicht gefunden! Ja, das war’s eigentlich dann auch schon. Wir haben einige niedliche Tümmler und Delfine gesehen (wie immer extrem schwer zu fotografieren). Und tatsächlich auch noch einen Wal (aus der Ferne). Es muss wohl ein Finnwal gewesen sein, wir man uns berichtete. Wir haben ihn entdeckt, als er geblasen hat - wie man das unter Fachleuten so sagt. Aber er war wirklich sehr weit weg und das war’s dann auch schon mit Walsichtungen.
Richtig gute Fotos konnte man nicht machen wie Ihr an der mageren Fotoausbeute sehen könnt. Wir kennen das ja schon ein wenig aus der Vergangenheit und wenn ihr unseren Reiseblog über Patagonien gelesen habt, das war dort echt was anderes. Da waren wir umgeben von ganz vielen Walen, ganz nah und unglaublich intensiv. Hier vor Madeira war es dünn gesät mit diesen riesigen Fischen. Aber das macht nix. Wir haben alles überlebt (nicht wie etwa Captain Ahab auf See) und wir glauben, das war - zumindest was Europa anbelangt - die allerletzte Wal-Bootsfahrt, die wir mitgemacht haben.
Und zum Schluss heute noch die Antwort auf den Titel unserer Madeira-Reise:
Madeira wird oft als tropisch oder subtropisch wahrgenommen, da die Insel aufgrund ihrer Lage im Atlantik (nahe Marokko) ein ganzjährig mildes, frühlingshaftes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit genießt. Diese Bedingungen fördern eine extrem üppige Vegetation, darunter Lorbeerwälder und Bananenplantagen, was ihr den Ruf eines "schwimmenden Gartens" oder des "Hawaii Europas" einbrachte.
Noch etwas mehr im Detail für alle Wissensdurstigen:
a) Madeira liegt geografisch im subtropischen Gürtel, was zu warmen Sommern und milden Wintern führt, ohne extreme Hitze oder Kälte.
b) Der warme Golfstrom sorgt für angenehme Meerestemperaturen und ein ausgeglichenes Klima.
c) Die Insel liegt im Einflussbereich des Nordost-Passats, der Feuchtigkeit bringt und besonders im Norden für ein feuchtes, grünes Klima sorgt.
d) Die steilen Berge (über 1800 m) zwingen die Wolken zum Aufsteigen, was zu häufigen Regenfällen im Inselinneren führt und die üppige, fast tropisch anmutende Vegetation ermöglicht.
Streng genommen handelt es sich um ein subtropisches Klima und nicht um ein volltropisches Klima, da die Temperaturen im Winter unter das für Tropen typische Niveau sinken können, dennoch ist das Klima das ganze Jahr über "ewiger Frühling".
Jetzt wisst Ihr es.Læs mere

Rejsende
Das ist aber toll! Da würde ich mich sehr darüber freuen. Aber ja, je mehr man schon sehen durfte, desto größer werden die Wünsche und Erwartungen.

Andrea on TourWir freuen uns auch. Aber du hast absolut recht mit deiner Anmerkung. Geht manchmal nur zu gerne vergessen. Danke 🙏

RejsendeWir sind da schon verwöhnt. Ich muss mich selbst immer wieder erinnern, wenn ich nicht zufrieden bin, weil ich es schon schöner hatte oder gerne noch mehr hätte.
10 Noch einen letzten schönen Miradouro
17. april, Portugal ⋅ ☁️ 17 °C
Wir entschließen uns, nochmals in die Berge zu fahren und zwar auf einer Strecke, die wir bisher noch nicht kannten. Es geht hoch hinauf auf 1.100 m. Unser Ziel und Aussichtspunkt heisst „Miradouro Eira do Serrado“ und bietet einen Panoramablick auf ein kleines Dorf tief unten vor uns, das von der Pracht der charakteristischen grünen Berge Madeiras umgeben ist. Wir befinden uns im bergigen Landesinneren, im Kreis Câmara de Lobos, und damit in der Mitte der Insel. Die Zufahrt ist eine sich in sehr engen Kurven schlängelnde, immer enger werdende Bergstraße, auf der zwei Autos kaum noch aneinander vorbeikommen. Wir haben großes Glück, dass uns nicht ein riesiger Reisebus entgegenkommt. Das wäre echt problematisch geworden. So sind wir aber ohne Schwierigkeiten ganz oben angekommen.
Dieser Ort zeigt uns die erosive Wirkung der natürlichen Elemente, die die Insel im Laufe der Jahrhunderte geformt haben. Die Betrachtung dieses Gebirgsmassivs ist also eine Reise durch die jahrtausendealte Geschichte dieses im Atlantik gelegenen Gebiets. In einem abgeflachten Bereich dieses Tals von gewaltigen Ausmaßen liegt das Dorf Curral das Freiras, dessen malerisches Profil der Berglandschaft einen besonderen Reiz verleiht. Wie nicht anders zu erwarten, verzaubert der Aussichtspunkt Eira do Serrado sowohl Touristen als auch uns als Fotografie-Begeisterte und ist deshalb zu einem der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel Madeira geworden. Echt schön dort. Das war nun also unser letzter Miradouro auf Madeira.
Und jetzt für alle Wissensdurstigen zum Abschluss noch ein paar Infos über die zwei besonderen Baumarten, die es auf dieser Insel ja so oft gibt:
Fast überall: Der Lorbeer & Eukalyptus:
Der Lorbeerwald (auch Laurissilva genannt ) auf Madeira ist ein 15.000 bis 22.000 ha ( = 20% der Inselfläche) großes, UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet, das als Relikt aus dem Tertiär gilt. Diese immergrünen Wälder, die vor 15 - 40 Mio. Jahren weite Teile Europas bedeckten, wachsen auf der Insel zwischen 300 und 1.300 m Höhe. Der Lorbeerwald ist ein wichtiger Wasser- und Feuchtigkeitsspender, schützt vor Erosion und ist essenziell für das hydrologische Gleichgewicht der Insel. Neben dem Azoren-Lorbeer wachsen dort der Stinklorbeer, Madeira-Mahagoni, Wacholder und der seltene Maiblumenbaum. Im Nordwesten, speziell im Gebiet Fanal, finden sich Jahrhunderte alte, moosbewachsene Lorbeerbäume, oft in Nebel gehüllt. Darüber haben wir bereits hier berichtet.
Der allgegenwärtige und echt stark duftende Eukalyptus prägt landschaftlich weite Teile Madeiras, ist jedoch ein sog. invasiver Neophyt. Ursprünglich zur Holzgewinnung und Erosionsschutz gepflanzt, breitet er sich stark aus, drängt den heimischen, ökologisch wertvollen Lorbeerwald zurück und erhöht durch seine ätherischen Öle die Brandgefahr. Die Bäume können über 50 m hoch werden. Die Wurzeln sind extrem tief (bis 20 m), sie entziehen dem Boden viel Wasser und verdrängen heimische Arten. Eukalyptusbäume dienen als gute Bienenweide, weshalb der leckere Eukalyptushonig auf Madeira verbreitet ist.
Eukalyptus duftet übrigens so stark, weil seine Blätter eine sehr hohe Konzentration an ätherischen Ölen, insbesondere Eukalyptol, enthalten. Dieser intensive Duft ist ein natürlicher Schutzmechanismus und hat verschiedene Funktionen: Der starke Geruch hält Insekten und Schädlinge fern, wodurch die Pflanze kaum von ihnen befallen wird. Die ätherischen Öle machen die Blätter für die meisten Tiere ungenießbar.
Das Eukalyptusöl, das beim Reiben der Blätter freigesetzt wird, wird bei Menschen stark antibakteriell und entzündungshemmend. Es gibt auch spezielle Sorten, wie den Zitronen-Eukalyptus, der eine zitronenartige Duftnote verströmt.
Morgen an unserem letzten Tag hier gibts für Euch dann wie immer noch ein kleines Reisefazit zum Lesen!
😎😎🤪🤪🦋🦋🌈🌈☀️☀️🌶️🌶️😘😘Læs mere

RejsendeDas klingt nach einem richtig würdigen Abschluss eurer Miradouro-Tour 😍 Der Blick ins Tal von Curral das Freiras ist wirklich unglaublich. So ein Ort, eingekesselt von Bergen, hat einfach etwas Besonderes. Spannend fand ich auch eure Infos zum Lorbeerwald und Eukalyptus. Man läuft da so durch und denkt „schön grün“, aber was da alles an Geschichte und Ökosystem dahintersteckt, ist schon echt faszinierend ☺️ Jetzt bin ich gespannt auf euer Fazit morgen.

RejsendeBisher habe ich es noch nicht erwähnt, aber jetzt wird es langsam Zeit: wie immer versteht ihr es wie kaum ein anderer, uns alle mit faszinierenden und Wissenswerten Details über eure Reisen zu versorgen. Das Madeira übersät ist mit Eukalyptusbäumen, habe ich überhaupt nicht gewusst. Aber jetzt eine letzte Frage: wenn so viele Eukalyptusbäume da sind, warum gibt es dort keine Koalas? 😹😹😹
11 Kleines Reisefazit
17. april, Portugal ⋅ ☁️ 15 °C
Als kleines Abschiedsgeschenk vom Hotel gab es einen Poncha.
Poncha Madeira ist das traditionelle, alkoholische Nationalgetränk der Insel Madeira, ein intensiver Cocktail aus Zuckerrohrschnaps (Aguardente de Cana), Bienenhonig und Zitronensaft. Der Mix wird oft mit dem Holzquirl „Caralhinho“ schaumig gerührt. Neben der klassischen Zitrone gibt es beliebte Varianten mit Maracuja oder Orange. Sehr lecker.
Nun hier zum Fazit:
7 Tage „Madeira intensiv“ reichen völlig aus, um diese Insel ausgiebig zu erkunden und kennenzulernen. Die Insel ist eher überschaubar klein.
Es gibt nur wenige Touristen-Hotspots wie z. B. Santana oder Funchal. Es verläuft sich - zumindest im April - doch einiges.
Die Preise in Restaurants und von Benzin sind moderat. Mitteleuropa ist im Verhältnis dazu immens teuer.
Die Qualität der Strassen ist im allgemeinen sehr gut. Die sog. „Autobahnen“ mit reichlich Tunnels und Schnellstraßen lassen sich bestens befahren. Man kommt echt schnell voran. LKWs gibt es so gut wie gar keine. Die portugiesischen Autofahrer auf der Insel kann man allerdings nicht zu den freundlichsten der Welt zählen. Wer zuerst kommt, hat Glück.
Wandern an bzw. auf den Levadas ist für Freaks wahrscheinlich echt gut in dieser herrlichen Natur. Man muss es aber wirklich wollen. Wir haben es nicht gemacht und können uns daher darüber auch kein Urteil erlauben.
Der Klimawandel macht auch hier nicht halt. Die Insel wurde vor Anfang April wochenlang von Kälte, Stürmen, Regen heimgesucht. Wir brachten die Sonne mit und seitdem explodiert die Natur. Es blüht, dass die Schwarte kracht!
90 % aller Parkplätze sind kostenlos.
Und zum Abschluss in Porto do Sol, der Start einer Oldtimer Rallye. Das waren noch richtige Autos.
Der älteste Teilnehmer aus England, der die portugiesische Sprache als zu schwierig empfindet und sich mit 2 Krücken fortbewegt , ist 91 Jahre alt. Nur sein Mercedes hatte nicht das Alter.
Wir wünschen uns, dass es Euch ein wenig Freude gemacht hat, wieder mit uns zu reisen. Und dazu noch ein paar kostenlose Wissenspunkte über Madeira zu sammeln. Und danke für Eure zahlreichen Kommentare und Herzchen. ❤️❤️❤️
Der nächste Reisebericht startet am 27. August im Rahmen unserer „Maritimes-Tour“ fünf ganze Wochen lang in Ost-Kanada. Genauer gesagt in Calgary, Nova Scotia, Prince Edward Islands and New Brunswick. Gemeinsam mit unseren kanadischen Freunden Lyndell und Ian.
Unsere geplante Italientour durch Ligurien, Toskana und Kampanien im Mai muss leider ausfallen, um Matthias‘ Knie final heilen zu können. Wir holen sie aber in Kürze nach.Læs mere

RejsendeVielen Dank! Das war eine sehr schöne Reise. Kommt gut nach Hause und lebt euch wieder gut ein. Euer Sommerurlaub beginnt, wenn unserer endet. 😁

Andrea on TourDanke dir. Seid ihr schon zu Hause? Und was ist das nächste Ziel? Liebe Grüße

RejsendeJa, wir sind leider wieder zu Hause. Schon seit fast einer Woche. Uganda und Ruanda sind das nächste Ziel.

RejsendeJa leider. Aber nur Urlaub und Reisen macht wahrscheinlich auf Dauer auch nicht glücklich. Dann kann man sich ja auf gar nichts freuen.













































































































































































RejsendeWir wünschen euch einen schönen Urlaub! Liebe Grüße Petra und Josef
Andrea on TourWir danken euch beiden. Liebe Grüße zurück
Rejsende
Idyllisch 😍
Andrea on TourDu liebst doch Bäume, wie ich.