• 09 Auf den Spuren von Moby Dick

    16 aprile, Portogallo ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute gehen wir mal nicht auf Insel-Festlands-Autofahrt, sondern aufs atlantische Wasser vom kleinen Hafen von Calheta aus: Wir machen eine Wal- und Delfinbeobachtungstour. Mit „Lobosonda“.

    Dank der Späher, die von geeigneten Aussichtspunkten entlang der Küste das Meer mit Fernrohren vor jeder Ausfahrt beobachten und die Position und Richtung der Wale und Delfine an die Boote weitergeben, kann das Unternehmen Lobosonda mit seinen beiden Booten zur Wal- und Delfinbeobachtung einen sehr großen Sichtungserfolg vorweisen. Die deutschsprachigen Meeresbiologen bzw. Scouts, die die Fahrten begleiten, erklären uns ausführlich die wichtigsten Merkmale der Meerestiere, die wir unterwegs erleben. Bei ihnen, die hier bereits seit 2003 Wal- und Delfinbeobachtungsfahrten durchführen, steht der Tier- und Naturschutz an oberster Stelle - ein sehr verantwortungsvolles "Whale Watching" Unternehmen. Die Philosophie des Lobosonda-Teams ist, den nötigen Respekt und viele Kenntnisse im Umgang mit den Walen und Delfinen zu zeigen.

    Die "Ribeira Brava", ein traditionelles madeirensisches Fischerboot, mit dem wir fahren werden, liegt schon abfahrbereit in dem kleinen Yachthafen von Calheta. Von hier aus starten wir die zweieinhalbstündige Tour. Wir sind gespannt wie ein Flitzebogen:

    Wir fangen gleich einmal einfach mal von hinten an und erzählen, wie es jetzt in den letzten Stunden auf dem Wasser so war: Man kann sagen, wir waren zwar auf Moby Dicks Spuren, haben sie aber irgendwie nicht gefunden! Ja, das war’s eigentlich dann auch schon. Wir haben einige niedliche Tümmler und Delfine gesehen (wie immer extrem schwer zu fotografieren). Und tatsächlich auch noch einen Wal (aus der Ferne). Es muss wohl ein Finnwal gewesen sein, wir man uns berichtete. Wir haben ihn entdeckt, als er geblasen hat - wie man das unter Fachleuten so sagt. Aber er war wirklich sehr weit weg und das war’s dann auch schon mit Walsichtungen.

    Richtig gute Fotos konnte man nicht machen wie Ihr an der mageren Fotoausbeute sehen könnt. Wir kennen das ja schon ein wenig aus der Vergangenheit und wenn ihr unseren Reiseblog über Patagonien gelesen habt, das war dort echt was anderes. Da waren wir umgeben von ganz vielen Walen, ganz nah und unglaublich intensiv. Hier vor Madeira war es dünn gesät mit diesen riesigen Fischen. Aber das macht nix. Wir haben alles überlebt (nicht wie etwa Captain Ahab auf See) und wir glauben, das war - zumindest was Europa anbelangt - die allerletzte Wal-Bootsfahrt, die wir mitgemacht haben.

    Und zum Schluss heute noch die Antwort auf den Titel unserer Madeira-Reise:

    Madeira wird oft als tropisch oder subtropisch wahrgenommen, da die Insel aufgrund ihrer Lage im Atlantik (nahe Marokko) ein ganzjährig mildes, frühlingshaftes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit genießt. Diese Bedingungen fördern eine extrem üppige Vegetation, darunter Lorbeerwälder und Bananenplantagen, was ihr den Ruf eines "schwimmenden Gartens" oder des "Hawaii Europas" einbrachte. 

    Noch etwas mehr im Detail für alle Wissensdurstigen:

    a) Madeira liegt geografisch im subtropischen Gürtel, was zu warmen Sommern und milden Wintern führt, ohne extreme Hitze oder Kälte.
    b) Der warme Golfstrom sorgt für angenehme Meerestemperaturen und ein ausgeglichenes Klima.
    c) Die Insel liegt im Einflussbereich des Nordost-Passats, der Feuchtigkeit bringt und besonders im Norden für ein feuchtes, grünes Klima sorgt.
    d) Die steilen Berge (über 1800 m) zwingen die Wolken zum Aufsteigen, was zu häufigen Regenfällen im Inselinneren führt und die üppige, fast tropisch anmutende Vegetation ermöglicht. 

    Streng genommen handelt es sich um ein subtropisches Klima und nicht um ein volltropisches Klima, da die Temperaturen im Winter unter das für Tropen typische Niveau sinken können, dennoch ist das Klima das ganze Jahr über "ewiger Frühling".

    Jetzt wisst Ihr es.
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