Sarandë - Albaniens sonniger Süden
October 27, 2025 in Albania ⋅ ☀️ 18 °C
Sarandë liegt im Süden Albaniens, nur wenige Kilometer von der griechischen Grenze entfernt. Wir erreichten die Küstenstadt nach einer nächtlichen Fahrt durch die verlassene Berglandschaft - stockfinster, aber mit einem Sternenhimmel, wie wir ihn noch nie gesehen hatten.
Die Stadt unterscheidet sich deutlich von anderen albanischen Küstenorten. Statt moderner Hotelkomplexe prägen hier terrassenförmig angeordnete Häuser das Bild, die sich den Berghang hinaufziehen. Der alte Kern hat sich trotz des Touristenbooms einen eigenen Charakter bewahrt.
Um von den oberen Vierteln zur Küste zu gelangen, muss man sich durch ein verwirrendes Netz aus engen Gassen und steilen Treppen bahnen. Die schmalen Pfade winden sich zwischen den Häusern hindurch. Unten angekommen, findet man sich zwischen unzähligen Restaurants und kleinen Geschäften wieder.
Der heutige Name der Stadt stammt vom Kloster "Santi Quaranta", was "Vierzig Heilige" bedeutet. Das Kloster, das einst über der Bucht thronte, war den vierzig Märtyrern von Sebaste gewidmet - christliche Soldaten der römischen Armee, die im Jahr 320 in Armenien hingerichtet wurden. Der römische Kaiser verlangte von ihnen, dem Christentum abzuschwören und den römischen Göttern zu opfern. Als sie sich weigerten, wurden sie nackt auf einen zugefrorenen See getrieben, wo sie in der Winternacht erfrieren sollten. Nach dem Fall des Kommunismus in den 1990er Jahren wandelte sich Sarandë rasant vom verschlafenen Fischerdorf zum beliebten Küstenort.
Heute zeigt sich die Stadt zweigeteilt: Oben am Hang die älteren Viertel mit ihrer gewachsenen Struktur, unten die modernere Zone entlang der Küste. Die Strandpromenade erwacht besonders abends zum Leben - Einheimische und Touristen flanieren zwischen Palmen, Cafés und Eisständen. Der Kiesstrand mag nicht jedermanns Sache sein, aber das kristallklare Wasser entschädigt dafür. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr gehört die Region zu den sonnigsten am Mittelmeer.
Die Restaurants servieren fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte zu erstaunlich günstigen Preisen. Die Küche mischt albanische Tradition mit mediterranen Einflüssen - viel Olivenöl, Knoblauch und frische Kräuter.
In der Umgebung liegt das UNESCO-Weltkulturerbe Butrint mit seinen antiken Ruinen, nur eine halbe Stunde entfernt. Die Strände von Ksamil mit ihren vorgelagerten Inseln gelten als die schönsten Albaniens. Über der Stadt thront die Burg Lëkurësi mit Panoramablick über die Bucht - besonders zum Sonnenuntergang lohnt sich der Aufstieg. Wer mehr Zeit hat, kann auch einen Ausflug nach Gjirokastra machen, die "Stadt der tausend Stufen" mit ihrer osmanischen Altstadt (ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe), etwa eine Stunde landeinwärts. Von Sarandë aus sieht man die griechische Insel Korfu direkt vor der Küste liegen - es gibt sogar eine Fährverbindung hinüber, für die uns leider die Zeit fehlte.
Sarandë markierte den südlichsten Punkt unserer Reise. Von hier aus ging es für uns wieder nordwärts - die albanische Riviera hinauf und weiter durch die Balkanländer Richtung Heimat.Read more






















Traveler
Wunderbar 😘
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🥰
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Super Aussicht 😊